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Reiten aufgeben wegen Depression?

Diskutiere Reiten aufgeben wegen Depression? im Sonstige Reitweisen Forum; Hi Leute, ich bin neu in dem Forum hier, und hoffe, ich hab alles richtig gemacht. Ich schreibe, weil mir ich eine große Angst habe, zu der ich...

  1. RWS

    RWS Neues Mitglied

    Hi Leute, ich bin neu in dem Forum hier, und hoffe, ich hab alles richtig gemacht.

    Ich schreibe, weil mir ich eine große Angst habe, zu der ich gern andere Meinungen und Sichtweisen hören würde.

    Erstmal kurz allgemein: Ich bin weiblich, 18 Jahre alt, reite, seit ich vier Jahre alt war und meine Reitbeteiligung hab ich seit viereinhalb Jahren. Und über die letzten... Was weiß ich, acht Jahre oder so, sind mir alle meine persönlichen Probleme über den Kopf gewachsen und mit der Zeit hab ich immer stärkere Depressionen und Ängste bekommen.

    Zu meiner Reitbeteiligung: Er ist ein achtjähriger Oldenburger Wallach, der es anscheinend in seiner Kindheit nicht so gut hatte. Er koppt, drückt den Rücken schon jedesmal durch, wenn man nur mit dem Sattel kommt und will einfach nicht aufhören am Strick zu zappeln, wenn ich ihn angurten will. Vor anderen Pferden hat er panische Angst. Er ist einfach unglaublich unsicher und von sich selbst heraus wahnsinnig gestresst, kloppt sich da auch manchmal die Beine blutig an den Boxenwänden, ohne ersichtlichen Grund (auch wenn kein Nachbar da ist). Das Gute an ihm ist, er ist sehr intelligent und wenn eine souveräne Person ihn zweimal sicher durch Stresssituationen führt, dann geht er schon lammfromm vorbei. Mit einem einfühlsamen, starken Menschen ist er auch tiefenentspannt. Das heißt: Wenn man ihm alles zeigt, ist das alles auch kein Problem.

    Mein Problem ist aber, dass ich wegen meiner psychischen Probleme absolut nicht souverän führen kann. Im Reitunterricht (ohne traue ich es mir nicht mehr zu, zu reiten) muss ich oft absteigen und die Stunde früher beenden, weil ich so weine, selbst wenn es passabel läuft.
    Meine RB vertraut mir auch nicht, eben weil ich so unsicher bin und selbst merke, dass ich mich lieber an ihm orientieren würde. Unsichere Menschen steigern seine Guckigkeit dann aber ins unermessliche. Das heißt, wenn ich auf ihm reite oder Bodenarbeit machen will, ist er prinzipiell wie eine Giraffe.

    Diese Probleme habe ich schon länger und es gibt einfach keine Erfolgserlebnisse mehr mit dem Pferd. Reiten ist kein Spaß mehr, sondern muss irgendwie überstanden werden. Ich weiß, dass es an mir liegt.

    Würdet ihr mir raten, das Reiten aufzugeben? Oder denkt ihr, wenn ich eine Weile abwarte, wird auch meine Leidenschaft und "Führungsqualität" für Pferde zurückkommen?

    Sorry für den langen Text und LG
     
  2. Leo

    Leo .

    Ich würde mir eine RB an einem souveränen älteren Pferd suchen,was sich durch deine Ängste nicht verunsichern lässt. Die Kombination von Dir mit dem beschriebenen Pferd passt einfach nicht.Würde es bei mir auch nicht.Ganz aufhören würde ich mit dem reiten nicht.Nur zusehen,dass ich eine Situation schaffe,in der Erfolgserlebnisse für Dich und das Pferd möglich sind.
     
  3. PAweide

    PAweide Inserent

    Hast du die Probleme mit dem Pferd denn schon immer?
    Und wer reitet ihn ausser dir noch( und bildet ihn aus?) Ein achtjähriges Pferd, das du seit viereinhalb Jahren reitest, war ja erst dreieinhalb , als du begonnen hast, ihn zu reiten. Also habt einen Teil seiner Kindheit ihr mitgestaltet, evtl auch einen Teil der Probleme hervorgerufen oder gesteigert ( z.B.den Gurtzwang)

    Hast du sich früher auf dem wirklich jungen Pferd wohlgefühlt, dann würde ich das Reiten darauf unterbrechen, bis ich die Depressionen im Griff habe, diese auch behandeln lassen. Einfach mit dem Besi sprechen, ob es möglich ist, wieder zu beginnen, wenn es dir besser geht. Vielleicht in der Zeit zum putzen und tüddeln kommen, halt das, was dir Spaß macht.

    Hast du schon immer die Probleme bei diesem Pferd, und auch ausschließlich beim Reiten, dann würde ich dieses Pferd tatsächlich abgeben und mir ein ruhigeres suchen.
     
    Charly K. und baobap gefällt das.
  4. Weltenwanderer

    Weltenwanderer Isiphiler Workophobiker

    Das Reiten nicht aber den Umgang und Reiten mit DIESEM Pferd wahrscheinlich schon, wenn es dir so wenig gut tut.
    Ich könnte mir vorstellen, dass Reiten oder auch nur der Umgang mit einem Pferd bei Depressionen sehr hilfreich sein kann. Allerdings nicht, wenn es so wenig klappt, dass es selbst Stress bedingt.
    Von daher bin ich bei Leo - älteres sicheres Pferd suchen - evtl auch ohne Reiten, falls man so ein Pferd nicht findet sondern einen Tüddelrentner.
    Oder - auch wenn das vielleicht nicht wirklich deinen Wunschreitweise ist - falls du Ponyhöfe in der Nähe hast- dort mal schauen.
    Auch bei Isis findest im Umgang oft sehr einwandfreie Exemplare und die geringere Grösse gibt eh schon mehr Sicherheit.
    Später kannst du ja wieder umsteigen
     
     
  5. Lafayette

    Lafayette Inserent

    Bin da ganz bei leo. Ihr schürt ja im Grunde nur eure Probleme. Du unterstützt seine unsicherheit, er unterstützt dein gefühl des nichts erreichens, des nichts könnens... Im Grunde deine unsicherheit.

    Such dir ein abgeklärtes pferdi. Eins, das dir Fehler verzeiht und nicht von dir erwartet, dass du ihm den Weg im Leben zeigst.

    Tut dir der Umgang mit Pferden gut? Unabhängig von diesem jetzt.
    Tut es dir gut da Verantwortung zu tragen?
     
  6. RWS

    RWS Neues Mitglied

    Hmm, damit, dass mir geraten wird, mir eine neue RB zu suchen, hätte ich eigentlich rechnen können. Ich denke teilweise auch selbst, dass das der klügste Weg wäre.
    Das Problem ist, dass ich sehr an ihm hänge, als ich so 13 und er frisch gekauft war, hab ich jede freie Minute bei ihm verbracht, weil die Besitzerin zu der Zeit aus familiären Gründen kaum selbst zu ihm konnte, hab endlos Hufe geben, Aufhalftern, langsam am Halfter gehen und so weiter geübt.
    Ich wurde von wirklich vielen Leuten darauf angesprochen und wir haben beide enorme Fortschritte gemacht, da er wirklich nichts kannte und ich auch eher improvisiert hab.
    Daher weiß ich ja eigentlich, dass wir gut miteinander auskommen können. Okay, ein Problem mit dem Durchsetzen hab ich immer etwas, aber früher war es eher so, dass ich direkt gemerkt hab, wenn er angespannt war, dann gesehen hab, weswegen und ihn dann beruhigen konnte. Irgendwie diese Art der Aufmerksamkeit ist mir abhanden gekommen, mit der ich diese ganzen Stehenbleiben-Aufplustern-Weghüpfen-Situationen von vornherein umgehen könnte.
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. Feb. 2017
  7. Barrie

    Barrie Inserent

    Ich seh es so wie die anderen: Reiten wäre an sich gut für deine psychischen Probleme, aber jetzt gerade ist dieses Pferd nicht das Richtige für dich. Such dir also eine andere RB und mach mit diesem Pferd das, was du in Ruhe machen kannst. So wie jetzt schaukelt ihr euch nur gegenseigi hoch und schadet euch.
    Du brauchst ERfolgserlebnisse - und das Pferd auch und im Moment tut ihr beide euch gegenseitig eben nicht so gut.
    Dinge ändern sich nun mal - und das was vor 4 Jahren OK war, ist es nun für eine Weile eben nicht mehr.
    Bist du in kompetenter Behandlung?
    Barrie
     
    Lynne und RioNegro gefällt das.
  8. Blackjack

    Blackjack Inserent

    Wenn du so stark an diesem Pferd hängst kann es für dich ja auch Motivation und Ziel sein wieder so stabil zu sein, dass du dich wieder auf ihn einlassen kannst und wieder gut für ihn da sein kannst. Von daher würde ich nicht von vornherein sagen, gibt die RB ganz auf.
    Wie ist es denn momentan, arbeiten noch andere mit ihm? Wie benimmt er sich da? Werden die Probleme die er momentan hat auch gut angegangen? (Füße Wund klopfen an der Box hört sich jetzt nicht so prickelnd an.)
    Wie ist es vom Boden aus?
    Ich würde das Reiten erstmal sein lassen und nur so viel machen wie es du dir zutraust. Und wenn es nur hinkommen, streicheln und Möhrchen geben ist und mehr an dem Tag nicht geht ist das auch OK. Vielleicht geht auch Bodenarbeit, mach nur so weit wie du dich sicher fühlst. Paralell würde ich Unterricht auf einem wirklich braven Pferd nehmen, damit du dich wieder sicherer fühlst und ein Erfolgserlebnis hast.
    Wichtig ist halt, dass sowohl du deine momentanen Schwierigkeiten angehst als auch der Besitzer die Schwierigkeiten des Pferdes.
     
  9. Wanderreiter

    Wanderreiter Inserent

    Ich würde das Reiten wohl nicht aufgeben, aber hintenanstellen. Du solltest dich erst einmal um dich selbst kümmern, sonst landest du in einerAbwärtsspirale. Frühzeitig erkannte Depressionen oder depressive Verstimmungen kann man sehr gut behandeln.
    Es gibt heutzutage verschiedene Möglichkeiten, sich Hilfe zu holen. Sehr oft helfen auch Gesprächstherapien, es muß nicht unbedingt eine medikamentöse Behandlung sein, muß man austesten.
    Spreche mit deinem Hausarzt oder mit dem Sozialpsychologischen Dienst deiner Stadt.

    Pferde spiegeln den Menschen, somit merkst du ja, daß es so nicht weitergehen kann und es sogar gefährlich werden kann!
    Die Idee, nach einem ruhigen Pferd zu suchen, finde ich ganz vernünftig. Evtl. wirkt sich die Ruhe positiv auf dich aus! Erst einmal nur putzen und beschäftigen, später vielleicht reiten.
     
    aquarell gefällt das.
  10. ulrike twice

    ulrike twice Heidemaus

    ich weiß gar nicht, ob man dieses pferd - so wie es sich jetzt verhält - überhaupt von irgendjemanden geritten werden sollte.
    wenn reiten mit ausschließlich diesem pferd gekoppelt wäre,würde ich wohl das reiten an den nagel hängen.
    die haltungssituation in dem stalldort bei dir wäre nichts für mich.
    ich würde so nicht reitne wollen.

    frag dich doch, ob es an deinen depressionen liegt, dass du diich dort nicht wohl fühlst oder an pferd und stall.
     
    Charly K. gefällt das.
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