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Ursachen für abnehmende Pferde? Bei uns war es u.a. der Stallbetreiber!

Diskutiere Ursachen für abnehmende Pferde? Bei uns war es u.a. der Stallbetreiber! im Haltung und Pflege Forum; Hallo liebe Pferdefreunde, wir haben ein grauenvolles Erlebnis hinter uns. Seit Sommer dieses Jahres haben wir uns gewundert, dass unsere...

  1. sweetybrownie2008

    sweetybrownie2008 Neues Mitglied

    Hallo liebe Pferdefreunde,

    wir haben ein grauenvolles Erlebnis hinter uns. Seit Sommer dieses Jahres haben wir uns gewundert, dass unsere beiden Pferde, die zwar schon älter sind aber durchweg lebhaft und robust waren, immer mehr abnahmen. Die beiden wurden immer magerer. Zuerst dachten wir an Erkrankungen (z.B. Krebs) und ließen die Pferde untersuchen. Der Befund erbrachte keine bestehende Erkrankung, jedoch einen Mangel an Nährstoffen. Vom Stallbesitzer wurde uns jedoch versichert, dass entsprechend Mietvertrag (Einstellvertrag) die Grundfütterung in ausreichender Menge morgendlich (abends füttern wir) erfolge. Nun gut. Wir fuhren nun morgens von Stuttgart nach Leonberg zum Stall, fingen an Kraftfutter und Ergänzungsfutter zu kaufen, zu füttern und dennoch, die Pferde nahmen nicht zu. Wir kamen morgens, mittags und abends und legten viel Heu in die Doppelbox, doch unsere Pferde nahmen nicht zu. Und jedes Mal wenn wir in den Stall kamen und wir kein Heu mehr in der Box vorfanden, freuten wir uns in unserer Naivität (!), dass morgens sogar das Stroh zum Teil weg-"gefressen" war. Folglich unsere Pferde doch sehr großen Hunger gehabt und viel gefressen haben mussten. Doch wieso keine Besserung?

    Ein weiterer Einsteller fing ebenfalls an sich zu wundern, dass bei seinem Dreijährigen immer mehr die Rippen zu sehen waren. Lediglich die Pferde der Exfrau des Stallbesitzers sowie deren Tochter waren, außer nahezu ständigem Bockeln in den Zeiten zu denen wir im Stall waren, recht gut "im Futter". Die Wochen vergingen, wir fütterten Kraftfutter, wir warfen morgens und am Abend ausreichend Heu in die Box - und doch, es brachte dies keine sichtbare Besserung. Inzwischen waren wir bei gut EUR 60,00 für 80-100 Kg. für Kraftfutter angekommen, wohlgemerkt pro Woche. Doch die Pferde nahmen nicht zu! Dies, obwohl wir bei jeder Fütterung zusätzlich ausreichend Heu, insbesondere für die Verdauung, in die Box legten.

    Auffällig erschien uns, dass wir eigentlich so gut wie nie auch nur eine kleine Spur von Heu vor den Boxen fanden. Uns war nur zugetragen worden, dass der Stallbesitzer Profi in der Disziplin "Heu mit der Mistgabel tragen, ohne dass ein Halm herunter fällt" wäre. Zumal er auch eine große Burenziegenzucht sein Eigen nenne und somit das Heu-Tragen beherrsche.

    Als wir eines Abends um gegen 22.45 Uhr im Stall waren - in Gedanken, was wir für unsere Pferdchen noch tun könnten, damit es ihnen besser ginge - kam die Exfrau des Stallbesitzers nebst Tochter ebenfalls um nach ihren Pferden zu schauen. Danach fingen beide an in der Stallgasse Federball zu spielen - um nahezu 23.00 Uhr.
    Es wurde uns zuviel. Wir baten beide damit aufzuhören, zumal die Pferde so spät am Abend Ruhe brauchten und sichtlich unruhig (gestresst) waren von der Hektik im Stall. Anstelle von Verständnis, erhielten wir ein wutgeladenes Aufbrausen und beide verließen den Stall. Damals ahnten wir noch nicht welchen Hintergrund diese Erlebnisse haben sollten und in welchem Zusammenhang diese standen!


    Vor gut zwei Wochen, waren wir wieder morgens im Stall und fütterten wie sonst auch Kraftfutter sowie eine ordentliche Portion Heu. Diesmal fütterten wir anders als sonst üblich und mischten einiges an Kraftfutter mit unters Heu. Weiteres Kraftfutter ließen wir wie üblich in den Trögen. Als wir abends wieder in den Stall kamen, entdeckten wir, bei dem neuen Heuballen und dem Heu für Abends, welches immer in der Stallgasse steht, auch einige Körner von unserem Kraftfutter. Nun gut, vielleicht war es tagsüber in dem geschlossenen Stall plötzlich sehr windig geworden. Als wir an dem Heu gerochen hatten, waren Spuren von einem Gel ersichtlich, welches eines unserer beiden Pferde zur dieser Zeit an die Beine gerieben bekam. Unsere schreckliche Vermutung schien sich nun offensichtlich zu bestätigen, doch der Beweis war noch nicht eindeutig erbracht.

    Gegen 22.00 Uhr verließen wir den Stall und im Dunkeln sahen wir von Weiten, das Auto der Exfrau des Stallbesitzers kommen. Wir fuhren weg und verweilten im Ort, diesmal in der Absicht, erneut hinzufahren um nach den Rechten zu sehen. Gegen 23,15 Uhr fuhren wir wieder zum Stall und bemerkten den Geschäftswagen des Stallbesitzers, er hat noch einen Hausmeisterservice, vor dem Stall stehend. Innen der Stall hell erleuchtet, auch die Box bei unseren Pferden (!). Warum? Wir parkten gut 200 Mtr. vom Stall entfernt und schlichen uns von außen heran um durch das Fenster in unsere Box zu sehen.

    Wir sahen das Unfassbare und Erbärmlichste was uns als langjährige Pferdebesitzer in über 20 Jahren bislang passiert ist - den Stallbesitzer, wie er mit der Mistgabel unseren beiden alten Pferden wieder das Heu, was wir noch gut eine Stunde zuvor für die Nacht in die Box gegeben hatten, vollständig (!) aus der Box herausholte. Die Pferde hätten über die Nacht außer etwas Stroh, auf diesem sie ihr Geschäft verrichten, nichts zum Fressen gehabt. Wir sind sofort in den Stall und haben den Stallbesitzer mit seiner Schandtat konfrontiert. Sichtlich überrascht, versuchte er uns weis zu machen, dass sich eines unserer Pferde gerade festgelegen hätte und er es wieder aufgestellt hätte – wohlgemerkt 350-400 Kg und dazu mit der Mistgabel in der Hand, an dieser noch Heu hing! Er verließ den Stall und meinte, dass er ja eigentlich auch kein Pensionsstall sein (entgegen den Angaben zu seinem Betrieb auf öffentlich zugänglichen Internet-Seiten) und dass er, wenn es den Pferden wieder besser ginge, uns kündigen würde. Wir riefen den anderen Einsteller an und als er kam, stellten wir fest, dass auch bei seinen Pferden das Heu herausgenommen wurde. Telefonisch konfrontiert, gab der Stallbesitzer seine Tat zu.


    Welch einen Charakter muss ein „Mensch“ haben, spät nachts in den Stall zu fahren um älteren Pferden das Futter wegzunehmen. Pferde der Einsteller, von denen er jeden Monat vertraglich geregelt Einnahmen für die Einstellung und Grundversorgung inkl. Fütterungsleistungen erhält. Sollten die Pferde an Mangelerscheinung sterben oder ging es um das Ausleben von Tierquälerei? Bis heute erhielten wir keine wirklich ernst gemeinte Entschuldigung oder ein Angebot zur Wiedergutmachung. Nach unserem Verständnis ist derart schändliches Verhalten auch nicht entschuldbar. Wir haben gemeinsam mit dem anderen Einsteller noch in der Nacht des Geschehens die Polizei gerufen, die Alles protokolliert hatte. Auch das Veterinäramt wurde von uns informiert.

    Vor ca. zwei Jahren gab es leider schon einmal ein Versorgungsproblem. Der Stallbesitzer kam zum Herbst auf die Idee eine besondere Art von Selage zu füttern. Nun gibt es durchaus Selage, die qualitativ akzeptabel sein kann. Bei uns jedoch war diese zumeist dunkelbraun, teils mit großen Schimmelfeldern an den Seiten und im Inneren. Es stank im ganzen Stall. Wir haben den Stallbesitzer mehrmals aufgefordert, zunächst mit Bitten im persönlichen Gespräch und danach, da keine Besserung eintrat, schriftlich für Besserung zu sorgen und zumindest wenigstens abwechselnd Heu und Selage zu füttern. Während weiters teils verschimmelte Selage verfüttert wurde, haben wir die Heuballen geholt und zum Schutz der Tiere Heu gefüttert. Anstelle sich angemessen der Situation zu stellen, erhielten wir vom Stallbesitzer die schriftliche Kündigung. Nach starkem Druck hatte er diese wieder zurückgezogen und uns die Heufütterung im Wechsel mit Selage zugestanden. Hierbei war interessant zu wissen, dass der Stallbesitzer neben seinem eigentlichen Job, Burenziegen züchtet und diese wohl konstant nur mit Heu fütterte. Ein Futterengpass? Laut Meinung des Stallbesitzers sei immer ausreichend und großzügig Futter vorhanden. Gut! Aber auch für die Pferde?


    Wir machen uns große Vorwürfe, dass wir nicht schon länger auf unsere Intuition gehört haben - anstatt uns zu schämen, derart Boshaftes von einem Menschen, hier der Stallbesitzer, dem wir die Verantwortung für unsere Tiere anvertraut hatten, überhaupt denken zu können. Die rechtliche Relevanz hinsichtlich des Tierschutzes und die Brisanz des Sachverhaltes dürften unbestreitbar sein. Für Ideen sind wir dankbar.

    Derartiger Missbrauch am Leben von Tier und Mensch kann nicht unbeachtet bleiben und soll als öffentlich wirksame Warnung an alle Pferdefreunde verstanden werden, bei der Suche nach einem Pensionsstall nicht nur den Worten, dem freundlichen Lächeln und den wohlklingenden Serviceleistungen der Anbieter der neuen Unterkunft Glauben zu schenken, sondern sehr, sehr genau hinzuschauen. Auch wenn man sich das Unvorstellbare für sein eigenes Pferd kaum vorstellen mag - es passiert!


    Liebe Grüße

    Jan
     
  2. Timberwood

    Timberwood Gesperrt

    schon krasse geschichte, aber sowas ist wohle echt die ausnahme.

    zum glück.
     
  3. Lorelai

    Lorelai Chaos-Trulla

    Naja, so Ausnahme ist das gar nicht. Gut, in dem Ausmaß wird das wohl nicht sooo häufig vorkommen, aber ich hab auch schon einige Stallbetreiber erlebt, wo die Umstände nicht unbedingt schön waren...
     
  4. Timberwood

    Timberwood Gesperrt

    ställe mit missständen gibt es immer, aber mit so krassen, wo es schon eindeutig vorsätzige tierquälerei ist, wohl nicht allzu häufig.
     
  5. Gromit

    Gromit Punktetierbändiger

    Hi,
    diese Erfahrung habe ich leider auch schon gemacht. Wenn die SB schlecht drauf waren oder du sie irgendwie genervt hast, bekam dein Pferd das zu spüren. Weniger Futter, beim Reinholen von der Weide ein paar Hiebe mit der Gerte...usw. Ich möchte nicht wissen, was dort sonst noch gelaufen ist.
    Leider kann man diese Menschen erst belangen, wenn es den Tieren richtig dreckig geht. Ich bin froh, dass sich in Reiterkreisen solche Stories schnell rumsprechen, so dass diese Verbrecher über länger dann untergehen.
    Ich finde es gut, dass SB jetzt endlich einen Sachkundenachweis machen müssen. Zumindest gilt das hier in Hessen jetzt für Pferdebetriebe ausserhalb von Ortschaften.
    LG
     
  6. Wanderreiter

    Wanderreiter Inserent

    Es ist tatsächlich nicht selten, daß am Futter gespart wird, ohne den Besitzern Bescheid zu geben!
    Meine Freundin wunderte sich auch, daß ihr Pferd so unleidlich wurde, nach jedem Grashalm schnappte und immer dünner wurde.
    Durch Zufall bekam sie mit, daß der Stallbesi (der grade die Boxenmiete erhöht hatte), nur noch morgens Heu fütterte, kein Kraftfutter mehr gab und die Pferde erst spät abends wieder vom Paddock/ Weide holte, damit er nicht so viel misten mußte.
    Sie hat dann ihr Pferd schleunigst dort weggeholt.
    Ich selber wunderte mich damals, daß mein Pferd im Winter immer mehr Muskulatur verlor- die Pferde der Stallbesi aber dick und rund waren und im zertretenen Heu standen, während mein Pferd keinen Halm in der Box hatte.
    Außerdem mußte ich immer das lose, alte und verstaubte Stroh verwenden, während ihre Pferde die frisch gepreßten HD-Ballen bekamen.

    Es ist also leider sehr weit verbreitet, auf Kosten der Einsteller die eigenen Pferde zu versorgen:confused2:
     
  7. Idris Angel 000

    Idris Angel 000 Inserent

    hi,
    so krass kommts stehts bestimmt nicht auf der tagesordnung, aber solche erfahrungen von wegen mit viel zu wenig futter hab ich auch shon öfter gemacht oder sowas wie gromit beschrieben hat, des kenn ich auch leider- kann man nur shcnell den stall verlassen...


    liebe grüsse
     
  8. Frechheit und ein Grund mehr für mich, mein Pferd in Eigenregie zu versorgen.
    Egal, ob die Pferde alt oder krank oder jung und fit sind.
    Es geht nicht an, auf Kosten der Tiere zu sparen, um mehr Profit zu erzielen.
    Preise müssen so kalkuliert sein, dass man als SB damit klar kommt und dass die Versorgung der Tiere gewährleistet ist.
    Aber leider hab ich von solchen Sachen auch schon viel zu oft gehört.
    Jetzt nicht in dem Ausmaß, dass selbst das Heu wieder entfernt wurde, aber viele SBs meinen, dass die Besis ihren PFerden zu viel füttern oder einstreuen. Und dann ist schnell der Schritt getan, da wieder was aus der Box zu holen...
    Oder das teure, vom Besi gekaufte Kraftfutter wird den eigenen Pferden gegeben und das Pensionspferd bekommt die Standardpellets.
    Hab ich schon viel zu oft gehört...
    Und ist leider nicht so offensichtlich wie zu wenig Einstreu.
     
  9. getmohr

    getmohr ************

    da lob ich mir doch unseren Stall. Sieht zwar meist aus wie sonstwas, kehren etc ist da kein bekannter begriff.Dafür werden die Tiere ordentlich versorgt und Heu und Stroh steht auch noch zur freien Verfügung, sodass ich es jederzeit nachstreueen/zufüttern kann.

    Klar kams bei uns auch schon vor, dass heu oder Stroh vershcmimmelt waren und der SB es beim reinfahren nicht bemerkt hatte. Da wird dann bescheid gegeben und es gibt nen neuen Ballen....
     
  10. senta

    senta Inserent

    Finde es auch gut mit dem Sachkundenachweis, hat aber auch nicht immer was zu sagen. Hatte jetzt auch 9 Monate mit einem Stall zu tun die diesen nachweis azuch hatten, und man konnte eine zeitlang deutlich erkennen welche Pferde Selbst- und welche unter denen als Vollversorger standen!selber haben die es nicht gemerkt das Ihre Pferde wie kleiderständer aussehen, haben es allerdings behoben wie die aufmerksam drauf gemacht worden sind.Mir sind die Stallbesitzer am liebsten die Ahnung haben, und Ihrer Verpflichtung gewissenhaft nachgehen. Schließlich stehen die mit den pferdebesitzern im Dienstleistungsverhältnis! Dieses scheinen viele leider zu vergessen, vor allen Dingen im Süddeutschen Raum!
     
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