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Vertrauensbruch. Warum ein solches Benehmen?

Diskutiere Vertrauensbruch. Warum ein solches Benehmen? im Pferdeflüsterer Forum; Hallo, ich habe ein Problem und zwar: Vor kurzem bin ich Reitbeteiligung an einem 16jährigen Warmblutwallach geworden. Das Pferd soll ein altes...

  1. HappyCuppyCake

    HappyCuppyCake Neues Mitglied

    Hallo,
    ich habe ein Problem und zwar:
    Vor kurzem bin ich Reitbeteiligung an einem 16jährigen Warmblutwallach geworden. Das Pferd soll ein altes Springtunierpferd sein und die Besitzer versicherten mir, er wäre totbrav & man könnte so gut wie alles mit ihm machen.
    Das einzige, wo er komisch schauen würde, wäre bei Kutschen und er würde keinen Wind mögen.
    Die ersten vier-, fünf Male ritt ich in der Halle und auf dem Platz. Es klappte wirklich prima.
    Dann fragte ich die Besitzerin, ob ich mit dem Pferd ausreiten könnte und sie meinte, das wäre absolut kein Problem.
    Also ritt ich mit dem Wallach aus. Bis zu einem bestimmten Weg ging das gut. Wir beide waren total entspannt und genossen das schöne Wetter.
    Dann kamen wir an einen Hügel, den, wenn dort keine Spaziergänger gehen, wunderbar zum galoppieren nehmen kann.
    Ich wäre auch galoppiert, aber zu diesem Zeitpunkt hielten sich dort Spaziergänger auf. Ich war noch nicht mal ein Drittel des Hügels hoch, als der Wallach plötzlich zur Seite sprang und stehen blieb.
    Da er sich normalerweise nie erschreckte, wunderte mich das zwar, aber ich dachte mir, dass passiert nun mal ab und zu.
    Also wollte ich ihn wieder anreiten, doch er sprang erneut zur Seite und riss den Kopf hoch. Da links ein Stacheldrahtzaun war, in den er diesmal was hinein gesprungen wäre, fand ich das bald nicht mehr so lustig.
    Zwei der Spaziergänger drehten abrupt um, als sie das 'bockende' Pferd sahen und waren bald nicht mehr zu sehen. Der dritte Spaziergänger jedoch ging schnurgerade weiter auf mich zu. Ich dachte mir, versuch ihn mal umzudrehen und einen neuen Anlauf zu starten. Wieder sprang der Wallach zur Seite.
    Also erstmal beruhigen lassen, dachte ich mir. Der Spaziergänger ging weiter auf mich zu und blieb neben dem Pferd stehen, täschelte es und begann mir irgendwas von Knochenbrüchen zu erzählen. :nah:
    Schließlich ging er weiter und ich ritt das Pferd wieder an. Diesmal klappte es und wir kamen sicher den Berg hoch. Dort kam uns eine Kutsche entgegen. Wir ritten daran vorbei und der Wallach machte nichts. Doch kaum vorbei, riss er erneut den Kopf hoch und sprang wieder zur Seite.
    Was sollte das?
    Ich ritt den Weg weiter und bemerkte dabei, dass das Pferd einen unglaublichen Drang hatte, jeden Moment los zu rennen. Also trabte ich nur ein kleines Stück und galoppierte absichtlich nicht- wer wusste schon, ob er sich wieder anhalten ließ?
    Schließlich wieder im Schritt (das Pferd tänzelte aufgeregt herum), kam uns eine Frau auf einem jungen, tänzelnden Pferd entgegen. Meine RB sprang wieder und die Frau ritt vorbei.
    Mein Wallach schaute ihnen mit hoch gerissenem Kopf hinter her und begann urplötzlich zu steigen.
    Jedesmal, wenn ich ihn auf den anderen Weg zurück lenken wollte, stieg er wieder und ich musste nun wirklich aufpassen, dass er nicht in den Stacheldraht sprang.
    Ich weiß jetzt nicht mehr wie, aber ich bekam ihn auf einen breiten Weg zurück geritten. Ich wollte zurück zum Stall, weil es wohl an diesem Tag einfach nicht klappen wollte.
    Doch als ich den kürzesten Weg einschlagen wollte, sprang meine RB wieder und als ich sie zum stehen gebracht hatte, stieg ich ab.
    Schließlich hatte ich das Gefühl, von oben würde es einfach nur noch gefährlich werden.
    Am Zügel schlug ich schließlich den längeren Weg ein- bis wir zu einer Art Kreuzung kamen, ging alles gut. Dort begann meine RB wieder zu springen, machte einen Satz direkt vor mich, stieg und haute mir knapp eine runter. (Reithelmen sei Dank!) Ich hatte natürlich die Zügel los gelassen und der Wallach sprang zurück, blieb stehen, so, dass ich ihn wieder nehmen konnte.
    Ich begann ihn im Kreis zu führen, wobei er sich letztendlich auch wieder relativ beruhigte.
    Ich rief die Besitzerin an und erzählte, was los war. Sie kam sofort und setzte sich auf ihr Pferd. Doch auch bei ihr zickte er und rannte ersteinmal rückwärts, bevor er sich einigermaßen ein Stück vorwärts reiten ließ.
    Die Besitzerin war völlig verwirrt von seinem Verhalten und erzählte mir dann, dass vor wenigen Tagen der Sattel neu gemacht worden war, da das Pferd vorher davon Satteldruck bekommen hatte. Aber daran könne es nicht liegen.
    Schließlich setzte ich mich wieder drauf und zusammen brachten wir das Pferd zum Stall. Dort auf dem Platz war plötzlich wieder alles in Ordnung und wir brachten das Pferd in die Box.

    Ich kam schon mal auf die Idee, dass es einfach am Frühlingsanfang gelegen haben könnte? Jedenfalls habe ich seit dem kaum mehr Vertrauen zu meiner RB, da mir so gute Sachen über ihn erzählt wurden und er dies bei diesem Ausritt völlig in Grund und Boden trampelte.
    Seit dem bin ich nur noch auf dem Platz geritten. Das ganze ereignete sich vor etwa drei Wochen.
    Beim letzten Mal auf dem Platz war das Pferd zu dem sehr lauffreudig und wollte sich kaum aus dem Galopp bremsen lassen, wollte nicht vernünftig Schritt gehen, etc. Schließlich ging es dann mit viel Geduld, aber es wundert mich doch sehr und enttäuscht auch.

    Woran könnte dieses Verhalten liegen?
    Es ist vielleicht lächerlich, aber ich hatte noch nie KEIN Vertrauen zu einem Pferd und es war auch noch nie so, dass ich Ansätze von Angst gespürt hätte, wenn das Pferd bloß beim Putzen den Kopf hoch reißt...
     
  2. Charly K.

    Charly K. ...ich bin doch nicht kreativ. Mitarbeiter

    Hallo HappyCuppyCake,

    ich denke, in diesem speziellen Fall kommen mehrere Faktoren zusammen:

    1) Du (und das Pferd) waren anfangs absolut entspannt, so schreibst Du selbst. Das heißt, der erste "Hüpfer" traf Dich völlig unerwartet!
    Dadurch hast Du wahrscheinlich Anspannung aufgebaut, die sich dann letztlich bei jedem erneuten Vorfall potenziert hat - und sich aber umgekehrt auch wieder aufs Pferd übertragen hat. (Teufelskreis!)

    2) Zwei Aussagen der Besitzerin scheinen mir hier seltsam: a) Warum sollte das Pferd "Angst" vor Wind haben?! Blödsinn! Viele Pferde drehen bei stürmischem Wetter/Windböen auf - kann es sein, daß die Besitzerin vielleicht selbst falsches Verhalten des Pferdes im Gelände gefördert hat und ihm zuviel durchgehen hat lassen? (Und sich auf die Ausrede stützt, ihr Pferd habe halt "Angst" vor/möge keine(n) Kutschen und Wind.)
    b) Laut Aussage der Besitzerin brauchte das Pferd einen neuen Sattel, weil es Satteldruck hatte - wie lange ist das her?! Ist er überhaupt ausgeheilt? (Dann würde das Pferd zwar eigentlich auch auf dem Platz/Halle Schmerzen durch "Hüpfer", Unmut, Durchgehen zeigen, was ja zunächst nicht der Fall war, aber beim nächsten Reiten ja doch, oder? Könnte also ein Faktor sein!)

    3) Wie lange war der Wallach schon nicht mehr im Gelände???
    War es der erste Frühlings-Ritt???
    Dann ist so etwas schon FAST erlaubt! :wink:

    4) Ich würde dringend die Sehkraft checken lassen - denn gerade "das Symptom", daß er erst scheut, wenn er an etwas vorbeigegangen ist, und daß er in der bekannten(!) Halle/Platz gut geht, aber auf "unbekannter" Freifläche (Gelände ist nicht so "geborgen" und ungestört wie Halle/Platz, sondern ein dynamischer Ort) gestört reagiert, klingt SEHR danach, daß er vielleicht auf einem Auge (oder gar auf beiden) schlecht sieht, und sich dann erschreckt, wenn Gegenstände nur noch im Augenwinkel auftauchen!


    Wie gesagt, für mich klingt das nach einer Summierung und Potenzierung vieler Umstände - vier für mich mögliche habe ich ja genannt.
    Ich an Deiner Stelle würde jetzt zunächst Bodenarbeit (auch für DEIN Vertrauen!) machen, danach spazierengehen, und später mit einem absolut ruhigen Begleitpferd einen neuen Ausritt wagen.
    Und unbedingt Augen nachsehen lassen!

    Gruß, Charly
     
  3. getmohr

    getmohr ************

    hey,

    ich würde als nächstes erstmal einen ruhigen Schritt-Ausritt planen mit einem ruhigen und geländesicheren Pferd an deiner Seite.
    Viele Pferde gehen auch nicht gerne alleine ins Gelände.
    Könnte mir ansonsten auch vorstellen, dass er ggf noch nicht häufig draußen war in diesem Jahr, kann das sein?

    Kann gut verstehen, dass die da mulmig zu Mute war und das dein vertrauen erstmal erschüttert ist. Trotzdem solltest du versuchen beim nächsten Ausritt unbefangen zu starten, ich weiß, ist leicht gesagt.

    Vielleicht kannst du beim nächsten mal ein Martingal anlegen, um zu verhindern, dass der Wallach sich durch das Kopfhochreißen deiner Zügeleinwirkung entzieht.
     
  4. Misia

    Misia Inserent

    ich gebe getmohr recht, dass du ihn erstmal mit anderen sicheren pferden im gelände reiten solltest und ne ruhige schrittrunde machen solltest. :1:
     
     
  5. Idris Angel 000

    Idris Angel 000 Inserent

    hi ich schliesse mich auch mal den vorrednern an, wobei ich zu meinem eigenen pferd auch sagen kann, dass es seit 2 wochen eher nicht so handsam ist wie sonst, ich denke aber auch dass es hier mehrere ursachen geben könnte und der frühling bestimmt einen großteil dazu beiträgt.

    liebe grüsse
     
  6. Joelle

    Joelle Inserent

    ganz grundsätzlich: das Pferd hat dein Vertrauen nicht gebrochen und du hast keinen Grund enttäuscht von ihm zu sein. Er ist ein PFERD, der macht sowas nicht absichtlich - das ist zu sehr vermenschlicht.

    und: es ist Frühling, es war wahrscheinlich einer der ersten Ausritte in dem Jahr, Gelände/Umgebung vom Reitplatz verändert sich über Winter und auf einmal ist alles furchtbar erschreckend, aufregend und was auch immer. Außerdem erwachen nunmal die Lebensgeister, es ist die Zeit der Frühlingsgefühle, Kreislauf und Stoffwechsel arbeiten wieder schneller und stärker, weil die Winterpause und die damit verbundene "Schonhaltung" rum ist

    Und: als Fluchttier sieht und hört ein Pferd einfach mehr als wir Menschen. Den Vogel im Gebüsch, die Maus im Gras, der Hund der irgendwo da hinten auf dem Feld oder im Wald rumtobt registrieren wir einfach nicht - für ein Pferd ist es aber eine potentielle Gefahr
     
  7. Lysett

    Lysett Inserent

    Huhu Du,
    also so wie sich das anhört, warst er wirklich länger nicht im Gelände?!
    Dann das herrlcihe Wetter, ich denke, er war einfach nur aufgeregt.
    Ich hätte für meine RB(Die ich seit knapp 2 1/2 Jahren reite) auch noch vor ein paar Wochen die Hand ins Feuer gelegt, bevor sie plötzlich unkontrollierbar auf eine Straße zu raste...
    Oder ist er es vllt wirklich nicht gewöhnt alleine ins gelände zu gehen?
    Unser Pony erschreckt sich, wenn sie alleine im Gelände auch öfters mal. Wobei es egal ist, ob ein anderes Pferd oder jmd zu Fuß mitkommt, dann hat sie sich bis jetzt ganz selten mal erschrocken.

    Aber auch das Argument mit der Seekraft finde ich gut, wobei ich denke, dass man das evt schon vorher gemerkt hätte, beim iwo um die Ecken gehen etc?

    Ich würde an deiner Stelle noch mal einen Ausritt wagen, mit begleitung und es ganz ruhig angehen lassen...

    lg Julia
     
  8. getmohr

    getmohr ************


    Dem stimme ich so nicht zu! Klar, hat das Pferd das nicht mit Absicht gemacht, trotzdem ist das Vetrauen in das Pferd insofern erschüttert, dass sie andere Erwartungen hatte und sich jetzt nicht mehr traut alleine auszureiten. Ob jetzt Absicht oder nicht, trotzdem fehlt jetzt erstmal das vertrauen, das mühsam wieder aufgebaut werden muss. Es ist ja nicht nur das vetrauen ins Pferd was da wankt,m sondern gleichzeitig auch in die eigene Reitkünste, Mut und Selbnstvertrauen.

    Kann das total verstehen. Hab selbst eine Stute die erfolgreich Military lief und im gelände das ein oder andere mal ne nette Nummer hingelegt hat. Klat war das keine Absicht, sondern Gewohnheit. Trotzdem bin ich auch jahre danach nie gerne mit ihr ausgeritten, weil ich mir im Gelände einfach nicht sicher war, ob ich mich auf sie verlassen kann....
     
  9. Tamara

    Tamara Inserent

    Erschrecken ist eine Sache- bocken, steigen und unkontrolliert in der Gegend rumlaufen eine andere.
    Erschrecken kann sich jedes Pferd, dies Steigen ist einfach bockigkeit und ein unerzogen (vorausgesetzt das Pferd kennt Gelände und ist gesund wovon ich mal bei einem 16 jährigen Pferd ausgehe).
    Bodenarbeit nutzt dir nichts, denn auch wenn das Pferd am Boden alles brav mitmacht heißt es nicht, das es dies Verhalten unterm Sattel nicht wieder zeigt.
    Wie ist das Pferd auf dem Platz - ist es da immer brav oder bockt/steigt es da schon mal?
    Warum das Pferd sowas gemacht hat? ich vermute einfach übermut, war das erste mal in diesem Jahr wahrscheinlich draußen und du hast dich da nicht ganz durchgesetzt. Wenn das ein erfahrenes Pferd ist wird der getestet haben naja und da warst du dann wahrscheinlich zu inkonsequent.
    Unterm Besitzer oder einem guten Reiter wird das Pferd vermutlich nichts machen weil die sich von Anfang an durchsetzen.
    Deshalb kann ich dir nur raten erstmal Reitstunden zu nehmen und in einer Gruppe mit braven Pferden auszureiten. Reitunterricht damit du dich besser durchsetzen kannst und vertrauen bekommst, in der Gruppe ausreiten weil das einfacher ist und die Pferde dann williger sind.
     
  10. getmohr

    getmohr ************

    So sehe ichs auch und find das wie gesagt auch ne sehr gute Idee einen erneuten Ausritt mit wenigsten einem ruhigen Begleitpferd zu wagen
     
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