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Mal was zum Nachdenken!

Diskutiere Mal was zum Nachdenken! im Pferde Allgemein Forum; Eine Bekannte hat mir diesen Link geschickt: http://www.tierwissen.de/artikel/pferde/pferde-immer-billiger.shtml Ich finde es macht schon...

  1. gabi

    gabi Bekanntes Mitglied

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  2. Weltenwanderer

    Weltenwanderer Isiphiler Workophobiker

    Ich höre die Argumantation nach den "Herstellungskosten" seit geraumer Zeit und kann mich der nicht anschliessen.
    Unabhängig davon, was das Pferd bis zu dem Zeitpunkt gekostet hat, ist es nur so viel wert, wie jemand dafür bezahlen möchte. Und wenn jemand einen 10-jhr Ekzemer mit Tölt, der noch Ausbildung bedarf für 10.000€ verkaufen möchte (Ja - aktuelle Anzeige im einschlägiger Standardbörse) dann wird er vom Markt darauf eine Antwort bekommen - meine Hypothese wäre, dass die Antwort aus keiner Antwort besteht.
    Der Ekzemer, das Rehlein, der Nichttölter, der Hysteriker, der Durchgänger - die kosten in der "Herstellung" - ok mit Ausnahme der Ausbildungskosten bei den letzteren - alle das gleiche. Es ist eher unwahrscheinlich, dass dafür jemand auch nur die Herstellungskosten zahlen wird.
    Es gibt nämlich genügend Mankofreie Pferde.
    Hinzu kommt, dass es genügend Hobbyvermehrer gibt, denen allmählich dämmert, dass die Hoffnung auf das schnelle Geld mit dem günstig gekauften Hengstfohlen, das als eigenes Reitpferd dient und das man dann im Sommer auf ein paar günstíg gekaufte Importis, die man über Reitssunden oder RB finanziert, hopsen lässt und dann auf den Verkauf der so entstandenen -oft nicht sehr qualitätsvollen Pferde - für xtausend € hofft, nicht mehr so richtig funktioniert. Und bei denen häufen sich die Pferde im Verkaufsalter, verlieren durch nicht altersgemässe Ausbildung zunehmend an Wert und sollen weg - gerne auch mit Verlust.
    Ebenso die Reitpferde, die nicht zum Reiter oder veränderter Lebenssituation passen und trotzdem jeden Monat 300-500€ kosten- auch die sollen irgendwann weg.
    Völlig unabhängig von den Herstellungskosten.
    Und da auch viele Züchter inzwischen recht weit von den Grundsätzen guter Pferdehaltung entfernt aufziehen, sind auch immer weniger Leute bereit, den "direkt vom Züchter" Aufschlag zu bezahlen, wenn sie nicht aus persönlicher Quelle wissen, dass die Aufzucht tatsächlich qualitätsvoll ist.
     
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  3. Maybe12

    Maybe12 Inserent

    Ja aber nur etwas...
    Die Kostenaufstellung ist ja auch nett gemacht.
    Braucht die Stute ohne Fohlen keine Wurmkur und keinen Hufschmied?
    Auch die 200 euro Boxenmiete hätte der Züchter für die Stute ohne Fohlen doch auch?!?
    Ultraschall? Macht das wirklich jeder "Züchter"
     
  4. Maybee

    Maybee Bekanntes Mitglied

    Aber die Rechnung eiert irgendwie. Vor allem bei der Boxmiete.

    Bei den meisten Züchtern sind Box/Weide Eigentum. Und es bleibt selten bei einem Fohlen. Ich nehme also an, dass sich die Anschaffung einer Box ab Fohlen X amortisiert hat. Von Robustpferden, die nur auf der Weide stehen und daher "nur" den Platz auf der Weide kosten, rede ich gar nicht.

    Die Rechnung würde stimmen, wenn ich als Privatmensch im Mietstall ein Fohlen ziehen würde. Bei einem Züchter würde das glaube ich etwas anders aussehen. Oder?
     
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  5. Lorelai

    Lorelai Chaos-Trulla

    Ich seh das auch recht zwiespältig. Klar kostet die Zucht und Aufzucht Geld. Und ja, diesen vorgeschlagenen Preis von 13000 Euro gibts durchaus für 3jährige Pferde. Die müssen dann aber wirklich top dastehen und irgendeinem Käufer das Geld wert sein.
    So darf man, finde ich, auch nicht rechnen. Die Züchter, die ich kenne, haben größtenteils selber sowohl Hengste als auch Stuten. So. Dann fallen da schonmal Kosten weg. Denn dann brauch ich die Decktaxe nimmer bezahlen. Die Stuten sind nicht immer nur zur Zucht da, die verdienen unter Umständen auch selbst Geld, indem sie im Reitbetrieb mitgehen, Turnierpferd sind oder was auch immer.
    Diese ganzen Ultraschall-Untersuchungen etc macht auch lang nicht jeder. Geschweige denn Spezialfutter etc.

    Und es gibt genug Züchter, bei denen die Pferde einfach auf den Weiden rumstehen, sich vermehren wie sie wollen und währenddessen natürlich lange nicht so viel kosten, wie da ausgerechnet wurde...
     
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  6. Raudhetta

    Raudhetta Überlebensanzugtraegerin

    Nennt sich Angebot und Nachfrage.
    Das Angebot auf dem Pferdemarkt ist mehr als reichlich. Die Nachfrage stetig fallend. Tja dann kann man eben keinen Gewinn mehr erwirtschaften. So das zum Ersten.

    Zum Zweiten hinkt die Kalkulation.
    (Quelle der kalkulation http://www.tierwissen.de/artikel/pferde/pferde-immer-billiger.shtml)
    Deckgeld des Hengstes 1.000,00 €
    Tierarztkosten Besamung 300,00 €
    Das sind 1300EUR. Wer soviel Geld für den Samen & Besamung ausgibt, der wählt einen teuren Hengst. Ich kenne solche Summe nur bei Topvererbern.

    Jahresbeitrag Zuchtverband – Züchter 150,00 €
    Aha das eine Fohlen soll das jetzt erwirtschaften? Wirkliche Züchter legen diese Summe auf ihre ~10Fohlen pro Jahr um.


    Jahresbeitrag Zuchtverband – Zuchtstute- 80,00 €
    wird ja nur in dem Jahr fällig wo das Fohlen geboren wird.

    Versandkosten Samen – oder Fahrkosten 100,00 €
    Wie nochmal oben drauf auf das Geld oben? Also für die Summe oben kann ich schon zwei Stuten decken lassen. Von einem guten bis sehr guten Hengst

    Zusatzfutter Zuchtstute – zb. Biotin 100,00 €
    Aha. Das passiert aber eher selten.

    Gesamtkosten bis Embryo im Bauch 1.730,00 €
    Trocken gesagt, das geht auch mit Qualität deutlich preisgünstiger.


    11 Monate Trächtigkeit der Stute a 200 € Boxmiete 2.200,00 €
    (Wenn Box vermietet wäre bekäme der Züchter diesen Betrag! - so fehlt ihm das Geld monatlich)
    Welcher Züchter hält seine Zuchtstute bitte 11Monate in einer Box? Die stehen irgendwo auf der Weide und das so lange wie irgendwie möglich.

    11 Monate Futter und Zusatzfutter (Mineralien) für die Stute a 120 € 1.320,00 €
    Was bitte füttern die da? Die Stute wird vielleicht am Ende der Trächtigkeit was dazu bekommen, aber doch nicht 11Monate.
    Ultraschall zur Trächtigkeitsfestellung oder Prüfung ob Zwillingsträchtigkeit besteht 210,00 €
    210EUR? Ähm also bei uns war das billiger. Deutlich.
    Wurmkuren Mutterstute 4x im Jahr a 20 € 80,00 €
    Hufschmied Mutterstute alle 6 Wochen € 30,00 220,00 €
    Strom Kamera bei Geburt, bzw. Wächtomat 20,00 €
    Bitte?
    Kosten bis zur Geburt des Fohlens der Mutterstute 4.050,00 €
    Gesamtkosten bis Fohlen geboren wird 5.780,00 €

    Ich zweifle, dass ein wirklicher Züchter mit Gewinnerziehlungwunsch so viel Geld investiert. Eher wohl 50% davon.
     
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  7. Frau Horst

    Frau Horst Bekanntes Mitglied

    Das ist immer so kompliziert zu zitieren, deswegen lasse ich es mal.

    Hengste gehen bei unseren kleinen bei 800€ los, und das sind dann günstige Junghengste. Top Vererber wie Sir Donnerhall (2000€, günstiger geworden, waren mal 2500€) oder Diarado (1900€) gehen da schon anders ins Geld. Cornet kostet 1500€ pro Besamung, das macht richtig Spaß, wenn die Stute mal nicht aufnimmt, dann zahlt man eben doppelt oder dreifach oder wie oft man eben mag. Für einen Totilas zahlt man übrigens 4000€ für das Decken und 4000€ zusätzlich, wenn das Fohlen geboren wird. Nach oben ist also noch viel Luft bei 1000€, wenn man von Warmblutzucht ausgeht, nach unten eher weniger.

    Und 20€ für die Geburt zu rechnen, da geht auch noch was. Jemand hier nimmt 500€ nur für die Nacht der Geburt. Im Preis mit drin ist Alarm-Chip einnähen, die Nachtwache (Video), Überwachung vom abfohlen und die Erstversorgung (Nabelschnur etc.). Und für erstgebährende Stuten wird das gerne genommen. Muss man natürlich nicht. Aber wieviel ist es eigentlich wert, nächtelang immer wieder zum Stall zu fahren, zu warten, den ganzen Tag Herr der Augenringe zu sein, nur um abends wieder Harztropfen zu finden und zu denken "Heute Nacht dann aber wirklich... Gäääääähn!"

    Und ja, der Versand kommt oben drauf. Ist ja Express. Aber ich hole gerne ab, dann kann man sich den Hengst noch live angucken. 100€ schluckt mein Auto natürlich dann nicht. Andererseits kommt es durchaus vor, dass man in einer Rosse mehr als nur einmal besamen muss.

    320€ im Monat für die Stute finde ich auch übertrieben, da tut es auch die Hälfte, denke ich. Der Preis wäre ja sogar in einem Pensionsstall mit Vollverpflegung viel. Also kann man da 2000€ wieder abziehen.

    Aber das ist ja auch nur bis zur Geburt, bis zum Verkauf kommt noch einiges dazu.




    Ich finde auch, man kann es halt nicht ändern. Ein Pferd ist das wert, was es auf dem Markt wert ist. Und wenn einer sein Pferd auf einer Auktion für 300.000€ verkauft, rechnet er auch nicht vor, dass die Aufzucht aber viel weniger gekostet hat. Am Ende muss man das entstandene Pferd als Produkt sehen, nicht die verursachten Kosten.
    Gleiches gilt für die Ausbildung. Wenn jemand für 800€ im Monat das Pferd zugrunde reitet, ist es danach den Kilopreis wert, nicht was der Bereiter dafür genommen hat. Das kann man so nicht rechnen.
     
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  8. kaawa

    kaawa Bekanntes Mitglied

    Nun ja, man kann sich alles schön oder schlecht rechnen, ganz wie man es gerade braucht. Ich finde so eine Rechnung genauso vertrauenswürdig wie jede Statistik und jede Studie, an der ich nicht selbst mitgearbeitet habe... :pfeif:

    Für WB-Sportpferdezucht kommt die Rechnung vielleicht sogar noch annähernd hin. Aber die klassischen Warmblütern haben die Freizeitreiter (die mengenmäßig wohl den größten Anteil der Pferdebesitzer ausmachen) doch gar nicht mehr so oft im Stall stehen. Da sind doch inzwischen ganz andere und sehr verschiedene Rassen "modern". Und das liegt nicht nur am Preis, sondern weil diese Rassen eben auch alle ihre Liebhaber gefunden haben und für ihre individuellen, rassetypischen Eigenschaften geschätzt werden. Dadurch sinkt aber auch die Nachfrage an WBs und sinkende Nachfrage drückt eben den Preis. Wer da einfach mal den meisten Pferdekäufern pauschal Unverständnis und Geiz unterstellt, macht es sich ein bisschen zu einfach.

    Zumal die Nachzucht der Elite-WBs für den durchschnittlichen Freizeitreiter oft gar nicht mehr zu reiten ist. Vorausgesetzt die ganzen Geschichten, über die durchgeknallten Nachkommen berühmter Hengste stimmen alle. Ein Körnchen Wahrheit wird aber wohl dran sein.
     
  9. Frau Horst

    Frau Horst Bekanntes Mitglied

    Ich frage mich, ob das regional unterschiedlich ist. Hier sind so viele Leute im Forum, die etwas anderes als Warmblüter haben. In den hiesigen Ställen (Emsland) sieht man nichts anderes.
    Wenn man die Schulponys und Reittiere von Kindern außer Acht lässt, kenne ich kaum jemandem mit was anderem als einem deutschen Reitpferd. Geschätzt ist die Hälfte aller Leute, die ich mit so etwas "kenne" aus diesem Forum.
     
  10. ManicPreacher

    ManicPreacher Gelebte Chaostheorie

    Das diese Rechnung eiert sage ich schon seit Jahren und habe deswegen schon böse Dinge gesagt bekommen.
    Aber wenn man Ehrlich ist: Viele Züchter hätten ihre Stute auch so.
    Und auch nicht jeder Züchter nutzt die Stute in der Tragzeit gar nicht.
    Viele reiten die ersten sechs oder sieben Monate weiter, warum auch nicht wenn man keine Höchstleistungen verlangt.
    Und ne etwas das als Hobby betrieben wird habe ich echt Probleme mit diesem abschreiben der Stute.
     
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