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Reiten als Wiedereinsteiger

Diskutiere Reiten als Wiedereinsteiger im Allgemein Forum; Hallo ihr Lieben, ich bin neu in diesem Forum, da ich vor einigen Wochen auch das Reiten neu begonnen habe, nachdem ich mit ca. 12 Jahren...

  1. Hufschlag

    Hufschlag Neues Mitglied

    Hallo ihr Lieben,

    ich bin neu in diesem Forum, da ich vor einigen Wochen auch das Reiten neu begonnen habe, nachdem ich mit ca. 12 Jahren aufgehört hatte. Früher bin ich mit Halfter und Westernsattel geritten, wir machten auch viel Vertrauens- und Bodenarbeit, nun klassisch englisch. Ich habe leider nur eine Reitstunde pro Woche und reite wie ein absoluter Beginner. ;)

    Euch wollte ich fragen, ob ihr gute Übungen kennt, um schnell trainierter zu werden, die man am besten Zuhause durchführen kann. Ich bin noch jung und nicht komplett untrainert, allerdings auch nicht besonders trainiert und die Adduktoren z.B. machen natürlich überhaupt nicht mit...

    Außerdem habe ich das Problem, dass ich augenblicklich nicht in Deutschland bin und meine Reitlehrerin und ich von Zeit zu Zeit Verständigungsprobleme haben. Daher habe ich etwa nicht wirklich verstanden, wie Pferde mit Gebiss (bin früher wie gesagt ohne geritten...) gelenkt werden. Genauso geht es mir beim Treiben im Schritt, wechselseitig, oder? Es wäre toll, wenn mir das jemand von euch noch einmal erklären könnte!

    Dankeschön schon einmal!

    Lg, Hufschlag
     
  2. sarah2010

    sarah2010 Bekanntes Mitglied

    Ich liebe Pilates :) stärkt die Muskulatur und man kommt automatisch ins Gleichgewicht. Hilft auch beim reiten ungemein :)
    Am Gebiss "lenkt" man gar nicht. Das ist der Punkt wo reiten zur Kunst wird :) man gibt dem Pferd die Richtung durch Schenkel (einseitiges Treiben) und vor allem Gewichtshilfen vor.
    Für die Gewichtshilfen solltest du ganz bewusst mit deinen Sitzhöckern arbeiten. Also auf einen harten Stuhl setzen und die Hände unter den Poppes. Dann wackeln und fühlen, wo deine Sitzhöcker sind und wie sie reagieren. Dann kannst du (auf einem hoffentlich gut ausgebildetem Pferd) versuchen das umzusetzen, also über die Gewichtsverlagerung dem Pferd sowohl Tempo wie auch Richtung zu zeigen :) das braucht aber zeit, am Anfang nicht frustrieren!
    Zum treiben: stell dich mal hinter ein Pferd, das im Schritt geht. Dann siehst du, dass der Bauch pendelt. Nach rechts und nach links. Dieses pendeln musst du beim treiben nachfühlen, das Pferd holt sich die Hilfe sozusagen. Also: wechselseitig im richtigen Takt. Gerade Schritt wird schnell zu Schrott und ist da wirklich die schwerste Gangart :)
     
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  3. murphilu

    murphilu Bekanntes Mitglied

    Hallo Hufshclagsneuling ;-) Nachdem ich hier gestern schon ganz viele Antworten auf meine frage bekommen habe, versuch ich jetzt auch mal dir zu helfen. Also schön, dass du wieder angefangen hast. Ich hatte übrigens auch eine lange Reitpause. Dann, zur eigentlichen Frage: Reiten lernt man auch nur durch Reiten, also hab Geduld mit dir selbst, das wird ein bisschen dauern. Ansonsten ist Pilates schon eine gute Idee. Im Internet, Youtube usw, gibt es übrigens viele Beiträge zu solchen Themen, auch was das Sitzen betrifft. Wirf da einfach mal mit Suchbegriffen um dich. Diverse Reiterblogs wie www.wege-zum-pferd.de haben einige gute Artikel mit inneren Bildern und es gibt da diesen Sportwissenschaftler... Eckert Meiners oder so? der eine ganze DVD Reihe und einen Übungsstuhl entwickelt hat. Ich rede immer vom Sitzen, obwohl deine Frage nach dem Lenken ging, aber wie meine Vorrednerin schon sagte, das lenken macht man am allerwenigsten mit dem Gebiss, vorrausgesetzt man hat ein gut ausgebildetes Pferd... Sollte dein Schulpferd auf die Gewichts- und Schenkelhilfen nicht gut reagieren - solche Schulpferde gibt's ja leider, dann drücke einfach deine Zügelfaust auf der Seite, in die du halt willst, zusammen. Das erzeugt vorne einen minimalen Zug im Maul und damit sollte es dann auf alle Fälle gehen. Versuch übrigens auch einfach mal deinen Kopf da hin zu drehen, wo du mitreiten willst. Das ist für dich eine unscheinbare Bewegung, aber dein ganzer Körper wird sich ein wenig mitdrehen, ohne dass du es wirklich merkst, das Pferd merkt es aber. Klappt bei meiner Stute immer. Darf man, aus der reinen Neugierde heraus, fragen, in welchem Land bzw auf welcher Sprache du dort kommunizierst? vg und viel Spaß beim neu Lernen!
     
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  4. Wanderreiter

    Wanderreiter Inserent

    Man lenkt mit dem ganzen Körper. Wenn du abwenden oder durch die Ecke reiten willst, drehst du leicht deine Schultern mit dem Oberkörper in die Richtung, in die du willst. Und du schaust immer in die Richtung, in die du gehen willst!!! Gleichzeitig gibst du außen ganz leicht den Zügel nach, damit sich das Pferd auch in die Richtung stellen kann. Innen fängst du die Stellung ab, in dem du minimal die Hand eindrehst, je nach Wendung.
    Das Äußere Bein begrenzt die Biegung, liegt also etwas zurück. Nicht nur der Unterschenkel, sondern das Bein. Das passiert eigentlich automatisch, weil sich dein Becken durch die leichte Oberkörperdrehung etwas entgegengesetzt dreht. Gleichzeitig rutscht das innere Bein leicht nach vorn und kontrolliert dir Biegung, wie ein Pfahl. Um den man herunreitet. Deswegen heißt es auch "um das innere Bein herumreiten".
    All diese Bewegungen sind nur minimal einzusetzen, außer der Schulterdrehung soll man nichts sehen!

    Wenn du für eine Richtungsänderung nur den Zügel benutzen würdest, würde das Pferd nur den Hals bewegen. Evtl. fällt es in die gewünschte Richtung, weil es durch den Zügelzug die Balance verliert, das hat dann aber nichts mit Reiten zu tun ;-)

    Es gibt sehr gute Bücher, mittlerweile wahrscheinlich auch im Netz zum Download, so daß du auch im Ausland an deutschsprachiges Material kommst. Spontan fällt mir Sally Swift ein, Eckart Meiners wurde schon genannt. Les dich ein, versuche so gut es geht, dir die Grundlagen anzulesen.
     
    sokrates, MariaK, Charly K. und 4 anderen gefällt das.
     
  5. Hufschlag

    Hufschlag Neues Mitglied

    Danke für eure Antworten, das hat mir schon sehr weitergeholfen!

    Mein Schulpferd ist fürchte ich ein bisschen "klassisch Schulpferd", ziemlich träge (Antraben ist auch immer schwierig) und die Empfindlichkeit in Bezug auf Hilfen vermutlich relativ abgestumpft. Das ist allerdings auch nicht nur schlecht, da ich mit Sicherheit häufig falsche Hilfen gebe...

    Natürlich lernt man Reiten durch Reiten. ;) Allerdings kann man zumindest bei der körperlichen Fitness bestimmt etwas nachhelfen. Es ist für mich eben leider wirklich nicht möglich, mehr als eine Stunde in der Woche zu nehmen, da Reiten erstens nicht ganz günstig ist und ich zweitens einen ziemlich langwierigen Weg zu dem Reitstall habe: Zu Fuß, Bus, zu Fuß, auf den Bus warten...nimmt sehr viel Zeit in Anspruch.

    Drehen und Schenkelhilfen habe ich bereits versucht anzuwenden, das Pferd reagierte jedoch null. Ich kam mir letztes Mal echt ziemlich blöd vor, weil wir wirklich ohne Sinn und Verstand durch die Halle getrottet sind... :D Ich habe auch das Gefühl, dass das Pferd eine Seite bevorzugt, nach rechts gehen war kein Problem, nach links fast unmöglich. Zu der Gewichtsverlagerung - ganz blöde Frage - ich verlagere das Gewicht auf die linke Seite, wenn ich nach links will, oder? Und meine Reitlehrerin meinte, ich müsse bestimmter Reiten, deutlichere Hilfen geben, sie könne die Hilfen nicht sehen. Soll man aber doch auch nicht? Ich bin verwirrt. ;)

    @murphilu: Aber sicher darf man das fragen. Ich bin in Ungarn, da mein Ungarisch aber sozusagen nicht vorhanden ist, nehme ich auf Englisch Reitunterricht. Hier sind das Problem eher die Sprachkenntnisse der Reitlehrerin als meine... Ist nicht optimal, aber ich habe leider keine bessere Alternative.

    Lg, Hufschlag
     
  6. Schogetta

    Schogetta Bekanntes Mitglied

    Vielleicht kennen die Pferde in Ungarn ja auch andere Hilfen?
    Wenn Deine RL sagt, Du müsstest deutlichere Hilfen geben, erklärt sie auch die Hilfen?
    Ich habe durch Zufall letztens bei uns folgendes Im RU gesehen:
    Lektion klappte bei Reitschüler nicht, RL setzt sich auf´s Pferd, reitet Lektion vor uns sagt: siehste, so musst Du das machen.
    In meinen Augen wenig lehrreich
     
  7. murphilu

    murphilu Bekanntes Mitglied

    Wow, da hat Wanderreiter dir die Erklärung aus dem Lehrbuch gegeben *auch gleichmal aufschreib und auswendiglern* Also leider klingt das ein bisschen nach unausgebildetem, aber kreuzbravem Schulpferd. Durchaus möglich, dass das arme Tier die Hilfen selber nicht kennt und deine Gewichtverlagerungen einfach nur gutmütig als Anfängerrutschen dulden würde. Versuch es trotzdem mal, ansonsten gilt, was die RL dir rät, sie kennt das Pferd. Aber vielleicht würde ich dann lieber keinen Reitunterricht nehmen und bis zur Rückkehr nach Deutschland warten.... Ohne die ungarischen Reitschulen schlechtreden zu wollen... Fürchte eben, dass das Reiten dort als Beschäftigung mit dem Pferd, aber nicht zum Reiten lernen taugt... Trotzdem viel Spaß und baldige Erfolgserlebnisse.
     
  8. MariaK

    MariaK Bekanntes Mitglied

    ...und bei mir gehen mal wieder tausend Lichter im Kopf auf. Wie so oft, wenn ich hier lese.
     
  9. Wanderreiter

    Wanderreiter Inserent

    Naja, ein abgestumpftes Schulpferd wird tatsächlich auf feine Hilfe kaum reagieren, leider.
    Deshalb ist solch ein Unterricht eigentlich rausgeworfenes Geld.
    Man lernt vielleicht gut zu sitzen, aber die Hilfengebung wird versaut. Das habe ich leider selber erfahren. Die Hilfengebung wie oben beschrieben habe ich mir quasi selber angeeignet, auf dem eigenen Pferd trainiert und mit einem Westerntrainer geübt.
    Gibt es andere Schulpferde, oder bist du auf dieses eine festgelegt?
     
    MariaK gefällt das.
  10. TwinMom

    TwinMom Neues Mitglied

    Hallo ihr Lieben!
    Ich bin neu hier und habe diesen Thread zufällig gefunden. Er ist zwar uralt - aber ggf. wird mein Beitrag je dennoch gesehen.

    Kurz zur mir: Ich bin 36 und heute hatte ich meine erste Reitstunde nach über 15 Jahren. Mit 10 Jahren habe ich angefangen, zum Studium musste ich aufhören, weil ich kein Geld und keine Zeit hatte. Dann der erste Job und Schwanger mit Zwillingen... Naja. Nun habe ich mir meinen Herzenswunsch erfüllt und wüsste gerne von anderen, die selber wieder eingestiegen sind oder mit Wiedereinsteigern zu tun haben: welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

    Ich habe mich darauf eingestellt, dass ich vieles erstmal wieder "reinkriegen" muss, weil es einfach ewig her ist. Bin heute auf einem wackeren ehemaligen Turnier- jetzt Schulpferd geritten und es hat mir viel Spaß gemacht. Die Reitstallbesitzerin hat mir auf meinen Wunsch eine Privatstunde gegeben. Wir sind alle Gangarten durchgegangen und ich habe gemerkt, dass ich mich wirklich erstmal erinnern muss - darauf hatte ich mich auch eingestellt. Aber sie meinte dann: Ich würde dich noch nicht in eine normale Reitstunde in der Gruppe schicken, weil du erstmal wieder reinkommen solltest und man weiß ja nie, was so Unerwartetes in der Stunde mit mehreren Pferden passiert (sinngemäß jedenfalls). Und ich hätte mich dafür, dass ich so lange nicht auf dem Pferd gesessen habe, gut angestellt. Jetzt werde ich erstmal alle zwei Wochen - sie gibt eigentlich kaum Unterricht und hat wenig Zeit - eine Stunde bei ihr nehmen.

    Nun weiß ich nicht, wie ich das einschätzen darf: Möchte sie mir eigentlich freundlich sagen, dass ich quasi bei null anfangen kann? Oder darf ich positiver denken? Zweifle grad einfach an mir :/

    Danke für eure Antworten :)
     
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