1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

PSSM-Erfahrungen

Diskutiere PSSM-Erfahrungen im Sonstiges Forum; Hallo Leute, wir mussten mittlerweile feststellen, dass wir beim Kauf unserer Quarter Stute ziemlich übers Ohr gehauen wurden. Jetzt hat sie...

  1. Stella2008

    Stella2008 Inserent

    Hallo Leute,

    wir mussten mittlerweile feststellen, dass wir beim Kauf unserer Quarter Stute ziemlich übers Ohr gehauen wurden. Jetzt hat sie zu der Zyste in der Hufrolle auch noch PSSM.
    Leider wussten wir das ja nicht und haben somit auch nicht auf die Fütterung geachtet. Jetzt haben wir den Salat. Wir haben also ein Pferd im Stall, das ganz akut nahezu sämtliche Symptome zeigt.
    Natürlich muss sich das schnellstmöglich wieder bessern. Man kann ihr bei jeder Bewegung die Schmerzen ansehen :cry:

    Tja...aber das ist ja nun mal nicht ganz so einfach. Erstmal haben wir natürlich die Fütterung umgestellt. Danach wurde es auch etwas besser. Also belassen wir es erstmal dabei.
    Sie wird mittlerweile auch nachts eingedeckt, wenn es unter 10 Grad hat.

    Der schwierigste Punkt ist allerdings das Training. Es ist ja bei diesen Pferden wichtig, dass sie sehr sehr viel Bewegung haben und besonders die Hinterhand anständig benutzen.
    Wie gesagt hat meine Stute allerdings gerade eine Zeit, in der es wirklich schlimm ist. Wenn sie auf der Koppel steht, kommt sie mit den Hinterbeinen fast nicht vom Boden weg und man könnte denken, sie hat keinerlei Gelenke in den Beinen, weil sie so extrem steif ist.
    Laut TA ist nun tägliches Training ein Muss. Ich muss sie irgendwie dazu bekommen die Hinterbeine wieder ordentlich zu benutzen. Da ihr das aber wirklich weh tut, ist das natürlich nicht so einfach.
    Im Schritt klappt es fast gar nicht. Da schlurft sie nur vor sich hin und zieht die Hinterhand fast nur nach. Im Trab klappt es etwas besser. Damit sie die Beine etwas mehr anhebt, wollte ich sie über Stangen laufen lassen. Ich hatte mir dann also 2 Stangen hingelegt. Aber das war ein totaler Reinfall. Schon an der ersten Stange hat sie die Hinterbeine nicht drüber gehoben und ist ins Straucheln gekommen. Fast wären wir auf der Nase gelandet. Auch bei einem zweiten Versuch hat es nicht geklappt. Also liegt jetzt nur noch eine Stange da und wir probieren es damit.
    Nächste Woche kommt mal ein Osteopath. Vll kann der dann da bisschen was durchkneten.

    Jetzt aber mal meine eigentliche Frage. Hat denn einer damit schon Erfahrung? Wie habt ihr das Training gestaltet? Welche Übungen haben euren Pferden geholfen?


    Vielen Dank schon mal für die Ideen
     
  2. Charly K.

    Charly K. ...ich bin doch nicht kreativ.

    Hallo Stella,

    schreib mal ganz dringend

    Josy

    hier aus dem Forum kann - sie kennt sich, gezwungenermaßen, sehr gut damit aus und hat gute Lösungen für sich und ihren Billy gefunden.


    Ansonsten fand ich diese Seite immer ganz gut: http://www.dai-shodan.de/PSSM-Polysaccharide-Storage-Myopathy.html


    Und aus dem Bauch heraus würde ich sagen: Wenn Eure Stute SOLCHE Schmerzen hat, daß die NOTWENDIGE Bewegung wegen der Schmerzen NICHT geht - macht es vielleicht Sinn, den TA auf kurzfristige und kurzzeitige Schmerzbehandlung anzuhauen?


    LG, Charly
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. Okt. 2013
  3. Stella2008

    Stella2008 Inserent

    Hallo Charly,

    danke für die Info mit Josy. Dann werde ich sie mal anschreiben.

    Die Seite, die du verlinkt hast, kenne ich gut. Das war auch meine erste Anlaufstelle, als ich mich jetzt mehr damit beschäftigt habe.

    Das mit der Schmerzbehandlung stand auch schon im Raum, aber der TA meinte, dass er lieber darauf verzichten würde. So viel wir mittlerweile wissen, wurde sie bei der Vorbesi wohl fast ununterbrochen unter Schmerzmittel gesetzt.
    Evtl lass ich meine THP nochmal kommen. Vll hat sie da noch Ideen wegen der Schmerzen.
     
  4. obsession

    obsession ...mag Basketball lieber

    mein pferd hat das shivering syndrom, das ist eine andere ursache, zeigt aber genau die gleichen symptome! heisst, bei uns hat das nix mit "einer art pferdediabetes" zu tun, sondern mit atrophilen muskeln im kruppbereich. aber mein pferd ist auch steif in der HH und hat probleme, selbige gezielt einzusetzen.

    ich hatte einen physiotherapeuten dran, der mit laserakupunktur und magnetfeld gearbeitet hat; dazu hatte ich noch ein stromfitzgerät (weiss grad net wie das richtig heisst, reizstromtherapie?). war bei meinem tier SEHR effektiv. ausserdem hat er mir diverse übungen gezeigt, die ich mit dem pferd machen kann, um die HH geschmeidiger zu kriegen. zB arbeiten mit einem elastikband, da reicht schon 10 minuten schritt führen.

    ich würde also weniger zu einer THP als zu einem physio raten...

    obsi
     
  5. Stella2008

    Stella2008 Inserent

    Vielen Dank für den Ratschlag. Nächste Woche kommt ja ein Osteopath, das ist doch eigentlich das Gleiche wie ein Physio oder?
     
  6. Josy

    Josy "Mein Name ist Else. Ich bin Hypochonder." Mitarbeiter

    ... und hier bin ich schon :) Bin nur gerade auf dem Sprung, melde mich später ausführlich bei dir!

    LG!
     
  7. Josy

    Josy "Mein Name ist Else. Ich bin Hypochonder." Mitarbeiter

    Soooo... Los geht's.
    Erstmal Fragen:
    - wie wird die Stute bisher gehalten? Box? Box mit Weidegang? Offenstall? Aktivstall?
    - was füttert ihr der Stute? Was habt ihr vor der Umstellung gefüttert?

    Zum Eindecken: du schreibst, sie wird eingedeckt wenn es nachts unter 10°C hat. Deckt sie bitte unbedingt auch tagsüber ein, wenn sie solche akuten Schübe hat. Es muss nicht viel Fütterung sein, wenn es nicht regnet reicht eigentlich schon eine einfache Fleece-Abschwitzdecke. Oder eben eine Regendecke mit Fleece. Oder eine Übergangsdecke mit 50 Gramm gefüttert. Schei* drauf ob eigentlich die Sonne scheint und es 15°C hat. Schei* drauf ob dich die anderen blöd anschauen, dein Pferd braucht die Wärme.
    Habt ihr ein Solarium am Stall? Wäre natürlich der Optimalfall, ist aber ja leider nur in wenigen Ställen gegeben. Toll sind auch die Back-On-Track oder Fedimax Decken.
    Du siehst, obere Priorität ist warm halten! Und eigentlich fast noch wichtiger, trocken halten! Auch wenn es 20°C hat, lasst sie bei feuchtem Wetter nicht nackig raus! Eine einfache ungefütterte Regendecke (oder eben eine mit Fleece, oder eine Übergangsdecke mit 50 Gramm Wattierung... ;-) Du siehst, es wiederholt sich *g*) kann da schon wahre Wunder bewirken!

    Dann, das Training. Konstante Bewegung heißt das Zauberwort. Sprich, an einer Haltung im Offenstall kommt ihr eigentlich nicht drumherum. Je nach Schweregrad der Krankheit kommen manche PSSMler auch in der Box klar, bei eurer Stute scheint mir das aber ganz klar nicht der Fall zu sein. Raus mit ihr! Wenn im Moment noch kein Offenstall, dann Koppel, Paddock, whatever. So oft und so lang wie möglich. Bewegungsanreize schaffen. Sagt dir Paddock Paradise was? Wenn nicht musst mal googeln, das ist ein ganz tolles Konzept. Logischerweise hat nicht jeder die Möglichkeit sowas zu gestalten, erst Recht nicht als einfacher Einsteller. Nur wenn das Pferd zwar von früh morgens bis spät abends draußen ist, dann aber nur am Heunetz steht und frisst... ist halt auch niemandem geholfen ;-) Also wenn möglich viele verschiedene Futterstellen, gerne auch mit unterschiedlichem Futterangebot, je nachdem was sie verträgt. Futter- und Wasserstellen so weit auseinander gelegen wie möglich. Ebene Koppeln und Paddocks vermeiden, gerne Berg und Tal, oder auch mal einen Baumstamm hingelegt oder eine Stufe gebastelt, etc pp. Große Herde! Spielgefährten bieten, mit denen sie agieren kann. Und so weiter. Natürlich wie gesagt alles im Rahmen der Möglichkeiten, ich weiß leider aus eigener Erfahrung dass das nicht immer so einfach umgesetzt wie geschrieben ist ;-) Aber mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, jeder zusätzliche Schritt den sie draußen tut, ist schon ein Gewinn!

    So, das war jetzt weniger Training als viel mehr Haltung *grins* Probieren wir's nochmal ;-)

    Training: beschreibe mal, wie du eine Arbeitseinheit im Moment mit ihr gestaltest? Lässt du sie erstmal schlurfen wie es ihr beliebt? Nimmst du sie gleich ran, forderst du sie gleich von Beginn an? Hast du von Beginn an Stangen dabei?
    Reitest du sie? Oder arbeitest du vom Boden mit ihr? Mit welcher Ausrüstung? Beschreibe das mal alles möglichst detailliert bitte.

    Osteopath: Sehr gute Idee. Mein Pony ist ca. alle 8 bis 12 Wochen in osteopathischer Behandlung, im Winter öfters, im Sommer seltener (dieses Jahr haben wir es von April bis Ende August ohne geschafft *freu*). Je nachdem was bei euch durch die Schonhaltungen für Blockaden etc. schon vorhanden sind, kann evtl. auch ein Physio sinnvoller sein, das müsst ihr individuell für euch entscheiden. Unsere Osteo kennt uns seit 5 Jahren, weiß um das Krankheitsbild, wie sein Gangbild aussieht wenn er eine schlechte Phase hat, weiß wie sie ihm individuell helfen muss.

    Auf die Schmerzbehandlung würde ich auch eher verzichten, so es möglich ist... Hast du die Möglichkeit ihr Gangbild mal zu filmen und uns zu zeigen?

    Und zu guter Letzt noch eine Frage in eigenem Interesse... Wie ist deine Stute denn gezogen? Gerne auch per PN.

    *durchschnauf*

    Und jetzt bist du dran :) Bin gespannt was du zu erzählen hast und wünsche euch auf jeden Fall schnelle Besserung!

    Liebe Grüße!
     
  8. Stella2008

    Stella2008 Inserent

    Hallo Josy,

    erstmal vielen Dank für deinen ausführlichen Text.

    Also dann fang ich auch mal an...
    Erst zur Haltung:

    Normalerweise stehen die Pferde das ganze Jahr über auf der Koppel. Es ist eine Herde aus 8 Pferden und sie haben immer etwa 7ha zur Verfügung. Je nachdem wie gerade abgesteckt ist. Wir haben ausschließlich Hangkoppeln. Eigentlich sind es eher schon Berge :D
    Auf jeder Koppel gibt es kleinere Waldstücke, wo sich die Pferde unterstellen. Da müssen sie dann auch die Beine heben. Zudem stehen zwei Heuraufen mit je einem Rundballen auf unterschiedlichen Seiten der Koppel. Wasser gibts über einen Bachlauf und eine Quelle.

    Rein kommen sie eigentlich nur, wenn es längere Zeit sehr stark geregnet hat. Dann kann man nämlich die Hangkoppeln fast nicht mehr betreten. Wenn es mal so ist, kommen sie in zwei Gruppen in Laufställe. Jeder Laufstall hat 20x40m. Da stehen dann 4 Pferde zusammen, bis das Wetter wieder etwas besser ist.

    Zum Warmhalten:
    Ich habe mir jetzt extra Decken von Back on Track zugelegt. Diese hatte sie wie gesagt bisher nur dann drauf, wenn es unter 10 Grad hatte. Aber dann werde ich sie jetzt einfach generell drauf lassen.
    Ein Solarium haben wir leider nicht.

    Fütterung:
    Heu ist immer zur freien Verfügung. Als wir sie bekommen haben, hatte sie ziemlich abgenommen. Wir haben das auf den ganzen Umzugsstress und auch die neuen Gegebenheiten geschoben. Neue Herde und auch zum ersten Mal Hangkoppeln. Das kannte sie vorher nicht. Deshalb haben wir Hafer zugefüttert. 200-300g täglich.
    Im August hatte ich eine Flohsamenschalenkur gemacht und danach Bierhefe und Leinöl zusätzlich gefüttert. Bierhefe lasse ich nun wegen dem Chrom aber weg, seit ich weiß, dass sie PSSM hat.
    Ende August haben wir es dann erfahren und haben dann nach längerem Recherchieren auf Reisschalenkleie (ich nehme die von Natusat, weil diese nur 4% Stärke hat) umgestellt. Nach Rat einer THP machen wir gerade eine Entgiftung der Leber und Nieren mit Mariendistelsamenschrot und Birkenblättern. Diese Kur dauert zwei Wochen. Normalerweise hätte ich statt Birke Brennessel oder Artischocke genommen, aber das hat mir dann wieder zu viel Chrom.

    Sobald sie wieder eine annehmbare Figur hat, würde ich das zusätzliche Futter zum Heu aber gerne weglassen. Im Moment sieht sie aber eher wie ein abgemagerter Schlachtgaul aus :(

    Zum Training:
    Der schwierigste Punkt. Ich probiere mal zu beschreiben wie es genau mache.
    Wir nehmen uns im Moment viel Zeit zum aufwärmen. Ihre Gelenke knacken am Anfang des Trainings immer noch ganz extrem. Laut TA liegt das an mangelnder Gelenkflüssigkeit. Deshalb machen wir immer erst 20-30 Minuten Führtraining. Das machen wir halt so lange, bis die Gelenke ausreichend geschmiert sind.
    Danach arbeite ich entweder an der Longe oder ich reite sie. Ich longiere nach Babette Teschen und das macht sie dann auch ganz gut. Dabei lasse ich sie dann erst auf jeder Seite ohne Stangen Schritt gehen und traben. Ich benutze die Dualgassen von Geitner, weil ihr das hilft schöner unterzutreten. Wir haben das bereits vorher so geübt. Wenn ich merke, dass es ganz gut läuft, lege ich die Dualgassen quer, damit sie darüber steigen muss. Holzstangen will ich im Moment nicht benutzen, damit sie sich nicht verletzt, wenn sie wieder nicht drüber kommt. Auf das Galoppieren verzichten wir im Moment komplett.
    Wenn ich reite, baue ich das Training ähnlich auf. Ich gehe erst noch auf beiden Händen Schritt und versammel sie dabei so gut es eben geht. Ich bin mir allerdings unschlüssig, ob ich das Untertreten wirklich ununterbrochen fordern soll, oder ob ich ihr immer wieder Pausen gönnen sollte. Immerhin fällt es ihr ja ziemlich schwer. Im Moment gehe ich je nach Tagesverfassung eine halbe bis eine ganze Bahn am Stück versammelt. Dann darf sie erst eine halbe Bahn ca. "latschen" wie sie will. Das Gleiche mache ich auch im Trab. Durch den zusätzlichen Schwung klappt das meist besser, als im Schritt.
    Wenn es gut läuft, lege ich eine Stange, die wir dann im Schritt und Trab probieren zu meistern.
    Zwischendrin baue ich Übungen wie aus dem Rückwärtsrichten anzutraben mit ein, damit sie wieder vermehrt die Hinterhand einsetzt.
    Mehr machen wir da eigentlich nicht.
    Am Ende gönne ich ihr dann auch eine etwas längere Abreitphase. Insgesamt kommen wir mit Abreiten auf etwas mehr als 60 Minuten Arbeit.

    Wenn ich das Gefühl habe, dass es ihr noch schlechter geht, dann mache ich nur vom Boden was mit ihr. Ich bau mir dann immer einen Bodenarbeitsparcours auf. Über Stangen, rückwärts durch das L, im Stangenviereck eine 360 Grad Drehung usw. Anfangs (als es noch keine Diagnose gab) habe ich sie auch freispringen lassen. Es schien ihr Spaß zu machen. Das waren dann so 50 cm Hindernisse. Ich weiß nur nicht, ob das jetzt auch noch sinnvoll wäre.

    Wenn es das Wetter zulässt, gehen wir auch ins Gelände. Unser Gelände ist vergleichbar mit einem Extreme Trail Parcours. :D

    Also generell würde ich sagen kommen wir auf etwa 2xReiten, 2xLongieren, 2xBodenarbeit und 1xGelände in der Woche. Muss natürlich nicht immer so sein.

    Wie meinst du das mit der Ausrüstung? Also beim Longieren benutze ich nur einen Kappzaum, keine Ausbinder. Ich reite sie mit Wassertrense, ohne Sporen und Ausbindern.


    Filmen könnte ich sie mal. Vll bekomm ich das morgen schon hin.
    Leider ist sie sowohl mütterlicherseits als auch vom Vater her Impressive gezogen. Natürlich wussten wir das von Anfang an, aber aufgrund der Untersuchungsergebnisse hatten wir uns dabei nichts gedacht. Diese stellten sich ja dann als gefälscht heraus.

    So, ich hoffe das war jetzt erstmal alles. Falls noch was fehlt, frag einfach. Freue mich auf deine Verbesserungsvorschläge.

    Liebe Grüße
     
  9. Josy

    Josy "Mein Name ist Else. Ich bin Hypochonder." Mitarbeiter

    Perfekt eigentlich! Klingt traumhaft, hätte ich auch gerne :) Auch die Laufställe sind ja um Welten besser als Box, aber bietet halt trotzdem relativ wenig Bewegungsanreize. Aber klar, wie will man das machen, ist logisch dass man kein Indoor-Paddock-Paradise bauen kann ;-)

    Gut! Würde ich definitiv auch so machen. Meiner ist auch schon seit längerem ungefüttert eingedeckt, bei ca 0°C bekommt er 200 Gramm drauf und bei ca -10°C dann 400 Gramm. Ist viel für ein ungeschorenes Pferd, aber braucht er einfach.

    Sehr gut!!
    Ihr hattet schon Recht, gerade durch den Umzugsstress etc. bauen PSSMler oft rapide ab. Natürlich war die Haferfütterung gerade falsch :-( Aber konntet ihr ja nicht wissen. Ich hab damals auch den gleichen Fehler gemacht und Mais in das Pony gestopft...
    Öl ist schon mal super und sehr wichtig in der PSSM-Fütterung. Ich gestehe allerdings, dass ich nicht mehr das teure Leinöl füttere, sondern auch mal ein Rapsöl.
    Reisschalenkleie hab ich selbst keine Erfahrung damit, habe aber schon ganz viel positives davon gehört und eigentlich noch von keinem Pferd, das sie nicht vertragen würde... Du sagst ja, seitdem ist es schon besser geworden, ja?
    Tag und Nacht Koppel heißt wahrscheinlich auch uneingeschränkter Zugang zu Gras, ja? Könnte sein, dass hier der Hase im Pfeffer liegt... Vielleicht verträgt sie das nicht? Hatte sie das vorher auch, oder erst seit sie bei euch ist?
    Musst halt mal schauen ob sie dann ohne Kraftfutter genug Energie schöpfen kann, gerade über den Winter. Wenn du kein klassisches KF mehr füttern magst, kannst du auch einfach mal unmelassierte Luzerne mit viel Öl probieren. An den Luzernen ist nix weiter schlechtes dran und die Energie zieht sie dann über's Öl. Reicht meinem wiederum absolut nicht aus, ich füttere mittlerweile - ja, steinigt mich ;-) - das Nutri Star von St. Hippolyt. Wird vom Hersteller zwar großmächtig angepriesen als PSSM-Futter, aber wenn es nach mir ginge würden da noch einige Inhaltsstoffe vom Speiseplan fliegen... Aber was soll's, meiner frisst es (er ist sehr mäkelig) und vor allem verträgt er es gut. Er braucht nur ein minikleines Becherchen am Tag, frag mich bitte nicht nach der genauen Menge ;-) und zieht genug Energie draus.
    Den abgemagerten Schlachtgaul kenne ich übrigens :-( Trotz dass ich nun seit mittlerweile 3 Jahren von der Krankheit weiß, Pony sieht immernoch aus als wäre Schmalhans Küchenmeister *seufz*

    Langes Aufwärmen ist schon mal super. Ich würde sogar soweit gehen, dass wir im Winter oft gar nicht über die Aufwärmphase hinaus kommen - dann ist nämlich fast schon ne Stunde um und wir denken wieder ans Abkühlen *g*
    Was in eurem Fall das Beste ist, da musst du einfach rumprobieren. Bei meinem hängt das auch oft von der Tagesform ab. An einem Tag braucht er es einfach, dass er 20 Minuten Schritt gehen darf, so wie ER das will. Ja, dann hängt er mir total auf der Vorhand. Ja, dann ziehen wir mit der Hinterhand unsere Spuren im Sand. Ja, wir brauchen dann für eine Runde ganze Bahn doppelt so lang wie andere *g* Aber würde ich ihn an solchen Tagen gleich richtig fordern, würde die HH überhaupt gar nicht hinterher kommen, er würde sich noch mehr versteifen und sich stressen ohne Ende. Wenn ich dann merke dass die HH laaaaangsam aber sicher kommt, trabe ich an und lass ihn hier genauso latschen wie er will. Ja, dann sieht das aus wie Reitanfänger auf Hirschkuh, weil ich ihn dann wirklich nur am hingegeben Zügel laufen lasse und selber nur passiv drauf sitze. Da geht es dann aber recht fix, er entspannt sich und lässt sich fallen, gibt den Rücken her. Ich habe oft das Gefühl, dass es beim ersten Trab mehr so ein Phantom-Schmerz ist, als warte er regelrecht darauf dass ihm die HH gleich wieder schmerzt.
    Aber wie gesagt, das ist total tagesabhängig. Am nächsten Tag braucht er es, dass ich gleich ein bisserl Stellung fordere, dass wir gleich mit Schulter verschieben oder so anfangen und auch relativ zeitig traben. Pauschalrezept gibt es leider nicht :-( Wenn du merkst sie tut sich im Trab leichter, dann lass sie traben. Wenn sie nicht möchte oder nicht kann, lass sie Schritt gehen. Gibt Pferde, die brauchen relativ zeitig schon einen Galopp. Frag sie, sie wird es dir sagen :) Lass dich drauf ein, lass sie mitbestimmen.
    Ein oder zwei Stangen baue ich immer (also wirklich jeden Tag, bei jeder Trainingseinheit!) von Anfang mit ein. Die liegen dann einzeln irgendwo in der Bahn rum und Pony darf irgendwie drüber. Er darf und soll sich seinen Weg darüber selber suchen. Nur drüber muss er. Auch wenn es oft unschön ist. Das war im letzten Stall toll, da hatten wir solche Schwimmnudeln a la Geitner, da konnte er sich beim Stolpern und drauf treten nix tun.
    Rückwärts kommt bei uns nur auf den Speiseplan wenn Pony schon richtig warm ist. Vorher nur mal einen klitzekleinen Schritt, mehr schafft er nicht. So Sachen wie Trab aus der Rückwärtsbewegung mache ich gerne, aber nur an guten Tagen. An schlechten Tagen habe ich Angst, dass ich zuviel verlange und wieder der Phantomschmerz kommt. Beziehungsweise der echte Schmerz. Hier heißt es eben auch gut beobachten, was bietet Pony an, was kann er heute, was will er, was verweigert er.

    Hier würde ich anders ansetzen. Das sind alles sehr gemeine Übungen, die Kraft in der Hinterhand verlangen, die sie an schlechten Tagen einfach nicht leisten kann. Hier würde ich eher auf lange Spaziergänge oder -ritte setzen. Viel Schritt. Viel Geradeaus. In ihrem Tempo.

    Was ich noch ganz wichtig finde: ich stelle meinen niemals mit schon wieder erkalteten Muskeln wieder in den Offenstall. Wenn die Muskeln einmal wieder kalt sind, ist natürlich wieder die Bewegungsunlust da, und schon sind wir wieder drin im Teufelskreis. Deswegen nur eine kurze Abkühlungsphase, dann gleich sämtliche Decken wieder drauf und wieder ab zur Herde, solang alles noch warm und geschmeidig ist!

    Ach ja: wenn es einmal Herbst bzw Spätsommer ist und Pony eingedeckt ist, achte ich darauf, dass er nur in der reinen Arbeitsphase nackig ist. Heißt, ich hab sogar beim Putzen eine Decke drauf, decke eben nur Schulter oder Kruppe oder eben denjenigen Körperteil auf, den ich gerade putzen will. Auch beim Aufwärmen ob an der Hand, an der Longe, unterm Reiter.... IMMER Decke drauf! Erst wenn ich in die Arbeitsphase übergehe kommt sie ab und dann achte ich aber wirklich darauf, dass gearbeitet wird, dass gar keine Chance besteht auszukühlen. Sobald ich dann wieder Schritt gehe -> Decke drauf!

    Willkommen im Club, ich hab auch einen kleinen Impressive daheim ;-) Zwar nur auf väterlicher Seite, aber hat gereicht.

    Vom Verkäufer gefälscht?? Wie geht ihr da nun weiter vor?
     
  10. Charly K.

    Charly K. ...ich bin doch nicht kreativ.

    WOW!

    Ich wollt einfach mal nur ein ganz großes Lob an Josylein aussprechen, und bin dann gleich wieder verschwunden... ;)
    Ich finde es einfach total klasse, wie Du Dich - obwohl Du doch mal mit auch Turnier- und Leistungsambitionen begonnen hattest - auf Deinen Billy eingestellt hast, Dir so viele Kenntnisse aber auch ganz individuelles Gefühl für ihn und seine Krankheit angeeignet hast, und echt ja auch für ihn zurücksteckst.
    Ich finds toll! :)

    (Und wie ich das lese, scheint Stella auf einem ähnlichen Weg zu sein... - viel Kraft, Mut und Glück dafür!)



    LG, Charly
     
Thema: PSSM-Erfahrungen