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Muss eine RB für Schäden am Pferd haften?

Diskutiere Muss eine RB für Schäden am Pferd haften? im Versicherungsfragen Forum; Hallo Ihr Lieben! Konnte zu dem Thema hier nicht wirklich was finden. Sollte es trotzdem irgendwo sein, gebt mir bitte Bescheid. Danke!:)...

  1. kaipi22

    kaipi22 Absolut verhaltensoriginell

    Hallo Ihr Lieben!

    Konnte zu dem Thema hier nicht wirklich was finden. Sollte es trotzdem irgendwo sein, gebt mir bitte Bescheid. Danke!:)

    Also:
    Gestern hatte ich ein Gespräch mit einer Freundin (ebenfalls PB) über Reitbeteiligungen. Sie meinte, sie mache sowas nur mit RB-Vertag. Schließlich kann sie damit eine RB haftbar machen, wenn das Pferd einen Schaden erleidet. Hier meint sie u. U. TA-Kosten durch einen Unfall des Pferdes, wenn die RB reitet oder führt ... So mal ein Beispiel: RB führt das Pferd, Pferd reißt sich los, stürzt und wird dadurch verletzt - es entstehen hohe TA-Kosten. Nun habe ich meiner Freundin gesagt, dass diese Geschichte allein Sache des PB ist. Es sei denn, sie könne ihrer RB nachweisen, grob fahrlässig gehandelt zu haben.

    Jetzt meine Frage(n): Sehe ich das richtig? Oder kann ich tatsächlich meine RB verantwortlich machen und zur Übernahme der Kosten "zwingen"?

    Jetzt schon mal vielen Dank für Eure Antworten!;)
     
  2. obsession

    obsession ...mag Basketball lieber

    Die RB haftet, wenn sie ursächlich verantwortlich ist.

    zB, wenn sie das Pferd am Putzplatz losbindet und "nackt" in die 50 Meter entfernte Box laufen lässt und das Pferd sich dabei langmacht. Ein besseres Beispiel fällt mir grad nicht ein.

    Wenn sich aber die Tiergefahr verwirklicht (Pferd geht durch weil es meint, im Wald ein Huchmampf entdeckt zu haben und bricht sich dabei das Bein), ist sie nicht haftbar zu machen, selbst wenn sie derweil obendrauf sitzt.

    Obsi.
     
  3. ulrike twice

    ulrike twice Heidemaus

    wenn man was von anderen leuten kaputt macht, muss man das bezahlen.

    sofern sie nicht mit dem hackebeilchen auf das pferd zugeht, bezahlt das ihre private haftpflichtversicherung.
    egal ob grob fahrlässig oder zufällig.

    dabei ist es ganz egal, ob man RB ist oder dem pferd nur zufällig begegnet: wenn man daran schuld hat, muss man dafür gerade stehen. deshalb gibt es ja versicherungen.

    sie ist schon ganz schön fies zu den pferdebesitzern.... da führt sie das pferd von anderen leuten, und sich lässt vorher die leute unterschreiben, dass sie dann keinesfalls dafür gerade stehen möchte. ich würde die nicht leiden mögen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 31. Jan. 2014
  4. Smigel

    Smigel KvD- Klugscheißer vom Dienst


    Vorab eines: Der normaler RB-Vertrag ist hierbei eigentlich egal, er dient letzten Endes nur der Beweisbarkeit. WENN, dann muss in dem Vertrag aber ganz klar geklärt werden, dass eine individuell geregelte Haftung besteht - und die kann durchaus wirksam sein. Diese Vereinbarung muss aber in beide Richtungen gelten, da sonst der Vorwurf des Verstoßes gegen die guten Sitten (o. ä.) erhoben werden und der ggfs. der ganze Vertrag fürn Arsch sein kann.

    Sehr problematisch kann es durch einen solchen Vertrag aber für die PB kommen, denn deren Tierhalter- als auch die Privathaftpflichtversicherung versichern sie gegen Ansprüche aufgrund GESETZLICHER Haftung, NICHT aber gegen die einer vertraglich vereinbarten (das ist ganz klar ausgeschlossen!). Kurz: Man kann sich mit so etwas auch ganz mächtig selbst ins Knie schießen, von daher: Vorsicht!

    Um das ein wenig zu konkretisieren: Deine Frage, ob man die RB zur Kostenübernahme "zwingen" kann: Ja klar, kann man. Mit der Folge, dass das Gleiche aber auch auf einen selbst zurückfällt. Richtet das Pferd an der RB einen Schaden an, so ist eine PB - wenn man sich an der einschlägigen Rechtsprechung orientiert - im Regelfall auf der sicheren Seite, mit einer Tierhalterhaftpflichtversicherung ist sie sowieso unangreifbar bzw. bekommt sie von dort aus volle Rückendeckung und muss sich keine Sorgen machen.

    Würde aber eine solche "spezielle" Haftungsvereinbarung vorliegen, so würde sich jeder halbwegs cleverer Anwalt auf eben jene berufen und die PB voll aufs Korn nehmen. Und die THV winkt dabei - siehe oben - ganz locker ab, da so etwas nicht Gegenstand der Versicherung ist. DAS wird eine ganz heiße Kiste, ich kann davon nur dringendst abraten.

    Und meine moralische Meinung: Wer eine RB haben und den Nutzen daraus für sich verwerten will, der muss auch die möglichen Schattenseiten in Kauf nehmen.

    Völliger Schwachsinn ist es übrigens, wenn Deine Freundin glaubt, dass sie auch nur einen Cent sieht, wenn dem Pferd "einfach so" etwas passiert, während die RB Umgang mit ihm hat. Dazu bedarf es zwingend eines (groben) Verschuldens der RB.



    Nein, das ist so falsch. Schäden an gemieteten, geliehen, gepachteten oder zur Nutzung überlassenen Gegenständen (sucht Euch aus, welchen Punkt davon das Pferd erfüllt) sind generell in jeder Haftpflichtversicherung (egal welcher Art) ausgeschlossen.



    Das ist kein gutes Beispiel, auch wenn Du in die richtige Richtung gehst. Würdest Du mit dem Argument kommen, dann würde ich - wäre ich der gegenerische RA - sofort den Beweis anfordern, dass sich das Pferd bei ordnungsgemäßem Führen eben nicht lang gemacht hätte. ;)




    LG


    Dennis
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. Feb. 2014
     
  5. Steady

    Steady Nur echt mit dem Q!

    Ja, genau so ist es auch in meinem Vertrag mit der PB geregelt.
    Wenn ich meine, mit dem Pferd waghalsige Stunts einüben zu müssen, wie Springen durch 'nen brennenden Reifen oder mich im Jagdgalopp kopfüber an die Seite hänge, mal sehr überzogen geschrieben und es geht was schief, dann werde ich dafür zur Verantwortung gezogen.
    Genauso, wenn ich mutmaßlich Sachen kaputt mache, also die Trense in akkurate Streifen schneide o.ä.
    Wo man eben merkt, dass das nicht passiert sein kann, als sich das Pferd aus Panik los gerissen hat.

    Die PB sollte ja auch in der Regel ihren Pappenheimer kennen, da wäre es mir als RB auch wichtig, das im Vorfeld alles genau zu klären und festzuhalten, wenn das z.B. ein sehr schreckhafter oder auch ein sehr schlauer Kandidat ist, der Türen und Knoten aufmachen kann oder wenn es einfach gewisse Dinge / Situationen gibt, wo man aufpassen sollte (schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit / noch nicht weit genug vom Ausbildungsstand usw).
    Generell habe ich ja jetzt für mich gelernt, dass man am besten alles anfangs dokumentieren und vertraglich festhalten sollte. :rolleyes (2):

    Dadurch, dass die PB meiner RB weiter weg studiert hat und selten da war, war es für mich bei diesem Pferd auch gewissermaßen ein "Learning by experience".
    Bei den vorigen RB's hatte ich immer eine Art "Einarbeitungsphase".
    Dafür aber auch keinen Vertrag.

    In meinem jetzigen Fall wäre ich mir unfair behandelt vorgekommen, wenn die PB mich anfangs alleine zur Verantwortung gezogen hätte, falls sich etwas aus einer Situation heraus entwickelt hätte, was ich absolut nicht habe wissen können.
    Vertraglich hätte sie es wahrscheinlich machen können, aber menschlich wäre es für mich ein absoluter Schuss unter die Gürtellinie gewesen.
    Damit schließe ich mal grundlegende Dinge aus, die man einfach im Umgang mit (Fremd-/Nicht eigenen)Pferden wissen sollte.
    Wie z.B. dass man es nicht irgendwo unbeaufsichtigt stehen lässt oder einfach mit einem anderen oder gar fremden Pferd auf dem Platz laufen lässt (wenn man nicht das ausdrückliche OK hat) etc.

    Ich gebe zu, dass ich diesen Vertrag zu der Zeit der Aufsetzung auch eher blauäugig gesehen habe bzw. mir das nicht bewusst war, was die PB mit mir hätte alles abziehen können, ich habe da auf sie vertraut und wurde nur aus Glück nicht enttäuscht.
    Würde ich heute einen Vertrag aufsetzen, würde ich da schon genauer drauf achten.
     
  6. ulrike twice

    ulrike twice Heidemaus

    ups? und ich dachte, dies gilt nur für gemietete sachen? nicht für geliehene bzw welche, die man benutzt? die würden also zahlen, wenn ich den bestizern das pferd heimlich wegnehme, aber nicht dann, wenn ich es offiziell tun darf??
     
  7. isi love

    isi love Inserent

    Hi,
    Interessantes Thema!
    Für mich klingt das mit der Verwirklichung der Tiergefahr in Verbindung mit "Nicht zahlen müssen" auch recht logisch.

    ein klitzekleines OT:
    :lol (2):

    LG
     
  8. Smigel

    Smigel KvD- Klugscheißer vom Dienst



    Der Ausschluss bezieht sich auf sämtliche von mir genannten Sachen, nicht nur auf gemietete.

    Zum "heimlichen Wegnehmen": Auch da gibt es einen Ausschluss, nämlich den für unerlaubte Handlungen / Straftaten. Bei Vorsatztaten und den daraus eventuell resultierenden Schäden endet so gut wie jeder Versicherungsschutz.


    LG


    Dennis



    PS: Ich komme mir hier gerade so klugscheisserisch vor, weil ich nahezu jeden korrigiere - aber gelernt ist nunmal gelernt... :toll:
     
    Zuletzt bearbeitet: 31. Jan. 2014
  9. kaipi22

    kaipi22 Absolut verhaltensoriginell

    Habt erst einmal vielen Dank für Eure Antworten:)

    Aber so richtig werde ich nicht schlau:bahnhof:

    @Smigel
    Wie jetzt???? Bisher dachte ich immer - zumindest habe ich das so aus den Verträgen herausgelesen, dass die TierhalterHP nur für Schäden an sog. "Dritten" aufkommt. Das heißt, wenn meine RB sich mit meinem Pferd beschäftigt und das Pferd richtet dabei einen Schaden an (aber nicht an der Reitbeteiligung), dann zahlt die Versicherung. Wenn mein Pferd meiner RB die Brille vom Kopf schubst und die geht dabei kaputt, dann ist das doch Sache der RB und nicht Sache meiner TierhalterHP. Oder?

    Ja, genauso sehe ich das ja auch und so habe ich das auch meiner Freundin versucht zu erklären. "Und nun weise mal nach, dass das grob fahrlässig war. Da steht dann Aussage gegen Aussage."
     
    Zuletzt bearbeitet: 31. Jan. 2014
  10. Smigel

    Smigel KvD- Klugscheißer vom Dienst


    Richtig.



    Ich hätte jetzt gerne "richtig" gesagt, aber das wäre nicht korrekt beantwortet.

    Also: Wenn das von Dir gesagte eintritt, so hat das erst einmal - so wie alle Haftungsdinge - rein garnichts mit der THV zu tun, sondern mit dem Tierhalter bzw. seiner Schadensersatzpflicht selbst, denn ER ist derjenige, der haftet / schadensersatzpflichtig ist. Die Lösung lautet hier (und damit sind wir wieder bei meiner obigen Aussage), dass der Tierhalter hier lt. der aktuellen Rechtsprechung im Regelfall nicht in der Haftung ist. Und nun zu Dir: Ja, es ist auch keine Sache der THV - und zwar aus genau dem gleichen Grunde. Etwas, für das der Tierhalter nicht haften muss, ist nicht Gegenstand der THV, denn diese ist ja genau für den gegenteiligen Fall da, nämlich den, das der Tierhalter in der Haftung steckt / für einen Schaden schadensersatzpflichtig ist (ist ja auch logisch, oder? :) ).

    Nun noch die Ergänzung: Wenn das Ganze bei Deiner Freundin passiert und in ihrem Vertrag eine anderslautende Regelung vereinbart wurde (nämlich, dass man doch haftet), dann kann das durchaus gültig sein und sie als Tierhalterin haftet. Aber eben NICHT aufgrund der allgeimen geltenen gesetzlichen Regelungen, sondern allein aufgrund ihrer freiwilligen vertraglichen Haftung - und da endet der Schutz einer THV nun einmal. Kurz: Es kann ihr durchaus passieren, dass sie die Brille ersetzen müsste und von ihrer THV nicht einen einzigen Cent bekommt.


    LG


    Dennis
     
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