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Veränderung nach Stallwechsel

Diskutiere Veränderung nach Stallwechsel im Pferde Allgemein Forum; Hallo, wir haben im Oktober den Stall gewechselt (unser erster gemeinsamer Stallwechsel) und seitdem kommt es mir vor als hätte ich ein neues...

  1. lavendel908

    lavendel908 Mitglied

    Hallo,

    wir haben im Oktober den Stall gewechselt (unser erster gemeinsamer Stallwechsel) und seitdem kommt es mir vor als hätte ich ein neues Pferd gekauft. Mein Wallach ist 18 Jahre alt. Ich bin über die Veränderung an sich froh, im Sinne dass es ihm gut geht auch wenn es wohl auch Arbeit für mich bedeutet… aber am Ende ist es wieder Erfahrung ;)

    Ich würde nur gerne sein Verhalten bzw. seine Veränderung nachvollziehen und deswegen dachte ich mir, ich frage mal erfahrenere Pferdemenschen und bekomme vielleicht ein paar Tipps und Anregungen wie ich auch am besten damit umgehe.

    Zum alten Stall: 24 Stunden Weide mit Heuzufütterung, 2 Stuten, die Leitstute eher ruhig und eine wilde Hilde, Rangniedrigster.

    Neuer Stall : Offenstall mit Weiden, Heu ad lib am Stall, 2 Wallache, ich denke er ist auch dort Rangniedrigster. Die 2 sind auch eher ruhigere Vertreter aber jünger (8 und 10 Jahre).

    Die Zusammenführung war eigentlich stressfrei. Ich bin hin geritten, wir haben gleich alle zusammen gelassen. Nach ein bisschen beschnuppern und jagen standen sie ruhig zusammen am fressen und ich bildete mir ein, dass sich mein Wallach sofort wohl fühlte! Er wälzte sich auch gleich und schaute sich alles in Ruhe an. Wir waren schwer begeistert und es scheint als passen die 3 super zusammen.

    Nach ca. 2,3 Wochen merkte ich schon, dass er viel aufmerksamer war als vorher. Ich muss dazu sagen, dass ich den Stall auch gewechselt habe, weil ich mit der Versorgung nicht zufrieden war. Ich hatte außerdem die Vermutung dass er als öfters vom Futter gejagt wird von einer Stute. Also war es insofern für mich schon klar, dass er eventuell mehr „power“ kriegen wird. Dann fing er an beim ausreiten stehen zu bleiben, rückwärts zu laufen, versuchen umzudrehen, den Weg zu bestimmen. Zum Glück bleibt er dabei aber dennoch ruhig und mit Geduld und Ruhe habe ich mich auch immer durchgesetzt, bis auf einmal wo ich absteigen musste weil er Rückwärts in einen Graben wollte. Dadurch dass es unter der Woche so früh dunkel ist und am WE meist schlechtes Wetter war oder ich keine Zeit hat, reitet seit Anfang/Mitte November nur noch unsere RB 1-2 mal die Woche. Bei der macht er es auch ab und zu mal, aber sie setzt sich auch durch.

    Seit ein paar Wochen ist die Wiese, wo sie aktuell tagsüber stehen, etwas weiter vom Stall bzw. nicht in Sichtweite. Deswegen ist mein Wallach schon am Putzplatz guckig. Vorher hat er nicht so geklebt. Es gibt aber auch Tage da interessiert es ihn überhaupt nicht!
    Dann bin ich mit ihm auf den Platz unterhalb des Stalls und wollte longieren. Mein Wallach ist eigentlich ziemlich faul und das gerade am Anfang aber diesmal wollte er sofort anfangen zu traben und ich er ignorierte mich. Also hab ich ihn angehalten, beruhigt, erst nochmal etwas geführt bis er abschnaubte und auch entspannt war. Beim nächsten Versuch zu longieren hat er sich sofort total aufgespielt, ist vorne etwas hochgegangen und losgerannt. Ich konnte ihn nicht mehr halten und er lief im Stechgalopp zurück zum Stall. So kenne ich ihn überhaupt nicht. Daraufhin habe ich ihn oben direkt am Stall nochmal longiert und zwar nur im Schritt, mehr lässt die Fläche da auch nicht zu.

    Hat er jetzt durch die neue Herde, weil er vielleicht dort besser hinpasst, mehr Selbstbewusstsein bekommen? Oder klebt er jetzt mehr, aber wenn ja warum? Da ich mir wohl meinen Rang wieder erarbeiten muss habe ich mir überlegt mit Hilfe meiner RL etwas Führtraining und Bodenarbeit zu machen. Denkt ihr das ist ein guter Weg?
     
  2. Tequilla

    Tequilla Inserent

    Meine unprofessionelle Meinung dazu: der fühlt sich noch nicht richtig heimisch dort und bei dir alleine nicht 100% sicher .
    Sind die anderen Ponys außer Sichtweite macht ihn das nervös.
    Wart ihr alleine im Gelände oder mit pferdischem "Beistand"?
    Meine ist heute noch manchmal leicht kuckig, wenn ich sie alleine mitnehme, deswegen leih ich mir an solchen Tagen gerne das Pony von ner Freundin und schleppe das als Handpferd mit, oder stell es in der Halle ab, bei uns geht das, wir sind nur sehr wenige, an anderen Ställen gestaltet sich das natürlich evtl. schwierig :reflect:
     
  3. Frau Horst

    Frau Horst Bekanntes Mitglied

    Ich hatte mal Ähnliches bei einer Neuzusammenführung. Ein Pferd war danach der Meinung, es hat jetzt keine Zeit mehr zum Arbeiten, es muss bei seinen Freunden sein. In dem Fall war es aber zwischen verschiedenen Geschlechtern, was das Pferd vorher wohl nicht kannte, und es war extrem in Love.

    Das Pferd war bei der Arbeit dann total unkonzentriert und wollte nur zurück. Und ich hasse es, wenn ich nicht die volle Aufmerksamkeit habe! Ich habe dann eben erst die Zeit, die es spinnen und wüten musste, ausgesessen (geritten oder longier) und erst danach mit dem normalen Pensum an Arbeit angefangen, wenn es eigentlich schon zu müde war. Das war, ehrlich gesagt, nur klarstellen, wer das Sagen hat und wo die Prioritäten sind. Nach einiger Zeit hat das Pferd das akzeptiert und hat wieder gehorsam seinen Job gemacht, auch ohne eine halbe Stunde rumstänkern und wilde Sau spielen. So ruhig wie es vorher war, wurde es aber in Gesellschaft dieser Gruppe nie wieder.
     
  4. kaawa

    kaawa Bekanntes Mitglied

    Ich denke, dein Pferd klebt nun einfach mehr an der neuen Pferdegruppe. Warum? Ganz einfach, er hat vor kurzem seine Heimat und vertrauten Pferdekumpels verloren. Das IST traumatisch für ein Pferd. Und nun hat er Angst, dass ihm das wieder passiert. Woher soll er schließlich wissen, dass du immer wieder mit ihm in den neuen Stall zurückkehrst? Beim alten Stall hast du es beim letzten "Ausritt" schließlich auch nicht getan... Ich würde hier nicht am "Rang" arbeiten (halte die Dominanztheorie inzwischen ohnehin für Humbug), sondern am Vertrauen!

    Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, das Pferd erst nur kurze Distanzen vom Stall / der Herde wegzuführen, und dann gleich wieder umzudrehen und zurückzukehren, um am Stall angekommen, erneut aufzubrechen. Die Grenze für die maximale Entfernung liegt dabei dort, wo das Pferd sich noch gerade so wohlfühlt, knapp bevor es anfängt nervös zu werden, weil es jetzt "weg" muss. Das Hin- und Herlaufen (ggf. Reiten) ist für den Menschen ziemlich langweilig, den Pferden hilft es aber, zu erfahren, dass sie immer zurückkommen. Die Grenze kann man auf diese Weise in mehreren Übungseinheiten stückweise immer weiter vom Stall weg "verschieben" bis man schließlich die erste kleine Geländerunde machen kann. Wenn man das geschafft hat ohne das das Pferd sich dabei aufregt, kann man dann auch relativ schnell zu größeren Runden übergehen.
     
    Tequilla, Barrie und Frau Horst gefällt das.
  5. Frau Horst

    Frau Horst Bekanntes Mitglied

    Den Ansatz finde ich auch nicht schlecht. :)

    In meinem Fall hat das Pferd ja den Stall nicht gewechselt, es kam nur mit einem anderen weiteren zusammen, also in keiner Weise ein Verlust. Da habe ich mich natürlich extrem nicht ernstgenommen gefühlt, dass das Pferd von heute auf morgen meint, es muss nicht mehr in die Halle, dafür hat es jetzt keine Zeit. Da war für mich durchaus Erziehung angemessen. Aber in dem Thema kann ich auch eigen sein, das gebe ich zu. Für mich schließen sich Dominanz und Vertrauen auch nicht aus, vielmehr ist eher das eine die Grundlage für das andere. Aber das geht zu sehr ins OT.

    Dein Vorschlag ist für Pferd und Reiter bestimmt leichter und sanfter als meine Wer-sitzt-am-längeren- Hebel-Methode.
     
  6. lavendel908

    lavendel908 Mitglied

    So traumatisiert kommt er mir gar nicht vor :reflect:

    Nee nee also wir waren schon unsere normalen Strecken ausreiten, also weiter weg vom Stall. Und da wars immer so, dass er dann ab einer bestimmt Entfernung stehen bleibt und wieder heim will. Aber da kann man sich eigentlich ganz gut durchsetzen. Und am Rückweg wird er dann ziemlich kernig aber noch händelbar. Gallopieren würde ich allerdings nicht mehr dann.

    Ich dachte mir halt, die Stuten vorher waren schon mehr dominant und jetzt kann er sich wohl auch etwas mehr erlauben bei den anderen 2 Jungs. Vielleicht dreht er deswegen mal so richtig auf..?
     
  7. jojo1258

    jojo1258 Inserent

    Hallo Lavendel,

    wir haben hier ja einen Reha-Betrieb für Pferde, d.h. etliche dieser Tiere sind nur auf Zeit hier und daher gibt es öfter mal Wechsel in den Herden. Was du beschreibst, ist normal und sogar gut - jedes Individuum re-agiert auf Veränderungen, tut es das nicht mehr, hat es resigniert und dicht gemacht.

    Pferde sind Fluchttiere, Herdentiere, Wächter.... und von Natur aus eher defensive Zeitgenossen. Sie fühlen sich dann am wohlsten, wenn sie sich einem souveränen und in sich starken Leittier "unterordnen (Dominanz) und anhängen (Vertrauen) können, weil sie sich dann sorglos auf das konzentrieren können, was sie am liebsten und längsten im Laufe eines Tages tun: fressen und dahinziehen.

    Eine natürliche Herde wird in der Regel von einer Leitstute geführt, die hat evtl. noch ein paar Vertreterinnen (Mit-Wächter) die in der Rangordnung auch eher oben stehen und der Boss/Hengst sorgt beim Weiterziehen dafür, dass keine Nachzüglicher zurück bleiben und hat stets ein wachsames Ohr und Auge auf alle Gefahren. Alle Herdenmitglieder in der Rangordnung zwischen Leitstute und Hengst ordnen ihren Rang untereinander aus, haben aber alle eines gemeinsam: sie respektieren und vertrauen (und schon wieder diese Mischung aus Dominanz und Vertrauen) auf die Leittiere.

    Ohne ein gewisses Maß an Dominanz wird es in keiner Sozialgemeinschaft die als Herde funktionieren muss, auch das nötige Vertrauen geben. Einem schwachen, ängstlichen und labilen Genossen wird keiner VERTRAUEN. Mein Leben, meine Sicherheit, egal was... ver-trauen wir selber (und auch der Mensch ist von Natur aus ein Herden/Rudelgeselle) doch auch lieber den Souveränen, Starken und Zuverlässigen an ;-)

    In einer natürlichen Herde gibt es aber nun mal keine Wallache; nur Stuten und - je nach Herdengröße in der Regel einen Beschäler, der etliche Stuten um sich schart. Sobald die Jungspundkerle Konkurrenz werden, sich nicht mehr unterordnen oder gar den Stuten nachstellen, werden sie davon gejagt. Nun war dein Wallach am alten Stall hormonell ein Neutrum innerhalb einer 2er-Stutenherde. Es gab die Chefin und die, die sich ihr unterordnete/anvertraute. Er war geduldet aber eben kein echter Herdenbestandteil. Er war dort vermutlich nicht wirklich glücklich. Er fand er sich mehr oder weniger in seine Rolle als drittes Rad am Wagen ein, denn er hatte ja immer wenn du da warst mit dir "seine" eigene Herde in der er seine feste Rolle hatte, auch als Neutrum.

    Nun besteht am neuen Stall die Herde aus lauter "Neutrums" - eine künstliche Herde ist entstanden, in der aber auch die typischen und hormongesteuerten (Fortpflanzung, Arterhaltung...) Rangdiskussionen fehlen. Stressfreiheit, bessere Futtersituation, gute Kumpels.... jetzt lebt er auf. Nicht umsonst bilden man in größeren Ställen reine Wallachherden, das hat schon seinen guten Grund. Du hast im Sinne des Pferdes das beste für ihn getan, nur aus Herdensicht bist du jetzt nicht mehr das starke Leittier das kommt und ihn aus seiner alten Mobbingstruktur holt, sondern jetzt kommt da eine Stute die was von ihm will und ihn auch noch von den Kumpels wegholt.

    Gib ihm ein wenig Zeit, aber nicht zu lange. Dein Vorschlag mit Führtraining und Bodenarbeit - und Bodenarbeit ist ja nicht zwangsläufig gleich harte Dominanzschule - ist der richtige Weg. Zeig ihm, dass du stark genug bist, dass er sich dir anvertrauen kann - mach mit ihm Dinge, die ihm Spaß machen (Stangenarbeit, Gymnastik, Spazierengehen mit Fresspausen....du weißt besser was er will) aber zeig ihm auch, dass schon immer noch du sein Boss bist.
    Der Vorschlag mit den kurzen Distanzen, die dann immer weiter gehen ist auch ein gute Lösung - egal was tu tust: tu es souverän und schon mit einem gewissen Maß an Verbindlichkeit - lass es aber immer in einer positiven Note enden.

    Viel Glück und freu dich über dein "neues" Pferd.
    jojo
     
  8. lavendel908

    lavendel908 Mitglied

    Hallo jojo :)
    Vielen Dank für deinen Beitrag! Das hat mir wirklich gut erklärt was es mit der Veränderung auf sich hat!!

    Heilig Abend war ich total überrascht. Ich wollte longieren und bin extra in die Halle vom anderem Hof und er hat sich echt benommen! Auch die Tage drauf war er wieder entspannter. Muss aber dazu sagen, dass sie wieder auf der Wiese direkt am Stall stehen. Denke also ich werde doch nicht soooo viel Arbeit haben wie befürchtet. Mal sehen wie es dann mit dem reiten läuft ;) Er wurde jetzt schon ein paar Wochen nicht mehr geritten, da ich auf Barhuf umstelle/umgestellt hab.
     
  9. Elli2015

    Elli2015 Mitglied

    Was du da beschreibst hab ich mit meinem Wallach auch ,er ist 19 JAhre und wenn ich mit ihm alleine bin konzentriert er sich voll auf mich und arbeitet super .Sobald ein anderes Pferd in sicht kommt steht er stocksteif da und schaut .
    Auch wir wechseln nun in 3 Wochen den Stall ,mal sehn wie es wird .
    LG
     
  10. PerlinoAlbino

    PerlinoAlbino Aktives Mitglied

    Hey Lavendel wie läuft es denn mittlerweile bei euch?
     
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