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Pferde-Kaufvertrag

Diskutiere Pferde-Kaufvertrag im Pferde Allgemein Forum; Und in einem gewissen Rahmen kann man das Pferd eben absichern. Das ist der Punkt, an den ich meiner Erfahrung nach eben nicht glaube. Ich kann...

  1. Mirage

    Mirage Bekanntes Mitglied

    Das ist der Punkt, an den ich meiner Erfahrung nach eben nicht glaube. Ich kann schauen, ob Kaufinteressent und Pferd harmonieren bei den Proberitten, beim Putzen, im Umgang. Ich kann mir den künftigen Platz anschauen, ob das passt für´s Pferd (halte ich übrigens für sehr wichtig, wenn mir das zu verkaufende Pferd wirklich am Herzen liegt). Ich kann im Rahmen meiner Möglichkeiten bestmöglich abwägen, ob das Pferd dort eine Lebensstellung hat, den genau so will ich mein Pferd ja nur verkaufen in beste Hände, wo es dann bis ans Lebensende bleibt und einen guten Platz hat bzw. voraussichtlich haben wird. Ich kann meine Hilfe anbieten, falls gewünscht für die erste Zeit etc. Aber letztendlich habe ich dann keinerlei Einfluss drauf, was dann wirklich passieren wird. Und da hilft mir ein Vorkaufsrecht nicht. Denn will der Käufer es umgehen, dann kann er das problemlos. In den meisten Fällen wird es der Verkäufer sowieso nie erfahren, wenn das Pferd längst weiter verkauft wurde (wurde es halt eingeschläfert wg. Krankheit beispielsweise). Habe das schon ein paarmal erlebt, wo das irgendwann mal abgeschlossene Vorkaufsrecht einfach ignoriert wurde, hat nie ein Hahn danach gekräht. Woher auch, man hat ja keinen Kontakt mehr. Ergo reiner Goodwill des Besitzers, wenn er sich versucht mit dem Vorbesitzer wg. anstehendem Verkauf in Verbindung zu setzen.

    Es gibt auch diverse Gerichtsentscheidungen in solchen Fällen mit ganz unterschiedlichen Ausgängen. Aber ist es erst mal vor Gericht, dann ist es für´s Pferd ja sowieso schon zu spät und es geht nur noch um die Vertragsstrafe.

    Will man ein Vorkaufsrecht dauerhaft umsetzen, setzt das voraus, dass jede Adressänderung von Käufer oder Verkäufer umgehend dem anderen mitgeteilt wird, ergo man in Kontakt bleibt. Es gab diesbezüglich mal eine Gerichtsentscheidung. Käuferin wollte Verkäuferin kontaktieren wg. anstehendem Weiterverkauf, Brief kam zurück mit unbekannt verzogen. Daraufhin Käuferin anderweitig verkaufte. Hier die Verkäuferin ein paar Monate später ihren Umzug mitteilte und die Käuferin dann über Weiterverkauf informierte, da Brief nicht zugestellt werden konnte. Ging dann vor Gericht, das Gericht gab der Käuferin recht, denn es sei nicht zumutbar, dass die Käuferin zur Umsetzung der vertraglichen Vereinbarung Ermittlungen anstreben müsse, die Vertragspartnerin ausfindig zu machen.

    So eine Vertragsklausel bedeutet eben, dass Käufer und Verkäufer dauerhaft mehr oder weniger in Kontakt bleiben müssten in der Regel dann auch mit der Konsequenz, dass der Verkäufer auch noch Dinge über das Pferd erfährt, was eventuell nicht gefällt wie Haltung, Umgang etc. Das kann dann schon weh tun, weil keine Handhabe da ist um für das Pferd eine Verbesserung zu erwirken.
     
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  2. Luki

    Luki Bekanntes Mitglied

    Ich plane eh sie hin und wieder mal zu besuchen. Sie hat das von sich aus angeboten und ich fahre eh 1-2x im Jahr in die Nähe des neuen Stalls, da würde ich auf das Angebot dann auch gerne mal zurück kommen.
    Ich finde ,man hat da eine Verantwortung für sein Tier. Und ja, ich kann da nicht sicher gehen, das kann ich nie und das muss einem auch bewusst sein.
    Ist ja nicht das erste Pferd was ich verkaufe und meine alte Stute hatte ich immer direkt vor der Nase. Die hab ich öfter gesehen als Luke, weil sie direkt vor meiner Haustür stand.
    Und ja, die neue Besitzerin hat vieles anders gemacht als ich und ich habe mir sehr oft auf die Zunge beißen müssen.
    Aber letztenendes muss ich davon ausgehen, dass der neue Besitzer nur das Beste will.
    Ich kann da meine Hilfe anbieten ,aber wenn sie es nicht wollen, muss ich damit leben.

    Es wird sicherlich bei Luke leichter, weil ich ihn nicht täglich sehe und da bin ich auch froh drüber. Meine alte Stute war ja ein 100%iges Verlasspferd, aber wenn ich dann bei Luke mitbekäme, dass das doch mal nicht so gut klappt, dann hätte ich sofort ein schlechtes Gewissen.

    Mir fällt der Verkauf sowieso erstaunlich leicht. Irgendwie passt es mit der Person. Nur ihn aus dem Stall zu nehmen, wo er endlich mal glücklich ist, tut weh.

    Und nun bin ich selber ins OT gerutscht :D

    Also Vorkaufsrecht ist nicht diskutabel und ich werde die Formulierung von hier übernehmen und mir die 300-500€ für den Anwalt sparen.
     
  3. Selaya

    Selaya Bekanntes Mitglied

    Wir haben auch eine Vorkaufsrecht Klausel in unseren Verkaufsverträgen drin stehen. Dabei geht es mir mitnichten darum ein Pferd/Pony zurück zu kaufen, sondern möglichst zur Verfolgung, wo das Pferd/Pony bleibt. Wir verkaufen aber auch ausschließlich unsere eigene Nachzucht. Wenn ich bedenke, dass ich viel Zeit und Liebe in die Tiere gesteckt habe, nach bestem Wissen und Gewissen alles getan habe, um ihnen eine artgerechte Aufzucht zu bieten, dann sind diese Tiere eigentlich eher Familienmitglieder, die beim Verkauf das "Haus" verlassen. Da möchte ich schon möglichst wissen, wo sie bleiben und was aus ihnen wird.
    Bisher haben alle Käufer den Vertrag mit der Klausel unterschrieben. Ich habe aber auch zu fast allen Käufern nach wie vor Kontakt. Mit dem einen regelmäßig, mit dem anderen eher unregelmäßig.
     
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  4. Schlüsselblume

    Schlüsselblume Mitglied

    Die Formulierung mit dem marktüblichen Preis finde ich nicht gelungen. Wer soll denn im Streitfall bestimmen, was das Pferd wert ist bzw was man "am Markt" dafür bekommt? Das ist doch kein klarer Wert, der sich mal einfach so bestimmen lässt.
    In anderen Rechtsbereichen werden vorkaufsrechte so geregelt, dass der Eigentümer einen Kaufvertrag mit einem Dritten schliesst und den dort vereinbarten Preis dem ursprünglichen Eigentümer mitteilt. Der kann dann zu genau diesem Preis zurückkaufen.
    Hat natürlich auch das Problem, dass da ein Strohmann so tuen könnte, als würde er das Pferd teuer kaufen, das hatte oben schon jemand angesprochen, ich glaube ManicPreacher. Scheint mir aber immer noch besser als Marktpreis.

    Edit wegen Tippfehler
     
  5. Fjordi

    Fjordi Bekanntes Mitglied

    Beim Streit bestimmt den Wert am Ende ein Gutachter vor Gericht, dazu wird es oft nicht kommen. Rechtssichere Klauseln sind in dem Fall sehr schwierig, kann da nur zustimmen.
    Die Klausel soll ja nur dafür sorgen, dass der Käufer sich im Verkaufsfall an dich wendet. Alleine das Wissen, dass du zurück kaufen würdest in Verbindung mit der Klausel reicht vielleicht, um das sicherzustellen.
     
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  6. obsession

    obsession ...mag Basketball lieber

    §464 BGB regelt das Vorkaufsrecht.

    Und marktüblich ist der Preis, zu dem jemand anderes das Pferd kauft, wenn der Vorbesitzer das Vorkaufsrecht ausschlägt.

    Verkäufer inseriert das Pferd für 9000, Dritter würde es für 8000 nehmen, Verkäufer akzeptiert den Preis, bietet Vorbesitzer für 8000 an, und entweder Vorbesitzer sagt ja (dann ist's seins) oder nein (dann geht's an Dritter).

    Obsi.
     
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  7. Fjordi

    Fjordi Bekanntes Mitglied

    In der Theorie einfach, in der Praxis kompliziert :bahnhof: kann schief gehen, muss aber nicht.
     
  8. Mirage

    Mirage Bekanntes Mitglied

    Grundlegend würde ich es mir auch sparen, aber wie kommst Du eigentlich auf 300 bis 500 Euro Anwaltskosten? Die Erstberatung (ergo erstes Gespräch mit dem Anwalt bezüglich einem von Dir vorgelegten Vertragsentwurf) darf gemäß Rechtsanwaltsvergütungsgesetz maximal 190 Euro zzgl. Mehrwertsteuer kosten. Er soll Dir ja keinen Vertrag fertigen, sondern Dich bezüglich Deinem mitgebrachten Entwurf beraten.

    Würdest Du einen Vertrag von einem Anwalt fertigen lassen, dann wird aus dem Gegenstandswert (Kaufbetrag) eine 1,3 Geschäftsgebühr zzgl. Auslagenpauschale + MwSt berechnet, dann kann es schon teurer werden je nach Gegenstandswert, aber deswegen gibt es ja die gesetzliche Erstberatung. :smile:
     
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  9. Luki

    Luki Bekanntes Mitglied

    Ich hatte eine Anwältin einfach gefragt was so ein Vertrag kostet. Da kam die Zahl bei raus.
     
  10. ulrike twice

    ulrike twice Heidemaus

    ich denke, dass auch ein anwalt ein vorgefertigtes formular benutzt und ggf höchstens selbst 1-2 sätze einfügt.

    deshalb finde ich meine idee mit den zuchtverbands-kaufverträgen ja gut, denn die haben sich dann bereits bewährt und wurden auch ursprünglich von spezialisierten anwälten miterstellt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. Mai 2020
Thema: Pferde-Kaufvertrag