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Kognitive Fähigkeiten der Pferde - Lernen durch Vermeidung und Selbstbelohnung

Diskutiere Kognitive Fähigkeiten der Pferde - Lernen durch Vermeidung und Selbstbelohnung im Pferdeflüsterer Forum; Die Arten der Pferdeerziehung sind ja vielfältig wie Sand am Meer und tatsächlich lernen Pferde ja auf verschiedenste Art und Weise. Ich möchte...

  1. Delora

    Delora Inaktiver Nutzer

    Die Arten der Pferdeerziehung sind ja vielfältig wie Sand am Meer und tatsächlich lernen Pferde ja auf verschiedenste Art und Weise. Ich möchte gerne mal die Diskussion aufwerfen, wie Pferde in verschiedensten Situationen lernen und was für Schlüsse sie daraus ziehen können, jeweils an konkreten Beispielen und mit "Begründungen für die Gedankengänge", um zu erfahren, wie ein Pferd diese oder jene Reaktion auf sein Verhalten interpretieren kann und wie unerwünschte Verhaltensweisen beim Pferd hervorgerufen werden können, ohne dass man es beabsichtigt.

    Z.Bsp.:
    Das Pferd X steht auf einer Weide mit seinen Artgenossen. Mensch A kommt um es zu holen. Im Normalfall lässt sich das Pferd jetzt aufhalftern und folgt seinem Menschen von der Koppel.

    Manch einer würde jetzt sagen, warum sollte es anders sein? Aber ja, es ist bisweilen anders. Also gut, nun gilt es einen Grund zu finden, warum Pferd X an diesem Tag der Meinung ist, dass es sich nicht fangen und halftern lässt. Vielleicht weil es den Menschen nicht einschätzen kann, weil er von ihm verlangt, seine Kumpels zu verlassen, weil das Gras leckerer ist und mehr lockt, als der Tierarzt- oder Hufschmiedtermin, aber irgend einen Grund wird es vielleicht haben, oder es mag grad nicht weil... ja eben weil es keine Maschine ist und einen eigenen Willen besitzt und bisweilen keine übereinstimmende Willenserklärung mit dem Menschen erzielt werden kann.

    Also Pferd X trabt munter von dannen und fängt 150 Meter weiter wieder das Grasen an. Das ist auch gleich erfolgreich, denn immer noch steht das Pferd nicht auf dem Hof beim Tierarzt oder Schmied und belohnt sich selbst durch das leckere Gras.
    Aber lernt das Pferd nicht jetzt schon, dass es möglich ist, eben nicht zu tun, was Mensch will? Hat es seine Belohnung fürs Verhalten (Weglaufen) nicht schon durch das Gras erhalten?
     
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  2. Semmel

    Semmel Gesperrt

    Natürlich lernt das Pferd mit jedem Sich losreißen, abhauen, sich dem Menschen entziehen, dass das geht und wie das am besten geht. Je öfter ihm das gelingt, je erfolgreicher seine Strategie, desto gefestigter wirds
     
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  3. ManicPreacher

    ManicPreacher Gelebte Chaostheorie

    Also ich gestehe meinem Pferd die Meinung zu das anderes gerade wichtiger ist zu.
    Anweiden im Frühjahr zb.
    Aber ich greif sie mir dann trotzdem wenn ich halt nicht so planen konnte das ich sie lasse.
    Bin dann aber auch nicht böse wenn sie sich halt erst mal ziert.
     
  4. Delora

    Delora Inaktiver Nutzer

    Die Frage ist ja immer, ob richtiges Anwenden einfach reicht oder ob sowas nicht auch demjenigen passieren kann, eben weil Pferde unterschiedlich ticken, einen unterschiedlich ausgeprägten Willen haben und eine unterschiedliche Motivation. Während sich einige drum reißen, in der Nähe des Menschen für Lob und Leckerli alles zu tun, sind einige, die sicher sind, dass sie auch ohne auskommen könnten und sich auch Strategien zur Vermeidung aneignen können, auch ohne dass der Mensch alles falsch gemacht hat.
     
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  5. Farooq

    Farooq Erbsianerin

    beispiel hier: trabernakel...letzter hufschmiedtermin....liess sich nicht einfangen! leider waren wir selbst nicht vor ort....um beurteilen zu können....an was lags....!?

    erzählung: er hätte die hinterhand gehoben....pffft.....der trabernakl...ist halt...verzogen....sag ich! uund: er ist nicht richtig ausgelastet....der ist froh, wenn man mal aufmerksamkeit an ihn richtet! ergo? würde ich sagen...er hatte spass....! ganz simpl....da kommt endlich wer an und will was....damit man er nicht gleich wieder unbeachtet inner ecke steht.....spielt er...nix anders dät ich sagen war das...

    rannte halt bisl rum......spiel....wollt sich nicht gleich fangen lassen...spiel.....

    ende vom lied: haben aufgegeben..nach 3 mins...und nix wars mitm schmied...ärger meinersteis natürlich...weil:

    kann doch net sein, dass leute, die über 30 jahre mit pferden zu tun hagen..ein pony nicht eingefangen kriegen..grade den! heidernei.....dann lassn ich den kurz 5 mins spieln....geh drauf ein....fertig....

    der kommt dann auch...es geht ja nuuur um diese dämlichen 5 mins spiel...!

    hoffe, das war s was du so gemeint hattest...in etwa.....als beispiel...:)
     
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  6. Ponymonster

    Ponymonster Pseudo-Einhorn

    Naja, liegt dann halt am Menschen, dass er das Verhalten "Weglaufen" durch das Verhalten "gerne kommen" ersetzen kann. Woran das glaube ich scheitert sind mehrere Dinge.

    Mensch A, ärgert sich, dass das Pferd nicht kommt, stampft angefressen hinterher, wenn er es hat, schimpft er vielleich noch und schleppt es zum Hof. Auch wenn man nicht straft, hat man ja oft noch so eine "zornige" Ausstrahlung, auf die Pferd verständlicherweise keinen Bock hat.

    Mensch B, ist über konsequent. Pferd muss alles sehr ordentlich und gut erzogen machen. Am Putzplatz muss gestanden werden wie eine Statue, gern auch 30 Minuten oder länger. Zappeln, schnüffeln etc. wird sanktioniert. Macht keinen Spaß, da mitzukommen. Mensch B, wirkt oft strukturiert und fair, aber das Pferd empfindet es vielleicht als unangenehm sich dauernd zusammenreissen zu müssen.

    Mensch C kriegt sein Pferd nur mit Futtereimer oder Karottwnsack gefangen. Pferd besteht dann natürlich auf den Snack.

    Und dann gibt es noch 1000 Gründe und Pferde/Menschen-Typen.
     
  7. ManicPreacher

    ManicPreacher Gelebte Chaostheorie

    Ja klar. Wir haben ja den kleinen Gilb. Der kann beim Schmied ganz brav sein. Betonung liegt auf kann.
    Weil da geht sehr viel im Kopf vor, das Tierchen ist mehr ne Art Rampensau...aber wehe sie hat da gerade keine Lust drauf.
    Dann wird der Schmied schon mal in die Schulter gebissen.
    Ich habe den Gesichtsausdruck dabei gesehen.
    Die hat keine Angst, etwa weil sie sich nicht ausbalancieren kann oder Angst vor dem hat.
    Das passt der einfach in diesem Moment nicht, die ist total cool, schaut sehr aufgeweckt und ist auch gleich wieder ganz dicke mit dem.
     
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  8. Farooq

    Farooq Erbsianerin

    ich gehe raus..mein ziel...pferd zu kriegen....egal ob nun so oder so....ich kenne meine pony ja unheimlich gut. kann daher jeden einschätzen...jeder ist da anders....ist wie ein ritual...sozusagen...der eine will so ,der andere so....ich , je nachdem , wen ich fangen will.....weiss das...

    will ich den trabernakl....muss ich mir die 5 mins zeit nehmen....! weil der das immer macht...erstmal...naaaa.....geht net..lauf mir nach....ich stelle mich dann hin, lass den rumlaufen..bleib da aber, wende mich ab...null interesse.....aber im kopf...ich krieg dich....abwenden ist bei dem eh...das beste....schürt man sein interesse......wupp kommt der an!

    faro...easypeasy....reicht ein fingerzeig......nisha.....ok, die ist alt und nicht die hellste.....geht einfach....peng..hasts...

    belli.....ist hysterisch..immer..jeden tag....da hilft nur ein keks.... :)

    ansonsten mache ich da viel..wie beim hund auch, über zeichensprache....kaum worte....keks wie gesagt nur beim hysterischen kackstelzenpferd...
     
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  9. Gromit

    Gromit Punktetierbändiger

    Ich denke. Das hängt auch stark davon ab, was danach kommt. Also was passiert nachdem das Pferd von der Weide geführt wird. Wir haben hier Leute, die meistens schlecht gelaunt sind und ihre Pferde dann 1-2 Stunden stupide übern Platz schrubben. Die Pferde laufen auch weg auf der Weide...
    Wenn ich am Tag vorher anstrengende Sachen mit meinem kleinen gemacht habe, ziert er sich am nächsten Tag auch ein bisschen. Bedeutet für mich- das war etwas Zuviel. Heute weniger, anderes.
    Dieses sich zieren sieht dann so aus, dass wenn er mich mit dem Halfter kommen sieht, dreht er sich weg und läuft ein paar Schritte davon. Meistens lass ich ihn dann erstmal und bereite was auf dem Platz oder das Sattelzeug vor. Wenn ich dann nochmal hingehe kommt er dann. Ich gestehe ihm zu, dass er denkt- nö, mag ich jetzt nicht. Dann darf er sich vom Kopf her erstmal eine Zeit lang mit dem Gedanken beschäftigen. Und dann ist es auch plötzlich nicht mehr so schlimm und man will doch ins Halfter schlüpfen. Gibt auch Tage, da rufe ich ihn und er kommt mir von der Weide entgegen galoppiert. Je nachdem wie die Stimmung ist. Muss man akzeptieren und sich drauf einstellen. Wirklich zwingen kann man kein Pferd und es gibt auch keine erziehungstricks um Pferde motiviert zu halten.
     
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  10. Delora

    Delora Inaktiver Nutzer

    Und das meinte ich eben. Wenn es nur am Menschen läge, hätte ein Mensch ja nur gleich reagierende Pferde, weil er sie alle gleich erzieht und behandelt. Pferde haben ihre eigene Motivation. Nur wie lernen sie diese ganzen Sachen? Wie bringen sie sich selbst auf die Idee, so etwas zu tun?
     
Thema: Kognitive Fähigkeiten der Pferde - Lernen durch Vermeidung und Selbstbelohnung