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Nach einem Unfall kein Reiten mehr möglich

Diskutiere Nach einem Unfall kein Reiten mehr möglich im Pferdeflüsterer Forum; Hallo, Ich gehöre seit über 3 Jahren zu den glücklichen Pferdebesitzern. Leider hatten mein Wallach und ich einen schlechten Start und im ersten...

  1. Sadan

    Sadan Neues Mitglied

    Hallo,

    Ich gehöre seit über 3 Jahren zu den glücklichen Pferdebesitzern. Leider hatten mein Wallach und ich einen schlechten Start und im ersten Jahr einen schweren Unfall. Ich kaufte ihn als altes Schulpferd (gut ging es ihm nicht in dem Stall) mit chronischer Bronchitis und Arthrose. Die Bronchitis ist nun seit der Umstellung auf Offenstall, bzw. im Winter nur nachts rein stellen, weg - er hustet unheimlich selten. Die Arthrose leider verschlimmert.

    Zur Unfallsituation: Er ist mir im Gelände "durchgegangen", ich bin gefallen und dann ein halbes Jahr weg gewesen, ohne Kontakt zum Pferd, da ich mich von einer gebrochenen Wirbelsäule erholen musste. Mittlerweile weiß ich, dass er nicht aus Bösartigkeit durchgegangen ist, sondern weil er zurück zur Herde wollte. Mein Fehler war allein rauszugehen mit einem Pferd, welches Gelände nicht kannte und sich nur schlecht daran gewöhnen wollte. Nun ja man lernt ja aus Fehlern.

    Auf dem Platz war hingegen immer alles gut. Er ist zwar als Arabermix sehr flott und manchmal übermotiviert, ließ sich aber immer "kontrollieren". Die Bodenarbeit mit ihm war auch immer gut, nachdem wir uns angefreundet hatten und er mich respektierte, konnten wir uns mittels Horsemanship und Dressur- und Springelementen immer gut beschäftigen. Eben bis zum Unfalltag.

    Nun ist die Situation, dass ein weiterer großer Fehler nach dem Unfall passierte, der womöglich alles verschlimmerte. Er ist sensibel und mag es nicht sonderlich, wenn zuviele Menschen an ihm herum"fummeln". Er sicher nach einer Zeit auf Menschen ein, aber das braucht bei ihm viel Zeit und Vertrauen. Meine damalige Reitbeteiligung hat ihn auf meinen Wunsch weiter geritten, leider zu einem Zeitpunkt wo er schon Satteldruck entwickeln hatte, da seine veränderte Figur irgendwann nicht mehr in den Sattel passte. Leider war mir das Ausmaß nicht bewusst, wie gesagt ich war für ein halbes Jahr von der Bildfläche verschwunden. Ich hörte nur immer wieder schlimme Geschichten, dass er nicht macht was er sollte, und förmlich wegrannte. Nachdem ich es sah, habe ich erstmal alle Reitversuche abgebrochen. Seitdem nur Bodenarbeit und auch nur noch ich bzw. eine neue Reitbeteiligung die auch sehr gut klarkommt mit ihm. Geritten bin ich ihn dann einmal später, mit einem passenden Sattel. Im Schritt ging alles super, sodass ich sogar raus aus dem RoundPen, frei auf dem Platz etwas machen wollte. Ich trabte an und er rannte nach einer Runde Trab wieder los. Weg vom Schmerz bzw. vom drohenden Schmerz. Leider bin ich dann auch wie gelähmt vor Angst gewesen und konnte mich wenig gut verhalten, also ließ ich mich freiwillig fallen, brach diese Versuche wieder ab und blieb bei Bodenarbeit.

    Nun möchte ich es wieder versuchen, und ich bin nicht mehr bereit aufzugeben. In der Zwischenzeit hatte ich ein Pflegepferd und habe meine Angst vor dem Galopp verloren - auch wenn mir bewusst ist dass mein Wallach wesentlich flotter unterwegs ist als das Pflegepony was ich hatte ;) Nebenbei, er wird gegen die Arthrose behandelt, reiten möchte ich ihn, wenn er natürlich keinen Schub hat. Ich möchte ihm sicherlich nicht zusätzlich Schmerzen bereiten. Aber gelegentlich möchte ich schon wieder reiten und besonders ihn, er ist einfach unglaublich toll.

    Ich arbeite eigentlich nach allen Methoden die funktionieren und die er versteht. Daher bin ich auch für neue Methoden offen sofern ich sie pferdegerecht empfinde bzw. das Gefühl habe mein Wallach versteht sie - also ich zwinge nicht auf sondern arbeite weiter wenn der Ansatz hinhaut, dann ist auch er bereit mehr zu lernen und vor allem ich fühle mich sicherer dabei. Derzeit ist es eine Mischung aus Parelli, Horsemanship, aber auch etwas Dressur (eine ordentliche Ausbildung hatte er nicht, aber da er mit 23 nicht auf Turniere gehen soll ist das auch nicht dringend nötig - wir beide sollen uns verstehen, das ist das einzig wichtige).

    Ziel ist dass er ein Pad oder Fellattel akzeptiert (Ja ich weiss, darüber gibt es geteilte Meinungen, das ist aber nicht Sinn der Diskussion ;) oder ihn nur mit Ring/Seil zu reiten. Er hasst alles was ihn irgendwie einbindet, auf Gebiss reagiert er kaum, daher möchte ich auch auf Zügelarbeit verzichten (hat immer gut geklappt, wenn man die wegließ ging er immer super entspannt - in seinem Kopf befinden sich leider immernoch die am Gebiss zerrenden Kinder). Ich möchte ihm auch nichts mehr aufzwingen, die meisten Tipps aus meinem Stall haben es verschlimmert (Tipps wie hau ihm eine drauf, wenn er nicht pariert möchte ich auch hier nicht hören (liebe Grüße an meinen Stall) - würde auch nichts bringen, das einzige was ihm und damit mir etwas bringt ist, wenn man konsequent UND sensibel genug ist und ihm beweist, dass er Vertrauen haben kann). Auch die Versuche englisch wie im Buch vom Stern zu reiten stießen immer auf Unwillen - ich glaube er verbindet einfach insgesamt nur Schmerz und schlechte Erfahrung damit. Mit Horsemanship/Parelli - Elementen (alles funktioniert noch nicht so, aber wir machen Fortschritte) habe ich die besten Erfahrungen gemacht. Er war immer motiviert bei dieser Art zu arbeiten und wir haben schon einige seiner Ängste (oder auch Anwandlungen, wie ich teste mal meinen Menschen, mal gucken ob er es immer noch wert ist ihm zu vertrauen und zu glauben - neue Flausen wie "Pfützen sind böse" interpretier ich so, da ich sein Gesicht kenne, wenn er wirklich Angst hat ;) damit abbauen können.

    Den Rest schaffe ich aber nicht ohne Tipps, da ich dahingehend noch unsicher bin. Ich habe versucht ihn an Dinge auf dem Rücken zu gewöhnen, und ihm auch auf dem Bauch Seile gelegt oder was auch immer da war. Beim Bauch wird er schon nervös, aber wenn er soweit ist und es akzeptiert klappt es dennoch nicht mit dem Sattel. Wie kann ich ihm sonst noch verklickern, dass Reiten nicht mehr auf Schmerz hinauslaufen muss? Ganz ohne Sattel möchte ich eigentlich nicht, aber wenn es nicht anders geht dann eben nur mit Ring. Aber mich und den Ring sollte er auf sich tolerieren - was kann ich versuchen um das letzte Ziel zu erreichen?

    Liebe Grüße und danke schonmal fürs Lesen des langen Textes...
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Dez. 2013
  2. Weltenwanderer

    Weltenwanderer Isiphiler Workophobiker

    Du
    ..."gelähmt vor Angst"....schreibst du oben.
    Hast Du Deine Angst vor dem Reiten inzwischen überwunden? Fühlst DuDich auf anderen Pferden, auch temperamentvolleren, inzwischen sicher?
    Hast du noch Angst vor DEINEM Pferd?
    Hast Du eine Vorstellung, wie Du reagieren würdest, wenn Du oben sitzt und er davonschiesst, weil er sich erschreckt oder zur Seite springt?

    Dein Pferd
    hat einen Schock von eurem Unfall und viele schlechte Erfahrungen aus seinem Schuli-Leben und neue schlechte Erfahrungen mit Schmerz beim Reiten bei Dir

    Ich kenne weder Dein Pferd noch dich - und kann euch daher nicht wirklich einschätzen
    Aber,
    nach so einem schweren Unfall ist es absolut nicht ungewöhnlich, wenn Du Angst hast und ein sensibler Arabermix wird das sofort mitbekommen.
    Eine Kombination aus seinen und deinen Ängsten halte ich daher für potentiell durchaus gefährlich für euch beide;

    Ich denke, wenn du nicht an eurem Stall sehr kompetente Hilfe hast - so kompetent, dass sie den Ansatz von gefährlichen Situationen erkennt und euch da raus holen kann, würde ich an deiner Stelle z Bsp im Bereich Connected Riding nach möglichen Trainern in der Nähe suchen und diese Phase nur begleitet angehen: gegebenenfalls auch mit deinem Pferd 2 Wochen zu einem Trainer fahren und dort beaufsichtigt arbeiten: Diese Art Trainer sollte einiges an Erfahrung mit traumatisierten Pferden mitbringen und sind in der Regel auch aufgeschlossen gegenüber gebissfrei und Ähnlichem
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Dez. 2013
  3. treuerhusar

    treuerhusar Gesperrt

    Wie alt ist das Pferd?

    Das spielt eine wesentliche Rolle.
    Denn je älter das Pferd, je länger das "falsch" gearbeitet wurde, desto länger dauert die Korrektur.

    Was Du genau machen kannst oder musst, wird hier aus dem Forum kaum zu erklären sein.
    Dazu muss man Dich in der Arbeit mit Deinem Pferd sehen.
    Was sich naturgemäß wohl kaum realisieren lässt.

    Letztendlich geht es nur mit Geduld.
    Mit unendlich viel Geduld.
     
  4. Sadan

    Sadan Neues Mitglied

    Danke euch beide schon mal :) Ja Geduld habe ich, das lohnt sich in jedem Fall. Er ist 23 Jahre, aber generell fit für sein Alter und immernoch "viel zu" motiviert :D.

    Am Boden habe ich gesunden Respekt aber keine Angst mehr vor ihm. Ich weiß dass ich ihm am Boden kontrollieren kann, gelegentlich erschreckt er auch mal und auch da behalte ich die Zügel in der Hand ;) Aber: Er war schon immer zumindest für mich, leicht am Boden zu kontrollieren, aber auf ihm war das auch immer schwieriger - was aber auch nicht so ungewöhnlich ist. Pferde sehen einander - daher am Boden auch leichter ihm zu zeigen dass alles gut ist. Lernen könnten wir aber den Rest auch. Die Angst vorm Reiten habe ich dank meines Pflegeponys auch verloren. Wie ich auf ihm reagiere kann ich aber dennoch schlecht einschätzen. Man weiß es nie vorher. Besonders da ich nicht mehr das Gefühl habe ihn beim Reiten zu kennen - wie gesagt er ist mittlerweile einfach komplett anders.

    Connected Riding kann schonmal ein guter Ansatz sein - danke!

    Klar muss man uns sehen, da hast du recht. Um wenigstens ein ungefähres Bild zu machen habe ich auch soviel geschrieben. Hier geht es auch erstmal nur um Mindmap, da ich grad etwas in einer Sackgasse verschwinde... Und wenn jemand ähnliche Erfahrungen hat hör ich mir gern die Geschichte an :)
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Dez. 2013
     
  5. treuerhusar

    treuerhusar Gesperrt

    Eine ähnliche Geschichte ...

    Ich habe mich vor zwei Jahren mit einem Vierjährigen überschlagen.
    Ursache unbekannt.
    Dabei ist mir dieses Pferd auf eine Hand gefallen.
    Folge: ein völlig zertrümmertes Handgelenk mit einer daraus resultierenden Beeinträchtigung.
    Das wird sich auch nicht mehr ändern lassen.

    Das betreffende Pferd habe ich immer noch.
    Ich habe da zwischenzeitlich auch schon mal wieder drauf gesessen.
    Mit einem mitunter sehr mulmigen Gefühl. Denn schließlich wurde das Pferd seit dem gemeinsamen Salto nicht mehr geritten. Also ist das Pferd relativ roh und wird jetzt 7 Jahre alt.

    Ich würde ganz gerne wieder mit dem Pferd arbeiten, aber derzeit werde ich wieder durch meine Hand ausgebremst.

    Angst im eigentlichen Sinne habe ich nicht.
    Aber eine gehörige Portion Respekt.
    Und bei jeder Unregelmäßigkeit im Bewegungsablauf möchte ich am liebsten wieder runter.
    Eine reine Kopfsache also.

    Über die lange Zwangspause bin ich eigentlich gar nicht so unglücklich.
    So hatte dieses Pferd genügend Zeit, sich auszuwachsen.
    Ebenfalls als positiv empfinde ich, dass ich genau weiss, welche Erfahrungen das Pferd in der Zwischenzeit gemacht hat. Solch unliebsamen Überraschungen, wie der Satteldruck bei Deinem, blieben meinem erspart.

    Ich kann Dir wirklich nur empfehlen, Dir Zeit zu lassen.
    Lieber einmal einen Schritt zurück, wenn Du Dich unsicher fühlst.
    Höre Dir die Vorschläge Deiner Mit(st)reiter an und entscheide selber, was davon für Dich anwendbar ist.
    Denn Du bist die einzige, die wirklich beurteilen kann, was Dir möglich ist. Physisch wie psychisch.

    Im Grunde genommen solltest Du Dein Pferd behandeln, wie eine Remonte.
    Da muss man auch erst einmal das Vertrauen aufbauen.
    Das betrifft natürlich auch das Satteln.
    Langsam, ruhig, aber bestimmt die Anforderungen steigern.
    Dabei aber selber völlig gelassen bleiben.
    So ganz nebenbei den Gürtel schließen und ganz allmählich Loch für Loch nachgurten.
    Mit Knuddeleinheiten und Führen an der Hand dazwischen.
    Ich habe übrigens in solchen Fällen sehr gute Erfahrungen mit elastischen Gurten gemacht.

    Lasse Dir einfach Zeit. Niemand treibt Dich.
    Behandle Dein Pferd wie eine Remonte.
    Wie eine 23 Jahre alte Remonte.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Dez. 2013
  6. Anastasia_Moon

    Anastasia_Moon Ponyfan

    Ein wenig, wenn auch in milderer Form, kommt mir das von einem eigenen Unfall bekannt vor.
    Viele Faktoren zusammen, die dann dazu geführt haben das mich meine Stute ohne jede Vorwarnung mit voller Absicht runterbuckelte, Glück gehabt da ich "gut" gefallen bin, dicke Prellung und eventuell angeknackste Hüfte waren das Resultat. heute weiß ich: Der Sattel hat gedrückt! Wir sind schräg den Hang hoch getrabt, dabei ist auf ihre empfindlichere Seite starker Druck gekommen und sie hat aus Reflex gehandelt. Darf sie auch, wenns wehtut soll sie es ja zeigen. Das ich auf eine neue Zäumung, nach einer Woche Pause und nur in Turnschuhen geritten bin spielte auch noch mit rein.
    Danach hatte ich auch lange Zeit "Angst" vor ihr. Nicht am Boden, nur im Sattel. Andere Pferde waren kein Problem, aber bei ihr reichte ein Zucken oder ein zu schneller trabschritt und ich bin abgesprungen. und da sie als Vollblut eh schon ein Sensibelchen ist, wusste sie meine Angst auch gar nicht einzuschätzen und wurde ja noch nervöser. Die Folge: Ein Jahr fast ganz ohne Reiten.
    Als ich dann kurz davorstand sie zu verkaufen habe ich mich daran erinnert warum ich sie damals wollte. Nur SIE und kein Pferd sonst. Und bin die Sache angegangen.
    Zuerst einmal habe ich mir, da ich keinen Reitplatz habe, ein Viereck auf einer Weide gebaut. Nicht zu groß damit sie gar nicht auf die Idee kommt zu Rennen (natürlich nur in meiner Einbildung aber es hat geholfen).
    Und dann: Schritt für Schritt. Tag 1: Putzen, Satteln (auf angepasstem Sattel), Mama hält fest, drauf, eine Runde Schritt, loben, runter.
    Tag 2: Unter Aufsicht 2 Runden
    Tag 3: 5 Runden
    Tag 4: 5 min Schritt, halbe Bahn Trab, Schritt, Ende.
    ...
    Tag bedeutet hier nicht nacheinander sondern alle paar Tage eine Einheit.
    Natürlich war das für mein Pferd keine Anstrengung, aber da ich sie nebenbei immer fit gehalten hab war sie auch keine wandelnde Dynamitstange.
    Unter Aufsicht deshalb: Es gibt mir en gutes Gefühl und wenn ich mich erschrecke und Panik krieg kann derjenige am Boden mich beruhigen weil er das ja viel besser im Blick hat.
    Ziemlich zeitgleich habe ich angefangen die Süße zu Spaziergängen mit meiner Mutter mitzunehmen, vom Tempo her war es eher Walken und genau ihre Schrittlänge. Irgendwann hab ich ihr dann einfach mal den Sattel angezogen und mich mitten im Spaziergang draufgesetzt, 200m reiten, solang man sich eben wohlfühlt, loben, absteigen, weitergehn, bis ich fast die ganze Runde geritten bin. Dann mal ein kleiner Umweg zum Traben, oder mal vorlaufen und wieder umdrehen.

    Was ich damit sagen will:
    Langsam aber stetig und immer mit Aufsicht haben mir damals viel Sicherheit gegeben. Und wenn was nicht klappt, dann eben einen Schritt zurück. Schön wäre ein Trainer gewesen, aber ohne Platz wollte mir keiner helfen :bahnhof:
    Kann dich vielleicht jemand an die Longe nehmen? Oder im Trab führen? Das klingt total dumm, grade wenn man eigentlich schon lange reitet, aber es hilft. Ist ja vor allem ein psychologisches Problem, da hilft alle Erfahrung der Welt nichts.
     
  7. sasthi

    sasthi Bandenprofi

    Die Dressur-Studien befassen sich momentan auch mit den verschiedenen "Beweggründen" von Angst. Sehr lesenswert.
     
  8. Elchhexe

    Elchhexe Bekanntes Mitglied

    Viele von uns haben ähnliche Erfahrungen. Ich z.B. bin schon oft gefallen, hatte auch schwere Stürze auf Hindernisse etc.

    Allerdings hatte ich wirklich NIE Angst wieder zu reiten. Auch nicht dasselbe Pferd. Bis... mich meine damals knapp 4-jährige derat brutal runter buckelte,weil sie extrem schmerzhafte Blockaden im Widerristbereich hatte. Wußte ich da noch nicht (erst ein guter Osteo klärte mich später darüber auf, dass das Schmerzen seien, wie von einem Messer)... und die Klemmigkeit beim Führen nach dem satteln schob ich auch Lustlosigkeit, weil es so heiß war. Gelandet bin ich auf dem Kopf, auf steinhart ausgedörrtem Weideboden, bereits vorgeschädigt durch Arthrosen, welche mich so ungeschmeidig machten, dass ein gezieltes Abrollen nicht klappte.

    Ich habe mich danach über 1 jahr auf kein Pferd mehr getraut. Auch nicht auf meine beiden anderen. Wir haben auch keinen vernünftig bereitbaren Reitplatz. Auf der Weidde, auf der es passiert war, war die Angst natürlich übermächtig.

    Dann habe ich gaaaaaaaaaaaaaaaanz langsam wieder angefangen. Mit einer Bekannten, die ebenfalls durch Stürze traumatisiert war, im Schritt ausgeritten (natürlich nicht auf der Remonte sondern auf meiner Trakki 1). Da sie noch ängstlicher war als ich, "vergaß" ich mein Problem und wir übernahmen die Führung. Dann wurde nach Monaten wieder getrabt und letztlich ritt ich wieder alleine aus, in allen Gangarten. Das dauerte gesamt über ein jahr.

    Dann brachte ich die Remonte (inzwischen 6-jährig) in einen anderen Stall... dort gab es einen vernünftigen Platz und eine Halle. Ich wollte dort 3 Monate bleiben, um endlich wieder mit ihr arbeiten zu können. Sie hatte eine großzügig dimensionierte Paddockbox und täglich mindestens 2 x freilauf, sowie Weide, wenn es die üble Ungezieferplage des Sommers zuließ.

    3x habe ich geführt drauf gesessen. Beim 4ten Mal bekam ich wieder einen Freiflug. Am nächsten Tag wieder ein Flug.

    Osteo da... neue Blockaden, die aus seiner Sicht daraus rührten, dass sie sich immer wieder in der Box festliegt, weil sie nur OS gewohnt ist.

    Jetzt hatte ich die Wahl, auf biegen und brechen das ganze durchzuziehen oder dem Pferd zuliebe abzubrechen.

    Ich habe sie wieder "nach Hause" gebracht, noch am selben Tag... 6 km geführt, bei Affenhitze!

    Seither habe ich nicht mehr drauf gesessen. Die Verhältnisse passen nicht. Kein vernünftiger Platz, keine Halle und Angst vor dem letzten Schritt meinerseits. Ich sattele sie, ich longiere sie, ich gehe mit ihr spazieren und ich vertraue ihr blind (jedenfalls meistens), aber da ist dieser Punkt, wenn ich auf der Aufstiegshilfe stehe, da werden wir beide unruhig... sie tänzelt weg (was sie vor den Sturz nie tat), ich bekomme dummes Kopfkino... und breche ab. Andere pferde reite ich. Manchmal mit mulmigem Gefühl... dann klemme ich auf Trakki 1 statt zu sitzen. dann buckelt sie mich zurecht und alles passt wieder.

    Was ich mit dem viel zu langen Beitrag sagen will... manchmal passt es einfach nicht. da nutzt weder Methode, noch Erfahrung, noch Können... da hilft nur Zeit und Geduld,... oder gar nichts. Dann muss man es so hinnehmen.

    Übrigens, ich hatte eine junge, engagierte und couragierte junge Frau eine Weile am Stall. DIE hat ab und zu drauf gesessen, während ICH führte. Das ging, also liegt das Problem eindeutig an mir. Löse ich das auf, wird die Stute auch keine Probleme machen. Außer, ich übersehe wieder irgendwas...

    Shit happens... teilweise immer wieder!
     
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