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Weide bei Pferd trotz Rehegefahr?????

Diskutiere Weide bei Pferd trotz Rehegefahr????? im Haltung und Pflege Forum; Hallo, also ich hoffe ich habe das richtige Thema ausgesucht. Ich fange mal an. Letzten Herbst habe ich meinen Schmied gewechselt und der Neue...

  1. Dingopony

    Dingopony Inserent

    Hallo, also ich hoffe ich habe das richtige Thema ausgesucht.
    Ich fange mal an. Letzten Herbst habe ich meinen Schmied gewechselt und der Neue hat gleich mal bei Max (meinem Hafi) eine verbreiterte weiße Linie festgestellt und meint, dass das Hufbein wohl etwas abgesenkt ist. Er befürchtet, dass Max irgendwann mal Hufrehe hatte und meint, dass ich ihn keinesfalls auf die Weide lassen sollte. Max ging nie lahm oder so - zumindest seit ich ihn habe (2 Jahre). Ich habe Max immer mit auf die Weide gelassen, wusste ja nix von den eventuellen Hufrehen. Ich weiss, dass sein Vorbesitzer ihn im Sommer sogar auf einer Sommerweide (Tag und Nacht) abgestellt hat. So nun erscheint es mir ziemlich grausam, Max seine Weide vorzuenthalten, ich glaube das ist das schönste für ein Pferd. Deshalb habe ich mit meinem TA gesprochen. Der hat sich Maxis Hufe nicht mal angesehen und meinte ich solle ihn einfach mit drauf stellen, ihn aber vorher ordentlich anweiden. Das erscheint mir etwas suspekt - wie können zwei Fachmänner so unterschiedliche Meinungen haben? Nun zum Thema zurück, die Weidezeit beginnt bei uns im Mai, eine Weile zuvor bekommen die Pferde schon etwas Schnittgras anstatt Heu in die Box. Die Pferde stehen die Weideszeit über immer auf der gleichen Weide, dürfen allerdings, wenn es geregnet hat nicht auf die Weide, damit aus der Weide kein Schlammloch wird. Ich habe mir überlegt, dass er zunächst nur halbe Tage auf die Koppel geht, ggfl mit Fressbremse und dann aufs Paddock. Wenn die Weide nach ca. 2 Wo abgegrast ist, würde ich ihn gerne die vollen acht Std bei der Herde lassen. Hierbei sehe ich jedoch folgendes Problem, wenn es geregnet hat und sich das Gras wieder etwas erholt hat, ist es wieder sehr protein reich, da kurzes Gras ja extrem arbeitet und wenn es zum wachsen kommt wieder gefährlich wird. Was würdet ihr mir empfehlen - Weide oder keine Weide bzw. im welchem Maß?
     
  2. tschuly

    tschuly Inserent

    Leider kann ich dir nicht wirklich weiterhelfen da ich zu wenig Erfahrung mit Rehepferden habe.
    Wir haben auch einige Rehe und rehegefährdete Pferde bei uns im Stall. Wir haben allerdings über 10 Weiden die ständig gewechselt werden ab Mai.
    Die kleine Rehe-Herde steht dann auf den erholten Winterkoppeln auf denen nur wenig Gras wächst.
    Das hilft dir wahrscheinlich überhaupt nicht weiter aber es ist grad das einizige was mir einfällt.
     
  3. gretl

    gretl Inserent

    Hallo Dingopony,

    bei uns am Hof steht auch eine Haflinger Dame, die sehr Reheanfällig ist und letztes Jahr eine hatte. Wir hatten dieses jahr auch das Problem, dass wir nicht wussten, was wir mit ihr machen sollten, da sie mit einer Herde zusammen ist, die Problemlos auf die Weide kann. Wir haben jetzt eine Lösung gefunden, die ich ganz prima finde und sie auch super damit zu recht kommt. Es gibt da nämlich so "Maulkörbe" (hört sich a bissal blöd an) mit denen das Gras fressen verhindert wird. Somit kann sie ganz normal auf die Weide mit den anderen, ohne das die Gefahr da ist, dass sie wieder rehe bekommt.
    Vielleicht hilft dir das ja ein bisschen weiter :)

    Lg Nadine
     
  4. Aila

    Aila Inserent

    Ich hab auch keine Erfahrungen mit Rehepferden, aber ich würde mir einfach
    noch eine zweite Meinung von einem Tierarzt bzw. Hufschmied einholen!
    Die verschiedenen Meinungen würde mich nämlich auch sehr verunsichern.
     
     
  5. Lind

    Lind Inserent

    Erstmal müsstest du wissen, was der Auslöser für die Rehe war. Es gibt nämlich nicht nur Futterrehe. Futterrehe ist die verbreitestes Reheform. Danaben gibts aber auch Nachgeburtsrehe (würd ich jetzt bei deinem Pferd ausschließen), eine toxische Rehe und eine Belastungsrehe.
    Eine toxische Rehe kann sowohl durch Giftpflanzen als auch durch eine unterfunktion eines Organs ausgelöst werden.

    Da du nichts von der Rehe gemerkt hast weißt du auch nicht, wodurch sie ausgelöst wurde und ich würde grundsätzlich mit der Weide zur Vorsicht, aber nicht zum generellen Weideverbot raten. Dein Pferd hat ja keine akute Rehe und auch unsere Rehepferde dürfen auf die Weide. Es ist ja auch nicht so, dass ein Pferd anfälliger für Rehe wäre, nur weil es mal Rehe hatte. Die Disposition zur Futterrehe ist genetisch veranlagt und wird durch nicht "richtige" Fütterung ausgelöst. Wenn sie abgeklungen ist, ist das Pferd nicht anfälliger für die Rehe als vorher. Aber, man weißt dann eben, dass das Pferd rehegefährdet ist und bei einer Hufbeinabsenkung oder -rotation ist eine zweite Rehe oft recht schlimm, weil die Absenkung oder Rotation fortschreitet.

    Als nächstes muss man sich im klaren sein, dass Protein ein Auslöser für Rehe sein kann, sehr viel häufiger ist aber Fruktan der Auslöser für Rehe.
    Fruktan ist ein Wachstumszucker, den Pfanzen einlagern, wenn sie ihre Wachsstumsstoffe nicht verbrauchen können. Wachsstumsstoffe entstehen bei Sonnenschein durch die Photosynthese. Immer wenn die Sonne scheint, wird also dieser Wachstumsstoff produziert. Solange die Bedingungen für ein Pflanzenwachstum (Wärme, Wasse) gut sind, wächst die Pflanze und der Fruktangehalt ist recht niedrig. Dann kann man Pferde gut auf die Weide lassen. Ist es z.B. trocken oder man hatte eine Frostnacht und darauffolgend einen sonnigen Vormittag wächst die Pflanze nicht und langert ihren Wachsstumsstoff als Fruktan ein. Dann ist der Fruktangehalt sehr hoch und die Rehegefahr ist auch sehr hoch.
    Sehr gefährlich ist kurzer Gras. Je kürzer, desto mehr Fruktan ist im Verhältnis zur Rohfaser enthalten. Deshalb würde ich ein Rehepferd nie auf eine kurzgefressene Weide lassen und schon gar nicht länger, als auf eine überständige Weide.

    Genug Theorie - hier kommt die Praxis:
    Wir haben zwei Pferde, die eine Rehe hatten. Bei der einen Stute weiß ich, dass sie die Rehe in Folge eines Fruktanüberschusses bekommen hat, bei der anderen Stute ist die Ursache ungeklärt. Fruktan war es sicher nicht, weil sie nur so lange auf die Weide ging, wie die Rehestute.

    Im Frühjahr weiden wir ganz langsam an. Das kurze Frühjahrsgras hat viel Fruktan und auch viel Protein, ist also auf gar keinen Fall gut. Die Pferde gehen da wirklich nicht länger als 30 Minuten drauf.
    Das bleibt so bis Juni. Im Juni kommen sie dann auf eine überständige Weide mit viel langem Gras. Dort bleiben sie bis zu zwei Stunden, aber nicht länger. Im Herbst muss ich immer gucken, was wir an Weiden haben. Haben wir überständiges Gras, dürfen sie weiterhin zwei Stunden raus, haben wir nur kürzes Gras dann eben entsprechend kürzer.

    Ich achte dabei auch immer aufs Wetter. Wenns bewölkt, warm und genügend feucht ist, dürfen sie länger raus, wenn es kalt und sonnig ist, weniger lang. Auch bei Sonne und Trockenheit dürfen sie nicht so lange raus.

    Ganz wichtig: Die Pferde nie hungrig auf die Weide lassen, sonst schlingen sie in kurzer Zeit viel rein. Deshalb gibst bei uns immer zuvor Heu.

    Das ist natürlich ein bißchen aufwenig, aber die Pferde bleiben gesund.
     
  6. Urmel

    Urmel Guest

    hallo,

    mein Pferd hat auch Rehe!

    Sie darf allerdings so gut wie nie auf die Koppel, bzw. wenn dann nur mit Fressbremse, oder auf ganz altes Gras!

    Es wäre sinvoll wenn du den auslöser von der Rehe kennst Futterrehe (das meiste, Belastungsrehe, Nachgeburtsrehe, toxische Rehe, EMS...!

    Weißt du den genau wann sie das letzte mal Rehe hatte?
    Wurden mal Röntgenbilder gemacht, um wie viel Grad das Hufbein gesunken ist?

    In der Regel musst du sehr vorsichtig sein mit dem Anweiden, vorallem jetzt wenn das Gras im wachstum ist, daher würde ich dir raten (aus eigener erfahrung) dein Pferd am anfang nicht länger wie 10min. auf der Koppel lassen, und so kannst du es langsam hochsteigern!

    schau dir mal diesen artikel an:
    http://www.hufrehe.de/viewtopic.php?t=4198
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 27. März 2007
  7. romina

    romina Inserent

    Hallo

    Mein Haflinger hatte mit 2 jahren eine leichte Rehe.
    Durfte ihn den ganzen Sommer über nicht auf die Weide stellen.

    Dann hatte ich einen Stallwechsel und habe ihn immer nur auf ganz Kurze Weiden gelassen.Fressbremse hatte leider garnichts gebracht das er sie Entweder an der wassertränke abgerissen hatte oder ein anderes pferd so nett gewesen ist und ihm dabei geholfen hat sie Loszuwerden.:realmad:


    Bin dann mit meinen beiden in den Ort wo ich jetzt wohne Umgezogen.
    In dem kleinen Stall wo ich jetzt stehe ist man der meinung ich solle mich nicht so anstellen.
    Also standen meine 2 jetzt jeden Sommer in kniehohem,Giftgrünem Gras.


    Hatte jetzt vor Kurzem grad meinen Schmied wieder da und sie sagte mir nach dem Ausschneiden das bei BEIDEN Blut mit im Hufhorn sei und ich aus diesem Grund meine 2 NICHT 24 Std. auf die Wiese stellen darf.

    Ich sollte sie nach Möglichkeit auf eine Abgegraste Wiese stellen und sie Nachts aufstallen um Stroh und Heu zuzufüttern.
    Ansonsten laufe ich Gefahr bei beiden eine Rehe zu Riskieren.

    Werde jetzt diesen Sommer es so machen wie sie mir geraten hat.
    Schaden kann es nie..und ehe ich eine Rehe Riskiere Müssen sie leider mit diesem Nachteil Leben.
    Aber lieber so als wenn sie nachher rehe haben.
    Hatte mal eine Rehe Pferd...war einfach Grausig mitanzusehen:no:
    Und wenn man es Vermeiden kann dann sollte man es Versuchen

    Lg
    romina
     
  8. playoff67

    playoff67 Inserent

    Hallo Dingopony,
    ich kann dir persönlich keine Tips geben, da meine beiden keine Rehe haben,
    aber in der neuen St.Georg, Ausgabe April wird darüber geschrieben, welche Ursachen es haben könnte(komisch kann auch Strom sein) und auch was man
    wenn man die Ursache kennt machen kann, damit sie nicht ausbricht, bzw. Pferd sich weiterhin gut bewegen kann, wäre vielleicht auch ne Möglichkeit, da mal reinzuschaun.
     
  9. slyva

    slyva Inserent

    zeig mal aktuelle fotos von den hufen her.

    ne verbreiterte weisse linie kann mehrere ursachen haben.

    woran will dein hufschmied gesehen haben, dass sich das hufbein abgesenkt hat???

    lg

    slyva
     
  10. Dingopony

    Dingopony Inserent

    Also nochmals vielen Dank an alle. Ich habe beschlossen, dass ich mir den fachmännischen Rat eines anderen und sehr guten Tierarztes holen werde und Max erstmal von diesem röntgen lasse bzw. auch einen Borriliose checkup machen lasse. Dieser TA hat ein digitales Röntgengerät und hat sich auf Huf bzw. Hufinnenleben spezialisiert und das Ergebnis bekomme ich sofort. Leider muss ich zu ihm hinfahren aber ich denke das ist das kleiner Übel. Ich habe bereits gestern mit seiner Praxis bzw. Tierklinik tel. und die meinten, dass der Verdacht des Schmiedes auf jedem Fall überprüft werden muss und ein leichtfertiges Handeln sehr gefährlich sein kann.
     
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