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Vertrauen/Respekt zu dem Pferd

Diskutiere Vertrauen/Respekt zu dem Pferd im Allgemein Forum; Wie baut ihr das Vertrauen und den Respekt zu eurem Pferd auf ? mich würde das mal sehr intressieren, weil ich oft nicht weiß wie ich das machen...

  1. lilameyer

    lilameyer Neues Mitglied

    Wie baut ihr das Vertrauen und den Respekt zu eurem Pferd auf ? mich würde das mal sehr intressieren, weil ich oft nicht weiß wie ich das machen soll.... Wäre echt nett wenn ihr mir helfen könnt
    eure lilameyer
     
  2. Honigmaus

    Honigmaus Inserent

    Ein großes Thema, das sich nicht einfach abhandeln lässt.

    Wo hast du denn genau Probleme?


    Ich hab ein sehr vertrauensvolles Pferd. Der macht das, was der Mensch will. Unterm Sattel weiß er, was sein Job ist, würde nie buckelnd wegspringen, nur weil er Lust drauf hat. Das gehört sich einfach nicht.

    Auch wenn er so lieb und brav ist, behandele ich ihn fair.
    Er weiß genau, wo seine Grenzen liegen. Unarten werden immer gestraft (nicht achtung, Rückwärtstreten, Finger heben, scharfes "NA" oder "NEIN"), jeden Tag, jedes Mal, wenn ich es mit bekomme (wenn ich nicht sofort strafen kann, wird gar nicht gestraft, dann weiß das Pferd nicht, WARUM es jetzt gestraft wurde).
    Erwünschtes Verhalten wird belohnt. Verbal, mit Leckerchen, Kraulen, Ende der Arbeitseinheit...
    Wenn er Angst vor irgendwelchen Gegenständen (Plane im Gelände, neue Gebäude, unbekannte Landmaschinen...) oder Geräuschen (Höhenförderer, alle möglichen Motoren, Radio) oder Gerüchen (Feuer, Qualm, Rauch, Schweine) soll er sich das ansehen. Wenn er sich unter dem Sattel verweigert, wird das ausgesessen (Millimeterweises Vortasten) oder ich steige ab, führe ihn hin und lasse ihn schauen. Wenn er sich dann versteift, fasse ich das Ding (wenn es nicht heiß oder Gefährlich ist) an. Irgendwie scheint er dann zu merken, dass das nicht böse ist, wenn die "Mutti" ist anfassen kann. Dann schnuppert er kurz und die Sache ist gegessen.
    Auch bei leichter Unsicherheit soll er sich alles ansehen. Je mehr ein Pferd beschnuppern und erforschen kann, desto cooler wird es, meiner Erfahrung nach.
    Für uns ist es kein Problem, wenn ein Trecker auf uns zu rast oder eng vorbei fährt. Genauso sieht es bei Autos und LKWs aus. Oft ist da kein halber Meter mehr zwischen. Pferd steht. Er muss nur sehen, was da ankommt bei so geringen Abständen.

    Wenn wir die Halle für uns haben, machen wir ab und an Scheutraining. Mit einem Ball (lässt sich damit abwerfen, ansonsten istd er langweilig), Planen oder Plastiktüten (langweilig, lässt sich überall berühren, sucht da maximal Leckerchen drin, weil er weiß: Diese Dinge bedeuten Kekse). Regenschirme. Die reißt er einem von der Schulter und schwenkt sie durch die Gegend oder lässt sie fallen (einer ist mal auf gegangen, kurzes Prusten und dann war das Ding "okay").

    An solchen Dingen merkt man, dass er noch nie schlechte Erfahrungen gemacht hat.


    Ich habe vor Jahren eine Stute geritten, die kein Vertrauen zu Menschen hatte.
    War Kopfscheu, hatte Angst vor allem neuen (Lammfellhalfter, dauerte 2 Wochen bis ich das anlegen konnte, Abschwitzdecken, Fliegendecken, Bandagen, Schabracken, Fliegenhauben, Abspritzen ging gar nicht, verweigerte schon einfache Stangen, rollte sich beim Reiten auf, Wurmkuren gingen gar nicht).
    Kannte nur Schläge, wenn sie Angst hatte, hat da gelernt, dass man dem Menschen nicht trauen kann.
    Ich habe ihr immer gezeigt, dass all diese Dinge nicht schlimm sind, dass es Essen gibt, wenn sie etwas "erduldet".
    Habe sie Faier behandelt, ihr gezeigt, dass Angst okay ist, solande sie den Menschen nicht umrennt. Sie sich die "Böse" Sache ansehen muss.
    Nach 2 Jahren konnte ich alles mit dem Tier machen, Abspritzen, Eindecken, Wurmkuren geben, sie rollte sich nicht mehr beim Reiten ein.
    Und was war? Ich habe das Tier verritten und wurde aus dem Stall geekelt.
     
  3. Tabea

    Tabea Inserent

    Hallo,

    Pferde sind zwar nicht (!) mit Menschen gleichzusetzen, in Sachen vertrauen gewinnen aber doch sehr ähnlich strukturiert. Überlege dir einmal selbst welchen Mitmenschen du vertraust, und warum das so ist.

    Grundsätzlich baut sich Vertrauen dadurch auf, dass man sich auf den anderen verlassen kann und er berechenbar ist. Das heißt also übersetzt auf Reiter-Pferd-Beziehungen: Willst du das Vertrauen deines Pferdes gewinnen, musst du dich als seinen besten Freund sehen, der dafür sorgt dass es ihm gut geht und ihn niemals schlecht behandelt.

    Das klingt jetzt so dahin gesagt recht leicht; Fakt ist aber dass das sehr viel weiter geht als man zunächst glaubt... dazu gehört nämlich auch, dass man ALLES was man tut bewusst und nicht aus dem Affekt tut, das man sich Zeit nimmt. Das fängt damit an, nicht einfach loszugehen und das Pferd am Strick hinter sich herzuziehen (welches nicht darauf vorbereitet war und negativ überrascht wird) und hört damit auf, dass man das Pferd regelmäßig umsorgt und beschäftigt - so wie man auch eine Freundschaft pflegen muss. Regelmäßig heißt hierbei aber nicht ein Mal in der Woche sondern meiner Meinung nach spätestens jeden zweiten Tag.

    Das schafft eine Basis mittels derer man dann Dinge miteinander erlebt die einen zusammenschweißen - Urlaub, Ausflug, eine gefährliche Situation zu meistern .. das kann zb auch ein plötzlich auftauchendes Gewitter bei einem Ausritt sein. Wenn ihr euch vertraut und dann miteinander arbeiten könnt (sprich schnell aber ohne Hektik nach Hause wollen) schweißen euch solche Dinge enger zusammen als ein entspannter Ausritt bei Sonnenschein, denn:

    Pferde leben in einer Herde und ordnen sich einem Herdenführer unter. In diesem Fall ist es eine Zwei-Mann/Pferd-Herde und der Reiter ist oder sollte zumindest der Herdenführer sein.
    Das Pferd ordnet sich dem Pferd(bzw auch Menschen) unter, der am verlässlichsten und berechenbarsten ist, denn:
    - es verlässt sich darauf, keiner Gefahr ausgesetzt zu werden.
    - es möchte nicht aus einer Laune heraus zurechtgewiesen werden.

    Es sind alles sehr logische und weniger emotionale Gründe, die ein Pferd entscheiden lässt, seinen Herdenführer zu erwählen; das macht es aber auch für uns Menschen relativ leicht, diese Postion einzunehmen, wenn wir uns unseres Handelns und dessen Konsequenzen bewusst sind.

    LG Tabea
     
  4. ulrike twice

    ulrike twice Heidemaus


    was verstehst du denn darunter?

    ich frage deswegen nach, weil es meines erachtens die "unsinnigsten modewörter" sind, die es gibt.
    sie im regelmäßig im umgang oder gar beim reiten zu benutzen, ist eher unpassend, nicht dahin gehörend - sinnfrei.

    ganz deutlich: ein pferd macht das, was man ihm sagt.
    dafür muss man gelernt haben, wie man einem pferd etwas sagt.
    dafür benötigt es eine langjährige ausbildung des reiters!

    an ein eigenes pferd sollte man sich erst dann eigenverantwortlich herantrauen, wenn man das auch gelernt hat!

    wenn du die richtige technik anwendest, befolgt dein pferd sie auch, sofdern du dir nicht ein verrittenes pferd oder ein im umgang verzogenes pferd angeschafft hast.
    dazu gehört natürlich ein fairer umgang mit dem pferd und das wissen seines besitzers, was man verlangen darf!

    entschuldige, wenn das hart klingt, aber ich bin echt genervt davon.
    mir begegnen pfderdebesitzer (damit bist jetzt nicht du angesprochen!), die mit keinem deut jemals iwo gelernt haben, wie man etwas tun muss, udn es kommt blödes geplärre von ihnen, dass ihr pferd nicht das tut, was sie ihm sagen! dabei sagen sie ihrem pferd gar nix und sie verwirren das pferd total - besdchuldigt wird dann nciht der mensch selbst sondern das pferd, weil es sich ja "dominant" ihnen gegenüber verhält....

    könntest du konkrete beispiele nennen, wo es bei euch an etwas hapert, wo sich probleme ergeben?
     
     
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