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Wann ist es Zeit Abschied zu nehmen?

Diskutiere Wann ist es Zeit Abschied zu nehmen? im Sonstiges Forum; Hallo, ich möchte mich mal "ausheulen" bzw suche nach Rat und Erfahrungen. Mein Tinker Wallach ist 23 Jahre alt und hat so einige Wehwehchen. Zum...

  1. Lea202

    Lea202 Neues Mitglied

    Hallo,
    ich möchte mich mal "ausheulen" bzw suche nach Rat und Erfahrungen.
    Mein Tinker Wallach ist 23 Jahre alt und hat so einige Wehwehchen. Zum einen hat er CPL ...seine Beine schwellen an und jucken ihn teilweise so stark, dass er die ganze Nacht rumstampft und kaum zur Ruhe kommt. Arthrose hat er ebenfalls. Was aber kein so riesiges Problem ist, da er im Offenstall steht. An manchen Tagen hat er aber schon recht schlimme Schübe und kann sehr schlecht laufen. Trab und Galopp geht gar nicht mehr. Da lahmt er sofort. Ist auf der Wiese zu beobachten, wenn er sich mal "überschätzt" und los traben will. Jetzt kam auch noch die Diagnose pssm dazu. Er hat diesen Winter stark abgenommen und an Muskeln abgebaut. Trotzdem ist er an manchen Tagen super drauf und man kann längere Schritt Spaziergänge mit ihm unternehmen. Er ist außerdem Ekzemer. Das haben wir aber mit der Ekzemerdecke recht gut im Griff. Ich frage mich einfach wann ist Die Zeit gekommen ihn gehen zu lassen? An manchen Tagen denke ich schon, dass er große Schmerzen hat. An anderen Tagen geht es ihm aber gut. Mir geht es auch nicht darum, dass ich nicht mehr reiten kann. Ich kann ihn auch bis zum "Ende" nur pflegen. Theoretisch könnte ich ihn aber jeden Tag 2 Stunden nur pflegen (eincremen, waschen etc.)...wofür mir die Zeit leider fehlt. Habe auch manchmal das Gefühl ihm dadurch nicht mehr gerecht zu werden. Jemanden zu finden, der mir hilft und ihn mit pflegt und spazieren geht ist leider sehr schwierig. Die meisten wollen natürlich auch reiten. Meine letzte rb ist ihn dann heimlich geritten, so dass er 3 Tage später noch gelahmt hat. Habe einfach Angst diesen richtigen Moment zu verpassen um ihn zu erlösen. Durch seine starke Abnahme in diesem Winter wurde mir einfach alles nochmal bewusster. Und er bekommt wirklich viel zu futtern.
    Seine Juckerei ist zur Zeit besser. Aber nur durch regelmäßige Anwendung von Sebacil und auch Butox. Sebacil ist ja auch ein aggressives Zeug und frage mich auch inwieweit das dann noch gut ist fürs Pferd.
    Wann habt ihr gemerkt, dass es Zeit ist Abschied zu nehmen?
    Und bitte nicht falsch verstehen. Mir geht es nicht um die Arbeit oder sonstiges. Wobei er natürlich noch deutlich mehr Pflege bräuchte als ich ihm derzeit bieten kann.
     
  2. Charly K.

    Charly K. ...ich bin doch nicht kreativ.

    Hallo Lea,

    diese Frage stellt sich wahrscheinlich jeder, der Verantwortung für ein anderes Lebewesen trägt...

    Ich möchte Dich ermutigen, seine Probleme einmal als Gesamtkomplex zu betrachten - denn PSSM, Muskelabbau, entzündliche Prozesse (Arthrose-Schübe), Immunreaktionen (Sommerekzem) schreien für mich förmlich nach einer GANZHEITLICHEN Betrachtung und Behandlung.
    (Und „viel zu futtern“ klingt für mich erstmal sehr kritisch - WAS bekommt er denn? PSSM-konform???)

    Zu CPL kann vielleicht @terrorschaf Dir noch Impulse geben.


    Das beantwortet Deine Frage nur indirekt, sorry.
    Ich persönlich würde noch nicht über Abschied nachdenken, sondern über eine Steigerung seiner Lebensqualität über eine (weitere, Du tust ja bestimmt schon viel; und ganzheitliche) Anpassung seiner Ernährung und Haltung seines entgleisten Systems entsprechend.


    LG, Charly
     
  3. terrorschaf

    terrorschaf Bekanntes Mitglied

    Ich hatte schon mehrere cpl Pferde. Mein letztes habe ich im April eingeschläfert. Trotz täglicher Pflege galt sein einziges Interesse die letzten tage nur noch dem Kratzen. Er hat nicht mehr gespielt, weniger gefressen. Wir sind vor dem einschläfern noch eine Stunde grasen gegangen. Jedes Pferd findet im Frühjahr Gras toll, er hat gefressen, aber eigentlich wollte er lieber gekratzt werden. Das war einfach kein Zustand mehr. Außerdem stand die Fliegenzeit vor der Tür.
    Ich konnte persönlich auch nicht mehr. Täglich war ich mindestens eine Stunde beschäftigt. Der Geruch haftete an mir auch wenn ich Gummihandschuhe anhatte. Und jeden Tag guckt man ängstlich auf die Beine was ist jetzt schon wieder. Einen Abend war alles gut, morgens kriegst du nen Anruf vom SB ' du musst mal kommen' und fährst da vor der Arbeit hin und wäschst und cremst, weil er es über Nacht gut fand ein Bein auf zu kauen.
    Zusätzlich zu dem das das Jucken übermäßig wurde war der Punkt endgültig wo er nach mir getreten hat. Er hat nie getreten, egal wie unangenehm die Behandlung war, weil er wusste es hilft. Und wenn er das nicht mehr erträgt, ich mich aber auf den Boden Knien oder legen muss um alles behandeln zu können ist der Punkt erreicht wo es nicht mehr geht.

    Sebacil geht stark auf die Leber. Übrigens auch auf deine wenn du es auf die Haut bekommst.

    Wenn du nicht Die Zeit hast das cpl täglich zu pflegen, würde ich sagen der Punkt ist erreicht. Cpl benötigt tägliche Betreuung. Und selbst damit wird es irgendwann für das Pferd unerträglich.
    Aber wenn du es nicht täglich pflegen kannst, ist der Punkt dann schon erreicht.

    Ich kenne viele die den Absprung viel zu spät geschafft haben, die eigentlich lebend gefault haben. Die Maden normal fanden. Das ist für mich ein absolutes No go. Ein Leben muss lebenswert sein. Heißt fressen, spielen und auch im Schritt lahmfrei. Wenn jeder trab lahmen ist und es auch mit schmerzmittelkur oder pflanzlichen dauergaben keine Besserung Eintritt, ist auch das kein Zustand.

    Alles gute für dich. Du musst die Entscheidung für dein Pferd und für dich treffen. Ich kann dir nur sagen wie ich es handhaben würde und auch getan habe.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Jan. 2021
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  4. Mirage

    Mirage Bekanntes Mitglied

    Meine Regel ist da folgende: Das Tier muss sich aus freien Stücken in allen drei Gangarten schmerzfrei bewegen können. Es muss sich wohlfühlen und Freude am Leben haben und daran auch noch aktiv teilnehmen. Ist dies dauerhaft ohne Schmerzmittel nicht mehr möglich, dann ist es Zeit. Bei nur im Schritt Schmerzfreiheit wäre bei mir schon Schluß, wenn dieser Zustand nicht mehr verbessert werden kann. Da würde ich immer Rücksprache mit meiner Tierärztin halten.
     
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  5. Lea202

    Lea202 Neues Mitglied

    Also im Trab lahmt er wirklich sehr schlimm. So schlimm, dass er ja auch eigentlich kaum noch in den trab geht. Frage mich auch langsam ob ich da "abgestumpft" bin. Denn einem selber kommt es jetzt nicht so vor als hätte er keine Lebensfreude mehr. Da er aber nur noch Schritt laufen kann und er dermaßen abgebaut hat stelle ich mir wirklich langsam die Frage ob das so weitergehen kann. Es steht jetzt eigentlich auch bald ein Stallwechsel an. Was ja noch eine weitere Belastung für ihn ist.

    Also das Futter habe ich angepasst. Da er ja CPL hat, habe ich das sowieso schon länger umgestellt. Mit "viel zu futtern" meine ich, dass er 24 Stunden zugriff auf Heu hat. Er bekommt ein gutes Mineralfutter sowie Zink und Selen zusätzlich. Außerdem Schwefelblüte vorbeugend gegen Milben.
    Wenn ich nicht regelmäßig mit Sebacil behandel, dann kommt er gar nicht mehr zur Ruhe und ist nur noch am jucken. Bin auch echt langsam bisschen ausgebrannt. Es kommt mir vor wie ein Kampf gegen Windmühlen.
    Aber dann gibt es diese Tage wo wir lange Schritt Spaziergänge machen und er auch wirklich zügig läuft.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 10. Jan. 2021
  6. Tify

    Tify Bekanntes Mitglied

    Sprich doch mal mit Eurem Tierarzt darüber. Der kennt das Pferd ja und kann trotzdem mit etwas Abstand urteilen
     
  7. *FrogFace*

    *FrogFace* Frosch ohne Locken

    Ich finde schon, dass sich das nach Ende anhört. Gerade auch unter dem Aspekt, dass Pferde gerne Unwohlsein verstecken und sich lange nichts anmerken lassen. Und zum Frühling und Sommer hin kommen noch Sommerekzem und Fliegen dazu. Dann noch ein Stallwechsel, der auf jeden Fall Stress bedeutet....

    Wäre es mein Pferd, würde ich ihm das nicht mehr zumuten wollen...
     
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  8. Corvus

    Corvus Aktives Mitglied

    Au weh, das ist so schwierig. Ich glaube auch, dass sich schon die meisten, die Pferde haben, mit dieser Frage gequält haben. Vielleicht hilft es, mit dem Tierarzt darüber zu reden, was er meint?

    Ganz allgemein würde ich aber den anderen zustimmen - ein Leben muss lebenswert sein. Aber beurteilen wann es so weit ist, das Anehmen kann einem leider niemand. Mach dir keine Vorwürfe! Allein schon, dass du darüber nachdenkst zeigt, dass du Verantwortung übernimmst. Wie du entscheidest, egal wie, ich finde am wichtigsten ist es, dass du entscheidest. So viele drücken sich... Du nicht! Ich wünsche dir viel Kraft, egal wie du entscheidest. Alles Gute!
     
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  9. Bumblebee1

    Bumblebee1 Moderator Mitarbeiter

    Zum einen muss man natürlich als Erster aus der Sicht des Pferdes agieren.
    Aber ich finde, man darf auch nicht vergessen, an sich selbst zu denken. Wenn man nur noch ausgelaucht ist, schlaflose Nächte hat, Sorge und Kummer um das Pferd und die Gedanken nur noch darum kreisen, dann darf man auch ein Ende setzen, wenn man selber nicht mehr kann.
    Ich hatte das Pferd meiner Freundin hier als Einsteller. Er hatte einige Baustellen, unter anderem Cushing. Einmal ging es ihm so schlecht, da hätte ich ihn in jener Nacht schon erlöst.
    Aber er erholte sich . Zwei, drei Monate später entschloss sich meine Freundin , ihn dann einschläfern zu lassen und ihn gehen zu lassen. Als sie mir von dem Entschluss berichtete, konnte ich es in dem Moment nicht verstehen. Gerade an dem Morgen galoppierte er voller Lebensfreude über die Weide, ich hatte es gesehen. Ich wollte ihn sogar übernehmen, um ihm das Leben zu retten. Meine Freundin ließ das nicht zu und ließ ihn vier Tage später einschläfern.
    Es war ihr gutes Recht. Sie hatte viele schlaflose Nächte, viel Sorge und auch viel Geld und ganz viel Emotionen in die Krankheiten ihres Pferdes gesteckt, sie hatte über lange Zeit ein auf und ab bei ihm erlebt. Mal ging es ihm gut, dann wieder sehr schlecht.
    Nur weil ich an diesem einen Morgen gesehen hatte, dass er so über die Weide tollte, konnte ich ihr diese Entscheidung nicht abnehmen. Sie konnte einfach nicht mehr. Immer auf "hab acht" zu sein, wie es dem Pferd wohl am nächsten Tag ergeht, ob es ihm gut geht, zerrt sehr an den Nerven, und auf Dauer ist das auch nicht gut für die eigene Gesundheit.

    Ich hätte ihn schon viel früher gehen lassen, aber zu dem Zeitpunkt, als meine Freundin die Entscheidung getroffen hatte, hätte ich ihm noch Zeit gegeben. Mittlerweile versteh ich sehr gut, dass sie ihr Pferd eingeschläfert hat. Pferde rechnen ihr Leben nicht in Quantität , sondern allein in Qualität.
     
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  10. KleinElli

    KleinElli Aktives Mitglied

    Das kenne ich auch. Meine alte Stute hatte einen Tumor im Nasengang und dadurch extreme Probleme mit der Luftzufuhr. Hat sich aber nix anmerken lassen, wurde nur immer schneller unter auch geringer Belastung kurzatmig, z.B. schon nach 10 Minuten Schritt führen hat sie gepustet.
    Blutbild war unauffällig, keine Parasiten, Herz, Lunge abgehorcht ohne Befund, trotzdem sah das Pferd gut aus, Fell glänzte, gut im Futter, sie hat sich beim Reiten echt Mühe gegeben, aber die Kondition wurde halt immer schlechter. Bei der Brochioskopie kam der TA mit der Sonde gar nicht mehr durch die Rechte Nüster rein, der Nasengang war nur noch 0,5 cm offen. Das Pferd war da 23, hatte einen auskurieren Fesselträgerschaden und eine Stauballergie. Ich fand den Tumor eine Baustelle zu viel, und habe das auch dem Tierarzt gesagt, der daraufhin nur nickte und fragte 'Wann?', aber auch meinte, der Leidensdruck sei in Ruhe nicht besonders groß, da sei die Atmung noch ausreichend.
    Aber nachdem wir die Diagnose hatten, hatte ich das Gefühl, sie konnte endlich zeigen, dass es ihr nicht gut ging. Nach einer Woche mochte sie nicht mal mehr eine Lange Seite an der Hand traben, 10 Tage nach der Diagnose habe ich sie erlöst. Ich bin froh, so entschieden zu haben, denn so konnte ich dem Pferd unnötiges Leid und womöglich Panik wegen Atmenot ersparen.
    Frag dein Pferd, ob es noch möchte, und höre genau hin, was es dir sagt.
     
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