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Pferd verkaufen?

Diskutiere Pferd verkaufen? im Pferde Allgemein Forum; Hallo ihr Lieben, ich habe mich extra hier registriert, um mal viele verschiedene Meinungen, Denkanstöße und Anregungen von Außenstehenden zu...

  1. Yral

    Yral Neues Mitglied

    Hallo ihr Lieben,

    ich habe mich extra hier registriert, um mal viele verschiedene Meinungen, Denkanstöße und Anregungen von Außenstehenden zu bekommen.

    Vor zwei Jahren habe ich einen Tinker gekauft, weil ich auf der Suche nach einem Pony war, das sicher ins Gelände geht und mit dem ich etwas auf dem Platz arbeiten kann. Ursprünglich wollte ich in den Turniersport, aber das Hauptaugenmerk lag auf der Verlässlichkeit, weil ich eher von der vorsichtigeren Sorte bin. Ich war also durchaus bereit, auf den Sport zu verzichten, um angstfrei ausreiten gehen zu können.
    Beim Ausprobieren fühlte ich mich total sicher auf ihm, so dass ich auch ins Gelände gegangen. Auch hier fühlte ich mich gut, obwohl er relativ glotzig war. Beim zweiten Ausritt zackelte er viel rum, hat Stalldrang gehabt und eigentlich hätte ich mich hier dagegen entscheiden müssen. Habe ich aber nicht, weil ich auf ihm keine Angst hatte.
    Wir haben ihn also abgeholt, mussten aber schon relativ schnell den Stall wechseln, weil die Heufütterung plötzlich von 3x auf 2x reduziert wurde. Es ging also in einen kleinen Offenstall, in dem die Integration in ein 2er Gespann nicht funktionieren wollte, so dass er 3 Monate alleine stand, in der Hoffnung, dass es irgendwann funktioniert. In der Zeit wurde er unberechenbar, ist mehrfach durchgegangen, hat sich ständig erschreckt und seitdem habe ich die Angst auch auf ihm bekommen.
    Nachdem die Integration auch nach Monaten nicht geklappt hat, und es hier wenig Offenstallmöglichkeit mit guten Reitbedingungen gibt, ging es in eine Paddockbox + Koppelgang, wo er das gleiche Verhalten zeigte. Nun stehen wir seit 2 Monaten in einem kleinen Offenstall mit 24h Heu, und er war schon nach 2 Tagen angekommen und hat sich wieder komplett gewandelt.
    So weit, so gut. Nur durch das Unberechenbare in den zwei Ställen davor, habe ich wirklich Angst auf ihm. Er war schon immer glotzig, wenn Fußgänger kamen, wenn eine Hütte im Wald steht, oder er irgendwas ungewöhnliches sieht, nur hatte ich eben keine Angst. Das Problem ist hier aber, dass er darauf reagiert. Er ist generell eher so, dass er sich gerne reinsteigert. Am Rand des Reitplatzes stehen zwei Stühle, die er jedes Mal anglotzt und auch zur Seite springt, obwohl ich mich auf dem Reitplatz sicher fühle. Im Gelände wird er auch, sobald es nachhause geht, sehr schreckhaft. Er springt dann regelmäßig zur Seite, zuckt, oder reißt panisch den Kopf hoch. Bei sicheren Reitern ist es nicht ganz so ausgeprägt. Beim Fahren vom Boden macht er es genauso, beim Spazierengehen ist alles in Ordnung. Sobald ich im Gelände in den Situationen absteige, ist es auch kein Problem. Vom Sattel aus schaffe ich es einfach nicht mehr, ihm die nötige Sicherheit zu geben.

    Ich sehe den Fehler ganz klar bei mir. Ich hätte ihn von Anfang an nicht kaufen dürfen, weil ich wusste, dass ich ein sicheres Pferd brauche. Ich kann ihm kein sicheres Gefühl vom Sattel aus vermitteln, was die Situation immer schlimmer werden lässt. Aber soll ich ihn deswegen behalten, obwohl ich keinen Spaß habe? Ich habe weder ein sicheres Ausreitpferd, noch habe ich den Spaß mit ihm auf dem Platz. Gelegentlich reite ich eine Freiberger-Stute mit, die mir irre viel Spaß macht. Sie ist bombensicher, und in der Dressurarbeit natürlich auch kein Crack, aber williger und leichtrittiger als mein Tinker. Er hat natürlich auch ein typisches Tinker-Gebäude, so dass ihm alles etwas schwerer fällt. Aber hier merke ich immer wieder, dass ich mit meinem eigenen Pony eigentlich nicht wirklich Spaß habe. Andererseits - suche ich die eierlegende Wollmilchsau? Ein Pferd, das mich sicher durchs Gelände trägt, sich von mir nicht verunsichern lässt und auch für die Dressur nicht ganz ungeeignet ist? Ich spreche hier wirklich von einem netten Verlasspferd auf A-Niveau. Sollte ich mich vielleicht doch durchbeißen? Ich hatte schon verschiedene Bodenarbeitstrainer und Reitlehrer für diesen "Stalldrang" da, es hat aber keiner eine richtige Lösung. Hier haben wir schon alles ausprobiert. Zumal er nicht nachhause rennt, sondern er einfach unsicher und schreckhaft wird. Ich möchte hier nochmal festhalten: Dieses Problem gab es schon immer, nur wurde es durch meine Angst ziemlich groß.
    Dass sich ein Pferd mal erschreckt, ist normal. Ich habe auch keine panische Angst. Ich fühle mich einfach nur total unwohl auf ihm, weil ich mich immer frage, wann er das nächste Mal zur Seite springt. Es gibt auch gute Tage, an denen das funktioniert, die sind aber eher selten.

    Es ist wahrscheinlich alles ein bisschen wirr und durcheinander, aber das passt zu meinen Gedankengängen dazu. Mittlerweile bin ich schon soweit, dass ich uns eine Frist setzen möchte.

    Ich hoffe auf sachliche Meinungen und Gedanken dazu.
     
  2. ruffian

    ruffian Schimmelreiterin

    Das halte ich für eine gute Idee. Warum? Nun, du bist die Einzige, die abschließend entscheiden kann, ob du mit diesem Pferd eine Chance auf glückliche Erlebnisse hast. Für alles gibt es Tipps, Techniken und Experten, aber nur du selbst kannst entscheiden, ob du mit diesem Pferd weitermachen möchtest.

    In dieser Situation hast du gleich zweifach Druck: Einmal das wenig erfreuliche Reiten und dazu die Überlegung, ob du die Sache beenden solltest oder möchtest. Mit einer "Frist" erlaubst du dir die Überlegung, dich von diesem Pferd zu trennen und gibst dir die Möglichkeit, jeden neuen Schritt als freiwilliges Experiment zu erleben und nicht als Zwang. Das Gefühl, in einer Falle zu sitzen oder nur noch Pflichten abzuarbeiten verschwindet. Das macht dich entspannter, und das hilft. Mit dem Pferd oder bei der Entscheidung, dich von diesem Pferd zu trennen.
     
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  3. Käfertrulla

    Käfertrulla Inserent

    Ich würde mal mit den guten Dingen anfangen. Du hast jetzt einen Stall gefunden, in dem de Haltung passt und Dein Pferd sich wohlfühlt. Du hast analysiert und erkannt, wo das Problem hockt - oben drauf. Diese Erkenntnis ist Gold wert.Und jetzt ist es Deine Entscheidung, ob Du das anpacken willst und ihr beide euch zusammenrauft, oder ob Du Dich aus der Situation rauswinden magst. Ich finde auch letzteres nicht verwerflich, wenn Du eine gute Lösung für euch beide findest.
     
  4. Kröti

    Kröti Bekanntes Mitglied

    Huhu,
    Gibt es bei dir in der Nähe vielleicht die Option, einen mobilen Bereiter zu organisieren und ihn sicherer zu bekommen, damit ihr danach noch eine Chance habt?

    Eine Frist in einem überschaubaren, aber auch nicht zu kurzem Rahmen find ich gut.

    Ein A-Dressur-fertiges Verlasspferd, was sich nicht verunsichern lässt, aber auch so charakterstark ist und dabei trotzdem machst, was du möchtest, ist eher ein 6er im Lotto auf lange Sicht.
     
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  5. aquarell

    aquarell Inserent

    Mit drängen sich ein paar Fragen auf:
    - Alter des Pferdes
    - wie wurde er bei dem Vorbesitzer genutzt
    - wie alt bist Du und wie lange reitest Du schon

    Evtl. wäre eine gute Rb für Deinen Tinker eine Lösung, damit er wieder sicherer wird. Jetzt hat sich sein Verhalten bei Dir schon recht gefestigt und ohne gute Anleitung wird es schwer da alleine wiedr raus zu kommen. Kannst Du nicht mit den Besi von dem Freiberger zusammen ausreiten? Evtl. könnt ihr auch die Pferde zum Ausreiten tauschen?
     
  6. Frau Horst

    Frau Horst Bekanntes Mitglied

    Wenn er dir keinen Spaß macht und du keinen Ansatz zur Verbesserung siehst, fände ich es völlig legitim, ihn zu verkaufen und dich gegebenenfalls nach was passenderem umzusehen. Wenn du Möglichkeiten siehst, es zu verbessern und du dich eher danach fühlst, ihn zu behalten, ist auch das ok. Du (ihr) müsst das aussitzen, also musst du auch wissen, was du eher möchtest.
    Eine Frist wäre sicher eine Möglichkeit, dir darüber klar zu werden.
    Wenn man davon ausgeht, was die meisten als A fertig bezeichnen, also reicht für zuhause am Zügel gehen und Tritte verlängern, sehe ich das weniger als eine Seltenheit als eine Selbstverständlichkeit ab einer gewissen Preisklasse und einem gewissen Alter an.
     
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  7. NaBravo

    NaBravo Bekanntes Mitglied

    Sehe ich wie Horsti. Allerdings ist Deine Angst und die Guckigkeit vom Pferd schon keine klasse Kombination. Dein Pferd bräuchte halt Sicherheit. Und die ist von Deiner Seite aus erstmal wohl eher nicht drin

    Und vielleicht bist Du ja auch einfach nicht des Tinkers Mensch? Wenn ein Tinkertier nämlich dieser Meinung ist dann bekommst da eh keinen Fuß mehr auf den Boden. Zumindest hab ich es genaus so jetzt schon mehrmals erlebt.

    Frist setzten find ich so verkehrt nicht. Allerdings schreibst Du ja, dass Du ein Verlasspferd bräuchtest. Und ob Dein Tinker sich bei Dir innerhalb dieser Frist in diese Richtung entwickelt...das seh ich eher nicht. Eine "furchtlose" RB wär sicher ne Lösung. Jedoch muß der Tinker dann nicht unbedingt auch bei Dir so gut funktionieren.

    Wenn ich an meinem Pferd absolut keinen Spaß hätte und nur ängstlich unterwegs wäre würd ich mich vermutlich auch eher trennen...fänd ich fairer - für beide Seiten. Zumal das Pferd ja auch dadurch nicht unbedingt besser wird.
     
  8. Kröti

    Kröti Bekanntes Mitglied

    Mir ging es mit der Aussage eher um die Resilienz, die ein Pferd haben müsste, um über Jahre so zu laufen, auch mit einem Reiter, der wenig Sicherheit geben kann. Zum Kaufzeitpunkt sind das alles keine großen Ansprüche..
     
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  9. Frau Horst

    Frau Horst Bekanntes Mitglied

    An sich ja, aber kaum ein Reiter schafft es, auf einem sicheren Pferd ewig Angst zu haben. Dadurch relativiert sich das oft.
     
  10. h2ofrau

    h2ofrau Inserent

    So wie sich das liest, denke ich wird kein Pferd dauerhaft "nett" und verlässlich bei Dir bleiben. Ich denke, Du brauchst derzeit jemanden, der wirklich gut reitet und Dein Pferd 2-3x die Woche mitreitet..bis Du selbst sicher genug bist...dann könnte es funktionieren mit Deinem. Und ich denke auch bei einem anderen, wird es nur so funktionieren. Denn das verlässliche Pferd, welches Du ansonsten reitest, wird mit Sicherheit den Rest der Woche konsequent geritten und somit macht es das dann mit Dir den einen Tag auch noch trotz Deiner Unsicherheit , lieb mit. Würdest Du dieses Pferd eine Woche komplett alleine reiten, würde es sicherlich innerhalb der Woche schon ähnliches Verhalten wie Dein Tinker an den Tag legen. Ist es ein wirklich stoischer Vertreter, kann es evtl länger dauern.
     
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