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Reiten und Umgang

Diskutiere Reiten und Umgang im Allgemein Forum; Hallo, ich versuche es mal etwas kürzer zu halten. Meine Stute ist totenbrav, tapfer hat sie mich als gerade angerittenes Pferd mit fünf Jahren...

  1. Tine_

    Tine_ Neues Mitglied

    Hallo, ich versuche es mal etwas kürzer zu halten. Meine Stute ist totenbrav, tapfer hat sie mich als gerade angerittenes Pferd mit fünf Jahren ein Jahr durch mein Reitunfalltrauma geschleppt. Durch eine super Trainerin haben wir dann im letzten Jahr enorme Fortschritte gemacht. Mit viel Hilfe bin ich langsam wieder auf einem guten Stand gewesen, nachdem meine RL sie jetzt auch noch zwei Wochen in Beritt hatte. Danach ging es wieder mit Riesenschritten weiter bis hin zu einem kleinen Reitertag mit zwei Platzierungen. Jetzt fängt sie aber an, vorne wieder fest zu werden. Ich habe die Befürchtung, seitdem ich ohne Sporen reite um auch noch den Sitz meiner Beine besser in Griff zu bekommen, komme ich hinten nicht durch und fange an vorne rumzuwürzen :bag:

    Und gestern hat sie auch unter meiner RL die totale Arbeitsverweigerung geprobt, Zügel aufnehmen, schon fing sie an dicht zu machen. Sie zieht momentan auch nicht richtig. Nach dem Galopp fängt sie an rumzunöckeln und will immer sofort angaloppieren. Auch ist sie immer sehr schnell unkonzentriert und auch im Umgang ziemlich stumpf. Obwohl ich nett konsequent mit ihr umgehe, ist sie unheimlich ignorant. Sie achtet wenig auf einen - auch auf meine RL und Stallbesitzerin nicht, obwohl diese auch viel mit richtigen Problempferden arbeitet, bleibt meine Stute unaufmerksam und dickköpfig. Sie ist eine absolute Lebensversicherung - bis man was von ihr will, was sie nicht will, dann wird sie echt zum Biest. Bei beginnenden Seitengängen schaltet sie total ab und geht vorne leicht hoch. Erst einmal entziehen, gar nicht sacken lassen und nachdenken, was man wohl von ihr wollen könnte.... Ich muss auch noch dazu schreiben, dass sie sehr lang und groß ist. Sie hat mittlerweile eine sehr gute Muskulatur bekommen, so dass es allein an Kraft nicht fehlen kann, vielmehr wird es einfach zu anstrengend. Habt ihr irgendwelche Tipps für den Umgang mit so ignoranten Pferden (wenn man sofort reagiert, steht sie da und guckt einen mit großen Kuhaugen an, interessiert sie auch nicht sonderlich) und wie ich ihr vielleicht spielerisch einige Sachen vermitteln kann. Ich möchte jetzt nicht aufgeben, auch wenn ich jetzt weiß, dass der Weg lang und mal wieder nicht lustig wird...
     
  2. Piennie

    Piennie Inserent

    Ich gehe davon aus, dass bei Deiner Stute gesundheitlich alles ok ist.
    Du schreibst in letzter Zeit habt ihr große Fortschritte gemacht, sprich auch sie hat viel gelernt und gearbeitet, vielleicht ist jetzt ein Punkt erreicht an dem dein Pferd einfach überfordert ist. Ich würd mal 2 Schritte zurück gehen und das mit den Seitengängen erstmal auf die lange Bank schieben und lieber was machen was das Pferd gut und sicher kann und sie mit viel Lob motivieren. oder ihr macht mal was ganz anderes um ihr Interesse wieder neu zu wecken.

    Ganz blöde Idee, Pferd arbeitet viel, baut Muskeln auf und hat wenig Arbeitswillen -> eventuell kraftfutterration erhöhen.
     
  3. Charda

    Charda Profi Vollpfosten

    Meine ehemalige Stute war von deiner Beschreibung her so ähnlich. Auch was die anatomie anbelangt (Lang und Groß)....

    Ist denn bei deinem Pferd mal der Rücken durchgecheckt worden? Wenn Pferde so reagieren, ist es meist weniger weil sie nicht wollen, eher weil sie nicht können und es irgendwo zwickt oder zwackt....

    Um sie aufmerksamer zu machen könnte evtl Bodenarbeit sehr viel helfen. Meine Larissa hat das mal total aufmerksam auch auf mich gemacht. Da kannst du sooo viel machen! Auch die Biegung und Stellung vorab schon mal üben, die du dann für die Seitengänge brauchst. Oder die Seitengänge generell an der Hand erst mal in der Bodenarbeit üben. Mit hütchen spielen, Stangen Slalom oder alten Autoreifen. Da sind deiner Phantasie absolut keine Grenzen gesetzt.... Und du kannst das alles noch mit sinnvollen Übungen verbinden die dir beim Reiten dann zugute kommen....

    Was meiner Stute auch sehr geholfen hatte, waren teile aus der Barocken Dressur. Das Schulterherein erst mal etwas steiler ansetzen und nicht die absolute Biegung fordern, eher darauf achten, dass auch die Hinterhand gut kreuzt um dem Pferd auch mal das Gefühl für die Hinterhand zu geben. Meist scheinen die langen Pferde im hinteren Rückenteil irgendwo einen "Aus" Knopf zu haben, der die Hinterhand lahm legt :wink: Da ist es extrem wichtig, diese zu aktivieren bzw. dem Pferd auch ein Gefühl dafür zu geben. Mit Larissa ging das ganz toll, in dem ich bei der Bodenarbeit oder unterm Sattel viele Stangen benutzte. Über die Stange und danach gleich anhalten. Da war die HH automatisch untergestellt. Sie musste Gewicht aufnehmen. Und wenn sie nicht auf mich reagiert hat, dann hat sie mit der HH die Stange angetippt oder gestreift. Das mögen die Pferde ja mal generell nicht unbedingt leiden und sie hatt einfach gemerkt, dass da hinter dem Aus Knopf noch was ist, was mitkommen sollte...

    Ich hoffe ich konnte dir helfen, ansonsten kommen bestimmt noch andere Tips für dich :wink:
     
  4. Tine_

    Tine_ Neues Mitglied

    Danke danke schon einmal :kiss: Es ist zweigeteilt, auf der einen Seite ist sie total stumpf und achtet nicht auf einen, auf der anderen Seite total sensibel und hält mir leider ! immer meinen Stimmungs-Spiegel vor -der da auch oft besagt zuviel Ehrgeiz, zu ungeduldig, zu genervt von der Arbeit.... Bodenarbeit ist ein großes Thema - gerade weil wir auch im Winter keine Halle haben - für alle Anregungen bin ich sehr dankbar, hab immer nur Angst, dass ich da was falsch machen kann.:eek2:

    Ich werde sie jetzt erstmal mehr vorwärts reiten und einfache Sachen machen und erstmal wieder ihr Vertrauen ins v/a aufbauen. Hab schon mal ans Reiten wieder durch ein stangen L gedacht um von der Hand wegzukommen und sie zu beschäftigen. Ich hatte jetzt ohne kurze Sporen das Gefühl, dass ich sie nicht vorwärts bekomme, so dass sie sich ans Gebiss abstoßen kann, dadurch werde ich in der Hand unruhig und hab angefangen rumzuzuppeln und rumzuwürzen, jetzt haben wir den Salat - und sie lief so toll noch vor einer Woche....

    Ach ja meine RL und Stallbesitzerin ist auch Osteopathin, es ist körperlich alles in Ordnung, Zähne sind auch gemacht...
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. Sep. 2011
     
  5. Chiara22

    Chiara22 Vorsicht- Chiara Chaos im Anmarsch!

    Als erstes würde ich den Sattel noch einmal kontrollieren lassen. Grad wenn sie im Aufbautraining sind, kann der schnell an der Schulter zu eng werden, es zwackt ganz gewaltig und dann ist auch nichts mehr mit Vorwärts und schon gar nicht mit Seitwärts.

    Wenn auch die Zähne in Ordnung sind, würd ich sagen zurück zu den Basics. V/A. Zirkellinien korrekt reiten, etwas Tempiunterschiede in der jeweiligen Gangart um sie zu lösen, Volten, korrekte Übergänge.

    Wenn das wirklich so sein sollte, daß sie nur mit Sporen vorwärts läuft, dann ist in der Ausbildung mit Deiner RL etwas schief gelaufen. Kann es nicht eher sein, daß Dir da Dein Kopf einen Streich spielt?

    Denn wenn es so sein sollte, mußt Du leider da durch und mußt mit Deiner RL effektiv lernen zu treiben im richtige Moment.

    Wie gesagt, ist das Pferd gesund, paßt das Equipment, sprich Sattel wirklich, muß der Reiter bei sich anfangen zu suchen und auch die Arbeit etwas umstellen. Wenn es stetig Bergauf geht, kommen meist Rückschritte, dann wird es erst wieder kontinuierlich und dann geht´s wieder Bergauf.

    Mit Ruhe und Geduld, wenn alle Punkte stimmen an das Problem dran gehen und mit Deiner RL mal ausführlich über Dein Gefühl und Probleme sprechen.

    Viel Glück!
     
  6. Tine_

    Tine_ Neues Mitglied

    Chiara: Der Sattel ist in Ordnung, wurde auch geprüft. Meine RL will nicht, dass ich momentan mit Sporen reite, weil sie auch meint, wenn ich richtig treibe und sitze, läuft sie auch. Aber irgendwie klappt das bei mir nicht und durch die Anstrengung, das Bein hinten zu halten und zu treiben und die fehlende Kraft fang ich an vorne fest zu werden :bag:
     
  7. RioNegro

    RioNegro Klugscheißer mit Herz Mitarbeiter

    Also spontan denk ich auch erstmal an eine Blockade im Rücken. (Lenden-/Beckenbereich??)
    Das war so mein allererster spontaner Gedanke beim Lesen.

    Lange Pferde tun sich oft schwerer, die HH nicht nur wie eine "Kutsche" hinterherlaufen zu lassen. Sondern wirklich als Motor zu nutzen. Und diese Bewegung dann auch noch mit Reiter oben drauf durch den ganzen Rücken gehen zu lassen.

    Mein wichtigster Tipp dabei ist, grad weil sie eher mal dicht macht, auf jeden Fall immer nur KURZ arbeiten !!!!
    Also am Anfang mit nur ganz ganz wenigen Tritten seitwärts zufrieden geben! Dann großes großes Lob - und Zügel erstmal lang! Oder zumindest irgendwas tun, was sie als Belohnung/Pause empfindet!

    Und auch erstmal nur im Schritt. Damit sie Zeit hat, sich selbst und ihre Beine zu sortieren.

    Natürlich MUSST du dringend dran arbeiten, ihr vorne Luft zu lassen. Und auch vom Bein her nicht zu viel Druck zu machen.

    Wenn du merkst, dass es ihr gut tut, dann auch wirklich zwischendurch mal fröhlich vorwärts traben oder galoppieren. Schön locker flockig...
    Aber nur wenns ihr gut tut!
    Das mußt vermutlich ausprobieren.

    Bei den Seitwärtsgängen viel aus dem Sitz heraus arbeiten! Nicht zu viel mit Schenkel und Zügel. Sonst wird sie vermutlich wieder blockieren.
    Und wirklich ganz wichtig - kurze Arbeitseinheit. Sobald das ganze in die richtige Richtung geht - Pause! Oder sogar Ende. Je nachdem...

    Lieber dann, paar Runden später, erneut die gleiche Lektion reiten. Wieder nur wenige Tritte. Oder auch nur den Ansatz dafür herausarbeiten (also eben zB SH oder andere Seitengänge). Wieder zufrieden geben. Loben. Usw.

    Dabei hilfts vielleicht auch, von deinem Kopf her entspannter an die Sache ran zu gehen :1:
     
  8. knorke

    knorke Neues Mitglied

    Ich denke auch, wenn körperlich alles O.K. ist und der Sattel passt, daß sie vielleicht überfordert ist, also einige Schritte zurück. Und am Boden kann man auch vieles erarbeiten.
    Geht ihr eigentlich auch ins Gelände? Das macht den Kopf frei. Und auch da kann man wunderbar üben. Bei uns z.B. ist es sehr hügelig, das ist Training pur, aber entspannter, finde ich.

    Oder einfach mal ein paar Wochen auf die Koppel stellen und langsam wieder anfangem, mit longieren Bodenarbeit...
    Vor allem muß die Dominanz Frage geklärt werden. Sie muß Dich als Chef akzeptieren, darf dich nicht ignorieren, also Basics!!:yes:
     
  9. Tine_

    Tine_ Neues Mitglied

    Gestern war ein schwerer Tag und ich war noch fast entschlossen, sie zu vekraufen. Nicht weil nur mal was nicht funktioniert, sondern weil einfach viele Sachen gegen eine weitere Zusammenarbeit sprechen, die mir auch mal ein paar kleinere Turniereinsätze ermöglichen, was noch mal mein Traum wäre bzw. möchte ich mich auch Zuhause weiter entwickeln. Dagegen sprechen aber einige Dinge:
    - Eigentlich hab ich zu kurze Beine für mein großes langes und ziemlich wuchtiges Pferd, um "richtig" die Beine liegen zu haben, bekomm ich fast nen Hüftschaden :frown:
    - Sie wird immer Probleme mit der Biegung haben
    - Sie ist sehr dominant und teilweise ignorant, auch bei SB, die bestimmt keine Probleme mit der Dominanz hat, aber auch bei Strafe reagiert sie stumpf
    - Ihre Arbeitseinstellung ist momentan unter aller ....., sie hat keinen Bock, achtet nicht auf einen und macht dicht, wenn es anstrengend wird.

    Und es war nur zu meinem Besten gemeint und nicht gegen das Pferd zu sagen, es passt nicht, es war eine gute gemeinsame Zeit als ich noch Angst hatte und krank war und sie mich schon als gerade eingerittenes Pferd überall hin und wieder heil nach Hause gebracht hat. Für viele Sachen ist sie aufgrund ihrer Statur einfach zu wenig griffig, körperlich sehr anstrengend und jetzt 7 und es klappt gerade mal richtig mit der Anlehnung, und das auch nicht immer. Ich werde nie perfekt auf ihr sitzen können, da mir das anatomisch und aufgrund ihres Schwungs gar nicht möglich sein wird, soviel zum Thema korrekte Hilfen geben.

    Trotzdem stand ich gestern da - und konnte es nicht tun. Ich kann sie nicht verkaufen - zumindestens jetzt noch nicht. Nicht bevor ich nicht alles versucht habe mit Bodenarbeit und anderem Training, damit sie mal den Kopf einschalten muss. Wir gehen viel ins Gelände uns sie ist da eine absolute Lebensversicherung, aber sie braucht mehr Abwechslung für den Kopf. Ich werde noch mal alles versuchen und vor allem auch an mir selber arbeiten, aber wenn sie dann im nächsten Jahr nicht bereit ist, den Weg langsam weiter mitzugehen oder ich das körperlich Kräftemäßig nicht mehr schaffe oder sie wirklich hochgeht, dann werde ich wohl oder übel eine Entscheidung treffen müssen :cry: Ich habe hier einen Menschen, der es gut mit uns beiden meint und uns soweit gebracht hat und es wird schwer werden gegen die Aussage zu kämpfen, dass es keinen Zweck hat, aber solange mir keine Gefahr droht oder irgendwann der Punkt erreicht ist, wo ich sage, das ist jetzt Verweigerung zuviel, kämpfe ich das durch.
     
  10. Charda

    Charda Profi Vollpfosten

    Och herr jeh... Fühl dich mal ordentlich gedrückt!

    Ehrlich gesagt, kann ich die Schwere in deinem Herzen grad total gut verstehen. Manchmal kommt man an einen Punkt, an dem man ordentlich an sich, seiner Leistung und seinem Partner Pferd zweifelt. Ist es das Wert? Klappt das so?

    Die Entscheidung kann dir hier keiner abnehmen. Wir können dir evt. Tips und Tricks sagen, die vielleicht helfen... Ob es dann klappt, das musst du selbst heraus finden. Wie viel arbeit dir das Tier wert ist, auch das kann dir keiner Sagen... Es ist halt nicht immer einfach mit den lieben Vierbeinern... Manchmal kommt man da an so einen punkt und muss sich das gut überlegen... Das Leben ist kein Ponyhof :wink: Oder wie heißt es so schön?

    Aber alles in allem musst du dir auch vor Augen halten, dass dein Pferdchen gerade mal 7 Jahre alt ist. Da sind die ja in der vollen Pupertät... Ich war da nicht einfach :laugh: Vielleicht überlegst du dir das ganze nochmal und entscheidest dich danach. Vielleicht ist es aber auch das Beste für dich und das Pferd, wenn ihr euch trennt. Wenns nicht sein soll, dann solls vlt. nicht sein und jemand anders kommt mit ihr evtl sogar besser zurecht?! Oder ihr friemelt euch zusammen mit viel arbeit und geduld! :kiss:
     
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