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Reaktivität auf Reiterhilfen und Umweltsensibilität

Diskutiere Reaktivität auf Reiterhilfen und Umweltsensibilität im Allgemein Forum; Ich sehe, dass es in der Mehrzahl der Beiträge nicht um das Gefühl des Pferdes geht, sondern um den Umfang der für den Menschen wahrnehmbaren...

  1. ruffian

    ruffian Inserent

    Ich sehe, dass es in der Mehrzahl der Beiträge nicht um das Gefühl des Pferdes geht, sondern um den Umfang der für den Menschen wahrnehmbaren körperlichen Reaktion auf a) Reiterhilfen und b) unvorhergesehene Umgebungsreize. Eine direkte Korrelation der "Empfindlichkeit" auf a) und b) kann ich nicht erkennen, weil das zwei ganz verschiedene Vorgänge sind.

    Eine Reiterhilfe ist im guten Normalfall eine dem Pferd bereits grundsätzlich bekannte Aktion. Sie kommt weder komplett unerwartet noch ist sie potenziell bedrohlich. Sie fordert vom Pferd die Umsetzung einer Gewohnheit. Wie gut, wie schnell und wie präzise das erfolgt ist abhängig vom Trainingsstand des Teams Reiter/Pferd. Da sehe ich ganz klar die Ausbildung beider Teampartner als entscheidenden Faktor.

    Ein unvorhergesehener Umgebungsreiz wird direkt über ein "Erschrecken" verarbeitet. Je nach Typ reicht das von fast nicht sichtbarer Reaktion (leichtes zusammenzucken) bis zu einem Antritt über etliche Meter. Der Umfang dieser Reaktion ist schon typisch für das jeweilige Pferd. Dabei habe ich nicht den Eidruck, dass die Intensität des Schrecks direkt mit der Heftigkeit der Reaktion gekoppelt ist. Es gibt anscheinend ruhige Pferde, bei denen man dann ganz plötzlich den Herzschlag durch Sattelblatt und Stiefel fühlen kann, während gleichzeitig Beobachter äußern, wie schön ruhig doch dieses Pferd sei. Umgekehrt gibt es Pferde mit heftiger körperlicher Reaktion, die praktisch zeitgleich schon wieder entspannen und denen man anmerkt, dass ihnen die eigene Heftigkeit schon eine Sekunde später ein Rätsel ist. Beide Pferdetypen bringen unterschiedliche Ansprüche an ihre Ausbilder mit und ein Reiter muss wissen, wie sein Pferd tickt. Die direkte Schreckreaktion entzieht sich dem reiterlichen Einfluss, erst direkt danach stellt sich die Frage, wie schnell das Team zur Normalität zurückkehrt.

    Dabei ist noch nicht berücksichtigt, wie Ausbildungsmethoden durch Dauerstress aus jedem Pferd ein explosives Nervenbündel machen können oder wie grobe Reiter einem Pferd jede Aufmerksamkeit für den Menschen da oben abtrainieren. Aber das war auch hier nicht die Frage, oder doch?
     
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  2. Farooq

    Farooq Erbsianerin

    Hm...fallbeispiel, nisha, vollblutaraber, völlig verkorkst! Geritten?Western, englisch, Shows gemacht! Zum reiten: western....ein schaf, lief wie ne Glocke! Englisch am platz: null bock! Longieren, kein Sinn= null bock! Bodenarbeit= null sinn= null bock!
    Ausreiten! Anfangs nur: rennen! Kilometer! Schritt= kein sinn= null bock!

    Ja,was machste mit so einem pony?

    Viel Zeit verbracht...
     
  3. Kigali

    Kigali Sternchenreiter Mitarbeiter

    Meiner Meinung nach hat das eine mit dem anderen recht wenig zu tun.
    Bei einem guten Reiter / Pferde Team, reagiert das Pferd auf minimalste Hilfen.
    Der Charakter ändert sich nicht. Zumindest dann nicht, wenn das Pferd seinem Reiter vertraut.
    Ich denke, die Erfahrungswerte, Haltung etc. beeinflussen das Pferd deutlich mehr.
    Ein Pferd das viel kennt, positive Erfahrungen gemacht hat, weiß das ihm nichts passiert reagiert auf Umwelteinflüsse gelassener als ein Pferd mit gleichem Charakter, das aber nichts kennt oder schlechte Erfahrungen gemacht hat.

    Unterm Sattel, bei gleicher Ausbildung / Charakter denke ich, ist das Pferd, was viel kennengelernt hat, einfacher wieder "einzufangen" als eines, das Angst um sein Leben hat.
     
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  4. Lagonda

    Lagonda Aktives Mitglied

    Ich bin auch der Meinung, dass das nichts miteinander zu tun hat. Meine Stute ist total unerschrocken, aber dabei kein bisschen träge. Die mag laufen und freut sich, wenn sie das darf. Wenn es sie unter Bewegungsmangel leidet, kann es sein, dass sie mal schreckhafter reagiert, aber das ist nicht der Normalzustand.

    Im Gegensatz dazu bin ich mal einen unglaublich trägen Wallach geritten, wenn der ne halbe Runde nach der Parade reagiert hat, war das schon schnell, sozusagen. Raschelte aber ein Vogel im Gebüsch, schlug jemand 100 m entfernt eine Autotür zu, und der Klang war unheimlich, schlug er panisch einen Haken und schoss los. Danach war das Gebüsch auch noch 10 weitere Runden unheimlich, auch wenn auf der anderen Seite des Platzes die Trägheit wieder durch kam...
     
  5. Wuzel

    Wuzel Aktives Mitglied

    Ich möchte hier auch noch auf den Punkt der Pferdehaltung hinweisen. Meinen "Dicken" (Gott hab ihn selig) hatte ich nach dem Kauf in einem Pensionsstall: Boxenhaltung, stundenweise Paddock, im Sommer Weide. Er war diese Haltung gewöhnt, kam aus einem ähnlichen Stall. War beim Reiten bei der kleinsten ungewohnten Kleinigkeit ein Nervenbündel, in der Halle genauso wie im Gelände. Ansonsten im Umgang lammfromm. Aber seine Schreckhaftigkeit hat mich auch einmal im Krankenwagen aufwachen lassen...
    Als wir unser Haus gekauft haben, habe ich ihn hier direkt ans Haus geholt, Offenstall, großer Paddock, tagsüber Weide, als Gesellschaft ein Mauli. Nach 4 Wochen war dieses Pferd wie ausgewechselt. Ach guck mal - ein Hubschrauber im Tiefflug - schön. Und da - ein Güterzug - unter der Unterführung durch? kein Problem.
    Er konnte halt den ganzen Tag "gucken", da war er beim Reiten aufmerksam, aber total gechillt.
    Ich denke, die Haltung hat einen großen Einfluß auf die Pferdeseele.
     
  6. *FrogFace*

    *FrogFace* Frosch ohne Locken

    Jein. Meiner steht im Offenstall und ist trotzdem ein Hysteriker :biggrin:
     
  7. Farooq

    Farooq Erbsianerin

    Hier auch, die Enten wohnen seit Jahren unten im Biber teich...iiiimmmer noch, wenn die kreischparty machen, sind die " schrecklich und noch nie gehort"!!:biggrin::bloed::lol:
     
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  8. pjoker

    pjoker Bekanntes Mitglied

    So ist meine, von außen ist es kaum merkbar was in ihr abgeht.Zu 90% ist sie auch cool, zu 8%in sich erstarrt vor Schreck sozusagen und wehe die 2%explodieren. Anfangs war sie zu 10% nur cool nach aussen.Es war auch ein Lernprozess, dass nicht alles sie frisst und sie sich auf mich verlassen kann.Aber dieses innere Beben schwingt immer mal wieder mit und wenn man es missachtet kommts zur Explosion. Man muss so ein Pferd eben auch "lesen" können, dann sind sie trotz ihrer Sensibilität und versteckten Angst tolle Partner.
     
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  9. Farooq

    Farooq Erbsianerin

    da ist mir ein pferd, dass ich einschätzen kann 30 x lieber, als sowas wie nisha am anfang war: total emotionslos! schrecklich sag ich euch....keine reaktion auf irgendwas und von 0 auf 100 total gaga!! näää.....da hab ich lieber eines, was emotionen zeigt. egal wie rum!
     
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