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Unwissenheit? (artgerechte Haltung)

Diskutiere Unwissenheit? (artgerechte Haltung) im Haltung und Pflege Forum; Ich habe gerade das hier: Ich habe über FB eine Regendecke für Starlight gekauft, Die Verkäuferin ist die Tochter eines Stallbetreibers wo ich vor...

  1. Kigali

    Kigali Sternchenreiter

    Ich habe gerade das hier:
    in einem anderen Thread erzählt. Zur Antwort bekam ich:
    Ist das so?
    Glaubt ihr, das es wirklich noch Pferdehalter gibt, die nicht wissen, wie man Pferde artgerecht hält?
    Ich kann mir das nicht vorstellen!
    Gemütlichkeit, Gleichgültigkeit JA (!!!) aber Unwissenheit?
     
  2. Semmel

    Semmel Gesperrt

    aus einem egoistishen Desinteresse heraus beschäftigen sich manche Menschen tatsächlich mit nichts, was ihre Bequemlichkeit stören könnte. Und deshalb sind die tatsächlich unwissend

    zumindest kenn ich ein paar so Exemplare
     
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  3. NaBravo

    NaBravo Bekanntes Mitglied

    Na ja, für so einige Leutchen sind das so "neumodische Faxen". Hab ich mal mit nem alten Züchter unterhalten. Der hatte seine Fohlen immer alle zusammen in einer Laufbox, war aber nicht soo riesig. Und 1x die Woche haben sie die zum Austoben auf die Hausweide gejagt. Der konnte nicht verstehen, warum seine Einsteller ihre Pferde täglich stundenlang auf die Matschpaddocks gestellt haben. Der meinte, Box würde dicke reichen.

    Denk das war ein "haben wir schon immer so gemacht". Gepaart mit Unwissenheit. Der konnte nicht begreifen, daß die Bewegung den Pferden gut tun sollte...
     
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  4. Schogetta

    Schogetta Bekanntes Mitglied

    In dem Stall, wo ich meine Trainerausbildung gemacht habe, haben es die Pferde doch jetzt soooo gut (laut Lehrgangsleiter). Sie haben Fenster an den Boxen bekommen (jedenfalls die Außenboxen), die Innenboxen haben zum Teil Durchguckluken. Und es gibt jetzt sogar Paddocks, da dürfen sie entweder eine Stunde täglich alleine oder zwei Stunden zu zweit raus :eek:
    Die Paddocks sind zwar befestigt und matschfrei, aber nicht groß, ich schätze 10x20m.
    Die Nacht draußen zu verbringen ist verboten, sommers wie winters.
    DIE Einstellung ist absolut nicht meine. Ob man das da nicht wahrhaben will, was Pferde wirklich brauchen oder ob die Bequemlichkeit da Schuld ist, keine Ahnung.
    Im Juni war ich auf einem Turnier auf einem Gestüt, da gab es noch lange Ställe, Boxen an jeder Seite und nur am jeweiligen Ende einen Lichteinfall (die Tür). Schrecklich dunkel standen da die Pferde.
    Vielleicht ist es ja auch eine Kostenfrage?
     
     
  5. Delora

    Delora Inaktiver Nutzer

    Ich verstehe Deine Frage durchaus. Hier gibt es vier Reitvereine in der näheren Umgebung. Der nächste (etwa 3km zum Stall, muss nur über die Hauptstraße und durchs Dorf) hat sich dem hohen Dressursport verschrieben. Der Stall ist toll, super gepflegt, große, helle Boxen, sauber, die Halle riesig, der Platz hat einen tollen Boden... aber für die 30 Pferde gibt es zwei kleine Koppeln und selbst im schönsten Sommer stehen die Pferde höchst selten mal ne Stunde draußen. Da ist mir aber schon klar, dass der Wert der dortigen Elite-Pferde und die Eigenschaft als Sportgerät einfach wichtiger ist, als seine Freizeitgestaltung und freie Bewegung an der frischen Luft.

    Stall 2 ist etwa 4 km in die andere Richtung entfernt. Die haben auch umgelernt, haben ihre Boxen vergrößert (aus je drei Boxen wurden jeweils zwei gemacht), haben große Fenster eingebaut und es stehen viele Weiden zur Verfügung. Aber auch hier bewegen sich immer nur stundenweise auserwählte Pferdepaare mal auf den Vereinswiesen. Die wissen es besser, kriegen aber die Organisation irgendwie nicht besser hin. Weidegang ist für die noch so neu installiert, dass es Vereinsintern ein riesen Aufwand ist, die passenden Pferdepaare zu den passenden Stunden raus- und wieder reinzubringen. Hirnrissig, mit Sicherheit vermeidbar, aber zumindest im Ansatz verständlich.

    Stall 3 ist dessen Nachbarhof (da habe ich vor 30 Jahren gelernt) die Pferde standen früher ständig draußen, egal ob Winter oder Sommer. Die Boxen hatten 9 qm und waren dunkel, aber da die Tiere zumindest tagsüber alle draußen waren und die Ponys auch nachts, war das fast egal. Dass es ungepflegt war, hat mich damals nicht gestört. Heute ist es noch schlimmer. Die Wiesen, die jetzt Verein Nr.2 nutzt, wurden dem Verein Nr. 3 davor entzogen (waren Pachtflächen). Durch die geringe Fläche stehen die Ponys ebenso in Boxen wie die Großpferde, damit die Boxen reichen wurden Flächen geteilt und aus 2 Boxen 3 gemacht (mit je 6qm). Dazu sind sie dreckig, weil sich die Mistmatratze wohl arbeitstechnisch eher rentiert. Rückschritt in Pferdesicht hoch drei. Ich hab sie mal drauf angesprochen, aber sie meinten, die Fläche reicht halt nicht. Auch der Rest ist gruselig geworden, aber man sieht es einfach nicht oder will es nicht wahrhaben. Schiefe, ungepflegte Hufe, schlechtes Sattelzeug, etc. hat es in dem Maße früher nicht gegeben.

    Stall 4 ist nach wie vor mein Lieblingsstall und etwa 8 km von uns entfernt. Hier kommen alle Pferde (Schul- wie Privatpferde) zusammen auf riesige Weiden mit mehreren Heuraufen. Es ist schlammig auf den Wiesen, besonders um die Raufen, aber egal ob Winter oder Sommer, sie sind draußen und kommen gegen Abend dann rein, oder müssen für die Reitstunden/zum Reiten von der Weide geholt werden. Lediglich Nachts stehen sie in Standartboxen, aber es ist sauber und ordentlich, die Boxen täglich gemistet etc. Hier würde ich Pferd sein wollen. Die Eigentümer macht sich da auch echt nen Kopf um Haltung und Management. Gibt halt keine Extrawürste, es sei denn, Pferd ist mal krank, dann gibts ne Schleife an die Tür als Erkennungsmerkmal, dass es nicht raus darf.

    Ich habe nie verstanden, wie man solche Kompromisse eingehen kann und Pferde in Löcher stellen kann, wenn es doch Alternativen gibt.

    Außer diesen Ställen gibt es hier noch unzählige mit Halle und ohne, mit Auslauf und ohne... ich stehe in dem Stall, der für mein Pferd gut ist und ihm alle Freiheiten gibt. Es ist fast Dezember und die Pferde sind immer noch bei uns draußen, kommen nur über Nacht rein und werden drinnen wie draußen aus Netzen gefüttert. Ich finde, wir machen hier schon keinen so schlechten Job, auch wenn es immer besser sein könnte. Aber wichtig ist eben, dass man sich Gedanken darüber macht, wie das Pferd seinen Tag denn verleben muss und was es, legt man SEINE NATUR zugrunde, dabei empfinden muss. Warum andere Ställe diesen Punkt weniger beachten, kann ich auch nicht erklären, kann aber mit Sicherheit von einem Stall sagen, dass ihm die Empfindungen und Gefühle der Pferde schlichtweg egal sind.
     
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  6. gabi

    gabi Bekanntes Mitglied

  7. ulrike twice

    ulrike twice Heidemaus

    wie die möbel im stübchen aussehen und dasss farbe an den boxenwänden fehlt, ist doch dem pferd einerlei. :)

    vieles werden die sich auch nicht leisten können, denke ich. wenn man ein weidesystem grundlegend ändern möchte, muss man den zaun ggf komplett neu bauen und das kostet
     
  8. ulrike twice

    ulrike twice Heidemaus

    hast du was gegen schogetta? in dem anderen thread bist du sie auch schon so angegangen...

    7 stunden am tag draußen sein bedeutet doch tatsächlich zb morgens um 8 raus und nachmittags um 3 rein. so viel weidegang bieten im winter in meiner region die wenigsten reitställe an. eigentlich gar keine.

    und dass auf den weiden kein heu liegt, ist auch die regel. viele werden sonst auch zu fett und was sich auf dauer die leute mit den großen rundballenraufen antun werden, wo die pferde permantent eine falsche fresshaltung haben, wird die zeit zeigen.
     
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  9. treuerhusar

    treuerhusar Gesperrt

    Für diese Frage gibt es sicherlich keine einfache Antwort.

    Ob wirklich nur Unwissenheit vorliegt, dürfte fraglich sein.
    Die Anpassung an den heutigen Erkenntnisstand ist aufwendig.
    Teilweise baulich garnicht oder nur unter Aufwendung erheblicher finanzieller Mittel realisierbar.

    Dann aber stellt sich die Frage, ob sich die dafür notwendige Investition wirtschaftlich rechnet.
    Denn irgendwo muß das investierte Geld wieder rein kommen.
    Bei Einstellpreisen, die noch nicht einmal dafür ausreichen, Rückkagen für notwendige Reparaturen zu schaffen, dürfte das schwierig werden.

    ImFalle von Vereinen wird die Sache gleich wesentlich komplizierter.
    Denn solche Investitionen müssen von der Mitgliederversammlung genehmigt werden.
    Da ist dann Überzeugungsarbeit angesagt.
    Da aber versagen viele Vorstände.

    Aber auch die Vereinssatzung wird da eine gewisse Rolle spielen.
    So könnte die Veringerung der Boxenanzahl dem Anspruch, den Reitsport einer breiteren Bevölkerungsschicht zugänglich zugänglich zu machen, zuwider laufen.
     
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  10. gabi

    gabi Bekanntes Mitglied

    Ich habe nur mal ohne beschönigende Worte meine Meinung gesagt. Das müsstes du doch eigentlich am besten nachvollziehen können. Ich habe natürlich nichts gegen Schogetta. Ich kenn sie nicht.

    Und nein ich finde das nicht ok, wenn ein Pferd, das sonst nicht mehr bewegt wird nur 7 Stunden draussen sein kann, und danach in einem verammelten Stall steht
     
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Thema: Unwissenheit? (artgerechte Haltung)