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Steinbrecht - Wer versteht, was er hier meint?

Diskutiere Steinbrecht - Wer versteht, was er hier meint? im Dressur Forum; Hm. Soll eine Bewegung erzeugt werden, oder soll eine Bewegung angenommen werden. Das sind zwei unterschiedliche Ansätze. Wenn der Sender den...

  1. Barrie

    Barrie Moderator Mitarbeiter

    OK, aber nur um zu erklären:
    Es geht mir ganz klar um Textinterpretation, also @Lorelai folgend, hatte ich den Eindruck, daß GS so interpretiert wird, wie man gern hätte was er gesagt hat.Klarer kann ich es nicht.
    Barrie
     
  2. Wuscheli

    Wuscheli Korrektur-Schüler

    Man versucht halt, für die gelebte Praxis zu interpretieren bei einem Reitbuch.
     
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  3. Bumblebee1

    Bumblebee1 Moderator Mitarbeiter

    Genau das ist ein treibener Schenkel. Das heißt aber nicht, dass, wenn gerade nicht getrieben werden muss, weil das Pferd losgelassen fein im Takt läuft, die Wade vom Pferdebauch abgespreizt ist. Die Wade/ der Schenkel bleibt verwahrend. Soll das Pferd die Gangart wechseln oder wird eine z.B. Trabverstärkung gewünscht, wird im Optimalfall, also bei einem losgelassenen, warmen, an den Hilfen stehenden Pferd, der Schenkeldruck nur ein wenig erhöht.
    Das Fortnehmen des Schenkel ist dann nur ein Nachlassen des Druckes. Der Schenkel bleibt aber wieder verwahrend und leicht einrahmend am Pferd.
     
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  4. Lorelai

    Lorelai Chaos-Trulla

    Bin nicht Barrie, kann also nur meine Sicht dazu sagen:
    Nein, natürlich nicht. Hat aber auch keiner geschrieben.
    Barrie schrieb "ein im Takt hackender Schenkel ist ZUVIEL getrieben". Da steht nicht "Treiben=Hacken".

    Sehe ich fast genauso. Ich nutze den Schenkel, wenn ich ihn brauche und nehm ihn "weg", wenn das Ziel erreicht ist. Negative Verstärkung sozusagen.
    Dass das Arbeiten mit Schenkelhilfen in Deutschland "unfein" sein sollte, ist mir noch nie begegnet. Lediglich ein ZUVIEL davon, oder falsche Schenkelhilfen, oder dauerhaftes Treiben etc kenne ich als falsch/unfein.
    Plus: "mit Gewicht reiten" meint nicht zwingend nach hinten lehnen, Schwersitz, usw. Es kann auch ganz einfach meinen, dass man seinen ganzen Körper, seinen Sitz, als Hilfe nutzt, so wie du es ja auch tust. Zb wäre für mich ein "Antraben indem ich mein Becken hebe" ein "mit Gewicht reiten" - und dann brauch ich zum Antraben weniger/keine Schenkelhilfe mehr und ja, das finde ich dann gut und sinnvoll so.
     
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  5. ulrike twice

    ulrike twice Heidemaus

    ok
    aber was habe ich davon, wenn ich es schlecht rede ohne es schlecht zu finden?
    wuscheli zb hat e ja "gut geredet". sie hat sich gewünscht, dass sie es gut finden kann.

    nun gibt es ja zu steinbrecht keine bilder und grafiken im buch.

    also in meinem müseler finden ich sehr viele schöne fotos. ich glaube, da ist keins bei, was ich nicht mag.

    ich sehe da keinen schwersitz bei denen, die dafür ausgewählt wurden. nun ist der müseler 1952 gestorben und die ausgabe ist 46 jahre jünger. ausgwählt hat also jemand anders. es ist die frage, wer was wie gemeint hat.
    ich würde fast meinen, dass die müseler-theorie nicht das schafft, was der bild-auswähler als gut empfindet. nach müselers theorie hätten die bilder anders aussehen müssen.
     
  6. ulrike twice

    ulrike twice Heidemaus

    deine aussage ist mir hier im forum ja schon häufiger begegnet. also das gewicht nicht gleich "schwerer" bzw "schwer machend" ist. ich wette aber beinahe mit dir, dass - wenn der lehrer sagt: "reite jetzt mit gewicht, setze dein gewicht ein!" dass der sich nach hinten lehnen wird und eben zb mitnichten seinen po einziehen und damit leichter werden lassen wird.
     
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  7. obsession

    obsession ...mag Basketball lieber

    Ich weiß nicht, wie man die Sätze von Steinbrecht anders interpretieren kann als so, wie es da steht.

    "Ist die HH in Timbuktu, setz dich rein, lehn dich nach hinten und drück das Pferd vorwärts. Und damit das nicht verpufft, lass die Hand stehen". Nix anderes steht da.

    Ich finde die häufige Glorifizierung der "alten Meister" nicht gut. Die hatten ihre Erfolge mit dem, was sie taten - und haben ihr Tun eben aufgeschrieben. Denn ihr Tun war effektiv für das, was sie erreichen wollten. Ob das nun Kavallerie für den Krieg oder gute Noten auf dem Turnier waren oder sind, ob es um die Bindung zum Pferd oder die Erleichterung für den Reiter ging - egal. Jemand tut was, mehrfach, das Ergebnis passt, mehrfach, der Weg wird aufgeschrieben. Und immer, immer geht es bei dem Weg und "neuen Erkenntnissen" um die Erleichterung der Handhabung des Pferdes. Was ist möglichst einfach FÜR DEN REITER umsetzbar, um das Pferd besser handhaben zu können, das gemeinsame Reiten zu erleichtern?

    Veränderungen am Sitz, der Schenkellage, der Ausrüstung.



    Das taten Reiter früher und das tun Reiter heute. Wenn Ulrike Twice und Isabell Werth heute ein Buch schreiben, dann sind das in 150 Jahren zwei kontroverse Ausbildungswege, die beide im Endeffekt jeweils zum gewünschten Ziel führen. Nur sind die Ziele unterschiedlich.

    Man sollte sich sein Buch also nach dem Ziel aussuchen. Und nicht sagen, "der/die hat das vor 120 Jahren so geschrieben, dann muss das schon richtig sein!".

    Obsi.
     
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  8. Wuscheli

    Wuscheli Korrektur-Schüler

    Obsi, bitteschön, machen wir uns doch nichts vor. Das Ziel scheint immer gleich: SELBSTVERSTÄNDLICH reiten ALLE ihre Pferde in oberster Prämisse immer schonend und gesunderhaltend!

    Das aber stimmt so einfach nicht, manche Reitweisen schaffen dieses Ziel nichtmal mehr für langsamste, kleinste Aufgaben, weil sie ihre Pferde in der Körperausrichtung so verändern, dass der Organismus nicht mehr vollständig durchbewegt werden kann.
    Andere kämpfen ständig gegen Schäden im Bewegungsapparat an.
    Andere gegen akute Bocklosigkeit und andere Probleme in der Psyche von Mensch und Pferd.

    Ganz zu schweigen davon, dass viele Reitweisen gar keine sportlich-kraftvollen Bewegungsaufgaben mehr zustande bringen.

    Aber jede Methodik weiß ganz genau, wenn es nicht klappt, liegt es definitiv nicht an Schwächen in der jeweiligen Methodik, sondern wahlweise am untalentierten, faulen Reitschüler oder am blöden, kraftlosen oder noch nicht perfekt gezüchteten Pferd.

    Anfangen zu wählen kannst dann erst, als Schüler, wenn du schon genug Lehrgeld bezahlt hast.
    Somit kann ich so langsam manche Anteile in einem Steinbrecht als ganz hilfreich für mich rausfiltern. Das gelingt mir in vielen modernen Büchern leider auch bei bestem Willen gar nicht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Feb. 2021
    emmaxx gefällt das.
  9. ulrike twice

    ulrike twice Heidemaus

    dass die reiter oder pferde beschimpft werden, ist mir noch nicht untergekommen. wohl jedoch, dass das pferd nicht geeignet ist und - wenn man weiter vorankommen möchte - man ein anderes braucht.
    eigentlich hört mn von den lehrern ja weniger schelte wegen untalents sondern man erleidet eher die misachtung des lehrers. wenn einem nix mehr egsagt wird, hat der lehrer einen aufgegeben.
     
  10. Bumblebee1

    Bumblebee1 Moderator Mitarbeiter

    Das möchten die meisten wohl. Genauso wollen das auch die Rai reiter. Ich glaube, hier sind die meisten der Meinung, dass die Rai gerittenen Pferde alles andere als gut bemuskelt sind.
    Die Rai Reiter sind aber der Meinung, dass ihr Weg der Pferde schonendste ist.
    Man kann doch anderen die Meinung nicht aufzwingen. :reflect: Für uns ist es offensichtlich, dass die Rai Pferde unmöglich (nicht ) bemuskelt sind. Wer will richten, was wirklich pferdeschonend ist? Lasst doch die Peta entscheiden. In deren Augen sind wir alle Tierquäler.

    So sind auch einige der Meinung, wenn man sein Körpergewicht beim Reiten überwiegend nach vorne verlagert, belastet man die Vorhand des Pferdes so stark, dass auf Dauer da dann Schäden entstehen und das Pferd so ruckzuck Knochenschäden an den vorderen Gliedmaßen hat.
    Andere meinen , dass, wenn man sich "hinten" rein setzt, Schäden im Kreuz- Darmbeingelenk entstehen.
    Vielleicht gibt es aber auch Leute, die sich eben nicht nach hinten lehnen, sondern es tatsächlich schaffen, mit der Bewegung des Pferdes zugehen, ohne"runter" zu drücken, aber trotzdem sitzen.
    Ich persönlich glaube, dass die Krux des Einsitzens darin besteht, dass oft zu früh eingesessen wird, wenn das Pferd noch nicht so weit ist (losgelassen oder die Muskulatur fehlt) oder der Reiter eben nicht locker in der Hüfte und im Becken ist. Dann sollte er zum Üben immer nur ein paar Tritte aussitzen, um es langsam aber sicher zu lernen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Feb. 2021
    emmaxx und aquarell gefällt das.
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