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Steinbrecht - Wer versteht, was er hier meint?

Diskutiere Steinbrecht - Wer versteht, was er hier meint? im Dressur Forum; S. 63, Steinbrecht, Das Gymnasium des Pferdes, 6. Nachdruck (2002) der 1. Auflage von 1886 „Da er bemüht ist, durch Aufrichtung der Vorhand und...

  1. emmaxx

    emmaxx bekannt bissig ... :)

    S. 63, Steinbrecht, Das Gymnasium des Pferdes, 6. Nachdruck (2002) der 1. Auflage von 1886

    „Da er bemüht ist, durch Aufrichtung der Vorhand und Senkung der Hinterhand die waagerechte Richtung der Rückenwirbel seines Pferdes zu gewinnen, so muss er die Senkrechtes seines eigenen Körpers als die normale betrachten.

    Er muss jedoch von dieser nach allen Richtungen hin abweichen, sobald die Umstände es erfordern.

    Er wird sich vorwärts neigen, um verhaltenen Pferden das entschlossene Vorwärtsgehen zu erleichtern, die harten Stöße und Prellungen vom Pferde zu mäßigen und weiche oder empfindliche Rücken zu schonen, indem er das Pferd dadurch gewissermaßen auffordert, die Nieren zu sanftes Erheben der Rückenpartie zu schützen.

    Er wird sich rückwärts neigen, um in der Richtung der Kraft sowohl entschlossen vorwärts treiben, wie kräftig aushalten zu können, um feste Rücken und unbiegsame Hinterbeine durch das eigene Gewicht und das der zurückgerichteten Vorhand mit Nachdruck zu belasten.“
     
  2. emmaxx

    emmaxx bekannt bissig ... :)

    Oh, Mann, was habe ich da wieder zusammengetippt ...

     
  3. Tequilla

    Tequilla Inserent

    Hm, ich glaub schon, dass ich verstehe was er meint. Was verstehst Du nicht? Vlt entgeht mir auch ein Detail. :reflect::biggrin:
     
  4. emmaxx

    emmaxx bekannt bissig ... :)

    Ok, erwischt, ich hätte den Titel noch genauer schreiben müssen .... "Wer versteht's und kann es mir genauer erklären?" :)

    Na, die fettgedruckten Teile kommen mir "komisch" vor ...
     
  5. Bumblebee1

    Bumblebee1 Moderator Mitarbeiter

    Ich denke, dass damit der Entlastungssitz gemeint ist. Steinbrecht schlägt vor, den bei Pferden einzusetzen, die nicht vorwärts gehen. Durch das Vorlehnen des Reiters, geht das Pferd besser vorwärts und der Reiter macht den Rücken des Pferdes frei. Auch empfiehlt er diesen Sitz bei rückenempfindlichen Pferden.

    Hier beschreibt Steinbrecht das Aussitzen. Das empfiehlt er , so wie ich das verstehe, für Pferde, die nicht losgelassen sind, die sich im Rücken festhalten. Daduch erhofft er sich, dass das Pferd mehr Hankenbiegung hat und so den Rücken los lässt. Den ersten Absatz mit dem Entlastungssitz kann ich nachvollziehen, gerade bei einer Remonte.
    Den zweiten Absatz, wenn ich es richtig verstanden habe, halte ich für kontraproduktiv. Da beschreibt er eigentlich , wie man ein Pferd versammelt und aufrichtet. Das wiederum würde ich nie von einem Pferd verlangen, dass sich im Rücken fest macht.
    Vielleicht habe ich es auch falsch interpretiert, die Sprache damals war ja doch eine andere.
     
    PinkPony und emmaxx gefällt das.
  6. Barrie

    Barrie Moderator Mitarbeiter

    Es ist ja nicht so, daß früher alles immer besser war....und ich hab schon Bilder von Steinbrecht gesehen, in Rückenlage, die haben mir gar nicht gefallen. Aber so sind die zT damals ja auch noch gesprungen....
    Und...mit Nachdruck zu belasten", davon halte ich auch nichts.Ebenso wenig vom "kräftig aushalten"....
    Mit viele Liebe und theologischer Spitzfindigkeit kann man vielleicht meinen, daß er ehrliche Versammlung nach heutigem Verständnis meint, aber.....ich hab sein Buch nur mal in der Hand gehabt, kenne manche Bilder und meine halt, daß wir heute über die Biomechnik einfach mehr wissen.
    In anderen Punkten hat er sich immer noch Recht, das ist in der Wissenschaft auch sonst so: die Alten haben schon vieles gewußt, aber manches eben auch noch nicht so ganz.
    Barrie
     
    Charda, Ritter Kunkel, ruffian und 9 anderen gefällt das.
  7. Bumblebee1

    Bumblebee1 Moderator Mitarbeiter

    Ich bin da ganz unbefangen dran gegangen, da ich noch nichts von Steinbrecht gelesen hatte.
    Dann liege ich mit meiner Interpretation anscheinend tatsächlich gar nicht so falsch.
    Ich war aber wirklich davon ausgegangen, dass er im zweiten Absatz von Versammlung spricht. Aber wie gesagt, das kann man nicht mit einem Pferd machen, dass im Rücken nicht losgelassen ist. Und ein Pferd auszusitzen, sollte niemals "aushalten" sein. Denn dann verkrampft der Reiter, kann nicht mitschwingen und behindert das Pferd und das reiten wird zu einem einzigen Krampf für Pferd und Reiter.
     
  8. ulrike twice

    ulrike twice Heidemaus

    (ich habe den tippfehler mal korrigiert)

    er fordert zum reiten im ungleichgewicht auf. denn würde steinbrecht stets im gleichgewicht sein wollen, wäre die richtung des oberkörpers fürs pferd nicht von bedeutung. er möchte diese disbalance um dem pferd angeblich zu helfen.
     
  9. emmaxx

    emmaxx bekannt bissig ... :)

    Genau wie @Bumblebee1 geht es mir auch ... der erste Satz (bis auf die Nierensache) ist mir klar und logisch ... aber der zweite eben nicht.
    Und es ist nicht aus dem Zusammenhang gerissen, sondern bezieht sich beides auf Pferde gleichen Ausbildungsstandes (Remonte).
    Da er aber sicher keinen Blödsinn schreibt, glaube ich halt, dass er im zweiten Satz auch etwas Sinnhaftiges meint ... vielleicht, um mit dem "nachdrücklichen" Einsitzen (immer noch im relativen Gleichgewicht!) die Hankentätigkeit anregen will, was wiederum zum Dehnen/Weichmachen des Rückens führt.
    Sehr spannende Sache ... über solche Dinge nachzudenken.

    Und was man so an Bildern sieht ... generell sind es ja nur Momentaufnahmen, die meist etwas Bestimmtes, was gerade gemacht werden soll, demonstrieren. Die Betonung liegt auf "Moment" ... das ist alles nix für mehr als ganz kurz und soll keine Dauerhaltung zeigen (meine Meinung).
     
  10. ruffian

    ruffian Inserent

    Mit Sicherheit war er für damalige Verhältnisse überdurchschnittlich an der Anatomie des Pferdes als Voraussetzung für dessen Ausbildung interessiert. Er wollte Tierarzt werden und entschied sich dann doch für eine Berufsreiterausbildung. Die Idee, dass man die individuelle Anatomie eines Pferdes in der Ausbildung angemessen berücksichtigen muss ist für mich die wichtigste Erkenntnis, die Steinbrecht vertreten hat.

    Ansonsten ist eine Wertung schwierig. Sein Buch wurde nicht von ihm selbst verfasst, sondern von einem interessierten Journalisten auf der Grundlage seiner Notizen und mit seiner Beratung. An manchen Stellen bemerkt man das an den Formulierungen. Ich habe außerdem den Eindruck gewonnen, dass Steinbrecht vor allem ein erfolgreicher Reiter und ein guter Ausbilder für Pferde war, was ihn nicht zwingend zu einem guten Lehrer für Menschen macht. Er war einer dieser begabten Reiter, die nur teilweise nachvollziehbar erklären können, was sie genau tun. Zusammen mit der Formulierung seiner Ideen durch einen anderen Menschen entsteht stellenweise ein etwas holperiger Eindruck in seinem Buch. Was seine Verdienste nicht geringer macht, aber er war eben auch nur ein Pferdemensch mit Stärken und Schwächen :)
     
    nasowas, emmaxx und Corvus gefällt das.
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