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Pferdepaddock und Baustopp / Rückbau, dringend Tipps gesucht

Diskutiere Pferdepaddock und Baustopp / Rückbau, dringend Tipps gesucht im Haltung und Pflege Forum; Hallo zusammen, ich schreibe hier um vielleicht noch eine Zweitmeinung zu bekommen, einen Tipp oder Ratschlag, gerne auch einfach eure Meinung....

  1. DarkHorse35

    DarkHorse35 Neues Mitglied

    Hallo zusammen,

    ich schreibe hier um vielleicht noch eine Zweitmeinung zu bekommen, einen Tipp oder Ratschlag, gerne auch einfach eure Meinung.


    TLDR: Haus gekauft, Paddock saniert, Baustopp vom Landkreis bekommen, Widerspruch vom Anwalt wurde abgelehnt, was nun?

    Long Story:
    Vor ca. einem Jahr haben wir das Haus meiner Schwiegereltern übernommen.
    Zu dem Haus gehören 1 Stall, welcher ca. kurz nach dem 2. Weltkrieg erbaut wurde sowie ca. 1.5 HA Land. Der Stall stand also schon seit Ewigkeiten und das Haus wurde erst vor 30 Jahren dazu gebaut (gut zu sehen an der Baugenehmigung des Hauses wo bereits der Stall eingezeichnet ist).
    Als das Haus vor 30 Jahren fertig war, haben meine Schwiegereltern hier eine Pferdezucht aufgebaut. Erst ein paar Pferde, dann mehr, erst ein Erdplatz, dann ein Sandplatz, dann ein richtiger Paddock.
    Vor ca. 5-7 Jahren sind die Schwiegereltern dann mit den Pferden in einen neuen Hof gezogen und der Paddock stand leer und verwahrloste über die Jahre stark.

    Als wir nun eingezogen sind, haben wir den Paddock aufbereitet (ca. 1300qm). Durch die Verwahrlosung waren Sträucher, Bäume etc. gewachsen und durch eine ansammlung von Müll auf dem Paddock war dieser auch in die Bodenschicht / Erdschicht gewachsen.
    Wir haben also ca. 10cm tief den Boden ausgegraben und den Müll entsorgt (gesiebt), dies mit einem Unterbau versehen und darauf Paddockplatten und Sand gelegt.

    Dumm wie wir waren, haben wir nicht auf eine Baugenehmigung geschaut für den Paddock. Nicht das es uns als Ausrede dienen soll, nur als Erklärung: Wir haben 9 Baugenehmigungen vom Stall bis Haus über Garage und Gartenhaus - wir haben schon geguckt aber sind eben in den Unterlagen unter gegangen…

    Nun kam der Baustopp, welcher erstmal aufgrund der fehlenden Baugenehmigung argumentiert war. Wir haben versucht mit dem Landkreis zu reden, welche sich aber absolut nicht interessiert an Kompromissen, Anträgen oder Argumenten zeigten.
    Im Internet sind wir auf eine Rechtsanwältin gestoßen, welche schon einige dieser Fälle betreut hatte, welche uns nach erster Beratung 7 Argumente sagte, warum ein Widerspruch erfolgreich sein könnte. Da die Rechtschutzversicherung alles vor der Klage bezahlte, hat Sie den Widerspruch aufgesetzt, welcher sich rein subjektiv sehr gut laß: Angefangen von Bestandsschutz bis über die Argumentation, dass es Innenbereich statt Aussenbereich wäre, bis hin zur Tatsache, dass 2 Häuser weiter derselbe Platz steht und es nach neuester Rechtsprechung so wäre, dass wir selbst dann auch bauen dürften - leider wurde alles abgelehnt.

    Der Landkreis / das Bauamt ist weiterhin der absoluten Meinung, dass der Paddock, nur um den geht es, der Stall ist denen egal, abgerissen bzw zurückgebaut werden muss.
    Eine Pferdehaltung würde “unter Umständen mit viel gutwill” nach dem Rückbau bis maximal 2 Pferde bewilligt werden, der Stall musste neu beantragt werden aber würde “mit viel gutwill” auch genehmigt werden und man könnte dann über einen kleinen Schlamm Paddock ohne Unterbau in Größe von wenigen QM (100-200) nachdenken…

    Alles in allem weiß ich, dass wir die doofen waren: Bauamt nicht nachgefragt, Baugenehmigungen nicht richtig durchgeschaut, einfach getan und jetzt noch beschweren…

    Das Problem ist hier aber, dass wir für den Paddock quasi alles Geld verbrannt haben (50K) und auch kein Geld mehr für den Rückbau da ist (ca. 20K nach erstem Angebot des Bauunternehmers).

    Wir haben nun folgende Möglichkeiten:

    Wir klagen, hoffen dass die Argumente der Anwältin Recht behalten oder Recht haben, und machen uns auf mindestens 12 Monate, eventuell länger, Rechtsstreit gefasst…
    Wir haben mit der Landwirtschaftskammer geredet. Diese hat uns den Tipp geben, das Weideland komplett an einen Bauern zu verpachten, welcher dann die Bauanträge im Außenbereich stellt. Dies “würde” klappen, sagte man - ob es das tut ist für uns fragwürdig, überschneidet sich aber natürlich mit Idee 1 oder 3. Der Bauer, welcher uns auch helfen würde, ist aber skeptisch, da er im Umfeld von ähnlichen Projekten gehört hat und dies alles negativ ausging.
    Paddock wirklich zurück bauen, zB durch Kredit und damit leben ca. 70K “verbrannt” zu haben.
    Hierbei gibt es 2 Stufen:
    a) Wir bauen wirklich alles zurück (20K und nichts bleibt)
    b) Wir bauen Oberflächlich zurück in die Hoffnung das keiner tiefer als 2-3cm unter der Erde nachschaut und lassen den Unterbau (3-5K Kosten und Unterbau bleibt)

    Ich bin für jede Idee und Meinung offen :)

    Liebe Grüße
     
  2. friederike43

    friederike43 Bekanntes Mitglied

    Ich bin kein Jurist und keine die genaue Ausgangslage nicht, aber da wir vor einiger Zeit selber nach einem eigenen Hof gesucht haben, habe ich einiges gehört und zusammengetragen, was evtl nützlich sein könnte. Alles aber ohne Gewähr.
    Seid ihr in einem reinen Wohngebiet oder handelt es sich um ein Mischgebiet? Gibt es intakte Bauernhöfe nah bei Euch oder größere Industrie? Wenn es sich um ein Mischgebiet handelt, ist die Genehmigung zur Pferdehaltung deutlich leichter (wieder) zu bekommen, als in einem reinen Wohngebiet. In reinen Wohngebieten, auch wenn sie erst nachträglich dazu werden, zbs weil alle Bauernhöfe dort ihre Tierhaltung aufgeben, werden Genehmigungen zur Großtierhaltung nur noch sehr ungerne erteilt.

    Selbst wenn auf einem Hof Jahrzehnte lang Tierhaltung betrieben wurde, erlischt die Genehmigung automatisch, sobald 7 Jahre lang dort keine Tierhaltung mehr angemeldet ist. In dem Falle muss sie neu beantragt werden.

    Theoretisch könnte man sich aufs Tierschutzgesetz berufen, das besagt, dass Pferde einen gewissen (befestigten) Platz brauchen, der auch nach längerem Regen Matschfrei bleibt. So haben sich schon Einige hier ihren Reitplatz erkämpft. Das Gleiche ist sicherlich auch mit einem Paddock möglich.

    Wenn eine Bodenversiegelung stattfindet (beim Paddockbau Teilversiegelung), kann man Ausgleichsflächen anbieten, auf denen man zbs Büsche oder Bäume pflanzt. Es geht auch einen reinen Nadelwald in einen Mischwald umzugestalten, fest betonierte Flächen zu öffnen, so dass Wasser auch darauf versickern kann etc.

    Viel Erfolg!
     
    Fjordi, KleinElli, Lorelai und 2 anderen gefällt das.
  3. Fjordi

    Fjordi Bekanntes Mitglied

    Auch alles ohne Gewähr: Das klingt so, als wenn die Stadt vom Außenbereich ausgeht? Ob es tatsächlich Außenbereich ist, kann man nur sagen, wenn man die Akte und die genaue Lage inkl Umgebungsbebauung kennt. Das bräuchte man auch alles um einschätzen zu können, wie es mit einer möglichen Genehmigung für euch oder den Bauern (der profitiert von der Privilegierung im Gegensatz zu euch) aussieht.
    Auch Gemeinden können Fehler machen, vielleicht ist es tatsächlich auch Innenbereich (dann kann man sich Gedanken über mögliche Baugebiete machen, es muss aber auch nicht zwangsläufig eines der Baugebiete sein; gibt es vielleicht einen Bebauungsplan, wenn ja was regelt der usw.)
    Was sagt denn die Anwältin, die den Fall kennt?
    Bevor ich alles abreißen würde, würde ich mir möglichst schnell (auf Fristen achten!) eine zweite anwaltliche Meinung einholen. Dabei darauf achten, dass der oder die viel Baurecht macht.

    ich drücke die Daumen.

    ps: ist „nur“ der Paddock oder auch der Stall ein Problem? Der Stall war doch genehmigt oder habt ihr da auch was geändert?
     
  4. Mirage

    Mirage Bekanntes Mitglied

    Ist ja jedes Bundesland anders mit den Regelungen. Daher jetzt nur meine oberflächlichen Gedanken ohne das entsprechende Bundesland inkl. der dortigen Regeln zu kennen:

    Baustopp ist ja deswegen, weil Genehmigung des Paddocks fehlt. Ergo wäre doch naheliegend die Genehmigung des Paddocks als allererste Maßnahme zu beantragen jetzt im Nachgang. Könnte doch noch genehmigt werden theoretisch und somit der Rückbau vermieden. Da die Genehmigung des Paddocks aber gewiss von der Nutzung abhängig ist, sollte vorher noch die Genehmigung zur Pferdehaltung eingeholt werden, damit die Grundlage für die Genehmigung des Paddocks überhaupt erst geschaffen wird.

    Und wenn dann die Pferdehaltung bewilligt wurde, aber Paddock weiterhin nicht genehmigt wird, dann gegen den Ablehnungsbeschluss der Nichtgenehmigung klageweise vorgehen. So würde sich meines Erachtens nach die Erfolgschancen im Rechtsstreit deutlich vergrößern, denn den Baustoppbeschluss klageweise anzufechten hat meines Erachtens aufgrund der fehlenden Baugenehmigung wenige Erfolgsaussichten, es müsste ja mit Bestandsschutz argumentiert werden als Hauptgrundlage und ein Schwarzbau hat je nach Bundesland kaum bis gar keinen Bestandsschutz.
     
Thema: Pferdepaddock und Baustopp / Rückbau, dringend Tipps gesucht