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Pferd schlachten

Diskutiere Pferd schlachten im Pferde Allgemein Forum; Hallo zusammen Kürzlich mussten wir schweren Herzens und nach langem hin und her entscheiden, dass unser geliebter Hafi geschlachtet wird - er...

  1. mietzi

    mietzi Neues Mitglied

    Hallo zusammen

    Kürzlich mussten wir schweren Herzens und nach langem hin und her entscheiden, dass unser geliebter Hafi geschlachtet wird - er hat einfach zu grosse Schmerzen und wir müssen ihn nun erlösen...

    Ich habe grosse Angst vor diesem tag und ich will meinen liebling bis zu letzt begleiten, denn ich verkrafte es nicht, dass er am schluss alleine ist... jedoch wurde mir von einigen pferdebeseitzern nahegelegt, dass ich mir das keinesfalls antun sollte.

    Kann mir jemand weiterhelfen? hat jemand schon diese erfahrung gemacht und musste sein pferd zum schlachter geben? Es würde mir sehr helfen, wenn jemand, der das schon mal erleben musste, ein wenig davon erzählen könnte.

    Liebe grüsse
    Karin
     
  2. Berliner_Reiter

    Berliner_Reiter Inserent

    Hallo Karin,

    ich selbst habe so etwas *Gott sein Dank* noch nicht erleben müssen.

    Aber ich würde mein Pferd bis zum Schluss begleiten. Erstens, wird viel Schindluder mit Pferden getrieben, die geschlachtet werden sollen. Ich habe von Fällen gehört, wo das (eigentlich tote) Pferd nach Jahren wieder auftauchte - und in dieser Zeit noch als Schuli oä. genutzt wurde.
    Zweitens ist er dann nicht allein, hat zu dem Stress des Transportes/fremder Umgebeung wenigstens eine vertraute Person.

    Wenn er solche Schmerzen hat, ist es besser für ein Pferd, gehen zu dürfen. Nur der Egoismus der Menschen ist Schuld, dass Tiere, die wirklich nicht mehr leben sollten, immer wieder gespritzt/gepäppelt werden, obwohl sie Schmerzen haben. Und nur, weil die Menschen nicht ohne "ihre Lieblinge" leben wollen.

    Ich finde diese Entscheidung, wenn eindeutig zum Wohle des Pferdes getroffen, sehr mutig und verantwortungsbewusst!

    Ich wünsche dir viel Kraft und Mut weiterhin - dein Pferd wird es dir danken!
     
  3. Streunerin

    Streunerin Inserent

    Warum soll es denn zum Schlachter? Warum lässt du es nicht vom TA einschläfern? Da würde ich auf jeden Fall mit dabei bleiben. Es wird Narkotisiert und bekommt danach eine Überdosis Nakotikum. Schläft also friedlich ein.
    Beim Schlachter bekommt es einen Bolzenschuss. Wenn der nicht ordentlich sitzt beim ersten mal weils Pferd vielleicht nicht still gehalten hat........ grusel... ich denke das ist der Grund warum man dir davon abgeraten hat.

    Wenn es definitiv der Schlachter sein soll würde ich das Pferd reinbringen, dann erstmal rausgehen und mich danach vom toten Pferd nochmal verabschieden. Einfach um wirklich sicher zu sein das es nicht doch noch verkauft wird oder ähnliches wie BR schreibt.
     
  4. mietzi

    mietzi Neues Mitglied

    Danke für eure Antworten!

    Es war schlimm die Entscheidung zu treffen, ich habe es lange herausgezögert, jedoch sind wir nun an einem punkt angelangt, an dem es einfach nicht mehr geht. obwohl ich unglaublich mühe habe, dies zu akzeptieren, ist es letztendlich das beste für das pferd.

    Ich habe nicht die alleinige Entscheidungsgewalt über dieses Pferd... Der besagte Schlachter hat eine kleine Pferdemetzgerei und die Stallbesitzerin kennt den Metzger persönlich - er sei sehr nett, seriös, kompetent und hat selbst Pferde, er kann gut mit Pferden umgehen. Bei uns im Stall werden eigentlich die meisten Pferde zu ihm gebracht und nicht eingeschläfert... Ich persönlich habe aber noch ein wenig mühe mit dieser methode...

    Ich möchte mein Liebster unbedingt bis zum schluss begleiten, da er das verdient hat. jedoch habe ich einfach auch angst davor, mein liebster hafi in einer blutlache liegen zu sehen...
     
     
  5. Charly K.

    Charly K. ...ich bin doch nicht kreativ. Mitarbeiter


    Sorry, Streunerin, aber Du bedienst hier gerade ein Klischee!

    Klar KANN das passieren - aber ein guter Schlachter kann dieses Risiko schon minimieren.

    Und genauso KANN der Narkose-Tod grausam aussehen und grausam SEIN!

    Google mal "T61"...
    (Mehr möchte ich hier an dieser Stelle nicht dazu sagen, ich denke, das muß nicht sein.)

    Beide Möglichkeiten sind gleich"gut" oder gleich"schlecht", und wie immer hängt es einfach von ganz vielen, individuellen Faktoren ab!

    Aber es gibt kein größeres Risiko eines "falschsitzenden" Bolzenschusses im Gegensatz zu einer mißglückten Einschläferung / einem langen Todeskampf.
    Beides gibt es, beides ist schlimm, beides ist ungefähr gleichhäufig.


    LG, Charly
     
  6. Streunerin

    Streunerin Inserent

    Das Problem ist das das Bolzenschussgerät das Gehirn des Pferdes zerstört. Kurz: Es ist Hirntot. Und bekommt nichts mehr mit.
    Das Herz schlägt aber noch.
    Danach wird eine Hauptschlagader durchtrennt um es ausbluten zu lassen wodurch dann das vollständige körperliche Tot eintritt.
    Um dem Pferd bei zu stehen bis zum Schluss reicht es somit bis nach dem Bolzenschuss zu bleiben. (Hört sich total kaltherzig an wenn ich das so schreibe ;( aber ich hoffe du verstehst wie ich es meine)

    Ich bevorzuge wie gesagt das Einschläfern, einfach auch weil man sich danach noch in Ruhe von dem Toten Pferd verabschieden kann so lange man möchte ohne in einer Blutlache zu stehen.. entschuldige das ich das so sagen muss.
     
  7. Schroedemann

    Schroedemann Inserent

    Ich musste mein erstes Pferd auch schlachten lassen. Rehe. Heute weiß ich, dass ich sicher mitschuld daran war...:grumpy:

    Ich konnte ihn bei uns im Stall schlachten lassen, das hat manches erleichtert. Ich selbst war bis unmittelbar vor dem Schluss dabei, habe ihm noch Möhren gegeben und mich dann verabschiedet. Ein guter Freund von mir, Schmied und Pferdebesitzer, war dann ganz am Schluss noch dabei.
    Er sagte, es wäre sehr beeindruckend gewesen. Der Bolzen wurde angesetzt, als das Pferd seine Schnute in die Haferschüssel steckte. Es sei gewesen, als ob man das Licht ausknipst. So schnell sei es gegangen.
    Und dann hat er noch gesagt, dass er es sich wünschte, auch so sterben zu dürfen.

    Wenn du es dir zutraust, dann bleibe bis zum Schluss dabei.Meinetwegen mit einer Valium und eine Flasche Wodka intus. Wenn nicht,dann nicht. ich glaube, man hilft dem Pferd nicht, wenn man dabei hysterisch wird. (Was mir passiert wäre).
    Also finde ich das Beste, sich jemanden mitzunehmen als Beistand, der Ahnung von Pferden hat, aber die Nerven behält. Du selbst kannst dann gehen unmittelbar, bevor der Bolzen kommt.
    Ich bin ganz froh, dass ich mein Pferd nicht habe fallen sehen.

    Wie gesagt, Schreikrämpfe helfen dem Pferd bestimmt nicht. Von daher war ich froh, als in der letzten halben Minute mein Freund dabei war. Letzten Endes muss das jeder für sich selbst entscheiden, was man sich zumuten mag und was nicht. Aber hol dir Beistand !!!!

    Ich musste vor 7 Jahren meinen 28 j. Araber einschläfern lassen. Er hatte Ataxie und konnte nicht mehr. Ich hatte das Pferd 25 Jahre lang. Ich bin dann auch bis fast unmittelbar bei ihm geblieben, habe ihn aber nicht fallen sehen. Ich hatte damals eine pferdebesitzende Freundin dabei, die im Beruf OP-Schwester war, also auch nervenstark.

    Wie gesagt, ein vor Trauer und Angst durchdrehender Besitzer hilft dem Pferd überhaupt nicht. Aber ich war immerhin in der lage, mich bis unmittelbar vor dem entscheidenden Augenblick am Riemen zu reißen. Dann bin ich weggelaufen und hysterisch heulend zusammengebrochen. Aber halt nicht mehr in der Nähe meines Pferdes.
    Wichtig sind gute Freunde dabei zu haben. Am besten Freunde, die selbst mit Pferden zu tun haben.Was man gar nicht brauchen kann, sind Leute, die sagen: "Ach, nun hab dich nicht so. DAs ist doch nur ein Tier. Kaufst dir halt ein Neues."
    Na ja,, aber gute TAs machen das nicht.

    Bei meinem Hafi habe ich lange gehadert, ob ich ihn schlachten lassen sollte oder einschläfern. Freunde, die wirklich Ahnung hatten, haben mir dann gesagt, dass ich das Pferd auf jeden Fall schlachten lassen sollte. DAs wäre viel humaner. Ich war mir aber unsicher und bin in die Klinik meines TA gefahren, um seine Meinung zu hören. ER nsagte mir, dass wenn ein Pferd fachkundig eingeschläfert wird, es auch nicht leidet. Aber dann schaute er nachdenklich vor sich hin und sagte: "Schneller geht es aber mit dem Bolzenschuss." Darum habe ich mich bei meinem Hafi für den Bolzenschuss entschieden.
    Meinen Araber habe ich viele Jahre später einschläfern lassen. Aus eher egoistischen Gründen, geb ich zu. So ein Drecks-Regierungspräsident hat nämlich das Schlachten zu Hause verboten! Also hätte ich das Pferd zum Schlachthof fahren lassen müssen. Und das hätte ich nicht ausgehalten. Spätestens im Schlachthof wäre ich völlig durchgedreht. Also habe ich mich für das Einschläfern durch meine TAs entschieden, weil das im STall gemacht werden konnte. Und es war human, da das Pferd zuerst eine Narkosespritze bekommen hatte. Erst als es schlief.....
    Es hat dann nichts gespürt. Jedenfalls hat mir das die Freundin erzählt, die bis zum Schluss dabei war. Ich glaube, dass sie die Wahrheit gesagt hat.
    Aber schneller geht es mit dem Bolzenschuss, wenn er fachmännisch gesetzt wird !!! Wie sagte der Freund von mir:als wenn man das Licht ausknipst.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Apr. 2012
  8. Streunerin

    Streunerin Inserent

    Ich kenne T61 ... zum Glück jedoch nicht aus eigener Erfahrung. Aber das wird zum Glück nur von sehr wenigen TA eingesetzt.
    Wie du schon schreibst man kann das Risiko Minimieren. Aber nicht ausschalten.
    Und meine Bedenken waren jetzt nicht T61, sondern einfach das das Tier nicht gleich stirbt. Beim Einschläfern wird nochmal eine Spritze nachgesetzt.
    Beim Bolzenschuss ist es nich mal eben so nachgesetzt wenn ein Schuss nicht gesessen hat.
    das meinte ich.
     
  9. Charly K.

    Charly K. ...ich bin doch nicht kreativ. Mitarbeiter


    ...Bei einem taumelnden, umfallenden, krampfenden, zuckenden, quietschenden Pferd ist eine zweite Spritze auch nicht so leicht gesetzt...

    Ich will gar nicht sagen, daß jetzt das eine oder andere besser ist, sondern einfach nur, daß es eben bei beidem (gleichermaßen!) Komplikationen auftreten können, die man auch bei bester Planung und Fachkompetenz nicht völlig ausschließen kann!
    Und daß man eben individuell entscheiden muß, so, wie Schroedemann es beschrieben hat, was für das Pferd und einen selbst besser ist.


    LG, Charly
     
  10. GilianCo

    GilianCo Langzügelbespaßer

    Ich denke, gerade die Diskussion, " Schlachter oder Einschläfern" ist und wird immer eine sehr emotionale sein, und genau deswegen ist sie so schwierig zu führen.

    Ich war bei mittlerweile sehr vielen Euthanasien dabei, zum Glück ist unabhängig vom TA der Ablauf immer ruhig und entspannt gewesen. Ich kenne einige TÄ, die T 61 einsetzen, allerdings (und das finde ich sehr wichtig zu erwähnen) nicht, um das Pferd damit einzuschläfern, sondern zusätzlich, NACH einer kompletten (und überdosierten) Narkose. Das hilft gerade in den Fällen, wo der Besitzer beim Tier bleibt, weil es die Nebenwirkungen der Narkose unterbindet, bei einigen Narkosemitteln haben die Pferde, wenn sie eigentlich schon nicht mehr am leben sind, noch relativ heftige Muskelkontraktionen. Das ist vielfach verständlicherweise für den Besitzer schlimm anzuschauen, und ich habe schon Situationen bei Freunden gehabt, wo der TA nichts dazu gesagt hat, was dies bedeutet....

    Was das schlachten angeht, sollte man einfach immer wieder betonen, das der Bolzenschuß quasi die Betäubung ist, die zum töten eines Tieres vorgeschrieben ist. Ich für meinen Teil habe auch schon das Pferd einer Freundin zum Schlachter begleitet, und konnte (obwohl es nicht mein Pferd war) nicht bis zuletzt dabei sein. Wäre es mein Pferd, könnte ich diesen Anblick glaub ich noch viel weniger ertragen. Und hier ist dann ein "bis zum Ende dabei bleiben" für mich schwierig, weil ich dann auch bleiben muß, bis mindestens der Halsschnitt gesetzt ist.

    Wobei ich ehrlicherweise trotzdem anmerken muß, das ich glaub ich nie verstehen werde, warum der Faktor "es geht schnell" für einige so wichtig ist, mir war es immer wichtiger, das das Tier in ruhiger Umgebung, ohne negative Eindrücke, seinen letzten Atemzug tut. Einige TÄ sehen auch das ausbluten lassen kritisch, weil die Blutversorgung zum Hirn (wenn es denn noch nicht komplett zerstört ist) nicht unterbrochen wird - die entsprechenden Gefäße liegen überwiegend durch die Wirbelsäule geschützt, da kommt man quasi " mit einem einfachen Messer" nicht ran.
     
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