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Pferd mit Trauma??

Diskutiere Pferd mit Trauma?? im Pferdeflüsterer Forum; Meine/unsere Geschichte ist etwas kompliziert, ich versuche sie kurz zu halten. Unser mittlerweile 5j. Endmaßwallach (wir haben ihn jetzt 8...

  1. sonne100

    sonne100 Inserent

    Meine/unsere Geschichte ist etwas kompliziert, ich versuche sie kurz zu halten.
    Unser mittlerweile 5j. Endmaßwallach (wir haben ihn jetzt 8 Monate), war immer ein extrem lieber, anhänglicher, leichtrittiger Kerl - bis vor ca. 8 Wochen er von heute auf morgen großen Zirkus machte wenn jemand ihn reiten wollte. Daraufhin haben wir ihn untersuchen lassen, er wurde zweimal akupunktiert und viel Bodenarbeit gemacht etc. Aber es änderte sich nicht wirklich, daraufhin ließ ich den neuen Sattel kontrollieren, der lt. Aussage des Sattlers " vorne und hinten" nicht passt. Daraufhin wurde an diesem Veränderungen vorgenommen, aber nichts half. Bei der Longenarbeit geht er locker v/a und schnaubt ab etc., sobald Reitergewicht auf den Rücken kommt flippt er aus. Daraufhin bin ich mit ihm in die Klinik gefahren, er wurde von Kopf bis fuß geröntgt, 1a, die Ärztin sagt der würde durch einen 1er Tüv gehen, aber die Rückenmuskulatur wäre komplett verspannt, sie ließ sich dann den Sattel zeigen und meinte es läge am Sattel,wobei wir ihn ja in den letzten Wochen kaum bis gar nicht geritten haben.
    Er bekam dann Schmerzmittel etc. und die Auflage 10 Tage v/a longieren um die Muskulatur zu lockern und dann mit ordentlich sitzendem Sattel nach 30 Min. longieren ganz langsam aufsitzen, eine Runde Schritt und dann wieder absteigen . Gestern war der Sattler da, jetzt haben wir erstmal einen gut sitzenden Sattel, der aber nur zur Probe ist bis der neue Sattel kommt, und ich habe ihn mit Sattel longiert, da hat er erstmal einen riesen Zirkus gemacht, war aber hinterher sehr brav. Drauf gesessen habe ich noch nicht, da mir geraten wurde ihn doch erstmal ein paar Tage mit Sattel zu longieren , da er so wild ist. Meine Frage : er verhält sich auch anderen gegenüber sehr ängstlich, zurückhaltend und vorsichtig, ist schreckhaft ( war er nie), beim Sattler hat er sogar gezittert, habe sowas vorher noch nie gesehen.
    Wie bekommen wir ihn wieder hin? Gibt es gute Tips, außer natürlich was wir sowieso machen, mit viel Ruhe und Ausdauer ihm wieder Vertrauen geben, habe nämlich das leise Gefühl das es beim Aufsteigen wieder Probleme gibt...
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. Feb. 2008
  2. PepperM

    PepperM Inserent

    Hallo,
    könntest du genauer beschreiben, was für einen "Zirkus" er macht beim reiten? Rennt er los, steigt, bockt, was auch immer? Du hast ja gesundheitlich soweit schon alles abklären lassen, die Frage ist warum er eine so verspannte Rückenmuskulatur hat wenn du ihn längere Zeit nicht geritten sodern nur v/a longiert hast. Seltsam ist auch das er beim longieren auch auf einmal Theater gemacht hat und die Wesensveränderung gibt mir auch zu denken. Erzähl bitte mal etwas mehr. Hat er sich wirklich von einem auf den anderen Tag so verändert oder war das ein Prozess der sich über mehrere Tage hingezogen hat?
     
  3. Wanderreiter

    Wanderreiter Inserent

    Da er offensichtlich starke Muskelschmerzen hat (und darum zittert, weil er Angst hat daß es wieder weh tut), würde ich persönlich den Sattel beim Longieren weglassen, sondern nur mit Longiergurt arbeiten! Warum soll der Sattel auf ihm liegen, wenn es ihm unangenehm ist?
    Arbeite ihn doch erst mal eine Weile nur an der Longe, mach Bodenarbeit und Stangenarbeit.
    Erst wenn er sich wieder "normal"verhält, würde ich den Sattel auflegen.
    Das bedeutet zwar, ein den nächsten 2-3 Wochen nicht zu reiten, aber dein Pferd wird es dir danken!
     
  4. sonne100

    sonne100 Inserent

    Das ist wirklich total schwierig, denke permanent drüber nach.. das ganze hat angefangen nachdem der Zahnarzt da war. Kann den Zusammenhang aber nicht feststellen. Desweiteren ist er ein absolutes Frauenpferd, hat angst vor Männern, so haben wir ihn schon bekommen. Er Läßt sich auch nur von uns die Hinterhufe auskratzen oder putzen etc. als wir ihn bekamen gab er diese nicht, sondern wurde panisch sobald man ihm nur Ri. Kruppe gehen wollte. Das haben wir alles mit viel zusprache etc. erreicht. Ich hatte ihn bevor der Zahnarzt da war in Beritt bei unserem Reitlehrer, ich bin dann immer anschließend geritten unter seiner Anleitung, dachte etwas Korrektur beim jungen Pferd kann nicht falsch sein. Den läßt er gar nicht mehr an sich dran oder nur mit größter Abneigung. Reiten tut der ihn seither natürlich auch nicht mehr. Selbst jetzt beim Tierarzt, mußte ich die Beugeprobe hintern machen, da der TA keine chance hatte, und so ist sein ganzes Wesen. Bei mir möchte er am liebsten auf den Schoß, und alles Fremde ist schlimm, wobei er super brav sonst ist und auch im Gelände nie schreckhaft oder so war. Kann das alles auch nicht verstehen, vor allem die Verspannungen. Beim Aufsteigen merkt man sofort wie er spannig wird und dann nur noch weg will und sich wehrt, er versucht nur wegzurennen, er buckelt nicht o.ä.Beim longieren machte er nur 5 Min. Zirkus als der Sattel auf einmal drauf war, ich denke das war einfach nur erstmal die Angst, dass jetzt wieder was weh tut, danach war er brav. Ist total schwierig, zumal gesundheitlich kein Befund vorhanden ist.
     
     
  5. sonne100

    sonne100 Inserent

    Das ist die Anweisung der Klinikärztin, wir longieren ja schon insgesamt fast 8 Wochen. Nach dem Klinikaufenthalt vor 10 Tagen sollten wir täglich longieren ( was wir auch getan haben) und dann ab gestern mit Sattel um ihn wieder dran zu gewöhnen und zu sehen ob es besser wird. Ich bin mir aufgrund seines sowieso sensiblen Charakters nicht sicher, ob er wirklich noch Schmerzen hat oder ob er Angst vor Schmerzen hat, aber ich kann ihn ja nicht ewig schonen. Vor allem muß ich ja ausschließen das er sonst noch was hat und vor allem auch wieder Vertrauen aufbauen. Ist nur schwierig , weil er so ängstlich ist
     
  6. se_jessi86

    se_jessi86 Inserent

    Hallo!

    Du sagtest, dass es angefangen hat als der Zahnarzt da war... hast dir schon mal überlegt, ob es am Gebiss liegen könnte, dass ihm da villt etwas weh tut???
     
  7. Lind

    Lind Inserent

    Da er so darauf reagiert, wenn du den Sattel auflegst, denke ich schon eher, dass er Angst vor den Schmerzen durch den Sattel hat.

    Grad bei sensiblen Pferden tritt das oft auf. Pferde haben auch ein Schmerzgedächtnis und können sich über lange Zeit merken, wo etwas weh getan hat. Auch die Probleme beim Anheben der Hinterbeine spricht für Rückenschmerzen. Das muss man dann immer ganz langsam und am besten bei einem aufgewärmten Pferd machen. Hufe aufgeben bei Verspannung tut weh.

    Ich würde ganz langsam anfangen und nicht immer nur longieren. Das ist viel zu langweilig.
    1. Würde ich - grad bei dem Wetter zur Zeit - darauf achten, dass der Rücken vor der Arbeit schon warm ist. Also unter Solarium stellen oder vorher eindecken. Bei dem nasskalten Wetter verspannt sich die Muskulatur sowieso.

    2. Nicht nur longieren, sondern auch fahren vom Boden, spazieren gehen usw.

    3. Die Idee mit dem Longieren mit Sattel ist schon ganz gut. Das Pferd muss sich erstmal wieder daran gewöhnen, dass Sattel nicht gleich Schmerzen bedeutet. Mit dem Satteln und Longieren habt ihr aber ein paar Schritte übersprungen. Im Prinzip müsst ihrs fast so machen, wie beim Anreiten. Eigentlich ist es Extrem-Anreiten. Ein rohes Pferd muss man nur an den Sattel gewöhnen, es hat keine Angst davor. Euer Pferd hat aber Angst davor.
    Das heißt: Erstmal gar keinen Sattel, nur einen Gurt daraufmachen. Wenn das gut klappt eine Decke drunter schnallen. Dann eine schwerere Decke, dann den Sattel ohne Bügel und dann erst Sattel mit Bügel.
    Am besten macht man das am Anfang so, dass einer das Pferd hält und beruhigt. Vielleicht lässt man das Pferd dazu auch fressen. Dann kurz Sattel darauf, ein bißchen mit dem Pferd reden, Sattel runter.
    Am nächsten Tag das gleiche und dann eben langsam Steigern. Das Pferd muss ja erst wieder das Vertrauen zum Sattel gewinnen.

    Ich würde auch mal eine Physiotherapeutin oder so was kontaktieren, damit sie mit Massagen die Rückenverspannung löst und die zeigt, wie du das auch machen kannst.

    Wir haben ein Pferd, das ein bißchen empfindlich im Rücken ist. Bei nasskaltem Wetter stell ich den immer unters Solarium, lass ihn warm werden, massiere dann seinen Rücken und erst dann sattle ich ihn. Das geht geht. Mache ich das nicht, ist er sehr spannig.

    Viel Glück bei der Arbeit mit deinem Pferd!
     
    Forty gefällt das.
  8. SaMo

    SaMo Pferdephysiotherapeutin

    Den Ratschlägen von Lind möchte ich mich uneingeschränkt anschliessen. V.a. den Rat einen Therapeuten kommen zu lassen halte ich für sehr sinnvoll.

    Muskelverspannungen kommen in weniger als der Hälfte der Fälle von "echten" also medizinischen Ursachen. Die meisten Verspannungen sind selber herbeigeführt, wie z.B. der schlecht sitzende Sattel.
    Auch lang anhaltender Stress begünstigt Verspannungen und so wie du das Wesen Deines Pferdes beschreibst vermute ich, dass es viel Stress hat (Angst, Unsicherheit...)
    Ein gestresstes Pferd benötigt viel Energie, diese zweigt es irgendwann in Form von Eiweiss von der Muskulatur ab (Eiweiss wandelt sich in Glucose um). Nun weiss der Organimus bald nicht mehr, wie es die Muskeln wieder entspannen kann, dem Pferd ist nichtmals bewusst (sofern man von einem solchen Bewusstsein sprechen kann), dass die Muskeln angespannt (also verspannt sind). Das nennt sich dann sensorische Amnesie.
    Es gibt noch viele weitere Reaktionen der Muskeln und Nerven, das würde hier aber zu weit gehen.
    Fakt ist, dass selbst die erneute Anpassung des Sattels nicht viel bringen wird, abgesehen davon, dass ein gut sitzender Sattel unerlässlich ist, aber den Verspannungen bringt es nichts. Auch ist es nicht unbedingt sinnvoll einen Sattel anzupassen, wenn das Pferd noch starke Rückenprobleme hat. Wenn du Verspannungen behoben sind, wird sich der Rücken wieder ändern und auch die Bemuskulung wird vermutlich besser werden.

    Hole Dir einen Physiotherapeuten dieser wird die Muskulatur Deines Pferdes gut behandeln können und dadurch die sensorische Amnesie rückgängig machen. Selber kannst Du die Muskulatur erwärmen. Wenn Du kein Solarium hast, kannst du auch 2 Wärmflaschen auf den Rücken legen und eine Abschwitzdecke ´drüber legen. Nach der Wärmeanwendung darf das Pferd nicht schlagartig auskühlen, also lieber eindecken oder zumindest eine gewisse Zeit die Abschwitzdecke drauf lassen.

    sorry ist ein bissel lang geworden

    Gruß Sandra
     
  9. sonne100

    sonne100 Inserent

    Alles kontrolliert..es gibt fast nichts, was ich nicht kontrolliert habe , trotzdem danke!!
     
  10. sonne100

    sonne100 Inserent

    Vielen Dank!! Konnte ja nichts so viel schreiben, dass sind alles Dinge, die wir machen oder gemacht haben. Er ist jetzt wirklich an dem Punkt, wo es um den Sattel geht. Heute war zum Beispiel ein guter Tag, hat sich super longieren lassen, war sehr entspannt und brav. Er muß nur langsam wieder an den Reiter gewöhnt werden. Zur weiteren Entspannung gehe ich sowieso jeden Tag mit ihm mindestens 30 Min. spazieren, oder er geht auf den Paddock etc.
    Das Hufe heben hatte übrigens nichts mit dem Rücken zu tun, das hat er während dieser ganzen Phase immer gut gemacht, das war nur als wir ihn kauften, weil er wohl mal schlechte Erfahrungen gemacht hat., Daher gibt er heute nur ihm vertraute Personen die Hufe, aber das ist kein Problem mehr. Wollte damit nur erzählen, dass er ein "Hypersensibelchen" ist. Longiere ihn zur Zeit mit Sattel ohne Bügel, mache Bodenarbeit etc. Bin selbst dran interessiert, das es ihm nicht zu langweilig wird.
     
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