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Pferd stellt sich stur beim Reiten

Diskutiere Pferd stellt sich stur beim Reiten im Allgemein Forum; Hallo ihr Lieben, ich bin neu hier, deshalb nehmt es mir bitte nicht übel, falls es dieses Thema schon irgendwo gibt. Seit 5 Monaten habe ich...

  1. Pojki

    Pojki Neues Mitglied

    Hallo ihr Lieben,
    ich bin neu hier, deshalb nehmt es mir bitte nicht übel, falls es dieses Thema schon irgendwo gibt.

    Seit 5 Monaten habe ich einen Friesenwallach (13J) der nun etwa 10x unter dem Sattel gegangen ist.

    Zu seiner Vergangenheit: Ich habe ihn aus Familienbesitz adoptiert wo er in keiner artgerechter Haltung war. Er war 10 Jahre Fahrpferd. Allerdings hieß das Peitsche drauf für Go, Maul reißen für langsam werden. Das Rückwärtsrichten durch im Maul reißen bis das Pferd nachgibt gehörte auch dazu. Er wurde also immer sehr grob behandelt. Auch im Umgang. Da gabs dann auch mal den Besen auf den Hintern wenn das Pferd sich nicht anständig benommen hatte. Er wurde vllt 1x alle 2 Wochen gefahren, da er mehr der gemütliche Typ ist und andere mit Power bevorzugt wurden. Den Rest der Zeit stand er in seiner dunklen Box. Weidegang? - Fehlanzeige. Da er dort das Stiefkind war, hatte ich im September die Anfrage bekommen ob ich ihn haben möchte. Obwohl ich wusste, dass ich nur am Wochenende und an meinen freien Tagen Zeit für ihn haben würde, sagte ich zu. Es konnte ihm ja nur besser gehen. Er bekam einen Platz mit täglich mind. 10Std Weidegang. Da er in einem nicht so guten Zustand war, waren die ersten Schritte Hufschmied, Physio und nach auffälliger Lahmheit einen Monat später auch der Tierarzt. Der Hufschmied befreite ihn von seinen Eisen und trug vorerst 6cm Horn ab. Bis heute waren es insgesamt um die 13cm die er auf Plateu ging. Er hatte Strahlpilz, einen schlimmen Senkrücken, eine steife Hüfte und somit eine schleifende Hinterhand und die Diagnose Arthrose in den Vorderbeinen. Zu Anfang hatten wir furchtbare Probleme zusammen. Er lies sich nicht händeln, war wie ein 4 Jähriger. Von Hufe geben, still stehen usw (die Basics) scheint er nie etwas gelernt oder es wieder vergessen zu haben. Zu Anfang bekam er Hafer, was ihm zusätzlich zu der Eingewöhnungsaufregung wohl in den Kopf gestiegen ist und auch in seine Lymphe. Diese waren angeschwollen, weshalb ich sein Futter wechselte. Er bekommt nun ein glutenfreies, melassefreies Grünmüsli und Luzerne von der Firma mit dem A aus Süddeutschland. Für seine Arthrose dann noch Zusätze wie MSM und Glucosamin und natürlich Mineralfutter. Aktuell bekommt er eine Weidenrindekur. Sein Senkrücken ist durch viel Bodenarbeit deutlichst zurückgegangen. Er wird nie einen geraden Rücken haben, aber der TA gab das ok für das Reiten weil er gut an Muskeln zugelegt hat. Sein Wohl geht mir vor meines. Wenn er mal einen schlechten Tag durch seine Arthrose etc habe, lasse ich das Training oder passe mich ihm an.

    Zu seinem Charakter:
    Kurz gefasst spiegelt sein Interieur Ungeduld, Stumpfheit, Intelligenz (aber nur eine kurze Spanne Aufnahmefähigkeit, ca 15Min), Sturheit, Triebigkeit, Sensibilität und aber auch absolute Liebenswürdigkeit wieder.

    Hier kommen wir zu meinem Problem:
    Er ging nun etwa 10x unter dem Sattel. Davon 7x bei einer sehr guten Reiterin und die letzten 3 Male unter mir. Ich reite ihn allerdings nie alleine, sondern werde immer begleitet und auch korrigiert wenn es sein muss. Ich habe vor 13 J. das Reiten gelernt, zwischendurch aber viele „Durststrecken“ gehabt, weshalb ich mich im Sattel auch erst wieder finden muss. Umso wichtiger ist es mir auch für ihn, dass ich das nicht alleine mache.
    Bisher sah unsere Stunde immer so aus: Etwa 10Min an der Hand Schritt gehen, dann ca 20Min Schritt reiten (Arthrosiker, lange Aufwärmphase) dann etwas Trab hier und da und dann wieder eine Schrittphase für das Cool Down. Die ersten beiden Male hatte er die ersten paar Minuten im Trab noch gut mitgemacht, da kam es dann auch auf die Hand an. Da hat er auch eine gute und eine nicht so gute Seite. Irgendwann hat er dann keine Lust mehr und schaltet absolut auf stur. Da geht dann nichts mehr. Er bleibt stehen und es interessiert ihn nicht die Bohne welche Hilfen man ihm gibt. Er kennt die Hilfen mittlerweile eigentlich, denn in Phasen wo er Bereitschaft zeigt nimmt er sie gut an. Auch die Gerte ist nur tipselig nötig um ihn zu bitten anzutraben. Gestern war es sehr „schlimm“. Von Anfang an stellte er auf stur. Es ging kaum einen Schritt vorwärts. Dazu muss ich sagen, dass der Schmied Freitag da war und er noch etwas fühlig ging. Man sagte mir immer ich solle die Gerte einsetzen, auch mal doller, er soll mich nicht verarschen und wissen dass er zu gehen hat wenn ich das möchte. Da ich irgendwann einfach nur noch frustriert war habe ich nicht richtig gehandelt und ihm die Gerte gegeben. Hat jemand Erfahrung mit solchen Charakteren? Er ist in keiner Weise bösartig, er würde nie bocken etc, er stemmt eben alle 4 Beine in den Boden und bleibt stehen wie ein Stein. Ich möchte nicht den „Kraftweg“ gehen. Trotzdem wäre es toll ihn animieren zu können zu traben und das auch mal mehr als ein paar Schritte. Ich bin hin- und hergerissen. Auf der einen Seite weiß ich, dass ich einen alternativen Weg gehen möchte. Charakterlich bin ich mehr die zurückhaltende Person, ich bin nicht laut und ich bin nicht brutal. Ich bin das genaue Gegenteil von dem wie er es sein ganzes Leben kennen gelernt hat. Ich denke dass dazu auch noch kommt, dass ich bis heute Mitleid für seine Vergangenheit für ihn empfinde. Ich möchte ihn mit einem Klaps nicht daran erinnern und auch nicht unser Verhältnis zerstören. Bei ihm kommt seine Sensibilität dazu. Wenn er das kleinste Wehwehchen hat und alles nicht 100% stimmt, macht er nicht mit. Ich kann da ganz schlecht einschätzen ob er mich wirklich „veräppelt“ oder nicht doch körperlich gehemmt ist. Wenn er mich „veräppelt“ möchte ich ihm das nicht durchgehen lassen. Ist es körperlich wäre es unfair von mir ihn da zu triezen. Für mich ein ganz schmaler Grad. Gibt es Alternativen zum „harten Weg“? Oder ist es für ihn weniger schlimm als ich denke? Noch stumpfer soll er auf keinen Fall werden. Ich möchte ihm auch keine schlechten Erfahrungen bieten.

    Danke im Voraus und liebe Grüße,

    Pojki
     
  2. Charda

    Charda Profi Vollpfosten

    Ich glaube hier sind mehrere Möglichkeiten zu beachten. Auf der einen Seite kann es natürlich sein, dass ihm seine Arthrose zu schaffen macht. Also körperliches Unbehagen. Nachdem er erst 10 mal unterm Sattel war, kann es durchaus auch sein, dass er dich noch nicht versteht.
    Auf der anderen Seite aber ist es ein Friesenwallach. Die sind in der Regel nicht zwingend für ihre Feinfühlige Ader bekannt ;)

    Was hier jetzt wirklich der Fall ist, lässt sich schwer sagen. Ich denke du bräuchtest mehr Geduld. Musst aber natürlich schon kosequent sein. Longierst du ihn auch? Oder was machst du sonst? Geht er gerne ins Gelände?
     
  3. terrorschaf

    terrorschaf Bekanntes Mitglied

    Wenn der rücken eh eine Baustelle ist würde ich die schwunglose Gangart Schritt nicht reiten. Führe ihn warm, mach bodenarbeit, leg ihm ein paar Stangen hin und gucke woran er Spaß hat. Wenn er warm ist reite ein zwei Runden Schritt und trabe dann direkt an.
    Pferde müssen auch einen Sinn sehen in dem was sie tun. Im Kreis rum dödeln tut das für die wenigsten. Wenn sie noch klein sind, lernen Sie sich ein zu fügen. 'Gestandene Pferde' holst du damit nicht mehr hinter dem Ofen vor.
    Halbe runde trab, halbe runde Schritt, eine runde Trab, halbe runde Schritte, zwei Runden Trab, halbe runde Schritt. Vor jedem antraben über zwei Stangen die Füße heben etc. So dass er einen Ablauf hat.
    Nehm dir genau vor wieviele Übergänge du heute reiten willst. Lobe ihn jedes mal mit deiner stimme. Für jeden Übergang .
    Fang kurz an. Entwickle feste Abläufe die du ausbaust.
    Dannach Schritt führen, nicht reiten.Oder wenn ihr eine minirunde am Hof habt, geh mit ihm noch kurz raus, dass er was anderes sieht.
     
    satine, Luki, Jessy & Alfi und 3 anderen gefällt das.
  4. Princess of Diamond

    Princess of Diamond Bekanntes Mitglied

    Vergiss das Schritt reiten und führ lieber länger. Schritt ist für den Rücken junger Pferde nicht so gut. Besonders bei der Vorgeschichte.
     
    PinkPony gefällt das.
     
  5. Pojki

    Pojki Neues Mitglied

    Hallo Charda,

    Danke für deine Antwort!
    Ich longiere ihn zur Zeit öfter nach MGs Equikinetic. Im Kreis soll er nicht gehen, da er seine Vorhand zu sehr belasten würde, was wieder auf die Arthrose schlagen würde.
    Im Gelände waren wir bisher noch nicht, außer an der Hand, aber da kommen wir noch nicht so weit, er wird ängstlich. Ich wollte wenn es wärmer wird mal den nächsten Schritt wagen und auf den Außenplatz wechseln. Die Böden sind derzeit aber entweder durchnässt oder gefroren
     
  6. Charda

    Charda Profi Vollpfosten

    Ja das ist schwer. Eigentlich sollte er ja nicht ängstlich sein, wenn er doch so häufig gefahren wurde, oder?

    Der Bub ist 13...
     
  7. Pojki

    Pojki Neues Mitglied

    Das werde mich mal testen, Danke dir!
     
  8. Princess of Diamond

    Princess of Diamond Bekanntes Mitglied

    Na und. Trotzdem ist er zu reiten wie ein Jungpferd.
     
    nasowas gefällt das.
  9. Pojki

    Pojki Neues Mitglied


    Für ihn sieht leider alles neu aus was nicht exakt so aussieht wie seine alte Umgebung :/
     
  10. Schokokeks

    Schokokeks Bekanntes Mitglied

    Ich würde über den Winter zu Teilberitt raten 3-4* die Woche für eine Grundausbildung und danach wenns Wetter wieder besser ist geht ihr viel raus. Gerade unsichere Pferde brauchen einen pilot der genau weiß was er tut.
     
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