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mein Dickhäuter *seufz*

Diskutiere mein Dickhäuter *seufz* im Pferdeflüsterer Forum; Hallo zusammen! Ich bräucht von euch mal ein paar Tipps im Umgang mit meiner Rb! Er ist ein Friese und 9 Jahre alt. Leider wurde seine...

  1. RoterRubin

    RoterRubin Inserent

    Hallo zusammen!

    Ich bräucht von euch mal ein paar Tipps im Umgang mit meiner Rb!

    Er ist ein Friese und 9 Jahre alt. Leider wurde seine Erziehung etwas vernachlässigt was man jetzt umso deutlischer zu spüren bekommt -.-

    Er lässt sich z.B. nicht ohne weiteres (ohne dass man sich komplett an ihn schmeißt) rückwärts richten. Gegen die Gerte ist er übrigens komplett imun da geht gar nix, auch ein stärkerer Klaps lässt ihn komplett unbeeindruckt.

    Auch wenn ich ihn führe drängelt er sich an mir vorbei. Zug am Strick, Halfter, Einsatz der Gerte oder auch mal eine geklatscht bekommen interessiert ihn nicht wirklich. Er drängelt sich dann einfach als wäre nix an mir vorbei und ich muss auf meine Füße aufpassen, dass er da nicht noch drauf steigt.

    Überhaupt habe ich das Gefühl, dass ich ihn niemals locker am Strick habe sondern, dass da immer ne wahnsinns Kraft dahinter ist. Ich würde ihm allerdings niemals unterstellen, dass er bösartig ist!! Angelegte Ohren hat er mir gegenüber noch nie gezeigt und giften tut er auch nicht.
    Er kommt mir vor wie so nen Elefant, versteht ihr was ich meine?
    Wie bekomme ich ihn wieder sensibel?

    Danke schonmal im vorraus!

    lg, Andrea
     
  2. kraeg

    kraeg Inserent

    Hallo RoterRubin,

    nimm ein stabiles Knotenhalfter (z.B. ein Ring-Knotenhalfter von Heinz Welz, mit dem kann man auch noch Gebisslos reiten), einen 3m langen und schweren Führstrick (gibts auch bei Heinz) und einen sehr stabilen Karabinerhaken aus dem Baumarkt mit mindestens 400kg Zugbelastung.

    Halte Abstand von deinem Pferd und immer wenn es etwas nichtgewolltes macht oder sich dir unaufgefordert nähert, gib ihm eine (anfangs sanfte, später zunehmend heftigere) Seilwelle. Dabei muss das Seil gut durchhängen, weil bei nur leichtem Durchhängen oder sogar angespanntem Seil keine Welle entstehen kann.

    Dann hebst du deine Seilhand blitzschnell einmal nach oben und senkst sie ebenso schnell wieder nach unten. Dadurch klatscht der Karabinerhaken deinem Pferd von unten ans Kinn (ohne es zu verletzen, keine Angst). Dein Pferd wird sich wundern, welche Wirkung du aus der Ferne auf es ausüben kannst.

    Ich rate dir zu dieser etwas deutlichen Methode nur deshalb, weil du schlechte Angewohnheiten deines Pferdes beschreibst, die für Menschen sehr gefährlich werden können.

    Und die Sicherheit von Erwachsenen und Kindern geht für mich immer vor der Bequemlichkeit des Pferdes. Denn wenn einmal durch dein Pferd eine Verletzung an einem Menschen passiert, nützt es keinem etwas, wenn dein Pferd "normalerweise ein ganz Braver" ist.
     
  3. Lorelai

    Lorelai Chaos-Trulla

    Diese Karabinergeschichte finde ich - hab ich glaub schon öfter mal gesagt - nicht gut. Auch wenn kraeg schreibt, man verletzt das Pferd damit nicht... Doch, ich hab schon gesehen, wie ein Pferd von so nem Karabiner ne "dicke Backe" bekommen hat. Klar, der Pferdebesitzer hat in dem Fall auch ordentlich draufgedonnert, und zwar mehrmals, aber wer weiß ob du das nicht auch müsstest bei deinem "Elefanten"?
    Ich würde es zwar ähnlich angehen wie kraeg, aber ohne den Karabiner. Es gibt gute (dicke und kräftige) Führseile/Bodenarbeitsseile, die man ans Halfter hinknotet. Das gibt dann etwas unterhalb vom Halfter so nen dicken Seilknödel, mit dem kann man auch wunderbar Seilwellen. Und man kann dem Pferd den Knoten auch mal "um die Ohren hauen", wenns sein muss - aber ohne dass das Pferd dabei Schaden bekommt. Ist im Prinzip das gleiche wie bei kraeg, nur nen Tick "pferdefreundlicher", weil dem Pferd nicht gleich ein Metallkarabiner ins Gesicht fliegt...

    Wir haben übrigens auch so nen "Dickhäuter" bei uns am Stall. Ist ein Kaltblutwallach, totenbrav, aber sowas von "mir doch wurschd was du da tust". Der walzt einfach alles und jeden aus dem Weg. In den kann man - wortwörtlich gemeint - reinprügeln wie man will, das juckt den nicht. Zumindest nicht, wenn ich kleines Mädel da reinprügel. Da tun mir nachher höchstens die Gräten weh, aber mehr auch nicht... *g*
    Der Besitzer (ein Mann) kommt allerdings gut mit dem klar. Der hat einfach mehr Kraft, mehr Masse, den akzeptiert er gut... *schulterzuck*
     
  4. Nike

    Nike Fotowettbewerbssieger Mai ´09

    Ich würde dir auch von so einem schweren Karabiner abraten. Leichtere Karabiner tun es auch!
    Die Übung, die kraeg da bescheibt ist ähnlich wie die nach Parelli. Nur, dass bei der Übung nach Parelli das Seil nicht gleich komplett "geschleudert" wird.
    Bei diesen Übungen muss man allerdings sehr auf seine Körpersprache achten.
    Auch ich habe letztens mit diesen Übungen angefangen.

    Dabei stellst du dich in einem Abstand von ca 1,5 m zugewand direkt vor dein Pferd. Du stehst entspannt und ruhig, dein Gesicht zum Boden gewand. Ein Bein leich angewinkelt, die Arme locker nach unten hängend, den Strick in der Hand, das Seil locker durchhängend! Du wartest bis dein Pferd gerade mal nicht irgendwas anderes spannend findet und zu dir schaut. In dem Moment stellst du dich kerzengerade (!) auf, hebst deinen Arm mit dem Seil in der Hand und beginnst NUR (!) mir dem Zeigefinger zu wedeln (das Seil bleibt unbewegt (Stufe 1)). Du zählst 21...22...23... Dann beginnst du mit dem Handgelenk zu wedeln (das Seil bewegt sich leicht (Stufe 2)) und zählst wieder 21...22...23. Dann beginnst du mit dem Unteramt von rechts nach links zu wedeln(Stufe 3), wieder 21...22...23... In der letzten Stufe (Stufe 4) wedelst du mit deinen kompletten Arm, sodass der Strick -man könnte schon fast sagen- geschleudert wird!
    Die ansteigenden Stufen geben dem Pferd die Möglichkeit, die Unannehmlichkeit zu beenden indem es weicht.

    WICHTIG!!!! In dem Moment, in dem das Pferd auch nur einen mm weicht, hörst du SOFORT auf!!! Das Pferd hat nachgegeben und das ist das Ziel. Je eher es weicht, desto eher hörst du also auf zu wedeln. Beispiel: Dein Pferd setzt sein Vorderbein in Stufe 2 nur ein bisschen zurück! Du hörst sofort auf und stehst wieder entspannt da, bzw. lobst das Pferd.
    Danach beginnt du wieder bei Stufe 0. Entspannt stehen, Arme hängend u.s.w.

    Man sollte wissen, dass solche Sachen nicht von heute auf morgen hervorgezaubert werden können. Ich mache diese Übung nun schon, wenn auch nicht täglich, seit zwei monaten und mein Pony weicht immer noch 'erst' zwischen Stufe 1 und 2. Das dauert also! Angefangen haben wir mit einer groben Stufe 4!!! Also nicht verzagen. Mit viel Geduld bekommt ihr das bestimmt hin. Und ab und an auch mal 2-3 Tage Pause dazwischen lassen. Die Erfahrung muss sich beim Pferd nämlich auch setzten können:)
     
     
  5. RoterRubin

    RoterRubin Inserent

    Hallo :)

    erstmal ein ganz dickes DANKE! an alle Antworten!

    @Lorelai: dieser Wallach bei euch im Stall könnte meiner sein *lach* also vom Verhalten her. Es ist genauso wie du beschreibst! Man kann draufhaun wie man will und es interessiert ihn nicht.

    @Lorelai und Nike: Braucht man für eure "Maßnahmen" auch das Knotenhalfter? Das ist nämlich mein nächstes Problem, ich weiß zwar was das ist und wofür es da ist aber nicht wie man es absolut korrekt verschnallt, das hat mir nie jemand gezeigt und bei uns im Stall arbeitet auch niemand damit. (Bodenarbeit wird bei uns im Stall eh ein wenig belächelt -.-)

    @ll Ich werde das mal ausprobieren mit den Seilwellen und mich nach dem "Material" dafür umschaun. Ich denk ich werds erstmal ohne Karabiner machen, sozusagen die "softe" Tour. Mal schaun ob Pferdi weicht.

    lg
     
  6. Leo

    Leo . Mitarbeiter

    Ich persönlich würde da ja direkter vorgehen.
    Heißt, wenn mein Pferd nur auf grobe Hilfen rückwärts geht zB dann erst mit diesen deutlichen Hilfen arbeiten. Macht er was ich will, viel Lob von mir aus auch mit Leckerchen. Dann die Hilfen immer mehr reduzieren. Das erfordert natürlich viel Geduld und Zeit. Rückwärtsrichten würde ich zB eh durch Berühren des Vorderbeins tranieren. Tick leicht mit der Fußspitze gegen das Bein. Wenn er es hebt, kannst Du das Pferd leichter zurück führen.

    Beim führen würde ich so vorgehen, dass ich sofort anhalte, wenn das Pferd an mir vorbei stürmen will, es wieder an die Stelle zurück führe, wo es noch korrekt neben mir her gelaufen ist und von dort wieder los gehe. All diese Übungen erfordern natürlich viel Geduld. Zwischendurch einfach mal das Pferd stehen lassen, zum nachdenken. Grad bei solchen Büffeln finde ich das immer ganz gut.Die begreifen zwar vielleicht nicht so schnell,aber was einmal drin ist, bleibt meist auch drin. Zum führen würde ich aber wohl vorerst einen Kappzaum verwenden, da Du mit diesem präziser einwirken kannst.

    Ich halte wenig von Methoden, die nur mit Halfter X und Seil Y funktionieren. Muss ich ehrlich zugeben. Was nicht heisst, dass Du damit nicht gute Erfolge erzielen kannst.
     
  7. Nike

    Nike Fotowettbewerbssieger Mai ´09

    @ RoterRubin: Nein, es muss nicht unbedingt ein Knotenhalfter sein. Ich nehme auch meistens ein normales Halfter.
     
  8. RioNegro

    RioNegro Klugscheißer mit Herz Mitarbeiter

    Ich seh`s ganz genau wie Leo es geschrieben hat.

    Man braucht dafür auch nicht erst noch diese oder jene Ausrüstung...

    Wichtig ist, dass du ihm klare und deutliche Signale gibst. Wie auch immer. Mit Stimme. Oder durch stehen bleiben. Oder beides. Oder wie du`s ihm halt gelernt hast/lernen willst.
    Und dass du irgendwas hast, mit dem du ihm klar machen kannst "hallo, ich mein das schon so!"

    Am direktesten wirkt in so einem Fall Strick oder Führkette über die Nase.
    Dort sprichst du einen Reflex beim Pferd an. Geht ihm was gegen die Nase, bremst er instinktiv erstmal.

    Wobei das sehr wohldosiert sein muss.
    Es geht hier nicht um einen Kraftakt! Ganz und gar nicht.

    Sondern um klare Signale im richtigen Moment.

    Also einmal kurz aber spürbar zucken. Und sofort (!!!!!!!!) wieder nachlassen. Im Zweifel mehrmals hintereinander.
    Aber auf keinen Fall im Ziehen bleiben oder sowas. Sondern annehmen und sofort nachgeben.

    Ansonsten würd ich`s wie gesagt genauso machen wie Leo das beschrieben hat.
     
  9. Wanderreiter

    Wanderreiter Inserent

    Bei deinem "Dickhäuter" ist ein Knotenhalfter schon ganz angebracht!
    Über ein normales Halfter lacht der doch nur, Signale kommen so kaum an.
    Du kannst ein herkömmliches Knotenhalfter nehmen, aber es muß schon gut passen. ´
    Am besten googelst du unter dem Stickwort "Knotenhalfter", du findest eine Unmenge an Informationen über Wirkungsweise und Paßform!
    Besorge dir Literatur über Bodenarbeit mit Knotenhalfter, in der Westernszene wird viel damit gearbeitet.
    Übrigens geht es bei deinem Pferd um Respekt. Du wirst niemals mit Kraft irgendetwas erreichen. Und mit einem Knotenhalfter kannst du auf dich aufmerksam machen.
    Du wirst mit Führübungen anfangen, also gehen und anhalten. Hierbei mußt du sowohl mit deiner Körpersprache als auch mit dem Knotenhalfter arbeiten, solange, bis das Pferd gelernt hat, auf dich zu achten.
    Von Ferne lassen sich leider nur Tipps geben, am besten ist es, du suchst dir Literatur und kannst vielleicht mit einem Trainer arbeiten?
     
  10. Friesenstern

    Friesenstern Inserent

    Wanderreiter ich schliesse mich dir an...

    er mag grottenbraf sein, hat aber null respekt
    und mit *Kraft* verliert der Mensch sowiso...:nah:

    Ich bin überzeugter Knotenhalfterbenutzer schon seit Jahren...

    Mit der Hengstkette kann man den Nasenrücken erheblich verletzten...
    und mit dem Strick ist es so dass er nicht sofort *aufgeht* wenn man den Druck weg nimmt...da er ja eingefädelt ist , sonst fällt er ja über die Nase...

     
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