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OT-Frage von Winchester: "Pferdehalter"

Diskutiere OT-Frage von Winchester: "Pferdehalter" im Versicherungsfragen Forum; Ich nochmal: Ich habe da nochmal eine Frage an den Experten ;D Meine Rechts-Dozentin an der FH faselte neulich was von der Haftungspflicht...

  1. Winchester

    Winchester Inserent

    Ich nochmal:

    Ich habe da nochmal eine Frage an den Experten ;D

    Meine Rechts-Dozentin an der FH faselte neulich was von der Haftungspflicht des Tierhalters.
    Irgendwie ging daraus hervor, dass ich, wenn ich beim Pferd bin in dem Moment der Tierhalter bin.
    Somit bin ich laut Dozentin (wie auch zB der Halter eines Hundes...auch wenn der ihm nicht gehört, sondern nur mit ihm spazieren geht) verpflichtet für Schäden zu haften. Gilt so etwas nur im Falle der groben Fahrlässigkeit oder allgemein?
    Ich mein, wenn ich Nachbars Hund ausführe, ihn ableine, auf einen Spaziergänger zeige und "fass" rufe ist es ja klar xD. Aber wenn das Tier meinetwegen an einem anderen vorbeigeht und ohne grund zubeißt (obwohl angeleihnt). Muss ich dann haften?
    Okay, übertragen wir das Beispiel auf ein Pferd.
    Fremdes Pferd geht hinter meiner RB lang. RB latscht nach hinten und verletzt das Fremdpferd.

    Meine Dozentin meinte, ich müsste dann als Tierhalter in solchen und ähnlichen Fällten haften.

    Ich merk schon. Ich verwirre Stiftung :err::err:
     
  2. Smigel

    Smigel KvD- Klugscheißer vom Dienst

    Da Deine Frage mit dem ursprünglichen Thema nichts zu tun hat, hab ich dir mal einen eigenen Thread verpasst.


    Deine Rechts-Dozentin sollte schon wissen, wo der Unterschied liegt zwischen Tierhalter und dem, der das Tier nur mal kurz versorgt. Ich vermute auch mal, DASS sie es auch weiß und will ihr daher nicht reinreden.

    Vergleiche hierzu § 834 BGB und sprich die Dozentin nochmal drauf an. Ach ja, ein Hinweis noch: § 834 BGB behandelt den GEWERBLICHEN Tierhüter, der NICHT mit dem privaten zu vergleichen ist.

    Wenn nach den Ausführungen der werten Dame immer noch Unsicherheiten bestehen, darfst Du gerne fragen und werde versuchen zu antworten.

    Versteh mich nicht falsch: Es hat nichts damit zu tun, dass ich Dir nicht antworten will (sonst würde ich diesen Thread ja nicht extra erschaffen), sondern ich will einer Rechts-Expertin (was sie hoffentlich ist) nicht in ihr Zeug reinreden, was Du ja theoretisch auch einfach nur falsch verstanden haben kannst. Zudem glaube ich einfach mal, dass SIE es besser wissen sollte als ich.

    Eines kann ich Dir aber mit SICHERHEIT sagen: Du bist - wenn Du Dich um ein fremdes Pferd kümmerst - NICHT der Halter. Definitiv nicht. Du bist zwar in dem Moment BESITZER (nicht mit EIGENTÜMER verwechseln!!!) - aber das hat damit so gut wie nichts zu tun.

    Kurzum: Frag nochmal genau nach. Vielleicht löst sich das Rätsel dann - und sogar noch besser, als ich es hier kann. Ich verfüge zwar über gewissen Rechtskenntnisse, aber dass ich anderen (fremden) Experten reinrede - ne, soweit bin ich dann noch noch nicht (auf meinen Charakter bezogen). :1:

    In dem zusammenhang mal eine Frage: Was studierst Du eigentlich?

    LG

    Dennis
     
  3. Winchester

    Winchester Inserent

    Ich studier Sozialarbeit und bin daher auf auf Seminare zum Thema Recht angewiesen (habe erst ne Klausur mit 2,3 bestanden, yeah xD).

    Zurzeit habe ich Semesterferien, doch vorher hatte ich sie nochmal drauf angesprochen und sie meinte, dass man als Tierhalter derjenige ist, der sich zu dem Zeitpunkt um das Tier kümmert, bzw bei ihm ist. EDIT: und auch des öfteren natürlich bei dem Tier ist. Also Besitzer, RB u.ä.
    Deswegen war ich ja so verwirrt. Sie hatte erst das Beispiel mit einem Hund gebracht, was ich ja auch schon nannte.
    Daraufhin habe ich dann nachgefragt, wie es im Falle eines Pferdes wäre und sie meinte, dass es so wäre, dass wenn das Pferd unter der Aufsicht von mir als RB schaden anrichtet, ich definitiv haften muss.

    Expertin würde ich die Frau jedoch nicht nennen ;D, sie war auch der Meinung, man dürfte als Minderjähriger wirksam Lotto spielen. Als wir sie dann mit Paragraphen vom Gegeteil überzeugen wollten, meinte sie, das könne man nunmal unterschiedlich auslegen. Tröt :D
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. Feb. 2010
  4. Smigel

    Smigel KvD- Klugscheißer vom Dienst

    Sag mir nicht, dass so jemand Euch unterrichten darf...? :err: Eine Person, die nicht mal über die Geschäftsfähigkeit von Minderjährigen Bescheid weiß? Und die nicht weiß, dass Glücksspiel erst ab 18 erlaubt ist? :nah: *aua*

    Also, dass mit der Halterschaft ist natürlich Bullshit. Das stimmt definitiv nicht. Du haftest NICHT, wenn sich das Pferd losreisst oder sonstigen Käse veranstaltet. Du haftest nur dann, wenn DU den Schaden verursachst bzw. ihn herbeiführst.

    Beispiele:

    - Mit Bello auf der Autobahn Bällchen spielen...

    - Mit einem ängstlichen Pferd, dass vor Fahrzeugen scheut, dicht am fahrenden Verkehr vorbei gehen und LKW-Fahrer mit T-Shirt-Anheben zum Hupen animieren...

    - Den Bello zwei Tage nicht füttern und dann mal im Park bei den grillenden Nachbarn vorbei gucken lassen...

    - Dozentinnen mit mangelndem Wissen und null Reitkenntnissen aufs Pferd setzen, dass drei Tage stand, dabei 4 Kilo Hafer bekam und sie dabei einen Lotto-Schein ausfüllen lassen...

    Die Liste kann beliebig fortgesetzt werden.

    Und Spaß beiseite: Du haftest wirklich nur dann, wenn Du ganz grobe Schei*se baust und den Schaden provozierst / herbeiführst. Verwirklicht sich dagegen "nur" die Tiergefahr (Buckeln, Treten, Abhaun), dann haftet der Halter. Und Halter = Eigentümer = NICHT Du.

    LG - und schönen Gruß an die Dozentin. Für 75 € die Stunde gebe ich auch Nachhilfe. :yes:

    Dennis
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. Feb. 2010
     
  5. ayla-fan

    ayla-fan Die, die mit sich selber spricht!

    O. K. Da quetsche ich mich auch gleich mit rein, wenn´s recht ist.

    Gerade in Bezug auf Halter. Soweit ich das mitbekommen habe, ist der Halter derjenige, der die Tiere hält, sprich beherbergt. Also der Stallbesi oder bei Eigenregie der Eigentümer.

    Die Frage kam auf, als ich bei uns in der Arbeit nachgefragt habe, wie das mit ´nem Wanderritt sei und mit den Papieren. Die wären nämlich bei den Eigentümern. Dann wurde mir geantwortet, dass die Papiere beim Pferd sein müssen und beim Verbringen und so vorgelegt werden müssen (lt. Viehverkehrsverordnung). Ich müsste sie also mitnehmen oder - wenn ich nicht weit weg bin - innerhalb von drei Stunden vorlegen können. In der Regel wären die Papiere also beim Halter. Der ist aber nicht zwingend der Eigentümer. Sondern eben nur dann, wenn Stallbesi und Eigentümer ein und die selbe Person wären. Ansonsten gäbe es Besitzer, Halter und Eigentümer (mal von sonstigen abgesehen).

    Ich weiß, das wäre eigentlich vom Papiere-Thema her für den anderen Thread gedacht, aber weil hier gerade Halter / Eigentümer / Besi im Raum stand, dachte ich, packe ich es hier rein.

    Wie siehst du das Smigel?
     
  6. Smigel

    Smigel KvD- Klugscheißer vom Dienst

    Naaaa gut, wenn´s unbedingt sein muss.... :tongue:



    NEIN. Halter = EIGENTÜMER - und sonst KEINER!



    Das verstehe ich jetzt nicht. Seit wann muss man die Papiere mitführen? Pferde sind doch keine Autos...? Und wieso liegen die Papiere beim SB??? Wofür auch iommer er die braucht - ihm reicht eine Kopie, mehr nicht.



    Nochmal zum Verinnerlichen:

    Halter = Eigentümer. Zwei Worte, eine Bedeutung. Wie beim Auto, auch da spricht man vom FahrzeugHALTER = der, der in den Papieren steht = Eigentümer.

    Weiter:

    Eigentümer = Inhaber der RECHTLICHEN Gewalt über eine Sache

    Besitzer = Inhaber der TATSÄCHLICHEN Gewalt über eine Sache.

    Beispiel: Du kaufst ein und bezahlst (= Eigentümerin) und ich trage die Einkaufstüte (= Besitzer).



    Hier zählen keine Meinungen -. auch nicht meine. Hier interessieren nur TATSACHEN. :yes:


    LG

    Dennis
     
  7. Winchester

    Winchester Inserent

    ...Das wusste ich sogar xD. Das war Thema der Klausur xD.
    Und unsere Dozentin hat den BESITZER mit dem HALTER gleich gestellt. Deswegen war ich verwirrt.
    Aber danke :)
     
  8. Smigel

    Smigel KvD- Klugscheißer vom Dienst

    Aber bitte doch. Nicht der Rede wert. :1:
     
  9. ulrike twice

    ulrike twice Heidemaus

    darf ich mich da einmischen?

    ich denke, nicht ganz.

    wechselt ein pferd auf dauer seinen aufenthaltsort und der mensch, der sich drum kümmert, ist eben derjenige, der sich kümmert und der eigentümer des pferdes hat das sich kümmern um das pferd dem anderen überlassen, dann ist der nicht-eigentümer der halter.
    deshalb ging nicht das eigentumsrecht an den sich-kümmerer über, denn der eigentliche eigentümer hat die möglichkeit, sich sein eigentum wieder zurückzunehmen.

    es ist auch jeweils im einzelfall zu entscheiden, ab wann man "halter" eines tieres geworden ist, um das man sich kümmert.
    kümmert man sich für eine stunde um einen hund, dann ist es logisch, dass man nicht der halter ist. bei einem monat sieht die sache schon irgendwann anders aus. ist der eigentümer eines hudnes zb für ein jahr im ausland udn hat sein tier nicht mitgenommen, so sollte sich der freund des hunde-egentümers mit dem eigentümer des hundes drum bemühen, dass die versicherung weiß, wo sich der hund für diese lange zeit aufhält.
    denn sollte der freund des eigentümers sich nicht wirklich mit hunden auskennen udn auf dauer nicht so gut mit dem tier zurechtkommen, dann wird der freund mit fug und recht sagen können, dass schäden, die der hund verursacht nun wirklich nicht mehr mit ihm was zu tun haben.
    genauso ist es mit pferden, die man zb 3 jahre zur aufzucht komplett aus der hand gibt.

    übrigens sind die begriffe "halter" und "besitzer" vielleicht eher miteinander vergleichbar als "halter" und "eigentümer".
    so habe ich es mal gelernt, smigel?

    mir kann ein freund sein auto überlassen so dass ICH es beim zulassungsamt anmelde. deshalb muss es längst keinen eigentumsübergang gegeben haben. ich bin dann kfz-halterin udn habe dieses fahrzeug auch in meinem besitz.

    den vergleich mit der einkaufstüte halte ich für käse. denn dann hat der "besitz" keine rechtliche bewandnis. denn du darfst sie nur so lange tragen, bis ich sie wieder haben will. ansonsten darf ich sie dir jederzeit aus der hand rei0ßen, sofern ich die milch udn butter bezahlt habe.
    ansonsten könnte ich sofort die polizei rufen, weil du dich widerrechtlich noch im besitz meine reinkaufstüte befindest... :spinny:
     
  10. Smigel

    Smigel KvD- Klugscheißer vom Dienst


    Und ich weiß, das DOCH. :yes:


    NEIN. Er ist der BESITZER, mehr nicht. Halter = EIGENTÜMER, OHNE wenn und Aber.



    NEIN. Kein "Einzelfall", sondern IMMER das Selbe: Rechtskräftiger EIGENTUMSÜBERGANG, sprich Kauf oder Schenkung.



    NEIN.



    NEIN.



    NEIN. Die Schäden haben VON VORNHEREIN nichts mit ihm zu tun. Er ist nämlich - wie wir ja schon festgestellt haben dürften - NICHT der Eigentümer, sondern der im Ausland weilende Freund - und dessen Versicherung deckt das nach wie vor.



    NEIN NEIN NEIN. Hier besteht ein Vertrag. Hier greifen GANZ andere Dinge, vor allem kommt hier statt dem BGB auch das HGB mit ins Spiel. Also VÖLLIG andere Baustelle.



    Zwei Möglichkeiten:

    1.: Falsch gelernt.

    oder

    2.: Falsch gemerkt.

    :laugh:


    NEIN. Halterin bist Du erst dann endgültig, wenn Du im Fahrzeugbrief stehst. Davor bist Du lediglich BESITZERIN - sonst NICHTS. Wirst Du mit abgefahrenen Reifen angehalten, bekommst Du UND der Freund (= immer noch Halter) den Allerwertesten aufgerissen. Allerdings greifen auch hier wieder noch GANZ andere Regelungen wie z. B. das VPflG, StVO und VVG - deshalb ist dieser Vergleich sehr sch....lecht.



    Ich nicht. Dein Auto-Vergleich war wegen der dort herrschenden Sonderregelungen ganz dicker Käse.



    RICHTIG. Besitz hat NIEMALS eine rechtliche Bewandnis.



    Richtig. Und?



    RICHTIG.


    Und WARUM ist das so? Weil Du die EIGENTÜMERIN bist, die die RECHTLICHE GEWALT hat - und diese beinhaltet auch das Recht, von mir die Herausgabe der Tüte zu verlangen, über welche ich die TATSÄCHLICHE Gewalt ausübe (=Besitz). Folge ich dieser Forderung nicht, kommt das StGB zur Anwendung und ich bekomme von der Polizei den Knüppel so lange rektal eingeführt, bis ich meine TATSÄCHLICHE Gewalt ( = (unrechtmäßigen) Besitz) der Tüte aufgebe.


    LG


    Dennis

    (in diesem Bereich 1er-Kandidat, Liebling des Lehrers ("Herr Keller, helfen Sie mir bitte!") und von einigen Mit-Azubis verhasster Streber)
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. Feb. 2010
Thema: OT-Frage von Winchester: "Pferdehalter"