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Sehnenanriss

Diskutiere Sehnenanriss im Erkrankungen / Verletzungen des Bewegungsapparates Forum; Hallo ihr , ich würde gerne wissen ob jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht hat und uns weiterhelfen kann. Unser 18 jähriger...

  1. Blümlein

    Blümlein Neues Mitglied

    Hallo ihr ,

    ich würde gerne wissen ob jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht hat und uns weiterhelfen kann.
    Unser 18 jähriger Araberwallach hat vor ca 2 Jahren sich die Sehne stark angerissen. Vor einem Jahr wurde vom TA bestätigt, dass die Sehne wieder vollkommen verheilt ist und nun an dem vorherigen Riss eine Verdickung ist.
    Dann haben wir angefangen, den Wallach wieder zu reiten, wie es der TA empfohlen hatte. Auf der Koppel wirkt das Pferd vollkommen gesund. Keinerlei Lahmen ist zu sehen und er wirkt auch aufgeweckt wie vor der Verletzung.
    Beim Reiten konnten wir allerdings im Trab immer noch ein leichtes Lahmen erkennen und haben deswegen eine Lahmheitsuntersuchung durchführen lassen. Es stellte sich heraus, dass der Schmerz von der Sehne kommt, weil eben diese Verdickung die Sehne verkürzt hat.
    Die letzten Wochen haben wir Danilon verabreicht, das anscheinend eins der stärksten Schmerzmittel sei, dennoch kam beim Trab immer wieder das Lahmen.

    Wir wissen nicht weiter, er ist ein sehr motiviertes Pferd, das sehr gern geritten wird.
    Hat jemand ähnliches erlebt und kann mir einen Rat geben?
     
  2. treuerhusar

    treuerhusar Gesperrt

    Sehnenverletzungen brauchen Zeit.
    Viel Zeit!

    Wenn sich die Sehne aufgrund einer Vernarbung verkürzt hat, ist eine Störung im Bewegungsablauf unvermeidlich. Das bedeutet jedoch nicht, daß das betreffende Pferd auch an Schmerzen leidet. Von daher ist es nicht unbedingt erforderlich, daß Schmerzmittel verabreicht werden müssen.

    Mich würde aber vor allem interessieren, wo das Pferd gearbeitet wird?
    Vor allem, auf was für Bodenverhältnissen?
    Wie wird eine Trainingseinheit aufgebaut?
    Wie lange wird das Pferd täglich bewegt?

    Mein eigenes, an einer Sehnenverletzung leidendes Pferd habe ich grundsätzlich eine Stunde im Schritt bewegt. Mindestens. Davon mindestens 45 Minuten vor der eigentlichen Arbeit.
    Auch habe ich ganz bewusst auf Schenkelweichen und Vorhandswendungen verzichtet.
    Und tiefe schwere Böden gemieden, wie die Pest.
     
  3. Blümlein

    Blümlein Neues Mitglied

    Unser TA hat uns eben erklärt, dass beim Trab durch diese Verkürzung wohl ein Schmerz auftritt und er deswegen lahmt.
    Er ist ein reines Freizeitpferd und hat jeden Tag dauernd Koppelgang, dort galloppiert er und trabt er herum und man sieht kein Lahmen.

    Unterm Sattel im Schritt läuft er auch einwandfrei. Meistens reiten wir zuerst eine halbe Stunde im Schritt, dann haben wir versucht zu traben, wo er dann aber angefangen hat leicht zu lahmen. Uns ist auch aufgefallen, dass wenn wir ihn nach rechts stellen das Lahmen fast weg ist. Die Verletzung war am linken Vorderfuß. Sobald wir merken, dass er lahmt, wechseln wir wieder in Schritt. Manchmal dauerte es kurze Zeit. Besonders merkt man es wenn er ganz langsam trabt, aber er will meistens eh viel schneller und es ist wirklich schade ihn dann immer zurück halten zu müssen..

    Wir reiten hauptsächlich auf hartem Boden, selten auf Wiesenwegen.
     
  4. treuerhusar

    treuerhusar Gesperrt

    Blümlein, bei solch einer Vorgeschichte muß das Pferd gymnastiziert werden.
    Auch im Schritt.
    Da ist es schon von Vorteil, sein Pferd auch stellen und biegen zu können.
    Schulter vor und Schulter herein reiten zu können, ist da sehr hilfreich.
    Ebenso Travers.
    Da ohnehin langsam angefangen werden muß, hat man auch genügend Zeit, sich diese Lektionen zu erarbeiten.

    Aufgrund meiner Erfahrungen mit diversen Sehnenverletzungen an verschiedenen Pferden teile ich die Einschätzung Deines Tierarztes nicht.
    Vor allem deshalb nicht, da sich das Pferd ohne Reitergewicht lahmfrei bewegen kann.

    Daher ist mMn die Ursache für die Untaktmäßigkeit auch genau da zu suchen:
    Beim Reiter!

    Außerdem:
    Runter mit dem Grundtempo. Vor allem im Trab!
    Aber, dabei die Hinterhand aktivieren.
    Nicht “vorne ziehen“!

    Wie heißt es doch so schön:

    It`s the pace that kills!“
     
     
  5. GilianCo

    GilianCo Langzügelbespaßer

    Wir hatten ja schon das Vergnügen ;)

    Das Pferd sollte gezielt wieder aufgebaut werden. Die Narbe, die bei der Heilung eines Sehnenschadens entsteht, ist in der Regel genauso stabil, wie die Sehne es vorher war. Allerdings - und das ist der Knackpunkt - es geht Elastizität verloren. Und genau deswegen ist immer die Frage, wie wurde behandelt (mach Dich mal schlau, was genau das Pferd bei der VetDrop Behandlung bekommen hat, und ob es möglich wäre, jetzt noch mal, parallel zum vorsichtigen und sinnvollen Training (siehe Husars Beitrag) noch Hyaloronsäure per VetDrop angewendet werden könnte.
     
  6. Blümlein

    Blümlein Neues Mitglied

    Wie würdet ihr dann nun mit dem richtigen Training anfangen ?
    Welche Lektion ist am wichtigsten?
     
  7. kaipi22

    kaipi22 Absolut verhaltensoriginell

    Husar hat´s doch schon geschrieben;)
     
  8. treuerhusar

    treuerhusar Gesperrt

    Blümlein ....

    15 fliegende Wechsel a ein Tempi ....

    Du wirst mit Schritt anfangen.
    Mit vielleicht 10 Minuten.
    Das wird dann über mehrere Wochen oder gar Monate hinweg gesteigert, bis Du bei einer Stunde Schritt angekommen bist. Erst dann wirst Du die ersten Trabreprisen hinzunehmen dürfen.

    In diesem Jahr brauchst Du Dir jedenfalls keine Gedanken darüber machen müssen, welche Lektionen Du reiten kannst.
    Bis es soweit ist, werden wir 2015 schreiben!
     
  9. Blümlein

    Blümlein Neues Mitglied

    Ich glaube es ist mein Problem nicht ganz klar geworden. Wir reiten ihn seit einem Jahr schon wieder, weil wir damals das okay vom TA bekommen haben, dass die Sehne verheilt ist.

    Er wird regelmäßig schon 2 Stunden im Schritt geritten. Traben haben wir wie gesagt versucht und er lahmt leider noch dabei. Auf der Koppel ist er wie "gesund".

    Deswegen wissen wir auch nicht wie wir weiter vorgehen sollen, weil unser TA meinte, dass mittlerweile kein Lahmen mehr vorkommen sollte und er hat unser Pferd leider schon abgestempelt, dass er vllt nicht mehr im Trab geritten werden kann.
     
  10. treuerhusar

    treuerhusar Gesperrt

    Blümlein, das Pferd geht ohne Reitergewicht klar?
    Mit Reitergewicht jedoch nicht?

    Das bedeutet, daß das Pferd traben kann.
    Also muß da eine andere Ursache vorliegen.
    Auf Anhieb würde ich da auf eine Problematik im Rücken tippen, ausgelöst durch die lange Zwangspause.
    Von daher würde ich dazu raten, den Rücken untersuchen zu lassen.
    Allerdings, durch die lange Zwangspause wird auch die Muskulatur abgebaut haben. Von daher kann die Ursache für die Untaktmäßigkeiten schlicht in nicht mehr passendem Sattelzeug zu suchen sein.

    Auch wenn es nicht gerne gehört wird, aber die Ursache für die Untaktmäßigkeit könnte auch in den Fähigkeiten des Reiters zu suchen sein.

    Diese Punkte sollten nach und nach einzeln für sich ausgeschlossen werden.

    Außerdem, Schritt heißt, daß der Schritt auch tatsächlich geritten wird.
    Ein einstündiges “Daher schlurfen lassen“ genügt da nicht.
    In den ersten 10 Minuten kann man das Pferd so laufen lassen, damit sich Bänder, Sehnen und Muskulatur aufwärmen können.
    Danach aber wird wirklich geritten und das Pferd im fleißigen Schritt an die Hilfen gestellt.
    Dabei ist Gymnastizierung wichtig, also ruhig die Seitengänge mit einbauen.
    Aber immer vom leichten hin zum schwereren.
    Soll heißen, daß die Anforderungen allmählich gesteigert werden.
    Sowohl in der Ausbildung, als auch in jeder einzelnen Trainingseinheit.

    Trotz meiner ersten, patzigen Antwort vorhin, es kann nicht schaden, wenn Du Dir auf die Dauer die Piaffe erarbeitest. Beim Trab auf der Stelle entfällt der Vorwärtsschub. Dadurch fällt die Belastung für die Sehne bedeutend geringer aus.

    Wichtig ist auch, daß Du ein Augenmerk auf die Bodenbeschaffenheit richtest.
    Ein tiefer, schwerer Boden ist für solch eine Verletzung absolut ungeeignet.
    Der Boden darf sogar knüppelhart sein, solange der griffig und rutschfest ist.
    Bei einem entsprechend ausgeführten Beschlag ist sogar ein asphaltierter Parkplatz wesentlich besser geeignet, als ein tiefer Hallenboden.
     
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