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Reiter mit Handicap

Diskutiere Reiter mit Handicap im Sonstige Reitweisen Forum; Nabend zusammen, gibt's hier noch Reiter mit Handicap? Wie macht ihr das mit dem Reiten? Habt ihr spezielle Trainer oder tut es der normale...

  1. sasthi

    sasthi Bandenprofi

    Nabend zusammen,

    gibt's hier noch Reiter mit Handicap?
    Wie macht ihr das mit dem Reiten?
    Habt ihr spezielle Trainer oder tut es der normale Trainer auch, nimmt er besondere Rücksicht auf euch? Macht ihr nebenbei noch Ausgleichssport um euch beweglich zu halten?

    Ich habe seit 2001 Psoriasisarthritis. Mittlerweile sind ca. 90% der Gelenke befallen, allerdings tun (glücklicherweise) nicht alle weh. Allerdings ist es in Schubzeiten nahezu unmöglich, richtig zu reiten, obwohl es gut tut. Ich gehe in der Zeit dann eigentlich nur ins Gelände und brauche für die Versorgung des Pferdes dann halt etwas länger.

    Ich reite bei einem normalen Trainer, allerdings weiß er um die Gelenke und wenn ich sage, dass heute einfach ein Sch***tag ist, machen wir Beritt.
    Zusätzlich zum Reiten habe ich noch 1-2x die Woche Physiotherapie, 1x die Woche Yoga (unter Aufsicht) und gehe 2-3x im Jahr zu EM-Kursen. 1x im Monat gehe ich noch zur Osteopathin, die mich dann auch wieder "geradezieht".
     
  2. Steady

    Steady Nur echt mit dem Q!

    Ich persönliche habe kein Handicap, wobei ich auch einen Haltungsfehler und ab und zu ein paar kleinere Problemchen mit der linken Schulter habe, das beeinträchtigt mich aber (noch) nicht und gerade das Reiten tut mir mit meinem "scheppen Kreuz" ganz gut, wenn ich mal bewusst Körperhaltung bewahren muss. ;)

    Kenne aber eine Reiterin mit Handicap.
    Sie wohnt bei mir im Ort, daher kenne ich sie und hat seit Kindesbeinen nur noch ein Bein.
    Läuft und reitet aber ganz selbstständig mit ihrer Prothese.
    Sie hat einen ganz geduldigen Fjordi, den es auch nicht stört, dass sie eben etwas länger zum Aufsitzen und Absteigen braucht oder wenn sie die Prothese etwas umständlich über ihn heben muss und ihn dabei auch an der Kruppe streift.
    Ich finde es generell bewundernswert, wie locker sie das alles macht, auch wenn sie es eben quasi kaum mehr anders kennt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Aug. 2013
  3. treuerhusar

    treuerhusar Gesperrt

    Hallo sasthi:

    Vielen Dank für diesen Thread.
    Vielleicht klappt es hier, sich einmal Wertneutral über dieses Thema zu unterhalten, ohne sich gleich beschimpfen lassen zu müssen!

    Seit einem relativ schweren Reitunfall vor knapp 2 Jahren gehöre ich nun auch zu den Reitern mit Handicap.
    Mich hat es zwar nicht so schlimm erwischt, wie Dich, aber auf eine Hand komplett verzichten zu müssen, bedeutet schon eine erhebliche Umstellung.
    Vor allem, da diese Umstellung ja plötzlich erfolgt ist.

    Für mich lag das erste Problem erst einmal darin, dass ich zunächst nur ein relativ rohes Pferd zur Verfügung hatte.
    Ein Pferd, was zudem noch für den Unfall verantwortlich war. (Soweit man ein Pferd überhaupt verantwortlich machen kann ...)
    Einen Bereiter zu finden, der dazu bereit war, ein Pferd auf meine Bedürfnisse hin auszubilden?
    - unmöglich! (!!!)
    Als Folge dessen habe ich mir Anfang April diesen Jahres ein eigenes Therapiepferd zugelegt.
    Ein Pferd, das sich von der Theorie her einhändig reiten lassen müsste.
    Zu meiner großen Freude hat das auch geklappt.

    Wenn es aber darum geht, Unterstützung zu erhalten, so steht man ab einem bestimmten Alter allein im Regen!
    Therapeutisches Reiten richtet sich an eine ganz andere Klientel.
    Auch hört das Engagement nach Überschreiten eines gewissen Alters ganz auf.
    Und diese Grenze habe ich zweimal überschritten. Mindestens!
    Und Beritt bzw. Ausbildung des Pferdes ist gar nicht möglich.

    Aus diesen Gründen stand ich bisher so ziemlich alleine da.
    Nach der bisherigen Zwangspause hatte ich mich eigentlich für gestern zum Unterricht bei meinem "alten" Ausbilder angemeldet.
    Daraus ist aber leider nichts geworden.
    Aus zwei Gründen:
    Ich bin gezwungen, zum Training raus zu fahren.
    Mein eigener Transporter, übrigens optimal für meine speziellen Bedürfnisse hin ausgestattet, ist ausgefallen.
    Wäre es nicht so gewesen, so hätte ich dennoch verzichten müssen.
    Um nicht in eine Abhängigkeit zu geraten, habe ich vor rund zwei Wochen den Schmerzblocker abgesetzt.
    Seit Samstag vor einer Woche habe ich deswegen relativ große Schmerzen.
    Gestern haben diese ein Niveau erreicht, das geeignet war, das Frühstück rezitieren zu lassen.
    Oder anders ausgedrückt- es drohte ein akuter Anfall von Würfelhusten ...
    Von der Schwellung des Handgelenkes reden wir gar nicht erst ...
    Im Moment trage ich meine Armbanduhr jedenfalls wieder rechts!

    Müssig zu sagen, das meine Pferde an solchen Tagen Freigang haben
     
  4. Noun

    Noun Neues Mitglied

    Ich hab mir ja vor rund 10 Jahren mehrere Hanicaps aus dem rheumatischen Formenkreis zugelegt.
    Ich hab also Morbus Bechterew, ein Sjögren-Syndrom und diverse andere Mischkollagenosen.
    Richtig fies ist davon halt der Bechterew, der ja den Rücken betrifft.

    Ich bin mit Medikamenten allerdings sehr gut eingestellt und hatte den letzten richtig großen Schub 2006.

    Beim Reiten verzichte ich halt aufs Springen (außer Cavalettiarbeit und Gymnastikspringen bis ca. 60 cm, das mach ich noch) und hab mir ein sitzbequemes Fjordi angeschafft.

    Bei kleineren Schüben springt halt meine Tochter ein oder ich verlege unsere Arbeit an Longe und Doppellonge.

    Versteifungen hab ich noch keine, allerdings fällt mir seit etwa einem Jahr der Drehsitz linke Hand schwerer, evtl. bahnt sich da doch was an. Ich muss es jetzt dann mal röntgen lassen, sonst fasst mich die Osteopathin nicht mehr an, die will erst wissen, wie die Knochen aussehen :)

    LG Noun
     
     
  5. sasthi

    sasthi Bandenprofi

    Hallo treuerhusar,

    oh ja, das Thema "mein Gott, dann bleibt sie halt stehen.." habe ich mehrmals im Jahr. Im alten Stall wäre das nicht möglich gewesen, da wäre sie mir innerhalb kürzester Zeit auf den Kopf gestiegen. Jetzt ist das nicht wirklich ein Problem. Gottseidank.

    Das Thema Schmerzmittel kenne ich auch, allerdings weniger aus der Abhängigkeitsschiene, sondern mehr aus der Tatsache heraus, dass ich im Grunde genommen beinahe austherapiert bin.
    Nachdem die TNF-Alpha Blocker nach dem 2. Versuch nun auch ausgeschieden sind aufgrund der Nebenwirkungen (Wassereinlagerungen, Wattebauschgefühle, etc.) hatte mich mein Rheumatologe gefragt, ob ich denn nicht an einer Studie für ein neues Medikament teilnehmen möchte.
    Dummerweise bin ich jetzt in der Placebo-Gruppe gelandet, dementsprechend "muckern" die Gelenke wieder fröhlich vor sich hin. Mal ist es das Knie, mal ist es die Schulter, mal die Fußgelenke, die Zehen muckern alle ständig vor sich hin, mal die Handgelenke. Es ist jeden Morgen wieder spannend zu sehen *Ironie* welches Gelenk denn heute seinen schlechten Tag haben wird. Aber noch 8 Wochen *hoff*, dann werde ich in eine der beiden Medikamentengruppen eingeordnet. Dann hoffe ich, dass es sich doch soweit bessert, um halbwegs über den Winter zu kommen.

    Es zehrt unheimlich an den Nerven. Ich bin zwischenzeitlich meiner Umgebung gegenüber wieder sehr zynisch geworden, ich lache nicht mehr so gern wie früher und zum Ausgehen oder so muss ich mich momentan auch zwingen. Einfach weil ich teilweise so mit meinem Körper beschäftigt bin (und es auch nicht einsehen möchte, dass ich mich dem Schicksal ergeben und steif werden könnte...), dass mir die Energie für Anderes fehlt.

    Kannst du Quarkwickel machen, helfen die dir was? Gegen die Schwellungen?
     
  6. Felia

    Felia Inserent

    Hallo
    Äon herrlich war für ein schöne Idee :)

    Ein'ge von euch kenn mich ja ich bin fast blind. Klinisch gesehn habe ich nur noch restsehwerte... Aber ich Sage immer ich sehe noch :)
    Ich leider seit meiner Geburt an einer Augenkrankheit. Auf dem rechten Augen bin ich leider vor drei Jahren erblindet. Auf dem Linke sehen ich noch 10/7%. Leider ist die Krankheit nicht heilbar daher werde ich auch ganz erblinden. Doch so viel schlimme als es jetzt ist wird es dann auch nicht.

    Ich habe ein ganz normalen Trainer (endlich gefunde) früher war ich bei einer speziellen Trainerin. Aber jetzt habe ich eine nuen der kennt mich von klein auf also auch mein Handicap und er hat vollstes Verständnisses und hilft mir beim orientieren.
    Aber die meiste Arbeit machen eigentlich meine Pferde. Denn könnte ich den nicht so vertraun würde ich mich nicht aufs Pferd setzten.
    Ich ahbe auch oft beim Reiten die Augen ganz geschlossen kann ich mich besser konzentrieren. Keine Ahung warum. Beim Reiten an sich ist das alles einfach nach Gefühl ich weis nach Gefühl wann ich Zirkel anfangen und so bei neun bahnfieguren steht mein RL immer am Ziel und leitet mich mit der stimme das muss ich tausend mal üben aber später kann ich auswendig Reiten.

    Ausgleichssport mache ich auch ich habe noch zweimal die Woche Karate das mache ich schon aucht Jahre war letztes Jahr auch bei der deutschen Meisterschaft dabei.

    Liebe Grüße
     
  7. treuerhusar

    treuerhusar Gesperrt

    Diskussionen darüber, warum, wieso, weshalb die Pferde mal "off" haben, finden bei mir nicht statt. Das ist halt der Vorteil eines eigenen Stalles.

    Die immer wieder mal auftretenden Schwellungen sind nicht das eigentliche Problem. Viel schlimmer ist die fehlende Feinmotorik.
    Selbst Schnürsenkel sind da eine echte Herausforderung!
    Eine Mistgabel oder gar eine Schubkarre ...
    Letztere vor allem im beladenen Zustand ...
    GsD habe ich jemanden, der mir im Stall hilft.
    Sonst ...
     
  8. treuerhusar

    treuerhusar Gesperrt

    Aber wenn ich mir die bisherigen Wortmeldungen so durchlese ....
    Was geht es mir doch gut!
    Es tut halt nur weh ....
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Aug. 2013
  9. Kigali

    Kigali Sternchenreiter

    Wenn ich das so lese, geht es mir noch richtig gut!

    Bei einem Motorradunfall vor 5 Jahren habe ich mir die LWK 5 u. 6 gebrochen. Nach 1,5 Jahren voller Schmerzen habe ich mir die Wirbelsäule versteifen lassen.
    Nach der Reha habe ich langsam wieder begonnen zu reiten. Geht mal mehr mal weniger gut. Leichttraben fällt mir meist schwerer als auszusitzen, was aber auch mit der Tatsache zusammen hängt, das mir mein Shetty vor 3 Jahren den linken Fuß zertrümmert hat. (Schienenbein, Wadenbein, Mittelfuß, Sprunggelenk und Versenbruch)
    Mit meinem Rücken und dem kaputten Fuß habe ich keine Chance ohne Aufsteighilfe in den Sattel zu kommen.
    Aber damit kann man leben.... zumindest so lange man im Gelände nicht absteigt ;-)
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Aug. 2013
  10. treuerhusar

    treuerhusar Gesperrt

    LKW bezahlt auch die kasko ....
    So manche Stilblüte sollte man doch einfach mal stehen lassen.
    Einfach nur so zum Spaß.

    Ich persönlich sehe das Problem weniger darin, dass man sich nun mit einem Handicap auseinander setzen muss.
    Es ist vielmehr die Tatsache, dass man mit dem Problem nahezu völlig alleine gelassen wird.
    Und so "liebevolle" Anmerkungen, wie:
    Warum willst Du behinderter Krüppel Dich überhaupt noch auf ein Pferd setzen?"
    (Nein, ich übertreibe jetzt nicht!)
    tragen auch nicht unbedingt zu einer Steigerung des ohnehin schon angekratzten Selbstwertgefühl bei ...
     
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