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Was versteht Ihr eigentlich unter Westernreiten?

Diskutiere Was versteht Ihr eigentlich unter Westernreiten? im Westernreiten Forum; Angeregt durch einen anderen Thread eröffne ich nun diesen hier und stelle folgende Frage zur Diskussion: Was versteht Ihr unter dem Begriff...

  1. OneEleven

    OneEleven Inserent

    Angeregt durch einen anderen Thread eröffne ich nun diesen hier und stelle folgende Frage zur Diskussion: Was versteht Ihr unter dem Begriff Westernreiten?

    Ich erlebe es immer wieder, dass ich Menschen begegne, die mir mit leuchtenden Augen erzählen, dass sie Westernreiten und wenn ich sie dann frage was genau, dann kommt: Wie was genau? Wir haben nen Westernsattel drauf und gehn ins Gelände und hin und wieder auf den Platz. Dabei reiten wir am langen Zügel und alles ist total entspannt.

    Ja und was macht Ihr auf dem Platz? Ich bekomme selten eine Antwort unter der ich mir etwas vorstellen kann gepaart mit Aussagen wie: Also Spintraining mach ich nicht mit meinem Pferd, das geht zu sehr auf die Gelenke. Auf meine Frage, ob das Pferd denn überhaupt den Ansatz zum Spin kann kommt die Antwort: Nein, warum? ich will ja keine Turniere gehen. :rolleyes2:

    Für mich gibt es zwei Sparten Westernreiter. Der Westernsportreiter und der Freizeitreiter im Westernstil.

    Während der Westernsportreiter eine oder mehre Disziplinen des Westernsports gezielt trainiert, ob nun mit oder ohne Turnierambitionen, eiert der Freizeitreiter lieber nur durchs Gelände und genießt die Natur. Ich möchte das nun nicht abwerten um Gottes Willen, aber diese Reiter könnten genauso gut in einem Gangpferdesattel unterwegs sein, es würde an ihrer Art zu reiten nichts ändern. Für mich hat das eben nicht viel mit Westernreiten zu tun. Nur weil ein Pferd am mehr oder weniger langen Zügel läuft und sich vielleicht sogar via Neck Reining lenken lässt, heißt das noch lange nicht, dass es Westerngeritten ist! Da gehört leider noch etwas mehr dazu..... Es muss nicht sein, dass das Pferd 10m stoppen kann oder Spins in einem Heidentempo hinlegt oder ne Kuh cutten kann. Aber es sollte durchaus in der Lage sein gewisse Manöver zu können, egal, ob es nun für Pleasure, Trail, Reining oder das Gelände eingesetzt wird.

    Die Basics sind für alle gleich, egal welche Disziplin sie später mal laufen, von reinem Manövertraining halte ich nichts. Die Basics müssen stimmen, aber auf welchen Basics bauen die Reiter auf, die nur ins Gelände gehen und hin und wieder auf den Platz? Was genau verstehen die unter Westernreiten?

    Bin gespannt auf Eure Antworten.

    P.S. Und nicht angegriffen fühlen, weil ich eine etwas radikalere Meinung zu dem Thema habe! :tongue:
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Jan. 2009
  2. Lorelai

    Lorelai Chaos-Trulla

    Hmm.. Gute Frage - was versteh ich unter Westernreiten?!

    Auf jeden Fall verstehe ich darunter NICHT, irgendwelche Manöver ausführen zu können.
    Ich zähle mich zu den Freizeit-Westernreitern, wobei das bei mir auch nicht heißt, dass ich hauptsächlich ins Gelände gehe und ab und zu auf den Platz.
    Ich arbeite schon hauptsächlich auf dem Platz/in der Halle.
    Da mach ich vor allem eines: Ich gymnastiziere mein Pferd. Und das mach ich eben "westernmäßig". Also nicht unbedingt am langen Zügel oder so, aber eben mit Impulshilfen und mit dem Ziel, mein Pferd irgendwann einmal am langen Zügel versammelt zu reiten.
    Manöver sind ja ganz nett anzuschauen usw, aber ich brauch sie ehrlich gesagt nicht - weil ich nicht auf Turniere gehe. Mir ist es nur wichtig, dass mein Pferd ordentlich über den Rücken läuft, dass es locker und entspannt ist, sich selber trägt.
    Das Übliche eben.

    Ich reite ja noch nicht lange wirklich Western. Son bisschen, ja, mal hier bissl was abgeguckt, mal da was abgeguckt und angewandt. Aber eigentlich bin ich bisher englisch geritten. Allerdings mit genau dem selben Ziel - ein entspanntes Pferd, das locker über den Rücken läuft.
    Ich hab auch als Englischreiter keine Lektionen mit meinem Pferd geübt. Mein Pferd musste keine Einerwechsel springen, keine Galopp-Pirouetten drehen oder sonstwas - wozu auch?

    Zurück zur Eingangsfrage: Ich verstehe unter Westernreiten eben die Reitweise an sich - es wird mit Impulshilfen geritten, das Pferd lernt auch am langen Zügel und ohne Anlehnung versammelt zu laufen usw. Sprich eben NICHT einfach nur am langen Zügel irgendwie durch die Gegend holpern. Aber die Manöver gehören für mich nicht wirklich unbedingt zum Westernreiten.
     
  3. OneEleven

    OneEleven Inserent

    Und wie sieht es mit sauber gerittenen Zirkeln aus, kontrollierter und exakter Bewegung des Pferdes in alle Richtungen? (vorwärts, rückwärts, seitwärts)

    Bitte bitte nicht übel nehmen, ich habe gerade etwas gelächelt, weil das genau der Standardsatz ist, denn ich immer wieder höre! :yes: Btw, ich geh auch nicht auf Turniere.

    Die meisten denken bei Manövern eben nur an einen Sliding Stop, an einen Spin oder Roll Back. Das sind lediglich die rasantesten bei einer Reining oder bei der Arbeit am Rind, aber wohl nicht die einzigsten Manöver beim Westernreiten. Einen korrekten Zirkel zu gehen ist z.b. in einer Reiningprüfungen ebenso ein Manöver, wie eine korrekte Mittelhandwendung in einer Trailprüfung oder punktgenaue Übergänge in der Horsemanship - alles Dinge, die auch ein Nichtturnierpferd können muss, wenn man von ihm behauptet, dass es durchlässig und versammelt und am langen Zügel zu reiten ist. Würdest Du trotzdem sagen, dass diese Manöver nicht zwingend zum Westernreiten gehören und man sie als Freizeitwesternreiter nicht können muss?
     
  4. Gromit

    Gromit Punktetierbändiger

    Hi,
    also ich sehe das auch so wie Lorelai.
    Das Wort "Manöver" sollte man mal genauer definieren. Für mich sind korrekte Zirkel, Tempowechsel, Hinterhandwendung, Seitwärtsgänge etc. auch keine Manöver. Das sind grundlegende Übungen zur Gymnastizierung. Ein Manöver ist für mich die Weiterführung dieser, indem es so weit auf die Spitze getrieben wird, dass es eben "Showtauglich" ist.
    Ich selbst reite am liebsten Basics, hier und da mal ein kleines Turnier.
    Mein Pferd ist schon älter und muss keine großartigen Manöver mehr laufen.
    Wobei es schon Spass macht mit einem guten Pferd das zu Reiten und ich finde es gehört schon zum westernreiten dazu.
    Mir sind aber die Leute 1000x lieber, die vernünftig im Gelände und aufm Platz reiten ohne das Ziel Manöver zu reiten, als die, die es irgendwie hingurken wollen und ihre Pferde überfordern und dann sagen: Das ist nunmal Westernreiten, das muss das Pferd machen.
    LG
     
  5. OneEleven

    OneEleven Inserent

    Da stimm ich Dir voll und ganz zu! Das meinte ich damit, als ich schrieb, dass ich von reinem Manövertraining nichts halte.

    Ok, Du hast es besser ausgedrückt als ich, aber so meinte ich das. Wobei ich einen korrekten Zirkel schon als Manöver ansehe, da es ein Manöver in der Reiningprüfung ist. Denn es gibt nichts mehr, was nach einem korrekten Zirkel kommt bzw es ist keine Vorübung für etwas. Aus Seitwärtsgängen kann man noch andere Dinge erarbeiten, das stimmt wohl.

    Ebenso wie eine langsame Hinterhandwendung kein Roll Back ist, sondern die Vorbereitung dazu, aber auch ein Nichtturnierwesternpferd sollte diese Übung können oder nicht?

    Ja eben! Das Westernreiten wie wir es heute kennen stammt doch von einer Arbeitsreitweise ab. Somit kann man die Manöver nicht von diesem Reitstil trennen und sagen: Ich reite zwar Western, aber von den ganzen Manövern halte ich nichts, die gehören nicht zwingend zu der Reitweise! Wenn man keine Manöver reiten möchte - warum auch immer und auch keine Vorübungen dazu, dann ist das für mich eben kein Westernreiten, sondern Freizeitreiten im Westernstil.
     
  6. Lorelai

    Lorelai Chaos-Trulla

    Ich seh das wie Gromit: Ein "Manöver" ist für mich eine "weiterführende Lektion"... Sprich eben all die spektakulären Dinge wie Stops, Spins, Roll Backs etc pp.
    Ein ordentlicher Zirkel, vernünftiges Seitwärts- und Rückwärtsgehen - das gehört für mich zu den Basics (egal ob englisch oder western, by the way *g*).
    Daher: JA, mein Pferd muss einen vernünftigen Zirkel laufen usw.
    Es muss nur nicht zwingend Stops, Spins und das alles können. Klar, wenn Leila mal soweit ist, vllt krieg ich auch Lust dazu, das mal zu machen. *schulterzuck*
    Aber es gehört für mich nicht ZWINGEND zum Westernreiten dazu, dass Pferd und Reiter all diese lustigen Lektionen beherrschen.

    "Manöver" wie punktgenaue Übergänge, Kontrolle in allen Gangarten, Seitwärts, Rückwärts usw, das sind für mich keine Manöver. Das ist GRUNDAUSBILDUNG, sprich Basics. Das sollte - meiner Meinung nach - eigentlich jedes vernünftig gerittene Pferd beherrschen. Egal ob Western oder englisch. Das gehört für mich persönlich auch zum "Westernreiten im Freizeitstil" dazu.

    Die - hmmm.. ich sag mal "richtigen" Manöver (Spin usw) müssen nicht unbedingt sein, muss mein Pferd auch nicht unbedingt können. Ist ein nettes Schmankerl, aber das brauche ich nicht unbedingt. Alles andere was du erwähnt hast, brauche ich, um mein Pferd vernünftig zu gymnastizieren, bzw das gehört für mich eben einfach zur normalen Arbeit mit dem Pferd dazu.

    Hmm.. Du hast schon recht, die ganzen Manöver gehören dazu. Aber sie sind für mich nicht zwingend NÖTIG, um ein "richtiger Westernreiter" oder wie auch immer man es nennen will zu sein.
    Genauso wie für mich keine Galopp-Pirouetten und Einerwechsel nötig sind, um zu sagen "ich bin Dressurreiter"...
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 20. Jan. 2009
  7. OneEleven

    OneEleven Inserent

    Wieviele Reiter kennst Du, deren Pferde das wirklich können? Unter den Freizeitreitern im Westernstil kenne ich leider niemand. Da höre ich dann nur immer wieder: Ich will doch keine Turniere reiten. :rolleyes2: Wieviele Freizeitgeländewesternpferde kennst Du, die gute Zirkel laufen können, ohne über die innere Schulter zu fallen, nach außen zu drücken oder Eier laufen?

    Bis ein Pferd einen sauberen Zirkel im Galopp und einhändig laufen kann, müssen einige Basics bereits erarbeitet sein und das Pferd hat meistens schon ein recht hohes Ausbildungslevel. So ein Pferd wäre dann auch durchaus in der Lage Manöver auszuführen.... Aber davon sind die Freizeitreiter im Westernstil, die ich persönlich kenne, meilenweit entfernt bzw die wollen da auch erst gar nicht hin....

    Ja und da wären wir wieder, wo ich hinwollte! :yes: Der Freizeitreiter im Westernstil könnte ebensogut mit einem englischen Sattel unterwegs sein, denn es ist eben kein Westernreiten was er da macht! Eben weil, für mich, Manöver zum Westernreiten dazu gehören bzw das Westernreiten erst ausmachen! Ich kann doch auch nicht sagen, ich reite Springen und dann sag ich: Aber über Hindernisse lass ich mein Pferd nicht gehen - ich will ja keine Turniere reiten. Mir reicht es, wenn er die Basics kann und vielleicht mal über ne Stange trabt - überspitzt gesagt.... Wisst Ihr, worauf ich raus will?!

    Dann wärst für mich auch kein Dressurreiter sondern würdest dressurmässig arbeiten. :wink: Außer natürlich, Du würdest daran arbeiten, dass Dein Pferd diese Lektionen irgendwann laufen kann.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 20. Jan. 2009
  8. Texas

    Texas Inserent

    hey,
    sehe das genauso wie lore und gromit!ich zb habe spass daran mich mit meinem pferd zu drehen,zu stopen ect.daher trainiere ich auch daraufhin.aber ich bin keiner der jetzt jedes tunier mit nimmt,vllt eins bis 2 kleine tuniere im jahr.....mein pferd wird freizeit reining ausgebildet:wink:

    ich kenne auch genügend feld und wiesen reiter die stunden nahmen und das westernreiten beherschen aber nur in den wald gehen.genauso wie ich leute kenne die nen ws draufschmeissen und keine anung vom wr haben.....

    wr ist für viele leute eine lebens einstellung,der umgang mit pferd,die liebe für die usa...ich würde das jetzt auch nicht auf manöver beziehen. da gehört schon mehr dazu als nur spins,stops ect zu reiten.dafür ist das wr einfach zu vielfälltig.wenn ich daran denke wieviele diziplinen es im wr gibt,vorallem wird ja nicht in allen diziplienen die gleichen manöver verlangt.....
    für mich ist die ausbildungskala wichtig:
    1.takt
    2.losgelassenheit
    3.nachgiebigkeit
    4. aktivierung der hinterhand
    5.geraderichten
    6. versammlung

    was man im endefekt daraus macht muss jeder selbst wissen!
     
  9. Chilly

    Chilly Inserent

    Hi,

    also das "Gesamtpaket" macht es: Westernreiten ist für mich eine Spezielle Ausbildung von Pferd und Reiter. Da gehören die Impulsartig gegebenen Hilfen, der Sitz, die Haltung von Pferd und Reiter, die Bewegungen in den Gangarten (wie zum bsp. der Westerntypische Jog), auch die Lektionen wie die Ausführung der Seitengänge oder das Rückwärtsmanövrieren. Dann natürlich auch die Nervenstärke der Westernpferde und deren selbständiges Mitarbeiten.
    Die Ausrüstung macht keinen Westernreiter, aber natürlich entspricht sie den Ansprüchen fürs Westernreiten besser als ein Dressursattel oder Ähnliches.
    Die speziellen Manöver (spins, Stops) und Diziplinen (Cutting, Barrel Race), die mir spontan beim Begriff "Westernreiten" einfallen, gehören allerdings nur so zwingend dazu, wie das Springen und die Piaffe beim FN-Reiten ;-)
     
  10. MoodyMare

    MoodyMare Inserent

    Bei uns im Stall sind Roper, deren Basis ist ein schnelles superwendiges Pferd das auf den Dime anhaelt und auf der Schnur laeuft. Manoever wie spins und sliding stops gehoeren dazu natuerlich nicht, das bringt auch nicht viel in dem Sport.

    Fuer mich ist westernreiten wie jede andere Disziplin, es gibt die die Sportlich das betreiben und Geld gewinnen und die die daheim das pferd geniesen wollen. Dazu zu sagen sie reiten nicht western weil sie nicht weissdergeier fuer manoever reiten ist in meinen Augen hochnaesig.
    Genauso reitet jemand dressur auch wenn er nur schritt trab und gallop geht in schoener manier. Oder saddle seat, oder Hunt seat ist voellig egal solange er sich in eine Sparte einordnen kann und danach strebt gut zu sein in seiner Reitweise.
    Western ist fuer mich nichts besonderes, vielleicht sehe ich das von daher auch bischen anders.
     
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