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Pferd rennt wie ein Berserker

Diskutiere Pferd rennt wie ein Berserker im Pferdeflüsterer Forum; Hallo, obwohl doch einige das Problem haben, dass ihnen ihr Pferd unterm Hintern wegrennt, ist es bei mir doch irgendwie anders. Und zwar reite...

  1. Binchen1989

    Binchen1989 Neues Mitglied

    Hallo,
    obwohl doch einige das Problem haben, dass ihnen ihr Pferd unterm Hintern wegrennt, ist es bei mir doch irgendwie anders.
    Und zwar reite ich seit 3 Wochen eine Ponystute, die wohl schon einige Reitbeteiligungen zum Weinen gebracht haben soll.
    Jedenfalls rennt sie wie eine Bekloppte, ich habe selten ein Pferd gesehen, welches dermaßen schnell traben konnte, sie überholt mit ihren 1,35 m Stockmaß im Trab jedes 1,70 m Pferd im Arbeitsgallop, aber locker.
    Ich versuche immer beim leichttraben langsamer aufzustehen, Wendungen und Übergänge zu reiten und sie im Maul möglichst in Ruhe zu lassen.
    Sie hat nichts am Rücken und auch keinen falschen Sattel. Ich reite auch schon 10 Jahre und sie macht das bei jedem. An mir liegts auch nicht. Ich bin auch sehr vorsichtig mit dem Zügel, halte Anlehnung, gebe aber immer nach! Sie geht auch nicht wirklich gegen den Zügel.
    Der Witz an der Sache ist nur, dass sie den Rücken NICHT wegdrückt. Sie geht im Trab wunderbar und tritt auch unter. Es sieht wohl auch wirklich hübsch aus was sie da so macht, es ist nur einfach viel viel zu schnell.
    Im Galopp das Gleiche. Wenn man sie auf dem Zirkel galloppiert hat man das Gefühl in einer Zentrifuge zu stecken. Das ist der Wahnsinn.
    Meistens reagiert sie auch auf halbe Paraden, manchmal jedoch geht sie total dagegen und macht anstalten durchzugehen. Minutenweise geht sie mittlerweile auch ein normales Tempo im Trab, aber ohne jeglichen Grund rennt sie dann wieder wie von der Tarantel gestochen los.
    Meiner Ansicht nach ist das irgendwie willkürlich.
    Das Pferd ist 7 Jahre alt, wird seit etwa anderthalb Jahren geritten und ist quasi eine Eigenzüchtung (aus dieser gibt es noch mehr Ponys, die alle ein wenig seltsam sind). Leider wird sie nicht sehr viel geritten, weil den Besitzern die Zeit fehlt und so ein >Pferd halt auch nicht ganz einfach ist.

    Meine Theorie ist, dass sie immer dann wenn es zu anstrengend wird so Gas gibt,(obwohl sie eigentlich sehr leistungsbereit wirkt und bemüht ist alles richtig zu machen) und dass mangelnde Bewegung hinzukommt. Und das die Züchtung vllt komisch ist.
    Haltet ihr das für wahrscheinlich? Eure Theorien woher sowas kommt?
    Aber was viel wichtiger ist: Was mach ich mit ihr, damit sie ruhiger wird?
    Ablongieren? Irgendwelche anderen Speziellen Lektionen?
    Hilfe!

    Danke schonmal :)
     
  2. Chilly

    Chilly Inserent

    Hi,

    also 3 Wochen sind jetzt nicht gerade ne lange Zeit, ich würde dem Pferd erstmal Zeit geben sich an dich als Reiter zu gewöhnen. Wenn sie schon viele RBs durch hat, braucht sie vielleicht erstmal ein wenig Zeit, um sich auf einen neue Bezugsperson einzustellen?

    Longiern/Scheuchen würde ich auf keinen Fall machen, das baut nur Kondition auf. Höchstens mal STATT reiten, aber nicht zum "müde" machen. Generell finde ich Deine Ansätze gut. Seit gerademal 1 1/2 JAhren unterm Sattel und nicht so viel Bewegung Können ein Grund sein.

    Vor Ort kannst Du auch überprüfen: Genug Auslauf und Sozial konatkt? Passende Kraftfutter Ration? Allgemeiner Ausbildungsstand des Pferdes?

    Hast Du einen RL vor Ort? Besonders wenn das "Renn-Problem" länger anhält, würde ich mir einen Suchen (aber auch so, weil er vor Ort die "Baustellen" besser sieht).

    Hier gibts unglaublich viele Themen zum Thema rennen; Einfach mal durchwühlen ;-)

    Ansonsten bei der Arbeit Ruhe reinbringen und konsequent sein. Du brauchst wahrscheinlich viel Geduld dafür. Ich würde auf kurze konzentrierte Arbeitsphasen setzen und immer wieder Pausen einbauen. Vielleicht kannst Du über Stangen reiten, mit verkürzten Abständen? Wenn sie locker ist, ist das eine gute Grundlage. Ein müdes und überfordertes Pferd ist selten locker. Vielleicht waren die vielen wechselnden RB ein bischen viel, so dass sie grad keinen hat der die "Chefrolle" einnimmt.

    LG
     
  3. Wanderreiter

    Wanderreiter Inserent

    Sollte gesundheitlich wirklich alles okay sein (Zähne auch?), dann liegt es wohl an der mangelnden Ausbildung!
    Viele Pferde rennen, weil sie mit dem Reitergewicht nicht klarkommen, keine Balance halten können, keine ausreichende Muskulatur haben und ihr Heil in der Flucht suchen. Hinzu kommt wahrscheinlich, daß das Pferd verunsichert ist, weil es die Hilfengebung nicht versteht und schlichtweg überfordert ist!
    Ständig wechselnde Reiter haben das Problem wahrscheinlich verstärkt.

    Du solltest erst einmal das Reiten reduzieren und mehr an der Grundausbildung arbeiten! Wenn du mit dem Longieren nicht so vertraut bist, dann lese dich ein und frage jemanden Kompetenten um Hilfe!
    Zum Longieren geht am besten ein Kappzaum, Longiergurt und der richtige Hilfszügel. Welcher das sein kann, hängt vom Pferd ab!
    Wenn das Pferd das Longieren und die Stimmkommandos nicht kennt, dann arbeite erst einmal mit Halfter oder Kappzaum.
    Eine Trense ist zum Longieren ungeeignet, vor allem, wenn man die Longe in den Trensenring einschnallen muß (Verletzungsgefahr). Benutze keine Longierbrille, sie verteilt den Druck sehr ungünstig und übt Zug auf den äußeren Trensenring aus.

    Wenn du nicht longieren kannst/ keine Hilfe hast, dann würde ich sehr viel Schritt reiten und nur kurze Trabstrecken einbauen. Sobald das Pferd zu rennen anfängt, wieder durchparieren.
    Dabei mußt du ganz ruhig bleiben und darfst nicht hektisch werden!

    Es gibt auch Pferde, die mit dem steten Druck im Maul nicht zurechtkommen und dadurch hektisch werden. Hier hilft es, wenn man eine zeitlang gebißlos reitet. Ein Sidepull (flaches oder gepolstertes Nasenband) oder eine vergleichbare Zäumung kann hier hilfreich sein.

    Es gibt leider kein Patentrezept, und wir kennen das Pferd nicht. Du mußt also ein wenig probieren und überlegen, welche Dinge hilfreich sein könnten!
     
  4. Piennie

    Piennie Inserent

    Kann mich Chilly und Wanderreiter nur anschließen, gib ihr etwas Zeit. Hier im Forum gibt es einiges zu Thema rennendes Pferd.
    Ich würde zu gymnastifizierender Arbeit raten, also wie Du schon angefangen hast viele Übergänge (nicht nur im Tempo, auch im Tempi), viele gebogene Lienien, Seitengänge, ... . Womit ich immer sehr gute Erfahrungen gemacht habe, ist Stangenarbeit. Durch variation der Abstände kannst Du für einige Schritte das Gangmaß verändern und nach und nach auch einige Schritte weiter in diesem Maß reiten.
     
     
  5. PuschelFuchs

    PuschelFuchs Inserent

    Hallo!
    Leider kann ich hier keinen konstruktiven Beitrag bieten,aber ich habe ein ähnliches Problem:
    Ich habe mein Pony jetzt seit fast 4 Jahren. Leider wurde er falsch eingeritten und so waren wir (meine RL und ich) lange dabei, das wieder zu berichtigen. Er läuft mittlerweile auch wirklich schön.:)
    Jetzt das Problem: Seit Kurzem hat er sich angwöhnt, im Gelände zu pullen und sehr guckig/ angespannt zu sein, ganz besonders wenns in Richtung Heimat geht (man kann auch noch 6 km weg sein, sobald wir die Richtung einschlagen bemerkt er das sofort). Er wechselt zwar nicht die Gangart, aber ist sehr schnell im Schritt und Trab unterwegs, lässt sich gut zurückparieren, wird danach aber wieder sofort schneller, egal wie oft die Paraden hintereinander erfolgen. Es wirkt so, als habe er lediglich sein Grundtempo erhöht und ist dabei dann sehr unkonzentriert/spannig. Wenn wir allerdings in den Weg zum Stall einbiegen, entspannt er sich wieder völlig, geht lockeren und geregelten Schritt und schnaubt ab. Dazu muss man sagen, dass er eigentlich ein wirkliches Traumpony vom Charakter her ist: gelassen und ruhig, kein Durchgänger, aber wenn man im Galopp zulegt, ist er mit Freude dabei. Ich kann ihn auch nur mit Halfter im Gelände Problemlos in allen 3 Gangarten reiten. Das einzige Problem ist halt dieses erhöhte Grundtempo. Was kann man da am besten mal machen? Wie gesagt, er lässt sich sehr gut zurückparieren, aber es ist einfach auf Dauer nervig:nah:
    Zum Thema "guckig" muss man sagen, dass er sehr intelligent ist.Das Gleiche hatte er sich z.B. mal eine Zeit lang angewöhnt auf dem Weg zum Platz , als er keine Lust auf Dressur hatte (war in der Anfangphase, als es noch etwas schwieriger für ihn war). War sozusagen eine Unmutsbekundung. Ich frage mich allerdings, was das mit dem Gelände zu tun haben könnte? Es macht ihm eigentlich immer Spaß, soweit ich das als Mensch beurteilen kann.
    Ich habe es zwischendurch so versucht: Wenn er langsam geht nachgeben und loben, wenn er schneller wird wieder Paraden, wo es geht Volten o.ä. bislang ohne Erfolg...Es ist auch egal, ob wir alleine, oder in der Gruppe unterwegs sind, wobei er in der Gruppe zwar auch ein erhöhtes Grundtempo geht, aber nicht guckig ist und sich verspannt.
    Ich lasse ihn nicht (!) im Gelände rennen o.ä., wir gehen sonst immer ein geregeltes Tempo.
     
  6. Lakota

    Lakota Neues Mitglied

    Bei jemandem aus meinem stall ist das das selbe Problem gewesen.
    Das kam bei ihr aber daher, dass sie zeitweise immer eine Galoppstrecke
    in Richtung Heimat benutzt hat und das pferd so die Schnelligkeit immer mit "Heimatweg" verknüpfte.
    Als die Angelegenheit dann zu einem Problem wurde, ging sie zeitweise das
    Pferd nur im Schritt ausreiten. & es hat geholfen, heute geht es gelassen
    nach hause, jedoch auch noch mit einem etwas höherem tempo.
    Was ich aber normal, bis zu einem bestimmten Grad, finde.

    Denn wer freut sich denn nicht nach einer Anstrengung auf Zuhause?

    Wenn du der Meinung bist, dein Pferd sei zu schnell und du kannst alle
    Störfaktoren ausschließen, dann kannst du mal in deinem Stammbaum etwas nachforschen.
    Denn teilweise liegt das "Rennen" auch in der Familie.
     
  7. PuschelFuchs

    PuschelFuchs Inserent

    Das Seltsame daran ist ja, dass er das zuvor auch nicht gemacht hat. Klar ging der Heimweg immer etwas schneller:1:, aber nicht in diesem Ausmaß. Und vor allem, war er dabei dann locker und entspannt, nach der getanen Arbeit. Hmm.
    Ich habe genau überlegt und das einzige, was sich in letzter Zeit geändert hat ist:
    1. Das Wetter (er reagiert auf Wind sehr empfindlich --> guckig, aufgeregt)
    2. Er stand bis vor Kurzem mit einer Stute und meinem anderen Pony in einem Offenstall, leider ist mein kleiner vor etwa 2 Wochen gestorben, kann es damit zusammenhängen? Ich wüsste zwar nicht wie, aber mir ist aufgefallen, dass er sehr viel mehr wiehert (auch wenn ich nicht reite) und am Zaun steht und sucht... Aber ich wüsste das nun nicht in einen Zusammenhang zu bringen???

    Zum Wetter: das Phänomen "Schnellgehen"scheint Wetterunabhängig aufzutreten.
    Wie gesagt, es ist vorher nicht aufgetreten, jetzt plötzlich, wenn das also genetisch bedingt wäre, müsste es dann nicht von vorneherein bemerkbar sein? Sein Vater ist Okay Big Bambu
    GALMBACHER - Sport Pferde Zucht Zuchthengste
    und mütterlicherseits ist viel Vollblut drin, unter anderem Athenagoras (Notizen:
    Derbysieger 1973. Stellte die Rekordzeit von Nereide aus dem Jahr 1936 ein, und hielt den Rekord bis in die 90er Jahre.
    Athenagoras war 1976 Galopper des Jahres, 1984 und 1985 Championvererber der Zwei- und Dreijährigen.
    Er hatte ein bemerkenswertes GAG von 104 kg)
     
  8. Wanderreiter

    Wanderreiter Inserent

    Beschäftige ihn!
    Übe mit ihm Schulterherein, Travers, Anhalten, Rückwärtsrichten, Vorhand- und Hinterhandwendungen.
    Ist der Weg breit genug, dann baue Volten mit ein.
    Gehe die Strecke auch andersherum, das hilft oft!
     
  9. Paulsche

    Paulsche Neues Mitglied

    Hatte mit meinem Pferd die selben Probleme. Sie war zu schnell. Galopp konnte man gar nicht mehr sitzen......
    Bei ihr waren es die Probleme der Balance unter dem Reiter.

    Habe mit meiner Trainerin das Training begonnen. Immer wenn sie zu schnell war bin ich eine Volte geritten....immer wieder. Oft sogar mehrere auf 20 Meter Bahn. Dabei immer den inneren Schenkel verstärkt eingesetzt und den inneren Zügel verkürzt.
    Dadurch hat sie nach und nach eine bessere Balance gefunden und wurde langsamer.
    Jede Volte oder nach einer Volte, die sie langsam weitergelaufen ist, habe ich mit dem langen Zügel belohnt. Wurde sie wieder schneller, dann innerer Zügel kurz, innerer Schenkel ran und mal wieder ne Volte.

    Irgendwann wurde mir schon ganz schwindelig von den vielen Volten.......anstrengend ist es auch, aber es hat sich gelohnt.

    Und, viel mit einbauen. Stangen, Pylonen-Slalom etc. Alles, was einem so einfällt. Dann wirds nicht langweilig und Pferd ist gerne mit dem Kopf dabei.


    LG
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Dez. 2010
  10. Friesenstern

    Friesenstern Inserent

    Ich kenne das von meinem Pferd.

    Sobald er schneller wurde und wird,
    Tempo raus, anhalten, 3 Schritte zurück und ruhig wieder anreiten.
    Wenn er sehr hibbelig ist reite ich Achten,
    da muss er sich voll konzentrieren und arbeiten.
     
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