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Rückwärts als Reaktion, wie vermeiden?

Diskutiere Rückwärts als Reaktion, wie vermeiden? im Pferdeflüsterer Forum; Hallo, ich brauche mal eure Hilfe. Ich muss eine andere Perspektive auf ein Problem bekommen. Zum Problem: Meine Stute weicht nach hinten...

  1. Lynne

    Lynne Bekanntes Mitglied

    Hallo,
    ich brauche mal eure Hilfe. Ich muss eine andere Perspektive auf ein Problem bekommen.

    Zum Problem:
    Meine Stute weicht nach hinten aus, wenn ihr etwas unangenehm ist der sie ihren Willen durchsetzen möchte. Sie macht das sowohl unterm Sattel als auch am Boden, auch angebunden.
    Unterm Sattel, fängt sie dann an in einem ungeheuren Tempo rückwärts zu fliehen. Das bekomme ich meist ganz gut in den Griff indem ich sie dann nach vorne reite und die Beine schön am Pferd lasse. Dies ist erst zweimal vorgekommen und dabei war sie noch recht händelbar.
    Am Boden, dreht sie sich eher um, auch hier schaffe ich es das wir wiedergeradeaus gehen. Meist fange ich dann an etwas von ihr zu "verlangen", damit ihre Konzentration sich von dem Monster auf mich verschiebt. Das klappt soweit auch recht gut. Nun haben wir hierbei auch das Problem das sie, gerade wenn sie zuviel Energie hat, Ansätze zum steigen zeigt.

    Angebunden ist dieses Problem an schlimmsten. Leider hat die irgendwann gelernt, dass Halfter und Stricke nachgeben. Sie lehnt sich bewusst rein und erhöht langsam den Druck bis es reißt. Einmal habe ich sie dabei beobachtet. Da war sie nicht im geringsten panisch! Gestern war es dann mal wieder soweit. Sie neigt dazu sich in Probleme "reinzusteigern" in solchen Momenten, regt sich dann tierisch auf, hängt sich rein und es reißt. Danach haut sie auch nicht ab. Sie geht auf Abstand, rennt aber nicht weg, lässt sich sofort anfassen. Aber wir reden hier nicht von jedem Tag, sondern von drei bis viermal im Jahr. Beim Schmied ist es meist so das ich sie mittig der Stallgasse platziere und festhalte. Das erste Aufbrennen nach x Jahren war kein Ding. Mittlerweile flüchtet sie, wenn vorne aufgebrannt wird nach hinten. Dass, das alles nicht ungefährlich ist brauche ich ja nicht zu erwähnen.

    Zur vermuteten Enstehung:
    Der Fehler liegt bei mir und meiner "Ausbildung". Bei zwei meiner RL (eine davon ist x Jahre her aber bei der haben wir viel BA gemacht) war rückwärts schicken bei "Problemen", immer die bevorzugte Handlungsweise. Das ich dieses Verhalten Reflexartig übernommen habe, kann man sich ja denken. Nur ist es halt scheinbar für mein Pferd, das völlig falsche gewesen.

    Was ich brauche:
    Wie komme ich aus der Nummer wieder raus? Was kann ich machen damit sie den Drang, nach hinten zu fliehen wieder lässt? Da es noch nicht allzu häufig auftritt, habe ich jetzt noch die Chance etwas zu ändern.
    Aber wenn ich ehrlich bin, weiß ich gerade wirklich nicht wie. Ich würde mich über einige Anregungen wirklich freuen.
     
  2. Elchhexe

    Elchhexe Bekanntes Mitglied

    Erst mal herzlichen Glückwunsch, Du hast da offenbar ein sehr sensibles und kluges Stütchen erwischt. Die hat anscheinend verknüpft... ich mache etwas falsch, dafür werde ich rückwärts geschickt... ah ok, DAS kann ich auch ohne zu warten bis mich die Chefin schickt.

    Verstehst Du was ich meine? Das Rückwärtsschicken hat nicht bewirkt, dass sie das falsche Verhalten unterlässt, sondern sie macht das trotzdem und straft sich quasi gleich selber, weil sie es so gelernt hat.

    Daraus solltest Du lernen, dass 1. Rückwärtsschicken keine vernünftige Massnahme bei der Pferdeausbildung ist und 2. Du diesem Pferd beibringen musst, dass Rückwärts wirklich nur auf Dein Kommando zu erfolgen hat. Zur Verdeutlichung, versuche nur noch ganz ruhig und gelassen mit ihr umzugehen, ersticke aber jegliches eigenmächtige Rückwärtsgehen in Deinem Besein möglichst konsequent und unaufgeregt bereits im Keim... notfalls locke sie sobald sie dazu ansetzt mit einem Leckerchen (das dazu natürlich stets sofort greifbar sein muss) wieder sofort nach vorne und lobe sie ausführlichst, wenn sie einen Schritt vor macht...

    Das 2. ist wahnsinnig schwierig und ob Du das Verhalten jemals wieder ganz rausbekommst :bahnhof:. Je nach Streß wird es wohl immer mal wieder mehr oder weniger stark auftreten, schätze ich.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. Feb. 2014
  3. treuerhusar

    treuerhusar Gesperrt

    Das sind jetzt aber mehrere Baustellen, auf die das Pferd mit der gleichen Verhaltensweise
    reagiert.

    Zunächst würde ich es gerne ausschließen, ob da eine Druckempfindlichkeit im Bereich des Genicks vorliegen könnte.
    Sollte da etwas vorliegen, wäre das vermutlich die Ursache für alle Deine Probleme.

    Zum Anbinden:
    Mitunter schafft man Abhilfe, in dem man das betreffende Pferd beidseitig anbindet anstelle es frontal vor eine Wand zu stellen.
    Auch könnte man mal auf diese “Gummiknochen“ zurückgreifen.
    Die geben nach, wenn das Pferd daran zieht. Lassen jedoch nicht los.
    Eventuell auch mal einen Halsriemen versuchen. Wegen: s.o.

    Beim Schmied würde ich das Pferd mit dem Hintern vor eine Wand stellen.
    Allerdings solltest Du Deinen Schmied auch einmal kritisch beäugen.
    Vielleicht macht er die Hufe auch ein wenig zu kurz, so daß es unangenehm für Dein Pferd ist, wenn die Eisen aufgebrannt und aufgenagelt werden.

    Auch wenn ich da kein Freund von bin (hat aber “technische“ Gründe), aber man könnte es ja auch einmal mit einem Kaltbeschlag versuchen.

    Zum Arbeiten:

    Hole Dir für die Bodenarbeit einen Helfer dazu.
    Generell!
    So lange, bis das Problem ausgestanden ist.
    Dieser Helfer bleibt hinter dem Pferd und hat das Zurückweichen zu unterbinden.
    Nötigenfalls auch mal mit deutlichen Mitteln.

    Das gilt eigentlich auch für das Reiten.
    Zumal Du ja beschreibst, daß Deine Stute bereits das Steigen androht.
    Steiger sind gefährlich.
    Das gilt ganz besonders in der Rückwärtsbewegung.
    Da liegt man dann ganz schnell mal drunter.

    Also gilt es, das bereits im Ansatz zu unterbinden.
    Mit deutlichen Mitteln.
    Allerdings ist da ein “sattelfester“ Reiter dringend erforderlich.
     
  4. ManicPreacher

    ManicPreacher Gelebte Chaostheorie

    Wie du das beim reiten behebst weisst du ja schon. Am Anbindet wird dir auch nichts anderes übrig bleiben als sie wieder nach vorne zu schicken.
    Da musst du aufpassen und kannst sie nicht unbeaufsichtigt stehen lassen bis auf weiteres. Wir haben das auch schon durch, da war es aber aufgrund einer Panik Situation entstanden, Halfter war kaputt und das Pferd hatte das abgespeichert wie man los kam.
     
     
  5. Elchhexe

    Elchhexe Bekanntes Mitglied

    Husar, da bin ich aber jetzt doch mal völlig anderer Ansicht. Das alles ist doch nur Symptombekämpfung. Die TE muss aber letztlich die Ursachen angehen... und die liegen nach ihrer Schilderung eben in der bisherigen Art der erziehung.
     
  6. treuerhusar

    treuerhusar Gesperrt

    Elchi, das ist ja eben die Frage.

    Daher würde ich ja gerne ausschließen, daß im Genick etwas vorliegen könnte.
    Daher möchte ich auch gerne wissen wollen, was der Schmied macht.

    Ansonsten hat das Pferd ja gelernt, daß es sich nach rückwärts entziehen kann.
    Da arbeitet man eben nicht nur an den Symptomen, wenn man das Rückwärts unterbindet.

    Daher hatte ich von “mehreren Baustellen“ geschrieben.
     
  7. Elchhexe

    Elchhexe Bekanntes Mitglied

    Das Abklären der körperlichen Baustellen ist sicher vernünftig und gut.

    Ob es sich um ein Entziehen nach rückwärts handelt, oder wie ich eben vermute, um erlerntes Verhalten, weil bei der Erziehung etwas falsch gelaufen ist, ist ja eben gerade die Frage. Je nachdem sollten m.M. nach eben unterschiedliche Ansätze zum Unterbinden verfolgt werden.

    Richtig ist allerdings sicher, dass sich das besser mal jemand versiertes vor Ort anschauen sollte.
     
  8. Lynne

    Lynne Bekanntes Mitglied

    Vielen Dank schonmal für eure Antworten. Ich antworte jetzt mal an euch alle.

    Ich glaube, sie hat gelernt sich so zu entziehen.
    Das Problem bei der Sache mit dem Training ist ein ganz einfaches: Sie macht es sehr selten. Klar Schmied ist regelmäßig alle sechs Wochen. Aber sonst macht sie es über Jahr vielleicht dreimal. Wie soll ich da ordentlich mit einem Trainier gezielt an diesem Problem arbeiten?
    Der Hufschmied kommt gut mit ihr zurecht und arbeitet auch gut. Obwohl da ja jeder seine eigenen Theorien hat. Mein Pferd läuft gut und er behandelt sie gut. Das reicht mir vorläufig als Kriterium für seine Arbeit. Zu kurz schneidet er eher nicht. Er "züchtet" gerade wieder etwas heran. Kaltbeschlag wäre eine Option. Ich denke, ich werde zunächst versuchen sie vor eine Wand zu parken mit dem Pöppes. Wie und wo genau weiß ich allerdings noch nicht.
    Beidseitig anbinden kann ich in unserer Stallgasse, bevorzugt natürlich, wenn kein anderer da ist. Aber da ist ja wieder das Problem, die macht es "so selten". Oder einfach Pauschal so anbinden?
    Genick hat der Osteo letztes mal gescheckt als er da war (letztes Halfter) Genick war ok. Sie ist da auch jetzt weder Druckempfindlich oder ähnliches.
    Die Ansätze zum steigen kamen bisher dreimal am Boden als wir gerade "ausdiskutierten" das sie nicht an meiner Schulter vorbei geht. (Wobei ich sie natürlich auch zurückschickte... :( )
    Mein Problem bei der Geschichte ist halt, dass die es nicht regelmäßig macht. Es ist nicht absehbar was der Auslöser ist (außer beim Schmied). Es ist, so gesehen, erlernt das sie gelernt hat das Halfter und Stricke nachgeben und das man sich so einfach entziehen kann. 99% der Zeit weicht sie nicht "einfach so" zurück. Beim putzen nur wenn ich sie umdrehe, aber das ist normal. Halber Schritt zurück um die Hintenr in die richtige Ausganslage zu bringen. Mein Problem ist halt das eine %.
     
  9. Wanderreiter

    Wanderreiter Inserent

    Auch wenn ich jetzt gesteinigt werde: ich bin in solchen Sachen eher "altmodisch" eingestellt und reagiere daher auch "altmodisch".
    Während des Reitens, also bei einer Übung, mußt du natürlich sehen, was der Auslöser für das Rückwärts laufen ist. Sollte dein Pferd dich schlichtweg nicht verstehen und Rückwärts als einzigen Ausweg sehen, dann ist dies allein deine Schuld. Du mußt dich also erst einmal fragen, ob deine Hilfen klar und verständlich waren, ob du alles richtig gemacht hast! Dito beim Steigen. Sobald die Verständigung besser klappt, wird dieses Rückwärts ausweichen verschwinden.
    Am Halfter angebunden, das ist eine ganz andere Sache. Wenn sie dies wirklich gezielt testet und du dies siehst, dann darf in diesem Fall die Gerte AUSNAHMSWEISE zum Strafen bzw. zur Korrektur des Verhaltens eingesetzt werden. Stell dich seitlich dahinter, aus der akuten Gefahrenzone, warte ab. Tritt sie zurück und strafft das Anbindeseil, dann gebe ihr EINEN gezielten Schlag. Sie wird so verdattert sein, daß sie wahrscheinlich erst einmal perplex stehen bleibt. Dann lobe sie und gehe ganz normal zum Tagesgeschäft über.
    Du wirst sehen, das wirkt.
     
  10. A-n-n-a-

    A-n-n-a- Inserent

    Ich schliess mich Wanderreiter an, erstmal die eigenen Hilfen überprüfen.
    Und zum Anbinden: Muss sie den angebunden sein? Reicht es evtl. nicht einfach den strick nur irngendwo lose hinzuhängen und sie bliebt trotzdem stehen? Ich denk das sie ruhiger bleiben würde, wenn erst gar kein Druck entsteht.
     
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