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Schnauben und Ohren richtig deuten

Diskutiere Schnauben und Ohren richtig deuten im Pferde Allgemein Forum; Hallo zusammen, hoffentlich ist das Thema hier richtig. Es geht um 'meine' alte Isi-Stute, an der ich seit Februar diesen Jahres eine RB/PB...

  1. Kornblume89

    Kornblume89 Aktives Mitglied

    Hallo zusammen,

    hoffentlich ist das Thema hier richtig.

    Es geht um 'meine' alte Isi-Stute, an der ich seit Februar diesen Jahres eine RB/PB habe.

    Sie ist fit und wurde bis letztes Jahr auch noch regelmässig und problemlos von ihren beiden RB's geritten. Über den Winter stand sie grösstenteils im Stall (Offenstall mit Paddock). Wie man sich denken kann hat sie in dieser Zeit sehr viele Muskeln verloren.

    Seit Februar kümmer ich mich jetzt zusätzlich zu den bestehenden 2 RB's 1x die Woche um die alte Dame und gehe mit ihr meistens spazieren (immer fleißig bergauf und bergab) damit wieder mehr Muskeln und Kondition kommen.
    Auf dem Platz ist es ihr zu langweilig und longieren mag sie gar nicht.
    Ihre Besitzerin meinte, wenn der Fellwechsel komplett rum ist, kann ich mit ihr auch gemütliche Ausritte machen.

    Ich sehe das Ganze kritisch, weil ich eigentlich der Meinung bin, dass ich mit meinen derzeit leider Ca. 75 kg für die Ca. 1,45 m große, fast 30- jährige Pferdeoma zu schwer bin. Auf der anderen Seite habe ich aber den Eindruck, dass die Isilette sich freut, wenn sie Reitpferd sein darf.

    Nach Absprache mit ihrer Besitzerin habe ich es bei den letzten Spaziergängen so gemacht, dass ich sie gesattelt mitgenommen habe und bei den Ca 1 h Spaziergängen für 2x Ca 5 Minuten Auf sie drauf geklettert bin.

    Und jetzt zu meiner Frage:
    In den Reitstunden habe ich gelernt, dass es ein gutes Zeichen ist und das Pferd sich wohl fühlt, wenn es abschnaubt und die Ohren gespitzt nach vorne gerichtet sind.
    An diesen Zeichen habe ich mich beim reiten orientiert. Solange sie ab und zu geschraubt hat und die Ohren gespitzt nach vorne gerichtet waren, bin ich im Sattel geblieben. Max. Allerdings 5 Minuten am Stück. Sind die Ohren langsam nach hinten gewandert und der Schritt hat sich verändert, bin ich sofort wieder abgestiegen.

    Körperlich ist sie fit (vom TA bestätigt) nur halt nicht mehr im Training. Ich persönlich muss sie auch nicht reiten, ich gehe mit ihr genauso gerne spazieren oder betüddel sie auch nur mal ein bisschen. Aber ich habe halt auch den Eindruck, dass sie eigentlich noch gerne Reitpferd wäre, sie wirkt dabei deutlich munterer.

    Ich bin total am zweifeln, weil ich möchte, dass es ihr gut geht und sie glücklich ist.

    Vielleicht könnt ihr mir mit eurer Erfahrung helfen?
    Bin ich einigermaßen auf der sicheren Seite, wenn ich mich weiterhin am Schnauben, den Ohren und ihrem Gang orientiere?
    Oder hat das alles relativ wenig zu sagen und ich sollte mit ihr wirklich ' nur' noch spazieren gehen o.Ä.?

    Danke, dass ihr den Roman durchgelesen habt.

    Viele Grüße
     
  2. Ich glaube, am ehesten kannst du dich am veränderten Schritt orientieren, wenn es der alten Dame zu viel wird.
    Die Ohren richten Pferde nämlich auch nach hinten, wenn sie sich auf den Reiter konzentrieren.
    Lockeres Schnauben ist sicherlich auch ein gutes Zeichen.

    Du scheinst ein gutes Gespür dafür zu haben, was du der Stute zumuten kannst :)
     
  3. Anschi

    Anschi Aktives Mitglied

    Diese Problematik kenne ich. Mein Liebling ist zwar erst 25 Jahre alt und wird noch voll geritten, aber die Sorge, ihn zu überfordern hatte ich auch.
    Schnauben ist ein Zeichen der Entspannung, Ohren nach vorn ist Aufmerksamkeit. Bei meinem Villy bedeutet Ohren zu mir, Nachfrage ob ich etwas wünsche. Meine Tierärztin hat mich beruhigt und gebeten, ihn weiter zu reiten. Er würde sehr wohl anzeigen, wenn er der körperlichen Belastung nicht mehr gewachsen wäre.
    Du scheinst deine RB gut lesen zu können, genieße die Zeit und verlasse dich auf dein offensichtlich gutes Bauchgefühl. Ich wünsche euch eine tolle, möglichst lange, gemeinsame Zeit.
     
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  4. Kornblume89

    Kornblume89 Aktives Mitglied

    Danke für eure Antworten. Das beruhigt mich doch sehr. Dann werde ich wohl erstmal so weiter machen wie bisher und wer weiß? Vielleicht können wir die Reitzeit auch noch langsam ein bisschen steigern...

    Ich war auch deshalb so extrem unsicher (neben der Sorge um die Stute), weil die Besitzerin mir die alte Dame bedingungslos anvertraut hat. Und dieses Vertrauen möchte ich natürlich auch nicht enttäuschen.

    Danke Anschi, ich wünsche Dir und Deinem Liebling auch noch eine tolle, lange gemeinsame Zeit.
     
     
  5. Anschi

    Anschi Aktives Mitglied

    Danke schön, bisher sieht alles bestens aus. Durch die Hilfe einer Stallkollegin habe ich gelernt, dankbar zu genießen und nicht mehr über das wie lange noch nachzudenken.
     
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  6. dakona

    dakona Bekanntes Mitglied

    also wenn meine Stute die Ohren nur nach vorne richtet, dann konzentriert sie sich auf etwas wichtigeres als mich . Im Gelände gerne nach einem Grund abzugehn, weil ja da vorn irgendetwas gruseliges ist/ seinkönnte /oder nimmer da ist:bloed: Wenn sie voll konzentriert mit mir arbeitet z.b.in der Bahn dann sind ihre Ohren immer auch wieder zu mir gedreht...im losgelassenen Zustand (den ich ja eigentlich immer anstrebe...aber noch lange nicht so oft erreiche, wie ich möchte) sind ihre Ohren entspannt im Wechsel mal zu mir mal nach vorn zur Umgebung. Ist sie ermüdet "hängen" die Ohren mehr so seitlich....
    Auch das Schnauben variiert, sie schnaubt aufgeregt in kurzen Stößen bei Gespenstern, rhytmisch bei anstrengender Galopparbeit und dann wieder locker und entspannt ab und zu im Bummelzustand. Aber je besser man sein Pferd kennt desto mehr hat man auch ein Gespür dafür wie es ihm geht...Erschöpfung sieht man auch gut am matten, ermüdeten Augenausdruck
     
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  7. Kornblume89

    Kornblume89 Aktives Mitglied

    Da kann ich bisher 'nur' von den Erfahrungen mit unserer ersten Hundedame sprechen (die leider schon über den Regenbogen gegangen ist). Jeder einzelne Tag mit ihr war toll, aber die irgendwie intensivste Zeit war, als sie dann langsam alt geworden ist. Das war irgendwie eine ganz besondere Zeit, die ich auch sehr genossen habe.

    Und mit 'meinen' beiden Pferden ist es auch so, dass ich die Zeit mit der alten Dame als intensiver erlebe als die Zeit mit dem im Vergleich 17-jährigen 'Jungspund'. Und das, obwohl ich beide Pferde gleich gerne mag.
     
  8. MoonsFL

    MoonsFL WahnSinnige

    Bei meiner ist es wie sokrates es schreibt. Ich merke es an ihrem Schritt. der wird iwie schwerfällig, kürzer wenn sie nicht mehr kann. Das kann schon nach 5 Minuten sein. Jetzt ist meine erst 7, aber durch unzureichende/schlechte Aufzucht bzw Haltung ist sie manchmal gefühlte 30 Jahre alt, bei ihr ist einiges im argen. Da steige ich dann sofort ab. Ihre Ohren sind im Wald permanent nach vorne, auf freien Flächen eines vor und das andere zu mir, auf dem Platz meist beide bei mir. Und seitlich gehen die, wenn sie von selbst stehen bleibt, weil kurzatmig wird. Hatten wir aber Gott sei Dank schon länger nicht mehr!!

    Du machst das schon ganz richtig, lass Dein Gefühl und Gespür sprechen, mit der Zeit lernt man die Anzeichen genau lesen. Ich wünsche Dir viel und vor allem noch lange Spaß mit den Fellnasen! Toll übrigens, wenn sich um alte Pferde noch so gekümmert wird
     
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  9. Nico

    Nico Bekanntes Mitglied

    Lieb, wie Du Dich um die alte Dame kümmerst.
    Alte Tiere mit ihrer individuellen Lebensgeschichte sind ein Geschenk.
    Von meinem Trainer wurde mir immer mit Nachdruck eingetrichtert:
    Die ersten 10 Minuten wird nur beobachtet und erspürt. Spielen die Ohren, zwinkern die Augen,
    pendelt der Schweif entspannt, ist der Mund nicht zusammen gekniffen und ist der Schritt dem Alter
    entsprechend im Takt?

    Er war ein sehr weiser Pferdemensch.
    Auch noch nach Jahren bringe ich es nicht fertig, mich über diese Weisungen hinweg zu setzten. Ich
    käme mir wie ein Verräter oder wie ein ertapptes Kind vor.
     
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  10. Kornblume89

    Kornblume89 Aktives Mitglied

    Ach je, die Arme. Schlimm, was manchen Tieren angetan wird. Aber wenigstens klingt es so, dass sie jetzt bei Dir ein schönes Leben führen darf, wenn der Start schon nicht optimal war. Ich wünsche euch, dass ihr ihre Probleme in den Griff bekommt und viele schöne Jahre miteinander verbringen könnt.

    Genau so empfinde ich das auch. Deswegen ist für mich auch nichts besonderes dabei, dass ich mich um die alte Dame kümmere. Eher anders herum. Ich bin dankbar, dass ihre Besitzerin es mir ermöglicht Zeit mit 'meiner' alten Dame zu verbringen.Von ihr kann ich einiges lernen.
     
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