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Steinbrecht - Wer versteht, was er hier meint?

Diskutiere Steinbrecht - Wer versteht, was er hier meint? im Dressur Forum; . müseler gehört ja auch zum "Co" dazu - denkt bitte an sein bildbeispiel mit der schaukel: wie schaukelt man, je höher man schaukeln möchte?...

  1. Corvus

    Corvus Aktives Mitglied

    Kontext ist wichtig. Das Kapitel "Das Anziehen des Kreuzes", in welchem sich auch die Schaukel-Abbildung befindet, folgt direkt auf "Wie lernt der Reiter in die Bewegung des Pferdes eingehen, am Sattel kleben" und davor "Losgelassenheit" (des Reiters!). Es erscheint widersinnig, dass Müseler "hinten drücken vorne ziehen" will, so viel Aufmerksamkeit er dem Gefühl widmet. Vorallem zumal das Kapitel mit dem Schaukelbild lediglich erklären soll, wie bestimmte Muskeln anzusteuern sind, bzw. wie man lernen kann, dies zu erfühlen. Nirgendwo schreibt Müseler, man solle beim Reiten das Kreuz so fest anspannen, dass man damit eine Schaukel in die Höhe schiessen lassen könnte.
     
  2. obsession

    obsession ...mag Basketball lieber

    Ich nehm gern das Beispiel mit dem Stuhlkippen dafür, dass erstmal ERFÜHLT wird, welche Muskulatur überhaupt gemeint ist. Nicht, dass man auf dem Pferd sitzen soll, als würde man den Stuhl kippeln.

    Oder Autofahren für das Gefühl im Fuß für den Bügeltritt. Es geht um das Erfühlen der Muskulatur.

    Allerdings weiß ich, dass Ulrike solche Bilder überhaupt nicht, null, nada "verarbeiten" kann. Sie ist ein "Schüler", dem man anders vermitteln muss was man meint als mit Bildern aus anderen Sparten.

    Obsi.
     
    Farooq, emmaxx und Corvus gefällt das.
  3. ulrike twice

    ulrike twice Heidemaus

    das musste ich erstmal googeln, das kannte ich nicht. die sind doch aber feundlich zum pferd. besser als totilas angucken.

    solche aussagen habe ich beide noch nicht gehört. nun muss man aber dazusagen, dass man sein körpergewicht gar nicht "überwiegend nach vore verlagert" haben kann beim reiten, weil man sich dann permanent mit den händen abstützen müsste. die einzige richtung, die geht, ist, dass man sich nach hinten verlagert, also "reinsetzt".

    das was du da beschreibst, halte ich für fehlerhaftes reiten. ein pferd muss uns reiter nicht (er)tragen lernen. es bringt m.e. keine vorteile. man stürzt halt viel schneller ab, wenn man erstmal "sitzen" gelernt hat.

    ich habe nicht behauptet, dass jemand, der nach einer anderen methode reiten lernt, gefühllos reitet. das macht ja auch keinen sinn. das reiten nach bestimmter methodik führt ja nicht zu einer anderen art mensch. genauso, wie "gefühlvolles reiten" nicht gleich "richtiges reiten"und "gefühlloses reiten" nicht gleich "falsches reiten" ist. sicher kommt man beim einen oder anderen in sackgassen hinein, aber bloß weil steinbrecht sich zurücklehnte, um schneller zu werden, war er deshalb ja nicht gefühllos.
    auf solcherlei verknüpfung wäre ich ehrlich gesagt nicht gekommen.
    auch heißt es ja nicht, dass - wenn man sagt "ich möchte stets mit gefühl reiten" man deshalb angenehm fürs pferd ist. das pferd reagiert ja auf lob, technk und strafe.- es hat gelernt sich auf bestimmte art verhalten zu sollen. wenn es dann "klappt" heißt es ja nicht, dass es gerade richtiges, gesunderhaltendes reiten ist, was man da oben veranstaltet, denn die scheinbare "zufriedenheit vom pferd" ist ja eine antrainierte, weil es nun lob erwartet.
    so leicht ist es ja leider nicht, gutes und schlechtes reiten zu unterscheiden. zumindest an der reaktion des pferdes ist es nicht immer zu bemerken.

    nö - die schaukel wird ja auch erstmal RUNTER gedrückt von dem menschen. und nur der so hineingebrachte "schwung" sorgt dafür, dass sie wieder hoch fliegt. leider ist dann am höchsten punkt immer ende.

    das bild passt übrigens auch sehr gut, finde ich: denn ein reiter, der lernt, sich zurück zu neigen (meint, mit den schultern hinter den füßen!) um ein vorwärts zu schaffen, der kommt immer wieder an den punkt zurück, dass er sich WIEDER zurückneigen muss, wenn das pferd wieder ausgeht. und das ist der nachteil dieser deutsch-klassischen steinbrecht-müseler-methodik... fürs pferd wird es eben nie dauerhaft schön. und je länger die reiteinheit anhält, desto beschwerlicher wird es fürs pferd. weil der reiter halt wiederholt in disbalance kommt, weil er gelernt hat, dass es so richtig ist.

    ich halte nicht deshalb nichts von diesen beiden bildern, weil sie aus einem anderen lebensbereich kommen sondern weil ich diese beiden bilder als falsch empfinde!

    das mit dem stuhl kippeln klappt nur, wenn die poknochen am ausgangspunkt hinter den füßen sind und man zieht dann beim bauch einkneifen seinen po über die füße und deshalb kippelt der stuhl. ich möchte beim reiten jedoch meinen po bereits über den füßen haben und nicht in normalstellung dahinter.

    und mit dem pedale drücken beim autofahren hatten wir usn ja schon mal drüber geschrieben. ich finde es eben überhaupt nicht vergleichbar und fehlerhaft. davon abgesehen, dass mein po weit hinter den füße ist (und ich beim fahren auch eher "liege"): ich habe beim autofahrne meine ferse abgelegt und drücke beim gas geben die zehen nach unten.
    und - viel entscheidender: ich mach nicht das bein länger, ich habe die füße nicht mehr auf dem bodne fixiert! wenn ich reite, dann merke ich nämlich diese stelle für das richtige einrichten der beine im bügel:
    upload_2021-2-14_7-54-41.png
    https://www.google.com/url?sa=i&url=https://www.menshealth.de/krafttraining/so-testen-sie-ihre-beinmuskulatur/&psig=AOvVaw2hyd3QWbcdT_AyTyZvPqCf&ust=1613371667065000&source=images&cd=vfe&ved=0CAIQjRxqFwoTCPDo3v3j6O4CFQAAAAAdAAAAABAD

    ich merke diese linie, auf der der pfeil endet, wenn ich meine beine beim reiten für mich richtig hinlege. angespannt ist der oberschenkel muskel da hinten/außen, denn ich hier braun eingefärbt habe.

    beim autofahren zeigen meine knie viel mehr nach vorne und ich benutze gänzlich andere muskeln als diesen um die pedale zu bedienen. nämlich muskeln auf der oberseite des oberschenkels.

    und deshalb finde ich diese bilder falsch. also nicht, weil sie auf stühlen nd in autos stattfinden - sondern weil es m.e. falsche bilder sind.

    das bild vom schifahren oder auf dem meer mit ner luftmatraze balancieren finde ich aber zb pasend, auch wenn ich beides noch nie getan habe. oder auch gleich am bauch abgekitzelt werden und sich deshalb schon mal am oberen bauch anspannend.
     
    Wuscheli gefällt das.
  4. obsession

    obsession ...mag Basketball lieber


    Ja genau das meine ich doch, Ulrike :) während andere verstehen, dass ich beim Beispiel Auto NUR das Gefühl im Fuß meine - unabhängig vom Rest des Körpers; oder beim Beispiel Stuhlkippeln NUR das "aha, diese Rücken- und Bauchpartie" - drehst du immer gleich durch und bemängelst die andere Haltung, Poknochen, Füße nicht unterm Körper usw.

    Das weiß ich vorher, dass du da hohldrehst und nicht verstehst, was ich meine :) drum geh ich da weiter auch nie drauf ein. Du kannst mit dem Bild oder der Erklärung von mir nix anfangen, 5 andere aber schon.

    Ist doch in Ordnung so :) nicht jeder versteht jede Erklärung auf die gleiche Weise. Sieht man hier im Foŕum doch in jedem Thread, scheinbar kann man sogar Steinbrecht unterschiedlich verstehen (wollen) :lol:

    Obsi.
     
  5. Wuscheli

    Wuscheli Korrektur-Schüler

    Das stimmt.. :cry:
    Ich hätte ihn gerne schlicht im Sinne der natürlichen, freiwillig gezeigten Pferdebewegung verstanden..
    zu meiner Verteidigung: es gibt m. E. davon auch viele beschriebene Anteile in den alten Büchern.. (wobei ich andere meine, dieses spezielle habe ich noch nicht gelesen)
    Es ist aber auch lehrreich für mich, die Abgrenzungen von erzeugter und eigenmotivierter Bewegung kennen zu lernen.
    So genau taucht man sonst darin nicht ein.
     
    emmaxx gefällt das.
  6. obsession

    obsession ...mag Basketball lieber

    Jetzt mal nur als Beispiel, dieser Text stand als Wandmalerei an unserer Reithalle:

    Der schulgerechte Trab, auf der Volte, ist der Grund von allen folgenden Schulen, also eine der nothwendigsten; dann hierin werden dem Pferde die Schultern gebrochen und frey, auch die Schenkel sehr hurtig und gelencke gemacht, wodurch das Pferd sich leicht wenden lernet.

    Ich weiß nicht, von wem diese Zeilen sind, auf jeden Fall sind sie alt.

    Sie befürworten wohl das korrekte Reiten auf gebogenen Linien, um das Pferd geradezurichten und auf die HH zu setzen; das Pferd trainiert dadurch seine Beweglichkeit Von der Hand steht da gar nix.

    Mit damals 9 Jahren hab ich da nix verstanden. Freie Schulter, schulgerecht, gelencke Schenkel?? Und wessen Schenkel überhaupt? Bei den Schenkeln bin ich immer noch nicht sicher. Sind die Beine vom Reiter oder vom Pferd gemeint?

    Offensichtlich ist aber die Kriegsreiterei gemeint. Das Pferd soll sich leicht wenden lassen, dafür vorne frei sein und auf der HH sitzen.

    Obsi.
     
    Farooq und emmaxx gefällt das.
  7. ulrike twice

    ulrike twice Heidemaus

    was mir ja eigentlich nur noch klarer macht, dass "das gefühl im fuß" ganz anders sein wird. denn meins ist ganz anders als bei den pedalen. :)
     
  8. emmaxx

    emmaxx bekannt bissig ... :)

    Yo, ein hübscher Satz ... aber wer kann in die Zukunft schauen? Und wissen, wie sich die Gesellschaft/Sprachstil usw. in 100 - 200 Jahren verändert? Keiner!
    Also, ist es an dem geneigten Leser, wenn er sich in alte Bücher einfühlen will, sich mit der Zeit usw. zu beschäftigen, um zu verstehen, was dem Zeitgeist entsprechend dort geschrieben steht ... so einfach bzw. schwer ist das ... und gerade deshalb ist es doch sinnvoll, sich bzgl. des Verständnisses Hilfe bei anderen zu suchen.
    Ich gehe immer vom Positiven aus, das jemand weitergeben will ...

    Bzgl. aktueller Kommunikation bin ich voll bei Dir, Barrie.
     
  9. ulrike twice

    ulrike twice Heidemaus


    um ehrlich zu sein kenne ich keinen reiter persönlich, der es absichtlich grob mit seinem pferd meint. das reiten kann noch so ein schreckliches geriegele sein: die reiter meinen, sie machen es so genau richtig, sie meinen, sie tun ihr bestes und sie meinen, dass es das pfed jetzt so braucht, damit es sich gut und gesund weiter entwickeln kann.

    von daher kann es kein kriterium sein, dass die autoren etwas "positiv" fanden.
     
  10. emmaxx

    emmaxx bekannt bissig ... :)

    Man darf schon davon ausgehen, dass zu jener Zeit nur Leute Bücher schrieben/veröffentlich bekamen, die auch Sinnvolles weiterzugeben hatten ... da gab es nämlich noch ein strenges Lektorat usw. ... und Bücherdruck war extrem teuer ... das war kein Vergleich zum heutigen Selfpublishing, Book on Demand oder wie die Formate alle heißen, wo jeder Hans-Franz sein krudes Geschreibsel unter das Volk bringen kann ...
     
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