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Pferd nimmt Kopf hoch beim Traben

Diskutiere Pferd nimmt Kopf hoch beim Traben im Bodenarbeit Forum; Hallo, wir haben ein Problem. Mein Pferd reißt den Kopf beim traben hoch. Im Schritt ist alles gut, dehnt sich auch schön. Doch sobald ich sie...

  1. wolke7

    wolke7 Neues Mitglied

    Hallo,
    wir haben ein Problem. Mein Pferd reißt den Kopf beim traben
    hoch. Im Schritt ist alles gut, dehnt sich auch schön. Doch sobald ich sie antrabe, Läuft sie wie eine Giraffe, beim longieren sowie beim Reiten.
    Zähne habe ich kontrollieren lassen, sattel wurde angepasst. Beim Reiten versuche ich viele Wendungen und Zirkel zu traben,doch es wird nicht besser. Wenn ich die zügel Ganz hinschmeiße bringt das auch nichts, die schlackern dann nur herum, der
    Kopf ist oben.
    Habt ihr Tipps für mich? Vor allem für das longieren, darauf wollen wir ja aufbauen!
    Frage auch meine Reitlehrerin, wollte aber auch andere
    Meinungen und Anregungen einholen.
    Danke!
     
  2. Machtnix

    Machtnix Inserent

    Vermutlich verspannt sich der Rücken des Pferdes, daher läuft das Pferd im Hohlkreuz und die HH ist nach hinten ausgestellt. Das Pferd ist nicht locker. Zwingt man den Kopf herunter, hebt sich häufig der Schweif.
    Das Problem erstmal an der Longe anzugehen, finde ich gut. Richtige Muskulatur muss aufgebaut werden, falsche Muskulatur und Ausgleichsmuskulatur muss abgebaut werden. Erstmal ohne Reitergewicht.
    Dass das Problem nur im Trab und vermutlich auch im Galopp auftritt ist gar nicht so selten. Schritt sind Schritte, Trab sind Tritte und Galopp sind Sprünge. Trab und Galopp sind Schwungvoll, während der Schritt schwunglos ist. Für Schritte, Tritte und Sprünge benötigt das Pferd unterschiedliche Muskelgruppen.

    Zur Korrektur an der Longe:
    Solche Pferde drücken den Unterhals beim Traben heraus. Das sollte unterbunden werden. Das Pferd sollte daher sehr lang ausgebunden werden, so dass es den Hals zwar weit heben kann, den Unterhalsmuskel jedoch nicht herausdrücken kann.
    Das Gebiss muss sehr weich sein und darf selbst bei trockenem Maul nicht scheuern oder die Zunge verschieben (daher vorsicht bei Gummi oder Nathe, ich benutze meist ein Gebiss mit Kupfer und einer Mittelrolle, die das Gebiss über die Zunge gleiten lässt und die Zungentätigkeit anregt). Das Gebiss wird relativ tief verschnallt, es darf aber nicht gegen irgendwelche Zähne (bei Wallachen daher vorsicht wenn Hengstzähne da sind) kommen.
    Das Pferd soll das Gebiss selber in die bequeme Position schieben und dort mit der Zunge halten. Auf einen Sperriemen verzichte ich und das Reithalfter wird locker verschnallt (warum soll das Pferd sonst kauen, wenn man es ihm so schwer wie möglich macht?)
    Das Pferd bekommt dann ein Körperband, welches aus sehr dehnbaren, breiten Material besteht. Das Körperband darf nicht schlagen, aber auch nicht die Hinterbeine unter den Bauch ziehen. Bewährt hat sich hier eine Stretchbandage oder eine Langzugbinde mit mind. 8cm Breite (Apotheke).

    Das Pferd lernt so mit sanften Mitteln, die HH einzusetzen. Dadurch wird die Rückentätigkeit angeregt, das Pferd schwingt nach und nach mit dem Rücken von der geraden in die aufgewölbte Position auf und ab. Das Hohlkreuz wird vermieden. Das Pferd lernt, dass die bei dieser HH Aktivität bequeme Halshaltung eben die Tiefe bzw. gerade Halshaltung ist. Dieses muss das Pferd für sich ganz allein herausfinden. Wenn das Pferd dieses erkannt hat, wird es diese Position auch gern einnehmen.

    Das Longieren sollte anfangs nicht zu lange dauern, da ein Umbau der Muskulatur sehr anstrengend ist. Muskelkater oder Überanstrengung führen zu Unmotiviertheit.

    Zusätzlich empfehle ich:
    - Bodenarbeit, die das Pferd lockert. Hierzu gehören Übungen, die das Gleichgewicht des Pferdes, seine Beweglichkeit, seine Koordination, die Schenkelakzeptanz und das Gefühl für seine HH stärken.
    - Geländeritte im Schritt.
     
    threiner gefällt das.
  3. Wanderreiter

    Wanderreiter Inserent

    Zum Ausbinden: Hier sollte man sehr vorsichtig mit der Wahl der Hilfszügel sein! Normale Ausbinder helfen in diesem Fall nicht.
    Ein großzügig verschnallter Dreieckszügel schon eher. Vorsicht allerdings bei hampelnden Pferden, das Pferd darf nicht hineintreten können!
     
  4. GilianCo

    GilianCo Langzügelbespaßer

    Den Punkt mit dem nicht scheuernden Gebiss unterschreibe ich so - allerdings habe ich mit Nathe da eher sehr gute Erfahrungen gemacht. (das nur am Rande, die meisten Pferde haben ja eher Metallgebisse).

    Du wirst Dich jedenfalls darauf einstellen müssen, das es noch ein langer Weg ist, bevor Dein Pferd den Kopf nicht mehr hochreißt im Trab.
     
     
  5. treuerhusar

    treuerhusar Gesperrt

    Wieso geht ihr in einem solchen Fall immer gleich von einem anatomischen Problem aus?

    Endlich mal ein “normales Pferd“ ....
    Das war der Standardtyp Pferd, so vor 30- 40 Jahren.
    Jedenfalls viel einfacher zu reiten, als diese Rollmöpse, die sich gleich beim ersten Zügelkontakt hinter demselben verkriechen.

    Mir hat man da damals gesagt:
    “Richte Dich auf, setze Dich gerade hin, mache die Beine zu, reite vorwärts und lasse die Hand stehen!“
    Letzteres solange, bis das Pferd nachgibt.
    Da kann dann auch der Reiter nachgeben.

    Dabei wird lediglich Zirkel und ganze Bahn geritten.
    Auch erfolgt ein Handwechsel erst dann, wenn sich das Pferd auf seiner “bessern Hand“ fallen läßt.

    Die Lektionen kommen erst dann, wenn sich das Pferd auf beiden Händen an das Gebis herandehnt. Volten, Schlangenlinien usw. sind bereits Lektionen.
    Das geht übrigens auf ganz normaler Wassertrense.
    Diesen Schischi mit den verschiedenen Gebissen hat es früher nicht gegeben.

    Ansonsten erst einmal die Standardfragen:
    Wie alt ist das Pferd?
    Wie weit ausgebildet?

    Was da beschrieben wird, findet man in alten Büchern auch als “natürliche Selbsthaltung“ beschrieben.
    Also nix, von wegen anatomisches Problem.
    Eher ein reiterliches.

    Klar, da kann longieren auch Abhilfe schaffen.
    Dann aber bitte auf Kappzaum, mit ein- oder untergeschnalltem Gebiss.
    Am Kappzaum wird die Longe befestigt, an den Trensenringen die Ausbinder.
    Damit die an der Longe seitwärts wirkende Hand das Gebiss nicht durch das Maul hindurch ziehen kann.

    So sinnvoll Dreickszügel auch sein mögen, bei der hier geforderten Arbeit halte ich die für problematisch.
    Läßt das Pferd nämlich den Hals plötzlich Fallen, besteht unweigerlich die Gefahr des Hineintretens. Die starren Ausbinder mit Gummiring sind da beiweitem sicherer.
    Den richtigen Umgang vorausgesetzt, können die dem Pferd sehr wohl den Weg in die Tiefe vermitteln.
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Juli 2014
  6. GilianCo

    GilianCo Langzügelbespaßer

    Ich habe jetzt wenig Erfahrung mit Ausbindern, aber ich dachte, die alten mit Gummiring gibt es gar nicht mehr zu kaufen?
     
  7. treuerhusar

    treuerhusar Gesperrt

  8. Korek13

    Korek13 Bekanntes Mitglied

    Gil, die werden vorrangig zum Voltigieren verwendet ;)
     
  9. Wanderreiter

    Wanderreiter Inserent

    Wolke,
    ohne dich jetzt reiten gesehen zu haben: Wenn das Pferd gesund ist und der Sattel paßt, dann liegt es an dir (zu 98%).
    Vielleicht sitzt du zu unruhig, dein Schenkel liegt falsch, deine Arme schlackern etc.
    Es kann alles möglich sein, aber es wird eher an dir als am Pferd liegen!
    Wenn du eine gute Reitlehrerin hast, wird diese dir helfen, wir können von Ferne nur orakeln!
     
  10. kaipi22

    kaipi22 Absolut verhaltensoriginell

    Wie alt ist denn das Pferd?
    Welchen Ausbildungsstand hat das Pferd?
    Welchen Ausbildungsstand hat der Reiter?

    Sorry! Grade gesehen: Husar hatte auch schon gefragt:gi66:
     
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