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Pferdegerecht reiten/ Aufbau einer Reitstunde

Diskutiere Pferdegerecht reiten/ Aufbau einer Reitstunde im Allgemein Forum; Hallo, Ich möchte mal ein paar Fragen loswerden: 1. Wie wollt ihr dass euer Pferd läuft? Ich weiss dass das doof klingt,aber im Ernst: Worauf...

  1. Jonny2000

    Jonny2000 Inserent

    Hallo,

    Ich möchte mal ein paar Fragen loswerden:
    1. Wie wollt ihr dass euer Pferd läuft? Ich weiss dass das doof klingt,aber im Ernst: Worauf achtet ihr? Wann geht euer Pferd beim Reiten FÜR EUCH in richtiger Haltung??
    2. Wenn ihr euch auf euer Pferd setzt, wisst ihr dann schon, was ihr heute üben wollt?? Entscheidet ihr das spontan oder nehmt ihr euch etwas fest vor?
    3. Kreativ reiten: Fällt euch immer spontan ein, was man jetzt reitet oder fällt es euch schwer, spontan zu entscheiden??
    4. Auf was achtet ihr bei der Reitlehrerauswahl? Was muss ein RL für euch mitbringen? Wie soll der Unterricht aufgebaut sein?

    Ich habe mal Fragen aufgeschrieben, die mich im Moment sehr beschäftigen, weil es bei mir Fehlerquellen oder Veränderungsmöglichkeiten sind.:embarrassed: Ich hoffe, dass ich mich verständlich ausdrücken konnte.
    Habe zu diesem Thema in der SF nichts gefunden.
    Lg Jonny
     
  2. treuerhusar

    treuerhusar Gesperrt

    Frage 1:
    SDA, bei jeder Reitstunden.
    Bei wirklich jeder einzelnen.
    Immer.
    Und immer wieder.

    Fragen 2 und 3:
    Nein!
    Was am jeweiligen Tag machbar ist, bestimmt das Pferd.
    Am Ende steht ein (realistisches) Gesamtziel.
    Wann dieses erreicht werden kam, ist eher nebensächlich.

    Frage 4:
    Die "Chemie" muss stimmen.
    Dabei bin ich persönlich eher verwöhnt.
    Es sollte da schon jemand "Alter Schule" sein.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. Nov. 2013
  3. Stella2008

    Stella2008 Inserent

    Da will ich jetzt auch mal

    zu 1. Hierzu will ich jetzt eher weniger was schreiben, denn mir fällt es schwer das so richtig in Worte zu fassen. Aber es wird ja hier einige geben, die das wirklich gut können und auch ausgiebig darauf antworten werden. Generell kann ich sagen, dass für mich ein Pferd dann gut läuft, wenn die Punkte der Ausbildungsskale erfüllt sind. Das Pferd soll also taktrein und losgelassen laufen, es soll schön nachgiebig sein und die Hinterhand gut einsetzen. Das Pferd sollte "spurtreu" laufen. Aus allem folgt dann eben die absolute Durchlässigkeit. Vom "äußeren Bild" her (ich nenn es jetzt einfach mal so), ist das meiner Meinung nach eine Geschmackssache. Das Pferd kann mit sehr tiefem Kopf laufen (ich nenne das immer "Trüffelschweinchen"), mit geradem Kopf, oder mehr in Aufrichtung. Ich bevorzuge da eher eine aufgerichtetere Haltung. Ich mag es nicht, wenn die Pferde mit so extrem tiefem Kopf in die Prüfung schlufen. Das erinnert mich immer an einen geprügelten Hund. Icih finde, ein Pferd ist ein stolzes Tier und soll auch so aussehen.

    zu 2. Also grundsätzlich weiß ich schon, was ich üben möchte. Das entscheide ich immer beim Fertigmachen, wenn sich die Laune meines Pferdes abgezeichnet hat. Das kann sich allerdings in den ersten Minuten beim Reiten auch nochmal ändern. Je nachdem wie sich das Pferd fühlt. Wenn z.B. es mal etwas hektischer am Stall zugeht, dann kann es schon mal sein, dass ich die ganze Stunde nur an der Losgelassenheit arbeite, obwohl ich mir was anderes vorgenommen hatte.

    zu 3. Ich denke, dass ich das mit der Kreativität mittlerweile recht gut raus habe und es fällt mir nicht mehr so schwer mich auf besondere Situationen einzustellen.

    zu 4. Wichtig ist mir in erster Linie, dass sich der RL wirklich auf die Bedürfnisse und den Wissenstand von mir und meines Pferdes einstellen kann. Er soll nicht stur sein Programm durchziehen sondern auch auf Besonderheiten eingehen können. Er soll geduldig sein, auch wenn er häufiger den gleichen Fehler korrigieren muss. Auch ist mir wichtig, dass er nicht ununterbrochen am reden und erklären ist. Ich mag das nicht, wenn ich ununterbrochen korrigiert werde. Klar soll er mich verbessern, aber ich möchte auch Zeit um mal zu probieren, ohne dass ständig einer auf mich einredet. Dann kann ich mich nicht wirklich auf mein Pferd und mich konzentrieren. Auch möchte ich einen, der mir erklärt warum ich etwas tun soll. Ziel soll es ja sein, dass ich alleine mit meinem Pferd arbeiten kann und das geht nicht, wenn ich immer nur Befehle befolge und nicht weiß, warum ich das überhaupt mache
     
  4. Rickmaniac

    Rickmaniac Inserent

    Letzten Endes reitet man in einer Reitstunde immer die Skala der Ausbildung ab. Takt, Losgelassenheit, etc...

    Das muss einfach stimmen. Wie weit man mit der Skala kommt, hängt vom Pferd, von einem selbst, von den Umständen ab.
    Bei meiner Stute: wie ist sie gelaunt, ist sie rossig, hat sie gut geschlafen, gut geträumt, passt das Wetter, die anderen Pferde in der Halle. Wie ist meine Laune, habe ich gut geschlafen, gut geträumt, sind mir die Mitreiter sympathisch, etc... :ti9:



    Wenn alles stimmt - selten - schaffe ich es (ein bißchen) bis zur leichten Versammlung. Wenn diverse Sachen nicht stimmen, freue ich mich, wenn sie in der letzten Reitminute losgelassen und im Takt läuft.

    Der/die RL muss mit Arabern umgehen können und wollen. (Die meisten können es nicht!!!) Der RL muss der reellen Ausbildung verpflichtet sein, also keine unreellen Abkürzungen wählen. Allerdings darf die RL eine große reelle Trickkiste auspacken, um das schlecht gelaunte Pferd doch noch zum Loslassen zu bringen wie: Tempounterschiede reiten lassen,Schenkelweichen. Zirkel und Hufschlagfiguren, etc... Die RL muss erklären können und es auch tun, warum sie was macht und wie das biodyn. zu verstehen ist.

    --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Hab ich die Geschichte hier schon erzählt? Wenn ja, überlesen. Sonst kräftig lachen:

    Vorige Woche war ich zum Unterricht eingetragen. Irgendwie hatte es ein Missverständnis gegeben und eine andere RL war mit ihrer Schülerin in der Bahn. Etwas unerfreulich, aber möglich, da die Halle groß ist. Dann bleibt man halt auf den Zirkeln. Das andere Pferd war mit Stoßzügel gezäumt, der in eine Longierbrille eingehakt war. Das heißt, bei jeder Nickbewegung bekam das Pferd einen Ruck im Maul. Toll... Ich hätte gerne gefragt, was das sollte, wusste aber nicht, wie ich die Frage ohne Vorwurf formulieren sollte, und ließ es daher sein.
    Meine RL kam, sah das andere Pferd und ihr Augenrollen begann. "Was ist das denn?" fragte sie mit leiser Stimme. "Das kann ja wohl nicht wahr sein. Wird das wieder modern?" In dem Augenblick kam eine andere Schülerin von ihr durch den Vorraum der Halle und meine RL schrie ganz laut: "Hallo Nicki, bring mir bitte mal Schlaufzügel."
    Das Mädchen erbleichte förmlich. Normalerweise betet sie meine/unsere RL an, aber nun das. Man merkte, wie ihr Weltbild ins Wanken geriet. "Wie, was?" stotterte das Mädchen.
    "Du sollst mir Schlaufzügel bringen." brüllte die RL. "hab ich doch gesagt. Du weißt doch, Araber kann man sonst nicht durchs Genick reiten." Das Mädchen, ganz schüchtern, aber aufrecht, sagte leise: "Ich halte aber nichts von Schlaufzügeln."
    "Nein?" brüllte meine RL. "Aber die sind wunderbar. Vor allem für Araber natürlich."

    Erst als das Mädchen bemerkte, dass ich Tränen in den Augen hatte vor Lachen, merkte sie was los. war. Die andere RL, für die die Szene gedacht war, aber nicht. Sie erzählte ihrer Schülerin dauernd was vom Lösen und Loslassen, und meine RL meinte dann (leiser): "kann die mir mal erklären, wie sich das Pferd loslassen soll unter den Bedingungen?"
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. Nov. 2013
     
  5. Semmel

    Semmel Gesperrt

    also ich wärme zunächst mal mein Pferd soweit auf, dass es locker ist. Dazu gibts - je nachdem, wies Pferd so drauf ist - eben diverse Aufwärmübungen. Übergänge in Schritt, Trab, ein frischer Galopp (manche Pferde löse sich erst nach dem ersten Galopp so richtig. Viel frisches Vorwärts. Wenn das Pferd locker ist, fange ich an mit SH, KH, frage Renvers /Travers ab, arbeite an den verschiedenen Manövern/Hindernissen.... Dabei ergeben sich dann meist Baustellen, die es besonders durchzukneten gilt. Von der Reiterei der letzten Stunde her gabs bestimmt auch noch Erkenntnisse (biegt sich schlechter auf der xy Hand, Durchlässigkeit nicht ganz perfekt, zu latschig, zu wenig Tragkraft im Lope over, zu schnell, zu lansam, Vorhand nicht frei genug, Pivot-Fuß bleit nach einer Seite nicht richtig stehen, zuviel/zuwenig Biegung beim spinnen, Turn etc... etc...) Das wird dann eben systematisch "abgearbeitet". Ich versuche die Rittigkeit durch entsprechende Arbeitsreprisen zu steigern, die Durchlässigkeit, die Steuerbarkeit der einzelnen Körperteile ;)

    Mal haperts etwas am einen, dann halt auch mal an andrem.. und je nachdem wird dann eben entsprechend trainiert. Der Plan ergibt sich eigentlich einfach aus der jeweiligen Notwendigkeit :bahnhof: Wenns in der Schulter klemmt, dann muß ich die freiarbeiten, wenns Pferd auseinanderfällt, dann eben an der Tragkraft...

    und wenns am Schönsten ist... rechtzeitig aufhören nicht vergessen;)
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. Nov. 2013
  6. Leo

    Leo . Mitarbeiter

    Und was war jetzt der Witz an der Sache? Sollte das der anderen RL durch die Blume zu verstehen geben, dass ihre Unterrichtsweise scheiße ist? Das hat dann wohl nicht funktioniert. Wenn ich meine, das ist tierschutzrechtlich relevant, hätte ich die RL direkt angesprochen. Wenn nicht, dann mach ich mich als RL auch nicht über eine Kollegin lustig. Das ist irgendwie schlechter Stil.
     
  7. Rickmaniac

    Rickmaniac Inserent

    Mag sein, ich fand es trotzdem lustig.
     
  8. treuerhusar

    treuerhusar Gesperrt

    Sorry, Nein, aber über schlechtes Reiten und noch viel mehr über schlechte Ausbildungsmethoden kann ich schon lange nicht mehr lachen.
    Das geht zu Lasten der Pferde.
    Und die können bekanntlicher Weise am wenigsten dafür ...
     
  9. Rickmaniac

    Rickmaniac Inserent

    Ich habe ja auch nicht über die schlechte Ausbildung gelacht - das fand ich nicht lustig - sondern über die Tatsache, dass ausgerechnet meine RL nach Schlaufern rief. Ausgerechnet sie....

    Und wie spricht man eine RL, die mit Stoßzügeln, eingehakt in die Longierbrille, reiten lässt, darauf an? RL untereinander tun es nicht, es sei denn, der eine RL ist der Coach des anderen. Und ich habe keinen Weg gefunden, nachzufragen. Ich wüsste nicht, wie ich so eine Frage formulieren sollte, dass sie offen und interessiert rüberkommt. Von daher habe ich mit den Augen gerollt und mir meinen Teil gedacht....
     
  10. Leo

    Leo . Mitarbeiter

    Ich will gar nicht drauf rumhacken, nur RL untereinander sprechen sich nicht an, machen dann aber schlechte Witze auf Kosten des Kollegen? Wie gesagt, wenns für das Pferd nicht ok war, dann bleibt nur, den RL möglichst sachlich anzusprechen. Und bei einem externen RL würde ich in dem Fall auch durchaus äußern, dass ich als zahlender Kunde der Anlage nicht bereit bin, so ein Verhalten zu tolerieren.
    Ich hab nur einmal was ähnlich schräges erlebt, als ein externer RL seiner Reitschülerin anhand einer in seinen Augen schlecht reitenden Hallenmitbenutzerin erklären wollte, wie sie es "richtig" machen soll.
     
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