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Versicherungen ja oder nein ?

Diskutiere Versicherungen ja oder nein ? im Versicherungsfragen Forum; Hallö :-) Da ich ja Berufsreiter bin und nach meinem nachgeholten Abitur nun als Kundenberater für Tierversicherungen arbeite (wer, was, wo...

  1. aglomba

    aglomba Neues Mitglied

    Hallö :)

    Da ich ja Berufsreiter bin und nach meinem nachgeholten Abitur nun als Kundenberater für Tierversicherungen arbeite (wer, was, wo könnt ihr per PN fragen, mag keine Werbung machen), hier mal meine ganz eigene Meinung zu den Pferdeversicherungen:

    Pferdehaftpflichtversicherung:

    EIN MUSS!!!!!!!! ich kann nicht genug Ausrufezeichen für die Wichtigkeit dieser Versicherung machen!
    Alle Tiere ab der Katze sind nicht mehr in der privaten Haftpflicht versichert. Also Hund, Pferd, Pony, Esel etc muss man gesondert versichern.
    Eine Haftpflichtversicherung für ein Pferd kostet (beim derzeit besten Angebot) für ein Großpferd gerade mal knapp 90€ im Jahr, ohne eine Selbstbeteiligung. Das ist kein Geld, wenn man bedenkt, dass ein Pferd auf einer Strasse schnell einen Millionenschaden anrichten kann.
    Und der Gesetzgeber hat es eindeutig geklärt: § 833 BGB sagt, dass ein Halter eines Tieres mit seinem eigenen Vermögen für entstandene Schäden haftet. Egal, aus welchem Grund der Schaden entstanden ist.
    Also auch, wenn jemand den Zaun öffnet oder kaputt macht und die Pferde auf die Strasse laufen, oder ein Fußgänger eurem Pferd einen Klaps gibt und dann einen weniger netten Klaps zurückbekommt... Zuerst haftet der Halter!!
    Worauf man bei einer Pferdehaftpflicht achten sollte:

    -Fremdhütrisiko
    -Forderungsausfalldeckung
    -evtl Reitbeteiligung

    sollte mitversichert sein.


    Pferde OP Versicherung:

    Es scheiden sich die Geister. Ist eine Versicherung, die im Ernstfall ein "Geschenk Gottes", bei einem niemals schwer kranken Pferd eine unnötige Ausgabe ist.
    Fakt ist: Eine Kolik Op z.B. kostet um die 3.500€ !! Eine Pferdeklinik besteht auf Barzahlung und ist nicht!!! verpflichtet sich auf Ratenzahlung einzulassen. Bedeutet: Pferd muss operiert werden, Geld ist nicht in entsprechender Höhe direkt da, Klinik kann das Pferd einbehalten bis zur vollständigen Bezahlung. Zuzüglich natürlich der Unterbringungskosten.
    Legt man jeden Monat 30€ urück, muss man 4 Jahre sparen um eine Kolik Op bezahlen zu können. Dann ist das Geld aber futsch und wenn nochmal was passiert... Pech..
    Da ist natürlich eine Versicherung super.
    Pferdekliniken raten mittlerweile dazu, eine solche Versicherung abzuschließen, da es wohl schon oft dazu kam, dass die Kosten nicht bezahlt werden konnten.

    Für mein jetziges Pferd habe ich eine OP Versicherung. Für mein voriges hatte ich keine. Der war 10 jahre Kerngesund und hat dann innerhalb von 4 Wochen Kosten von 6000€ produziert (und leider trotzdem nicht überlebt ). Ich hoffe trotzdem, dass mein Ferrario (so heißt mein Wallach) nicht mal operiert werden muss...

    Wichtiges bei der OP Versicherung:

    - mind 2facher Satz der GOT muss bezahlt werden!!

    Der Rest ist Abwägungssache. Ob man Teilnarkose oder Gelenk Op's mitversichern will, kann individuell gemacht werden.


    Pferde Krankenversicherung:

    Blödsinn!! Ganz ehrlich. Bezahlt wird nur 60% der TA Rechnung, dafür wird aber monatlich um die 60€ verlangt.. Finger weg!!

    Die ganzen anderen Zusatzversicherungen sind je nach Gegebenheit überlegenswert. Reiterunfall sollte schon gemacht werden, aber ob Pferde-lebensversicherung, -rechtschutz, - oder Sattelversicherung notwendig ist, ist von Halter zu Halter unterschiedlich. Auch die Kombi Pakete sehe ich eher skeptisch. Denn Versicherer A ist bei Haftpflicht besser, aber bei zB OP Schutz teurer oder weniger leistungsstark. Daher bezahlt man bei Kombi Paketen meist mehr oder hat schlechtere Leistungen.


    Vom Verhalten der Versicherer her, muss ich sagen, dass es selten zu Unstimmigkeiten kommt, wenn sich alles fair abgespielt hat. Wenn aber jemand eine Vorerkrankung verschweigt, das Pferd muss deswegen operiert werden und es kommt raus, wird natürlich das Geld zurückgefordert.
     
  2. Smigel

    Smigel KvD- Klugscheißer vom Dienst

    @ aglomba:

    Na, Dich könnte man ja fast als Kollegin bezeichnen. :welcoming:

    Ich gehe mit Dir weitestgehend konform, allerdings besteht hier schon eine FAQ, in welcher das alles schon ausführlichst erläutert wurde.

    Zur Reiter-Unfallversicherung bekommst Du von mir ein ganz klares Kontra, diese versicherung ist reiner Schwachsinn. Rate Deinen Kunden lieber zu einer richtigen UV, auch wenn Du diese nicht selbst vermitteln kannst und nichts dran verdienst. Das wird sichlangfristig rentieren, weil die Leute dann merken, dass Du es ehrlich meinst. Noch viel eher ist zu einer Einkommensabsicherung zu raten (Berufs- oder Erwerbsunfähigkeits-, Grundfähigkeits-Absicherung oder auch eine Absicherung gegen schwere Erkrankungen (die Spielwiese ist dort sehr groß). Gerade diesen Bereich solltest Du aber nur dann selbst bedienen, wenn Du dahingehend richtiges Fachwissen hast bzw. es genau so den "richtigen" Experten überlassen (womit ich Dich nicht abqualifizieren will (!), aber ein "Tierversicherung***perte" ist nunmal nicht gleich auch ein Experte für diese wesentlich komplexeren Dinge).

    Dein generelles Abraten von Kombi-Produkten kann ich übrigens auf voller Linie bestätigen.


    LG


    Dennis
     
  3. Leo

    Leo . Mitarbeiter

    Mitunter bietet es sich an, wenn der Berater sowohl Versicherungs- als auch Pferdetechnisch qualifiziert ist und wenn er dann noch dazu eine große Produktpalette anbieten kann, ist man in besten Händen. Also: gelernter Versicherungskaufmann, Makler und Pferdemensch wäre die ideale Kombi für einen guten Berater auf dem Gebiet der Pferdespezifischen Versicherungen. ;-)
     
  4. aglomba

    aglomba Neues Mitglied

    @Dennis: Daher bin ich als Kundenberater angestellt :)
    Die komplexeren Dinge lerne ich gerade, aber für Rückfragen ist da mein Chef zu Glück ja immer in der Nähe. Hier sollte es erstmal darum gehen, dass sich auch jemand damit auskennt was und wie etwas bei Pferden passiert etc :)
     
     
  5. Smigel

    Smigel KvD- Klugscheißer vom Dienst

    Dann wünsche ich Dir mal viel Spaß und Erfolg in der Assukuranz. Und lass Dir von den Versicherern "keinen vom Pferd" (Haha - eine gar lustige Wortspielerei *g*) erzählen, immer schön kritisch bleiben und alles hinterfragen! :witless:
     
  6. aglomba

    aglomba Neues Mitglied

    Oh ja. Darauf kannste Dich verlassen! :)
     
  7. sasthi

    sasthi Bandenprofi

    Ich finde aber dass da bei der Pferdeop-Versicherung schon noch drauf hingewiesen werden sollte, dass ...

    je älter das Pferd bei Vertragsabschluss, desto weniger voll bezahlt wird.

    Bei einem Pferd welches z.b. Vertragsabschluss eben 15 Jahre ist und nicht in jungen Jahren schon versichert wurde, wird bei vielen Versicherern nicht mehr voll versichert.

    Muss man sich halt dann überlegen...
     
  8. Smigel

    Smigel KvD- Klugscheißer vom Dienst

    @ sasthi: Der Eingangsbeitrag geht bei keiner der genannten Versicherungen so wirklich auf Vertragsdetails ein und auch nicht auf Besonderheiten einzelner Anbieter. Im Gegenteil, der Beitrag ist bewusst sehr oberflächlich und auf Wesentliche begrenzt gehalten worden.

    Wenn Du nun mit diesem einem Punkt anfängst, wo hätte die TE dann enden sollen? Letzten Endes gehört so etwas in eine umfassende Beratung mit hinein - in dem obigen Beitrag wäre es schon "überzogen" gewesen, da es hier eben nur um das Grundsätzliche geht.

    Und im Übrigen ist Dein Einwurf auch falsch: Es ist NICHT so, dass Du zwangsläufig wenige rLeistung bekommst, wenn das Pferd älter ist. Du kannst auch für ein 18-jähriges Pferd 100% Leistung bekommen. Warum sollte man also einen solchen "Warnhinweis" schreiben, wenn er eh die wenigsten betrifft und selbst die Betroffenen diesen Punkt umgehen können? :witless:


    LG


    Dennis
     
  9. sasthi

    sasthi Bandenprofi

    Hallo Dennis,

    Einigen wir uns auf "nicht ganz richtig"? :suspicion:
    Wenn ich ein junges Pferd für Beitrag X versichern kann, wärs halt schon toll, wenn das bei einem "alten" auch möglich wäre. Hier gibt es aber viele Versicherer (ja, nicht alle, aber doch Einige), sie sagen: "Sicher, du kannst für Beitrag X dein "altes" Pferd versichern, allerdings behalten wir uns vor, nur noch x% der Leistung im Schadensfall zu übernehmen, nicht mehr aber die volle Leistung.
    Dass für Geld vieles Möglich ist, ist klar... nur stellt sich irgendwann die Frage, ob das Geld nicht bei der Bank irgendwie besser investiert ist.
     
  10. Smigel

    Smigel KvD- Klugscheißer vom Dienst

    Hi sasthi,

    Du hast Recht: Du liegst nur nicht ganz richtig. :biggrin-new: Es war tatsächlich verkehrt zu sagen, dass Du "falsch" liegen würdest. Sorry für die falsche Wortwahl, war nicht böse gemeint!

    Zu den einigen und vielen Anbietern: Es gibt im Grunde nur ZWEI, deren OP-Versicherung wirklich was taugt. Und dann noch drei, dieren Angebote man völlig ignorieren kann, weil die mit einer OP-Versicherung kaum was am Hut haben bzw. derart miese Leistungen bieten, dass die kein Mensch braucht.


    LG


    Dennis
     
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