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Ursachen für erhöhte Leberwerte?

Diskutiere Ursachen für erhöhte Leberwerte? im Innere / Organische Erkrankungen Forum; Mein Jungpferd (3,5 Jahre, Oldenburger) stellt uns derzeit vor ein Rätsel. Anfang Juli habe ich ein großes Blutbild erstellen lassen, alles super,...

  1. C&J

    C&J Inserent

    Mein Jungpferd (3,5 Jahre, Oldenburger) stellt uns derzeit vor ein Rätsel. Anfang Juli habe ich ein großes Blutbild erstellen lassen, alles super, außer leicht erhöhte Leberwerte (nicht dramatisch laut Tierarzt). Ich habe brav 7 Wochen Mariendistel gefüttert (mit ca. 100g Hafer, 300g Heu-/Luzerne-Häcksel und 200ml Bio-Apfelsaft (anders wollte sie es nicht essen)). Tja, was soll ich sagen, wir haben Sonntag wieder Blut abgenommen (findet sie übrigens doof) und die Werte haben sich weiter verschlechtert (immer noch nicht dramatisch laut TA, aber unschön).:bahnhof:

    Sie steht schon ihr ganzes Leben im Offenstall, seit Mai 2014 auf einer alten Kirschplantage (Kirschbäume wurden während der Kirschsaison ausgezäunt) mit 24h Zugang zu Heu. Kraftfutter hat sie immer nur im Winter eine handvoll Hafer mit Iwest Magnolythe bekommen. Leckerchen gibt es selten und in geringsten Mengen, häufig schneide ich eine Möhre oder Apfel klein als Leckerchen. Medikamente bekommt sie auch keine, letztmalig Wurmkur Anfang Mai und Impfung (Influenza) im Juni.

    Meine 17-jährige Stute steht mit ihr zusammen (seit nunmehr fast 3 Jahren) und hat in den letzten 7 Wochen ebenfalls die Mariendistel-Kur mitgemacht. Aktuell sind ihre Leberwerte gut, im Juli habe ich von ihr leider keine Blutanalyse machen lassen. Mangelnde Futterqualität würde ich somit ausschließen.

    Mein Jungpferd sieht gut aus, nicht rippig aber auch noch nicht "fertig gefüttert". Sie war schon immer eher ruhig und gelassen (eher zu artig für ihr Alter), aber nimmt ihre Umgebung schon aufmerksam wahr. Sie muss auch noch nicht viel tun, ca. 3 Tage/Woche mache ich was mit ihr: Spaziergänge, Handpferd-Ausritte, 5 Minuten "reiten" im Schritt (max. alle 14 Tage), 10 Minuten Bodenarbeit/ Longe oder Hängertraining. Alles auf Kennenlernen und nicht auf Leistung orientiert. Auffällig ist ihr schlecht ausgeprägtes Gleichgewicht, sie schwankt schon noch sehr deutlich, aber auch nicht so stark, dass sie hinfallen würde.

    Für Ideen, was man noch untersuchen könnte, wäre ich sehr dankbar:reflect:
     
  2. Charly K.

    Charly K. ...ich bin doch nicht kreativ. Mitarbeiter

    Hallo,

    was vermutet denn der TA als Ursache?

    Habt ihr die Koppel, den Stall und die Umgebung, die in "Pferde-Reichweite" liegt, auf (unscheinbare) Giftpflanzen und schädliche Lacke / Wasserrohre / etc. abgesucht?

    Auch das Heu würde ich (nochmal?) gründlich auf (getrocknete) Giftpflanzen, Schimmel etc. prüfen.

    Es kann ja sein, daß Deine 'Alte' an diese Pflanzen nicht drangeht oder aber weniger von Schadstoffen aufnimmt, die 'Kleine' aber schon.


    Habt ihr Leberegel gecheckt?

    Oder wie sieht es aus mit Zecken?


    Oder aber wie ist sie vom Ernährungszustand her - bahnt sich da vielleicht eine leberbelastende "Verfettung" oder Stoffwechselentgleisung (Cushing, EMS etc.) an?


    Außerdem magst Du vielleicht hier mal querlesen: http://www.reitsportforum.de/innere...64-verschiedene-symptome-leberwerte-hoch.html


    LG, Charly
     
  3. C&J

    C&J Inserent

    @ Charly, der TA ist gerade auch ratlos, er ist eigentlich auf Zähne und Bewegungsapparat spezialisiert. Er will sich morgen mit einem Kollegen zu dem Problem abstimmen.

    Auf Leberegel werde ich ihn ansprechen und dann mal vorsichtshalber eine Kotprobe nehmen.

    Giftpflanzen halte ich für unwahrscheinlich. Wir sind die Weiden seit Mai einmal wöchentlich abgelaufen, seit dem Befund im Juli sogar 3x/wöchentlich. Ich (er)kenne die meisten (Gift-)Pflanzen. Wir haben geringe Bestände von Graukresse und Rainfarn (jeweils 2-3 Stellen von wenigen Quadratmetern). Das wird sofort ausgerissen, wir kämpfen eigentlich nur noch gegen die noch im Boden schlummernden Samen. Auf Graukresse reagiert meine alte Stute beispielsweise sofort mit vier Elefantenbeinen und Fieber (hatten vor knapp 3 Jahren im alten Stall die ganze Herde vergiftet (unabsichtlich natürlich) und sie hatte mit Abstand die ausgeprägtesten Symptome), die hatte sie dieses Jahr noch nie, die Pflanzen waren auch nie angeknabbert. Dann haben wir noch größere Bestände Johanniskraut und Ampfer, stechen wir auch sukzessive aus, wird von den Pferden allerdings auch gemieden.
    Heu haben wir natürlich uns auch intensiv angeguckt und vorsichtshalber den Lieferanten gewechselt. Ich werde vom nächsten Ballen dennoch mal ein Probe einschicken. Schimmelsporen können jedenfalls nicht übermäßig enthalten gewesen sein, da meine alte Stute an chronischer Bronchitis leidet und somit als Schimmeldetektor dient.

    Eine Verfettung würde ich auch ausschließen, sie entspricht einem schlaksigen Jungpferd und hat nirgendwo Fettdepots oder einen übermäßigen Weidebauch. Bei größeren Wachstumsschüben konnte man für ca. 10 Tage immer mal die Rippen leicht sehen. Normal sind sie nicht sichtbar, aber gut tastbar.

    Interessant finde ich die Idee mit den Zecken, denn wir haben tatsächlich eine ziemliche Plage von Auwaldzecken. Über die heißen Monate ging es, aber seit ca. drei-vier Wochen pflückt man täglich wieder rd. 10 Viecher täglich vom Pferd. Alle unsere Pferde werden natürlich täglich abgesammelt. Auf einen normalen Holzbock trifft man nur alle 1-2 Wochen. Wie genau können die Zecken die Leberwerte beeinflussen?
    Wir versuchen auch die Zecken insgesamt wieder zu verdrängen, wir halten die Wiesen kurz und haben - natürlich außerhalb der Weideflächen - Zeckenrollen ausgelegt. Das Grundstück haben wir erst im Mai übernommen, daher kann man noch nichts über unsere tatsächlichen Erfolge aussagen.
     
  4. Charly K.

    Charly K. ...ich bin doch nicht kreativ. Mitarbeiter



    Hallo C&J,

    könnte es sein, daß sie doch das Johanniskraut anrührt?
    Das ginge natürlich auf die Leber...

    Bei Zecken dachte ich an Borreliose, Ehrlichiose, Borna,... - der ganze (leberbelastende) Mist eben, der von den Mistviechern übertragen werden kann...
    Im Zweifel würde ich zumindest auf Borreliose & die Nebenformen mal testen lassen.


    LG, Charly
     
     
  5. sasthi

    sasthi Bandenprofi

    Charly Johanniskraut geht nicht auf die Leber.

    Jakobskreuzkraut geht hingegen extrem auf die Leber.
    Ind baut seine giftigkeit nach der Ernte nicht ab und ist die ersten Wochen im Wachstum wohl auch nicht ala giftig schmeckbar von den Pferden
     
  6. Nike

    Nike Fotowettbewerbssieger Mai ´09

    Ich würde das Getreide, also den Hafer weglassen. Getreide geht bei Pferden eh schnell auf die Leber, wenn die nun aber schon angegriffen ist, ist's noch unschöner.... Wie sieht der Rest des BB aus? Harnstoff? Was ist bei den Spurenelementen?
     
  7. Charly K.

    Charly K. ...ich bin doch nicht kreativ. Mitarbeiter


    Woher hast Du diese Information?

    Meines Wissens nach ist die Wirkweise von Johanniskraut sogar deutlich in der Leber (enzymatisch).
    Und wo es wirkt, kann es auch schaden...


    (JKK hatte ich übrigens nicht nochmal erwähnt, da C&J schrieb, sie kennt sich gut mit Giftpflanzen aus und kontrolliert die Weiden häufig und regelmäßig.)


    LG, Charly
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. Sep. 2014
  8. sasthi

    sasthi Bandenprofi

    Okay, anders formuliert... nicht so dermaßen stark, dass es solche Leberwerte hervorrufen sollte.

    Siehe auch: Echtes Johanniskraut

    Mit anderen Medikamenten kann es allerdings zu Wechselwirkungen kommen. Siehe auch: Medizin: Johanniskraut hat seine Unschuld verloren | Wissen - Frankfurter Rundschau

    Deshalb bin ich persönlich der Meinung, dass sich wahrscheinlich einige junge Jakobskreuzkrautpflanzen auf der Koppel befinden, evtl. noch in Verbindung mit ein paar anderen leicht toxisch wirkenden Pflanzen, und schwups, hammer den Salat.
    Power-Point AK KK - AK Kreuzkraut e.V.
     
  9. C&J

    C&J Inserent

    Noch mal zum Blutbild, ich habe ein großes mit allen Spurenelementen im Juli erstellen lassen. Alle Werte waren im Normalbereich außer:
    Harnstoff: 21 (10-20)
    y-GT: 245 (<30)
    GLDH: 19 (<12)
    AST (GOT): 757 (75-600)

    Zu 100% kann ich natürlich keine Aufnahme von Giftpflanzen ausschließen, aber wir haben die Weiden wirklich gründlich abgesucht, auch äppeln wir täglich ab, da sieht man auch mal durch Zufall eine nicht erwünschte Pflanze und entsorgt die gleich mit (in der Biotonne). Das Johanniskraut kommt regelmäßig zur Blüte (wenn Mensch es nicht rechtzeitig entsorgt), die Pferde haben zu dritt 2,5ha Weideland und Heu satt, sie können also selektieren was sie essen (das tun sie auch ausgiebig).

    Mein aktueller Plan: Ich werde eine Untersuchung auf Leberegel und Borreliose & Co durchführen lassen. Und jede weitere Untersuchung, die mir mein TA nachher noch plausibel begründen kann.
    Bei der Fütterung vollständiger Verzicht auf Getreide, weiterhin Fütterung von Mariendistel ergänzt um Zink (Ausschließen eines chronischen Zinkmangels) und einem Giftbindemittel. Ersatz jeglicher Leckerlis durch Pre Alpin light Heucobs (ohne Kräuter). Umstellung des Pferdes zum Oktober auf Sandpaddock mit ausschließlicher Heufütterung. Eine Probe der Winter-Heulieferung werde ich vorher ins Labor schicken. Erneute Blutuntersuchung Ende Oktober.

    Jetzt habe ich noch eine Meinungsfrage: Würdet ihr ein Pferd mit diesem aktuellen Krankheitsbild weiterhin bewegen/ beschäftigen? Eigentlich sollte sie sowieso von November bis Anfang März eine Koppelpause erhalten. Daran werde ich auch festhalten. Doch was mache ich bis dahin? Ich kann nicht immer nur mit ihr spazieren gehen, da es jetzt immer öfters abends dunkel ist, wenn ich nach der Arbeit in den Stall komme. Insbesondere an der Longe, habe ich jetzt ein schlechtes Gewissen, wenn sie im Trab trödelt (sie hat schon immer getrödelt. In den letzten acht Wochen hat sich das eher gebessert, da ich sehr konsequent die Hinterhand aktiviert habe) und ich sie dann trotzdem mit der Peitsche motiviere. Kann ich trotzdem 5 runden aktiven Trab je Hand verlangen? Mehr mache ich sowieso nicht. Andererseits regt Bewegung den Stoffwechsel an.
     
  10. sasthi

    sasthi Bandenprofi

    Meinst du wirklich das Johanniskraut oder doch das JKK?
     
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