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Umrennen des Longenführers

Diskutiere Umrennen des Longenführers im Bodenarbeit Forum; Hallo liebe Reiter, Was mache ich eigentlich, wenn mein Pferd beim longieren immer wieder in die Mitte auf mich oder die andere Pflegerin...

  1. Chilly

    Chilly Inserent

    Hallo liebe Reiter,

    Was mache ich eigentlich, wenn mein Pferd beim longieren immer wieder in die Mitte auf mich oder die andere Pflegerin zurast? Der Besitzer war da schon 80 und hat das Ausbilden nicht mehr selber gemacht.

    Ich hatte das Problem mal mit einem jungen Pflegepferd (Hess. WB), habe ihm das aber nie austreiben können. (Er ist jetzt bei nem neuen Besitzer und muss nur selten an der Longe laufen). Eigentlich sollte das ja mal zur Einstimmung auf´s eigentliche Einreiten (Deutsche Reitweise) gemacht werden. Als Handpferd war er sehr umgänglich und auch so beim Führen und allem. Auch später unterm Sattel, war er immer recht gut zu regulieren. Und läuft heute sogar L-Dressur.

    Ich selbst bin oft etwas unlustig bei der Bodenarbeit und mache meist nicht mehr als nötig. Ausgebunden ging er nie, da er sich meist von selber schön gedehnt hat. Longiert wurde er bei uns meistens auf einer eingezäunten Wiese erst mit Halfter, später mit Trense.
    Das longieren ging immer so 10-15min gut, dann fing er an zu hampeln und kam irgendwann einfach in die Mitte galoppiert. Selbst wenn man ihn noch mit der Peitsche eins vor die Brust geknallt hat, stoppte er nicht.
    Wie gewöhn' ich einem Pferd sowas ab? Besonders, wenn ich schon mehrfach aus dem Weg gesprungen bin, damit er mich nicht anrempelt.
     
  2. farbenfroh

    farbenfroh Inserent

    das ist in der tat eine schwierige situation. im grunde würde ich sagen, lass es drauf ankommen, aber das ist dann ja wohl doch zu gefährlich!! aber normalerweise würde ein pferd weder einen artgenossen noch ein menschen umrennen. klingt für mich nach akuter unlust. aber vielleicht hätte es tatsächlich geholfen ihn ein bisschen auszubinden? ich meine nicht festzurren, aber oft konzentrieren sich pferde einfach mehr, wenn sie ausgebunden sind.
    LG Andrea
     
  3. isis-r

    isis-r Inserent

    Meine Stute war früher nicht anders. Im Schritt gings gut und sobald es ans traben ging bretterte sie los, zog in die Mitte und verließ buckelnd die Bahn mit Longenführer hinterherschleifend wenn man nicht schnell genug losgelassen hat.
    Sie wurde dann nur noch mit Doppellonge longiert. Sobald sie nach innen wollte gabs ne heftige Parade außen und wenn sie dabei fast umgefallen ist. Sie hat es dann mit umdrehen versucht, sich aber selber so gefesselt, dass sie nichts mehr machen konnte.
    Tja nach ein paar Versuchen hat sie dann aufgegeben. Das ging bestimmt zwei Jahre bevor wir sie wieder mit einfacher Longe gearbeitet haben und seitdem klappt es echt super.

    PS: halte absolut nichts davon ein Pferd mit Halfter zu longieren und schon gar nicht ein junges. Die bekommen sehr schnell mit was sie machen können und mit Halfter hat man da überhaupt keine Einwirkung.
     
  4. slyva

    slyva Inserent

    hat meiner ganz am anfang auch gemacht. ich bin aber nicht ausgewichen und hab ihm die longierpeitsche quer vor die brust geknallt. 3-4x so und das thema war gegessen.

    noch besser gehts im roundpen, da kannste ihn richtig schön wegscheuchen ohne, dass gefahr besteht, dass sich irgendwer irgendwie in ne longe verwickelt...
     
  5. Chilly

    Chilly Inserent

    Danke für die Tips! Weil es mich schon beschäftigt hat, was man in solchen hartnäckigen Fällen tun kann.

    Ja, das mit der Peitsche vor die Brust knallen hat ja leider nie geholfen und ein Rond-Pen stand nicht zur Verfügung.

    Beim Führen, auch über Stangen und so, ging das ganz gut, aber mit dem außen bleiben beim Longieren war das mit dem Pferdchen immer so ne Sache.

    Ob da ein Ausbinder wirklich geholfen hätte? Und wie verschnallt? Pferd stemmte sich gegen Dreickszügel und reißt den Kopf soweit es geht nach oben. Welchen Ausbinder kann man verwenden, wenn der Dreickszügel nicht angenommen wird?

    Denke halt, so die Grundlagen beim longieren sollte ein Pferd doch mal lernen. ;)
     
  6. Katrin

    Katrin Inserent

    Kommt drauf an, wie heftig dein Pferd auf HZ reagiert. Ich würd es erstmal mit Laufferzügel versuchen und später mit Ausbindern, da kann sich Pferdchen nicht so hochreißen und gegenstemmen ohne dass es dann weh tut. Einfach weiterlongieren, irgendwann gibt er nach.
    Nimm aber niemals Ausbinder, die nachgeben, damit hast du eine expanderwirkung und er bekommt schnell einen Unterhals.
    Ansonsten mal Doppellonge probieren, wenn du Erfahrung hast bzw. einen dazuholen, der dir das beibringen kann. Und immer mit 2 Leuten an der DL anfangen wegen Reaktionen, wo man eine Hilfsperson braucht.

    Liebe Grüße
    Liebe Grüße
     
  7. Nina

    Nina Inserent

    Ganz schön übel, wenn es schon so weit geht das ein Tier so zurück gehalten werden muss.

    Ich erzähl mal ein bisschen aus meiner Erfahrung.
    Meine Haflingerstute habe ich roh bekommen und schleife sie jeden Tag aufs neue zu einem Diamanten. Als sie roh war, habe ich sie an die Longe genommen, da mir versichert wurde "das kann sie."
    Nichts war. Es war das gleiche beschriebene Problem. Bis ich auf die Idee kam das sie es vielleicht einfach garnicht kann oder nur ein wenig. Also habe ich bei 0 angefangen mit ihr alles zu machen.
    Sprich Bodenarbeit, führarbeit, vertrauensgeschichten und vor alledingen Round Pen arbeit. Damit sie gemerkt hat wo die Distanz ist und wie es auch gehen kann und man sogar bei gutem Erfolg ein kräftiges Lob bekommt. Habe die ganze Sache knappe 3 Monate gemacht. Dannach anfangs nur Schritt an der Longe. Sie gleichzeitig aber auch mit Handbefehlen auf Distanz gehalten.

    Sie hatte lange noch Probleme noch mit dem Trab, da sie dort nie die "einrahmung" bekam und gerne mal ausbrechen wollte. Ein Longiergurt, 2 Longen(eine wurde zerrissen) und 1 Kappzaum später klappte es dann. Ich habe wirklich damals nur die einfachen longierbefehle bzw. Longierübungen/Stangenarbeit mit ihr gemacht. Durch den Kappzaum und den Longiergurt wird das Pferd einfach "eingefasst." Das Pferd weiß wie weit es gehen kann und rennt nicht nur an einer flatternden Longe im Kreis.

    Später bin ich dann zur Doppellonge übergegangen, aber das ist wieder ein anderes Kapitel. Welches Buch ich Dir in dem Fall empfehlen kann ist:"Longieren - sinnvoll und richtig" in dem Buch fängst du bei 0 an und arbeitest Dich hoch. Und ein kleiner Tipp, lass am Anfang die Pfoten von den Hilfszügeln. Es bringt nichts wenn das Pferd noch nicht einmal eingerahmt läuft und dann schon hilfszügel drauf bekommt.

    In solchen Fällen wenn möglich ein Seminar besuchen. Ich hab auch in den letzten Jahren rund 1500€ für Seminare (Longe + Doppellonge) gesteckt und hab davon nur vorteile gehabt.

    Gruß
    Nina
     
  8. Coco

    Coco Inserent

    Das ist der springende Punkt. Hätte es das Pferd von Anfang an gemacht, wäre es ein ernst zu nehmendes Problem gewesen. Ein junges Pferd kann man nicht sofort 10 - 15 min. richtig longieren. Das Pferd ist überfordert und manche drehen dann ab. Problem bei der Sache: Das Pferd gewöhnt sich solche Sachen für später an. Sprich: Ich hab keinen Bock mehr, also renn ich in die Mitte und hab meine Ruhe.
    Wenn man an dem Punkt ist oder das Pferd es von Anfang an macht, muss eine erfahrene Person dran. Wenn man noch nicht die Übung und Erfahrung hat, macht man mehr kaputt.

    Dann der nächste Punkt. Du schreibst selbst, das du selbst nicht so einen Bock darauf hast und dich nur zum Nötigsten überwinden kannst. Was soll denn da das Pferd denken? Pferde merken so etwas und reagieren entsprechend.
    Longieren ist eben nicht nur Longieren, sondern ein Arbeiten mit dem Pferd und es muss immer beschäftigt sein. Gerade jungen Pferden wird es schnell langweilig.

    Ein weiteres Problem ist es, wenn das Pferd noch nicht gut ausbalanciert ist, wie es nunmal bei einem jungen Pferd so ist. Nicht zuviel und langsam machen. Den Zirkel so groß wie möglich anlegen, Kontakt halten, nicht lange traben lassen. Man muss schon aufhören, bevor das Pferd überfordert ist. Nicht erst in dem Moment, wo es bereits zu viel fürs Pferd ist.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Dez. 2006
  9. Ja, das ist richtig, aber der Mensch am anderen Ende der Longe sollte die Grundlagen auch ordentlich lernen.
    Wie hier ja schon mehrfach gesagt wurde, ist richtiges Longieren nicht so einfach.
    Die richtige Postion, Haltung und schnelle Reaktion des Longenführers sollten in den meisten Fällen ausreichen, damit das Pferd gar nicht auf die Idee kommt Faxen zu machen.
    Sobald das Pferd versucht oder auch nur ansatzweise anzeigt, dass es jetzt nach innen kommen würde, muß der Longenführer seine Position verändern und vermehrt durch dei Haltung nachtreiben.
    Longieren ist nur was wert, wenn man auch konzentriert bei der Sache ist. SChon ein Blick auf die Uhr kann ausreichen,damit das Pferd meint, so jetzt ist Feierabend.
    Zur Doppellonge, die für mich wirklich eine Offenbarung war, würde ich allerdings erst raten, wenn das normale longieren funktioniert und nur mit eingezäuntem Round pen.
     
  10. Chilly

    Chilly Inserent

    @ Coco: Das mit dem Überfordern kann schon sein, aber ich denke vielleicht nicht psychisch sondern physisch. Er hat einen recht langen Rücken - Aua!, wegen der Biegung?

    @ Leo: Longieren klappt bei anderen Pferden gut. Ein Round Pen stand ja leider nicht zur Verfügung. Finde auch, dass die in vielen Ställen zu klein gebaut sind. Ein 20m Durchmesser ist gerade groß genug bei so jungen Pferden.
    Ne Longe ist ja leider auch nicht viel länger, da kann ein junges Pferd schon mal ins "schleudern" kommen. Das nach Innen rennen fing meistens an, wenn er traben sollte.

    Also zum Glück gab´s bei diesem Pferd die Möglichkeit ihn als Handpferd (an der Mutter) viel mit in Gelände zu nehmen. Also wurde er auf diesem Weg an Sattel, Trense und Reiter gewöhnt. Das gab´s dann schöne lange "Geradeaus-Strecken" und große Kurven. Und da war er auch echt brav.

    Finde persönlich auch die möglichkeit mit der Doppellonge interessant.
    Bin dann hoffentlich gewappnet, wenn ich auf den nächsten "Nach-Innen-Renner" treffe. ;)
     
Thema: Umrennen des Longenführers