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Pferdemarkt läuft sehr schlecht? Reitsport generell in der Krise?

Diskutiere Pferdemarkt läuft sehr schlecht? Reitsport generell in der Krise? im Pferde Allgemein Forum; Der Pferdemarkt läuft sehr schlecht? Ist der Reitsport generell in der Krise? Hallo Profis. Ich versuche, meinen Bestand ein wenig zu reduzieren....

  1. Nick65

    Nick65 Neues Mitglied

    Der Pferdemarkt läuft sehr schlecht? Ist der Reitsport generell in der Krise?
    Hallo Profis.

    Ich versuche, meinen Bestand ein wenig zu reduzieren.
    Seit Monaten habe ich Pferde zu verkaufen und es war noch nie so schwierig wie in diesem Sommer.
    Die TOP-Tiere XX.000,--+ waren sofort weg. Italien, Schweden - aber Deutschland geht fast nichts bei mir.
    Das "normale Material" geht überhaupt nicht von der Stallgasse. Vor einem Jahr war das noch kein allzugroßes Problem.
    Ich hege den Verdacht, dass meine These zum G8 und den negativen Auswirkungen auf unsere Gesellschaft und den Sport nun greift. Schulbetriebe in unserer Region laufen voll ins Minus, immer weniger Kinder beginnen zu reiten und wer nicht reitet, kauft kein Pferd.
    Die Reitsportanlagen in unserer Region (und wir sind strukturstark) stehen fast alle zum Verkauf oder zur Verpachtung.
    Kinder bekommen bei uns keine Pferde mehr, so wie es früher war.
    Ich verstehe das, wenn die Kids täglich bis 16 Uhr in der Schule sitzen.

    Was halten die wenigen Profis (Trainer, Verkäufer, Händler, Anlagenbetreiber ...) in diesem Forum von der momentanen Entwicklung?
    Folgende Fragen an Profis:

    Wie läuft Euer Verkauf in D?
    Wie läuft Euer Verkauf in Europa, Asien und USA?
    Wie läuft Euer Schulbetrieb?
    Wie läuft es bei der Boxenvermietung?
    Was erwartet Ihr für die nächsten Monate und Jahre?
    Glaubt Ihr, dass der Reitsport Euch wirtschaftlich noch dahin bringen kann, wohin er Euch bringen sollte?
    Habt Ihr Ideen, wie er Euch dahin bringt?

    Eine Bitte an alle "Nicht-Profis". Bitte lasst uns mit unwesentlichen Beiträgen etwas verschont, damit dieser interessante Themenbereich nicht von Geschichten vom Ponyhof gefüllt wird. Die Antworten sind sicher auch so interessant für Euch.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. Sep. 2010
  2. Chiara22

    Chiara22 Vorsicht- Chiara Chaos im Anmarsch!

    Vielleicht hättest Du näher darauf eingehen sollen, in welchem Bereich Deutschland es sich so verhält.

    Daß die Pferde nicht mehr so einfach zu verkaufen sind wie vor 10 Jahren, es schwieriger wird, weil sich die rechtslage auch geändert hat, ohne Frage. Allerdings sind in den letzten 7 Jahren Reitanlagen auch in großen Dimensionen mit 2 Hallen etc. hier in Niedersachsen gewachsen, weil es Subventionen für die Landwirte gab.

    Was den Verkauf angeht, daß überdurchschnittliche Pferdematerial geht eigentlich noch immer so gut weg wie früher. Was mir nur aufgefallen ist, es wird mehr untereinader gesucht. Ebenso haben sich Züchtergemeinschaften zusammengeschlossen aus Landkreisen bestehend und machen private Auktionen. Es wird nicht mehr so viel in Anzeigenschaltung etc. investiert sondern in eigene HP und Kundenzufriedenheit.

    Sowie immer mehr private Vermittler eingesetzt werden, die suchen oder vermitteln und dafür Provisionen erhalten.

    Ebenso sprechen die Statistiken für 2010 der FN eine andere Sprache. Weiter steigende Turniereintragungen etc.

    Hier in Niedersachsen, sprich auch das große Military-Zentrum wird weiter vergrößert und investiert. Hier klagt keiner.
     
  3. Loriot

    Loriot Inserent

    In Bayern laeuft es auch gut, in dem Stall, wo meine drei stehen, sind alle Boxen-, Koppel- und Paddockplaetze belegt. Der Pferdeverkauf laeuft auch gut, egal ob bei Mittelklasse- oder Toppferden, man kann nicht klagen. Die Reitstunden sind auch immer sehr gut besucht, die Spring- und Dressurstunden, so wie auch die Kinderreit- und Anfaenegrstunden. Ich gebe ja Anfaenegrstunden auf unserem Hof und ich kann mich ueber einen Rueckgang der Teilnehmer und Neueinsteiger definitiv nicht beschweren, ich habe immer mehr als genug Interessenten, genauso wie auch die Profitrainer bei uns. Wir haben auch zwei Hallen und mehrere Außenplaetze, die sind immer ausgelastet, ueber den Bau von weitern plaetzen bzw. einer dritten Halle und mehr Stallung wird auch schon ueberlegt. also alles in Allem, koennen wir definitiv nicht klagen.
     
  4. Forty

    Forty Inserent

    Ich weiß, dass unser Stall mit Reitschülern voll besetzt ist und die Wartelisten sind lang.
    Boxen sind alle belegt, genauso die umliegenden Ställe. Es gibt hier im Dorf 4 Ställe und nirgends war zu der Zeit, als ich suchte, was frei.

    Zum Verkauf kann ich nichts sagen... außer dass die Händler, die ich kenne, immer gut zu tun haben und ständig gekauft/verkauft wird. Ob sich das finanziell nun lohnt ... keine Ahnung.
     
     
  5. Nick65

    Nick65 Neues Mitglied

    Ich sitze hier im südlichen RM Gebiet. Hier wurde bis vor wenigen Jahren auch sehr viel Geld investiert. Seit einem Jahr ist jedoch die Stimmung deutlich gekippt. Es gibt einige Zwangsversteigerungen und Notverkäufe.
    Reitschulen klagen vor allem über Auslastungsprobleme, da die Kinder nicht mehr vor 16 - 17 Uhr überhaupt zum reiten kommen können.
    Wenn ich die Veröffentlichungen der FN lese, kann ich mir auch nicht vorstellen, dass es so viele Schulbetriebe gibt denen es gut geht. Zumindest lauten die Publikationen der Fachzeitschriften "Lohnt sich der Schulbetrieb noch?" und immer heißt es "Ja. aber und wenn, dann..." Dies ist schon sehr aufällig und spricht nicht für eine solide Basis.
    Also, hier bei uns ist so mancher im straucheln und meine Kontakte zu Händlerkollegen lassen erahnen, dass es nicht überall so toll läuft, wie es die 2-3 Antworten hier bisher vermuten lassen.
    Man sollte auch bedenken, dass ein voller Stall noch lange nicht ein finanziell gesunder Stall ist - und dass 350 Euro Boxenmiete viele Mäuler stopfen muss.

    Ich würde mich freuen, wenn sich die weiteren Beiträge an den Fragen meines ersten Beitrages orientieren.
     
  6. Chiara22

    Chiara22 Vorsicht- Chiara Chaos im Anmarsch!

    Ich glaube da hast Du etwas aus dem Zusammenhang genommen. Der Artikel bezieht sich auf die neuen, verlängerten Schulzeiten. Ebenso wird das Thema aufgegriffen, daß man neue Wege für die Zukunft beschreiten sollte, damit eben die Auslastungen erhalten bleiben.

    Also etwas anders, als wie Du es darstellst. Die Reitvereine könnten wie viele es schon machen Ü 30 Anfänger Gruppen zu erstellen etc. da viele nicht mit den Kindern zusammen reiten möchten und es gibt ebenso immer wieder Veranstaltungen von der FN zur Fortbildung von Reitschulen, wie sie besser ausgelastet werden etc.

    Wenn es andem so sein sollte, müßte sich der Reitstallbetreiber mal mit seinem Steuerberater zusammen setzen und seine Investitionen durchrechnen.

    Ebenso vielleicht auch mal hin hören, was Verbesserungswürdig im neuen Stall sein könnte, effektiver zu nutzen oder zu erwirtschaften wäre. Nur neue, schick aussehende Reitanlagen machen noch nicht einen guten Service und die Qualität aus.

    Ferner können Betriebe über das Landvolk oder die FN bzw. auch über frei berufliche Betriebswirte einer Prüfung unterziehen oder Hilfe und Beratung holen.

    Ebenso wie bei der Vermarktung von Pferden. Wenn es nicht so läuft einfach mal an eine Umstrukturierung denken oder andere Wege und Märkte beschreiten.

    Und Zwangsversteigerungen oder Verkäufe wird es immer geben, ob nun bei Reitanlagen oder im privaten Bereich.

    Sollte es wirtschaftlich nicht gut laufen im Bekanntenkreis, würde ich nicht gleich immer "schwarz malen oder sehen" sondern mein Konzept noch einmal überdenken, eventuell auch eine Umstrukturierung ins Auge fassen oder neue Wege beschreiten. Wie es in anderen Zweigen auch üblich ist. Sie auch in meinem vorherigen Post über neue Absatzmärkte und Verkaufsstrategien.

    Manchen Reitanlagen würde etwas Flexibilität sehr gut zur Gemüte stehen und nicht immer erst alles versprechen und aufgrund von Zeit- und Geldmanagementproblemen nicht einhalten können verprellt über kurz oder lang viele Kunden.
     
  7. Nick65

    Nick65 Neues Mitglied

    Na dann hoffe ich mal, dass Ihr recht habt und wir nicht in ein paar Jahren alle denken: "Hups...."

    PS. Ich wurde gerade von einem Züchter aus Bayern angerufen. Er wollte mir seine zwei 10 jährigen Stuten schenken. "Noch nicht einal für 500,-- Euro bekomme ich sie los." Top Abstammung und ordentlich geritten. Die Fohlen gehen überhaut nicht.
    Leute, ich hoffe wirklich, IHR habt recht und ich sehe das alles ein wenig zu trübe.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Sep. 2010
  8. thyra1992

    thyra1992 Inserent

    Meiner Meinung nach siehst Du das alles tatsächlich fürchterich schwarz.

    Ich habe selber einen kleinen Einstellbetrieb und von 350 Euro kann ich nur träumen. Wenn ich das bekommen würde (auch mit Halle ) wäre ich ehrlich gesagt steinreich.
    Ich muss hier von 185 Euro pro einsteller leben, weil hier in der Gegend nicht viel mehr bezahlt wird. Und trotzdem funkttioniert es. Obwohl ich mit Leinstroh und Spänen einstreue, obwohl ich Heu frei verfütter etc.
    Meiner Meinung nach ist das bei vielen, vielen Ställen Misswirtschaft und einen auf "dicke Tasche machen" und somit das Geld aus dem Fenster weren.

    Nur ein Beispiel: 15 km weiter ist ein Stall, die haben eine Halle, streuen dünn mit Stroh ein, haben 40 !!! Einsteller und nehmen 270 Euro für VP.Mach Summa Summarum 10.800 Euro !!! Man stellt sich immer gut, wenn man 25 % für Steuern abrechnet und nochmal nen Viertel des Einstellpreises für die KOsten die durch das Pferd entstehen. Dann bleiben mir immer noch über 5000 Euro. Und diese Familie befindet sich in den Miesen und müssen Land verkaufen ! Der Betrieb ist übrigens abbezahltes Eigentum, dass sich schon seit 3 Generationen in Familienbesitz befindet.
    So , warum haben die Miese ???? Ganz einfach, die sind sooo unglaublich faul, dass die 5 !!!! Leute da rum laufen haben, die den ganzen Tag nur sauber machen und die Besitzer selber siehst Du nie was machen. In diesem Falle ist es eindeutig Misswirtschaft, wahrscheinlich aus falschem Stolz, weil man schliesslich als "Gutsbesitzer" keine dreckigen Arbeiten verrichtet.

    Und ich könnte noch weitere Beispiele aufführen, bei denen ich die Umsätze weiss (kann sich ja auch jeder selber ausrechnen...) und wo am Ende die Kasse nicht stimmt.

    Naja und zu dem Pferdemarkt als solches kann ch nicht viel sagen. Ich bermute aber, dass die Leute, die sich lediglich einen Freizeitpartner wünschen, sich Tiere in der Preiskategorie unter 3000 Euro umschauen. Weil es einfach nicht zu bezahlen ist und auch ehrlich gesagt nicht in einer Relation steht, so immens viel Geld zu bezahlen, wenn man nur "drauf sitzen will".
    Ich weiss, dass in die Fohlenaufzucht viel mehr Geld gesteckt wird und erst ab 3000 Euro aufwärst der Gewinn anfängt, aber der Durchschnittsreiter, die breite Masse halt, die den Sport ausmacht, hat auch nur ein "normales" Gehalt von irgendwas um die 1300 Euro ud davon muss erst mal alles gezahlt werden um sich dann noch ein Hottie leisten zu können.

    Dies auch nur mal a´ls Überlegungsanregung für Dich, warum man die Tiere momeentan nicht so gut wegbekommt. Und der Markt ist auch einfach übersättigt..... Der Kindernachwuchs geht schon seit 20 Jahren immer weiter zurück und somit auch die potenziellen Kunden. Die Gesellschaft veraltet, wer soll denn da noch grossartig Pferde kaufen. ( Überspitzt gesagt )


    Liebe Grüsse, Verena

    PS: Ich erweitere schon seit Monaten stetig meinen Betrieb... Möglich durch Leute, die sich jetzt erst ihr 1. Pferd gekauft haben !!!!! Hm, hier scheint der Markt auch nicht zu stagnieren ;-))
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Sep. 2010
  9. playoff67

    playoff67 Inserent

    Ist es auch nicht so das die es wie überall ist die Grossen werden immer grösser und die kleinen müssen knapsen?
    Wenn ich an die Massenzuchtanlage von Schockemöhle denke, da ist der Name doch schon Aufpreis.
    Kleinere Züchter müssen sich über die Plazierungen der Newcomer einen Namen machen.
    Und deren Werte steigern, geht dadurch natürlich auch ins Geld.
     
  10. RioNegro

    RioNegro Klugscheißer mit Herz Mitarbeiter

    Ganz ehrlich???
    Wenn die Pferde tatsächlich Top-Abstammung haben und ordentlich geritten sind, dabei auch noch gesund, dann gehen die weg. Auch für mehr als 500 Euro.
    Ansonsten sollte der Züchter mal über seinen bisherigen Ruf nachdenken. Und darüber, was er hier vielleicht verbessern sollte/könnte.

    Und Zwangsversteigerungen gerade in solchen Betrieben waren ja noch nie sooo selten :1:

    Gut, die Zeiten aktuell sind nicht gerade Zeiten mit hoher Kaufkraft. Das ist richtig. Und das merkt zur Zeit fast jeder Betrieb. Der eine mehr, der andere weniger.

    Aber wenn Reitbetriebe nicht ausgelastet sind, liegt das meiner Meinung nicht an mangelnder Nachfrage.
    Sondern daran, dass die meisten Reitschulen einfach nur echt schlecht sind.

    Schlecht ausgebildete Pferde. Meist sehr schreckhaft. Und damit für die Ausbildung von Kindern nicht geeignet.
    Gerade im Kinder-Bereich recht unmotivierte/frustrierte Reitlehrer.
    Einfach auch einige "Sympathie-Punkte" die hier verschenkt werden.

    Ich kenne hier in der Umgebung auch die eine oder andere Reitschule mit überwiegendem Betrieb für Kinder/Jugendliche.
    Ganz ehrlich? Ich würde meine Kinder bei KEINEM dieser Betriebe reiten lernen lassen. :nah:

    Ja, im "System" krankt es gewaltig. Aber meiner Meinung nicht, weil keiner da ist, der Reitschulen nutzen oder Pferde kaufen möchte.
     
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